Bischof Küngs Worte: So wahr – und doch mit falscher Konsequenz

23 05 2010

Zu den Äußerungen des St. Pöltener Hirten über „homosexuelle Netzwerke“ in der katholischen Kirche

von Dennis Riehle

Der St. Pöltener Diözesanbischof Klaus Küng hat Klartext gesprochen. Nach Angaben mehrerer Medien hat der niederösterreichische Hirte in einem Interview vor einer rasanten Zunahme „homosexueller Netzwerke“ in der katholischen Kirche gesprochen. Besonders in Priesterseminaren und im Klerus sei zu beobachten, dass immer mehr homosexuelle Katholiken – auch in leitenden Funktionen – Zusammenschlüsse bildeten.

Küng argumentiert, dass Homosexuelle in solch geschütztem Rahmen einen geeigneten Zufluchtsort finden würden, um sich untereinander über die sexuelle Neigung auszutauschen. Zweifelsohne hat Küng damit recht, denn schließlich ist in keiner anderen Einrichtung die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Schwul- und Lesbischsein so tabuisiert, wie in den genannten katholischen Örtlichkeiten, die aus Küngs Sicht geradezu auserkoren zu sein scheinen, um sich einerseits unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit, andererseits in kleinem, überschaubarem und nicht nach außen dringendem Gespräch über die eigene Homosexualität auszutauschen.

Ja, die katholische Kirche mag gerade an den Plätzen, an denen sie so scheinbar unverletzlich – und, wie wir nicht nur durch die Missbrauchsfälle schmerzlich gegenteilig erfahren mussten, doch paradox der eigenen Lehre zuwider laufend, ein willkommener Hort des Selbstschutzes zu sein. Sich mit Kollegen über das zu unterhalten, was kirchlich als sündhaft dargestellt wird (das homosexuelle Verhalten, nicht der praktizierende Mensch an sich), und gleichzeitig zu wissen, in der Außenwirkung strikt konservativ und dem eigenen Leben im Grunde verleumdend entgegenstehend zu verkünden, was man selbst nicht einhalten kann, mag zunächst einen unerklärlichen Widerspruch darzustellen.

Und doch scheint die innere Zerrissenheit mit solch einer Taktik genügend cachiert: Sich in der Gemeinschaft der Mahnenden zu befinden, die homosexuelles Handeln abstempelt, bringt Kraft und Motivation, der eigenen sexuellen Ausrichtung und oft belastenden Zweischneidigkeit zwischen Lust und Verstand, zwischen Gewissen und Hingabe zu trotzen. Insgeheim kann jeder Homosexuelle schlussendlich aber kaum anders, als sich Gleichgesinnten anzuvertrauen, um den Zwiespalt mit anderen, den persönlichen Weg Bestätigenden zu diskutieren.

Bischof Küng fordert aus der Entwicklung, die für die katholische Kirche zum nächsten wahrlichen Identitäts- und Glaubwürdigkeitsproblem werden könnte, eine klare Konsequenz: Dort, wo der Bildung der „homosexuellen Netzwerke“ nicht ausreichend entgegen gewirkt werden könne, müsse es einen Neuanfang geben.

Küngs Weg beschreibt damit im Zweifel die Resignation. Die Zelte abzureißen und Neues zu errichten, das scheint zwar oft der leichteste, aber nicht immer der sinnvollste Weg. Die Erkenntnis und das klare Aussprechen eines Umstandes, der vielen Kirchenleitern und vor allem der Laienbewegung schon seit langem bekannt war, ist eine lang ersehnte Notwendigkeit. Doch haben selbst Luther, Calvin oder Zwingli vor Jahrhunderten aus dem Ausweg der ihrer Sicht nicht weiter mit einem aufrechten Glauben vereinbaren Tun der katholischen Kirche nicht einfach aufgegeben und von vorne begonnen.

Auch Küng und der katholischen Kirche wäre das in dieser Situation nicht zu raten: Viel eher könnte man sich ausnahmsweise ein Beispiel an der Reformation nehmen. Ein Überdenken bestehender Strukturen, ein Hinterfragen von Gründen – wie es der Bischof ja bereits begonnen hat – und ein Ernstnehmen dessen, was auch die homosexuellen Menschen und Würdenträger in der katholischen Kirche umtreibt, würde dem Grundgedanken der Annahme eines jeden Christen und seiner Persönlichkeit eher entsprechen, als etwas ausschließen und im Keim ersticken zu wollen, was eben auch aus den heiligen Mauern der katholischen Kirche nicht zu verbannen ist: Homosexuelle aus den Priesterseminaren zu entfernen, den Klerus zu mahnen und schlussendlich zu versuchen, ein neue, und diesmal schwul-lesbisch-freie Kirchenführung zu etablieren, ist mindestens genauso utopisch als auch weltfremd, wie die Gründe, die der katholischen Kirche in der Vergangenheit bereits desöfteren zum selbstzerfleischender Prozesse verholfen haben.


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Eine Antwort

23 05 2010
Armin

Wäre es nicht ein wunderbares Zeichen für den Heiligen Vater Papst Benedikt XVI, wenn wir uns dieser Aktion anschliessen würden? http://www.deutschland-pro-papa.de/.

“Hasse die Sünde, liebe den Sünder”, die Heimtücke des Weltenzerstörers Satan ist es aber, das er es geschafft hat dass wir nicht mehr an seine Existenz Glauben, und mit dieser Leugnung seiner Existenz ist es ihm auch gleichzeitig gelungen, uns einzureden das es die Sünde gar nicht mehr gibt. Genau aus diesen Gründen müßen wir uns an den Heiligen Willen Gottes unseres Herrn halten, besonders Römer. 1, 21- 32. Möge Gott der Herr dafür sorgen, das wir endlich aus diesen satanischen Teufelskreis ausbrechen können, in den uns der Todsünde Luxuria Verfallene Diener des Bösen geführt haben. Daher am 11 07 einstehen für Papst Benedikt XVI, der wahrlich von Gott dem Herrn auserkoren wurde die HRKK auf den rechten Weg zurückzuführen. In christlicher Verbundenheit

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