Ein „Dialog“ mit Führern eines radikalen Monologs

11 10 2011

von WIELAND SCHNEIDER (Die Presse) 04.10.2011

Im eigenen Land lassen die saudischen Herrscher nicht über Religionsfreiheit und Demokratie mit sich reden. Und just sie sollen Partner im „interreligiösen Dialog“ sein.
Die Idee wirkt wundervoll – zumindest auf den ersten Blick: Ein neues Zentrum in Wien soll den „interreligiösen Dialog“ anregen. Kein unwichtiges Vorhaben, angesichts all der wechselseitigen Feindbilder, die in den vergangenen Jahren vor allem zwischen der sogenannten „islamischen“ und der „christlich-westlichen“ Welt aufgebaut wurden.
Auf den zweiten Blick erscheint das Projekt aber bestenfalls skurril. Denn Initiator ist just das Königreich Saudiarabien. Und die Herrschenden im Golfstaat haben in den vergangenen Jahrzehnten nur zur Genüge bewiesen, dass sie eher auf „Monolog“ setzen: dahingehend, wie der Islam interpretiert und gelebt wird, dahingehend, wie politische Macht ausgeübt wird. Wer in Saudiarabien einen Dialog über eine Demokratisierung des Staates und der Gesellschaft führen will, oder über religiöse und moralische Fragen, wird sich nicht auf dem Podium einer Diskussionsrunde wiederfinden, sondern relativ rasch auf der Anklagebank eines Gerichtssaals.
Die Werte Religionsfreiheit oder Trennung von Staat und Religion haben in Saudiarabien keinen Platz. Als einzige Auslegung des Islam wird die des radikalen Wahhabismus akzeptiert. Ein Blick in das Strafgesetzbuch wirkt wie eine Fahrt in der Geisterbahn, angesichts all der staatlich sanktionierten schweren Übergriffe gegen die körperliche Unversehrtheit von Verurteilten. Und Saudiarabiens bisheriger Beitrag zur Demokratiebewegung in der arabischen Welt war der Einmarsch saudischer Truppen in Bahrain – um die Proteste in dem Nachbarland gemeinsam mit Bahrains Regime niederzuschlagen.
Es galt schon fast als politische Sensation, als vor wenigen Tagen zum zweiten Mal in der Geschichte Saudiarabiens eine Wahl abgehalten wurde. Freilich durfte die Bevölkerung nur über ihre Vertreter auf kommunaler Ebene abstimmen, denn die unumschränkte Macht des Königshauses ist sakrosankt. Frauen waren vom Urnengang ohnehin gleich ausgeschlossen, erst 2015 sollen sie sich erstmals an einer Wahl beteiligen dürfen. Das hat ihnen nun König Abdullah zugestanden. Und gleichsam in einem Anfall grenzenlosen Großmuts hat der Monarch nun auch eine Frau begnadigt, die zu zehn Peitschenhieben verurteilt worden war. Ihr „Verbrechen“: Sie hat ein Auto gelenkt, und das ist Frauen in Saudiarabien verboten.
Abdullah angesichts dieser zaghaften Schritte als Reformer darzustellen wäre vermessen. Mag sein, dass der König im eigenen Land unter dem Druck radikaler und konservativer Kreise steht. Er ist aber eine zentrale Größe im autokratischen Herrschaftssystem. Dass der „Dialog“, der in dem von Abdullah initiierten Zentrum in Wien geführt werden soll, auch bis in das Königreich am Golf ausstrahlt, darf bezweifelt werden. Und wie ernst es den saudischen Machthabern mit dem Dialog ist, muss abgewartet werden. In den vergangenen Jahren hat man von Saudiarabien über diverse Organisationen vor allem versucht, Wahhabismus zu exportieren – bis nach Südosteuropa –, und diverse radikale Gruppen unterstützt. Die USA und die Europäer drückten dabei meist alle Augen zu, denn das saudische Königshaus ist ein wichtiger Verbündeter.
Österreichs Regierung scheint jedoch auf einen Erfolg des „Dialogzentrums“ zu hoffen – immerhin unterstützt sie ja das Projekt. Erstaunlich ist freilich schon, dass die österreichische Politik bei ihrem „Dialog mit dem Islam“ ausgerechnet auf einen Pakt mit wirklich radikalen Kräften setzt – und zwar zu einem Zeitpunkt, zu dem Migranten mit muslimischem Background in der öffentlichen Diskussion zu Unrecht Gefahr laufen, pauschal als Extremisten verunglimpft zu werden.

Aber vielleicht könnte man das „Dialogzentrum“ ja zum Ausgangspunkt für eine viel umfangreichere Diskussion mit dem saudischen Herrscherhaus machen. Eine Diskussion, in der alle bekräftigen, dass Dialog den Respekt vor unterschiedlichen Kulturen und Weltbildern bedeutet – seien sie muslimisch, christlich, agnostisch oder wie auch immer geprägt. Und dass die Grenze der Toleranz dort erreicht ist, wo Menschenrechte verletzt werden. Denn die können in keinem Dialog der Welt wegdiskutiert werden.
© DiePresse.com





Gedenken an Herrn Martin Humer

3 08 2011

Er starb am Sonntag, dem 31. Juli 2011. Mit ihm verlieren wir einen großen Kämpfer für das Leben und die christlichen Werte. Er hatte den Mut, die volkszerstörerischen Angriffe wie Abtreibung, Pornographie und gotteslästerliche „Kunst“ anzuprangern. Dafür musste er Rufmord und üble Nachrede bis über den Tod hinaus in Kauf nehmen.
Auch wenn die veröffentlichte Meinung kaum ein gutes Haar an ihm lässt, gibt es viele Menschen, die seinen Mut, seinen Humor und seine Charakterfestigkeit schätzen und ihm dafür sehr dankbar sind.
Herr, gib ihm die ewige Ruhe!





Christlicher Glaube und Esoterik

30 04 2011

Herzliche Einladung zu einem
Vortrag mit Pater Dr. CLEMENS PILAR
am Mittwoch, 25. Mai • 19:00 – 20:30
Im Kursaal 4713 Gallspach Hauptplatz 8

Esoterisches Gedankengut hat längst Einzug in unseren Alltag gefunden und ist für viele selbstverständlich, z.B. das Horoskop in Zeitschriften, Bachblüten, Kinesiologie oder Reiki sind beliebt und begehrt, auch bei Christen.
Pater Clemens, der sich seit mehr als 20 Jahren mit Esoterik, New Age und alternativer Medizin befasst, möchte in seinem spannenden Vortrag nicht verurteilen, sondern aufklären und wertvolle Orientierungshilfe bieten.

Siehe Einladung





Dr. Christa Meves kommt nach OÖ

26 03 2011

Am Freitag, dem 1. April 2011 ist sie bei Fam. Schachreiter
in 4901 Ottnang, Kreuth 5.

Thema: Maria und Josef als Vorbilder für die Moderne!

18:30 Christa Meves signiert ihre Bücher
19:00 Gebetszeit
19:30 Uhr: Vortrag

Am Samstag, dem 2. April 2011 spricht sie zum Thema

SOS! – Die Familie retten heißt Europa bewahren

um 19:30 im Kursaal in Gallspach 4713 Hauptplatz 8.

Christa Meves, geb. 1925. Studium der Germanistik, Geografie und Philosophie an den Universitäten Breslau und Kiel. Staatsexamen in Hamburg, dort zusätzliches Studium der Psychologie. Fachausbildung an den Psychotherapeutischen Instituten in Hannover und Göttingen. Freipraktizierende Kinder- und Jugendpsychotherapeutin in Uelzen, Arztfrau und Mutter zweier Töchter, sechs Enkel. 1987 Konversion zum katholischen Glauben. Von 1978 bis 2006 Mitherausgeberin der Wochenzeitung „Rheinischer Merkur“.
Bisher 110 Buchpublikationen, Übersetzungen in 13 Sprachen.





SOS! – Die Familie retten heißt Europa bewahren

26 02 2011

Frau Dr. Christa Meves spricht am Samstag, dem 2. April 2011 um 19:30 im Kursaal in 4713 Gallspach, Hauptplatz 8, über dieses Thema.

„Wir müssen mit Leidenschaft neu das Glück der Jungen wollen!“
So eine Aufforderung der bekannten Psychologin und Autorin, die auf viele Jahrzehnte Praxiserfahrung zurückblicken kann und in diesem spannenden Vortrag Wege aufzeigen wird, wie wir Bedingungen schaffen können, um die Zukunft unserer Familien zu sichern. Sie führt dabei den Nachweis, dass Umwelteinflüsse, vor allem in der frühen Kindheit, den Charakter massiv beeinträchtigen können.
In jüngster Zeit werden diese Erfahrungen auch von der Hirn- und Hormonforschung nachhaltig bestätigt.
Die Stabilität der Lebensleistung wird in der Phase der Entwicklung des Gehirns während der ersten Lebensjahre erwirkt oder gemindert. Ur-natürliche Lebensbedürfnisse wie Nahrungs- Bindungs- und Selbsterhaltungstrieb sind unerlässliche Voraussetzungen für die optimale Bildbarkeit des Schulkindes. Die Entfaltung zur Menschlichkeit hat also emotionale Bedingungen in der Kindheit. Die Kultivierung des Menschen ist von solchen Vorgaben abhängig und fordert zum Umdenken heraus.

Einladung





Euthanasie wieder im Vormarsch?

5 01 2011

In den Medien herrscht derzeit große Empörung über ein Gräberfeld in Tirol. Dieses stammt wahrscheinlich aus dem „Euthanasie“-Programm der NS-Zeit. Damals wurden Menschen von ihrem „unwerten Leben“ erlöst.

Weniger medialen Lärm gibt es um die aktive Sterbehilfe (Euthanasie),
die uns in zunehmendem Maße als erstrebenswert hingestellt wird.
Sollen alte und schwer kranke Menschen heute auch von ihren Leiden „erlöst“ werden?

Ganz verschwiegen wird die Tötung der Kinder im Mutterleib.
Unerwünschter Nachwuchs wird in großem Stil umgebracht.
Viele Ungeborene sind Opfer der vorgeburtlichen Diagnostik,
weil sie der gängigen Norm nicht entsprechen.

Beginnt sich jetzt die unselige Nazi-Ära zu wiederholen?

Sehen wir dabei untätig zu? Wie viel Zeit haben wir noch?

Sind wir bereit, unsere Stimme zu erheben, um das Leben zu schützen?





Tag der „Unschuldigen Kinder“

27 12 2010

Am 28. Dezember gedenken wir der „Unschuldigen Kinder“, die König Herodes vor zweitausend Jahren in Betlehem töten ließ (Mt 2, 16-18).
Beten wir besonders in diesen Tagen, dass der dauernde Kindermord an den Ungeborenen in unserer Zeit endlich aufhört. Bitten wir für alle Beteiligten, dass sie den unschätzbaren Wert des Lebens erkennen. Mögen auch die verantwortlichen Politiker diese menschenverachtenden Gesetze wieder ändern.





Weltgebetsvigil für den Schutz des Lebens

27 11 2010

Papst Benedikt XVI. ruft die gesamte Kirche auf, heute an der Weltgebetsvigil für den Schutz des Lebens teilzunehmen. Der Heilige Vater hat zum ersten Mal in der Geschichte die gesamte katholische Kirche gebeten, sich zu einem liturgischen Ereignis zu versammeln, um für unsere ungeborenen Geschwister zu beten, die weltweit durch Abtreibung und andere Angriffe einer Kultur des Todes bedroht sind.
Auch Human Life International (HLI), die größte Lebensschutzorganisation der Welt, bittet in einem Appell alle Lebensschützer, dies ebenso zu tun. “Wir erkennen mit dem Heiligen Vater, daß die weltweit sich beschleunigenden Angriffe gegen das menschliche Leben ihre eigentliche Ursache im Bösen haben. Deshalb ist die stärkste Antwort, die wir geben können, das Gebet. Unsere starke Antwort ist es, daß wir gemeinsam in Einheit für das Ende dieses Angriffs, für das Ende der Abtreibung beten. Das Gebet ist die einzige Macht, die die Pläne jener Macht, die hinter der Kultur des Todes steckt, vereiteln kann. Deshalb sind wir dankbar, uns in diesem historischen Ereignis im Gebet mit dem Heiligen Vater vereinigen zu können“, sagte Msgr. Ignacio Barreiro-Carámbula, der Interim-Vorsitzende von HLI.





Erfolg im Europarat

8 10 2010

Der Europarat lehnt nach kontroverser Debatte ein allgemeines Recht auf Abtreibung, künstliche Befruchtung und Sterbehilfe ab.

Straßburg – „Kein Arzt oder Krankenhaus, die eine Abtreibung oder Sterbehilfe ablehnen, sollen dafür zur Verantwortung gezogen werden“, hieß es in einer Entschließung, die die parlamentarische Versammlung am Donnerstag in Straßburg mehrheitlich verabschiedete.

Die britische Sozialistin und Berichterstatterin Christine McCafferty nannte das Votum eine „Schande“ für den Europarat, es stehe im Widerspruch zu den Rechten von Frauen. Sie bedauerte, dass ihr Bericht in sein Gegenteil verkehrt worden sei. Sie hatte darin gefordert, dass alle Frauen, die dies wünschten, auch Zugang zu einer Abtreibung haben dürften. Besonders Frauen mit geringem Einkommen und in ländlichen Gebieten hätten Schwierigkeiten, einen Arzt zu finden, der bereit sei, eine Schwangerschaft abzubrechen.

Stattdessen haben die Abgeordneten aus den 47 Europaratsländern das Recht von Ärzten bekräftigt, aus Gewissensgründen bestimmte Behandlungen abzulehnen. Im Vorfeld der Debatte haben zahlreiche kirchliche und andere Vereinigungen für den Schutz des Lebens plädiert und gegen diesen Bericht protestiert. (APA/dpa)

In http://schreibfreiheit.eu/2010/09/17/europarats-ausschuss-will-arztliche-gewissensfreiheit-einschranken/
habe ich am 17.9. eine von vielen Initiativen gestartet, sich an die Abgeordneten zu wenden und gegen die geplante, uneingeschränkte Ausweitung der Abtreibung und Sterbehilfe zu protestieren.
Danke, dass sich so viele daran beteiligt haben. Man sieht, dass es sinnvoll ist, sich gegen unchristliche Vorhaben zu wehren.
Bringen wir auch in Zukunft den Mut dazu auf! Es lohnt sich!
Dr. Manfred Zethofer





Europarats-Ausschuss will ärztliche Gewissensfreiheit einschränken

17 09 2010

Das Deutsche Ärzteblatt berichtet, dass ein Ausschuss der Parlamentarischen Versammlung des Europarates Regeln für Ärzte festschreiben will, die eine Behandlung aus Gewissensgründen verweigern. „Es müsse ein Gleichgewicht zwischen dem persönlichen Recht auf Gewissensentscheidungen und dem Recht der Patienten auf die gesetzlich zulässige Versorgung in angemessener Frist geben“, heißt es in dem in Straßburg veröffentlichten Entschließungsentwurf. Vor allem bei Schwangerschaftsabbruch und Sterbehilfe kommt es immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Ärzten und Patienten.
In dem Entwurf des Appells an die 47 Europarats-Mitgliedstaaten heißt es, die Mediziner sollten verpflichtet werden, unter Umständen ihre Gewissensgründe zurückzustellen. Das Recht auf Gewissensentscheidung solle den Medizinern nur im konkreten Einzelfall zustehen, nicht aber für öffentliche und staatliche Einrichtungen wie etwa Kliniken gelten…

Der im Gesundheitsausschuss der Parlamentarischen Versammlung verabschiedete Entwurf soll im Herbst im Plenum der Europarats-Parlamentarier beraten werden.

Der Arzt kann dann gezwungen werden, Schwangerschaftsabbrüche bzw. Sterbehilfe auch gegen sein Gewissen und gegen den Hippokratischen Eid durchzuführen. Dieser lautet:“…Ich werde ärztliche Verordnungen treffen zum Nutzen der Kranken nach meiner Fähigkeit und meinem Urteil, hüten aber werde ich mich davor, sie zum Schaden und in unrechter Weise anzuwenden. Auch werde ich niemandem ein tödliches Gift geben, auch nicht wenn ich darum gebeten werde, und ich werde auch niemanden dabei beraten; auch werde ich keiner Frau ein Abtreibungsmittel geben“.

Bitte nehmen SIE Einfluss auf IHRE Politiker und Geistlichen, dass dieser Entwurf des Gesundheitsausschusses keine Mehrheit findet!!

Dr. Manfred Zethofer, FA für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/41685/
http://www.imabe.org/index.php?id=1427








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