Gesamtschule zum Scheitern verurteilt

2 02 2012

Gemeinsame Schule: „Es gibt Kinder, die begabter sind“

 

Schuldirektorin Isabella Zins spricht im Interview mit der „Presse“
über das unterschiedliche Schülerniveau in Niederösterreich und Wien -
und das Kleingedruckte im Androsch-Volksbegehren.

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Die Presse:
Sie sind Direktorin des Oberstufengymnasiums in Mistelbach, Niederösterreich, in das Hauptschüler und Schüler aus der AHS-Unterstufe kommen. Wie schaut es da mit dem Niveau aus?

Isabella Zins: Wir bieten verschiedene Schwerpunkte, da kommen auch Gymnasiasten, etwa ein Viertel bis ein Drittel. Das Niveau der Hauptschüler ist sehr unterschiedlich. Unter den Spitzenhauptschülern sind ganz tolle Leute mit lauter „Sehr gut“ aus der ersten Leistungsgruppe der Hauptschule, die können bei uns nahtlos anschließen. Dennoch haben wir in den vergangenen Jahren verstärkt Probleme: Es kommen Schüler mit relativ guten Zeugnissen. Dann stellt sich jedoch heraus, dass die Nahtstelle doch nicht so ganz leicht zu überspringen ist.

Kommen diese Schüler aus sozial schwachen Familien oder aus Migrantenfamilien?

Migranten sind vereinzelt auch dabei, aber nicht in großer Zahl. Es ist ein Querschnitt durch die Bevölkerung, es sind auch einzelne Akademikerkinder dabei. Das Niveau ist ziemlich unterschiedlich, vereinzelt haben wir Kinder aus dem Wiener Raum, aus der Kooperativen Mittelschule (der Wiener Hauptschule, Anm.), und die sind oft wirklich arm, weil sie mit guten Zeugnissen kommen und dennoch meist im ersten Jahr scheitern oder das erste Jahr wiederholen und sich weiterwursteln.

Woran kann das liegen?

Weil in Wien ein hoher Prozentsatz ins Gymnasium geht. Bei uns auf dem Land sind es maximal 25 Prozent, in Wien sind es fast 50 Prozent. Da bleibt natürlich in den Kooperativen Mittelschulen ein Niveau übrig, bei dem die relativ Besten doch ein gutes Zeugnis bekommen, obwohl die Leistungen nicht entsprechen. Ein Gradmesser sind für mich die Bildungsstandards, die es übungshalber bereits gibt. Wenn man mit diesen Bildungsstandards die Schülerinnen und Schüler in den Hauptgegenständen überprüft, ohne Noten zu geben, dann sieht man, dass sie nicht erfüllt werden. Und trotzdem haben diese Schüler dann Einser und Zweier in ihrem Zeugnis.

Wahrscheinlich, weil es in Wien keine Leistungsgruppen gibt.

Das ist sicher ein Manko. Ich habe diese Sorge auch bei der Neuen Mittelschule. Sie bedeutet zwar sicher eine Aufwertung der Hauptschulen. Aber – und das weiß ich aus vielen Gesprächen mit Hauptschullehrern – es gibt die Sorge, ob nach einer Umstellung eine Begabtenförderung an den Hauptschulen noch so möglich sein wird wie jetzt in der ersten Leistungsgruppe.

Derzeit sprechen alle von einer Bildungsreform. Wo sollte unser Schulsystem reformiert werden?

Das System ist nicht krank.
Aber man hat es in den letzten Jahren ziemlich geschwächt,
etwa durch Ressourcenknappheit. Es reden zwar immer alle
von Schulautonomie, ich habe aber nur ein minimales
Kontingent an Förderkursen, für Schwache wie auch für Begabte.
Über das ganze Schuljahr verteilt kann ich nur 14 Miniförderkurse anbieten.

In welche Richtung soll eine Schulreform gehen?

Man soll den Standorten Autonomie in einem positiven Sinne lassen, sodass man zum Beispiel entscheiden kann, wo ein Zweitlehrer angebracht ist. Und man soll in der Oberstufe auch die Klassenschülerhöchstzahl senken, wir haben oft noch bis zu 36. Das ist die tolerierte Überschreitung um 20 Prozent. In Deutsch habe ich dann 33 Schüler, vom tollen Aufsatzschreiber bis zu dem, der keinen geraden Satz zustande bringt.

Sie lehnen das Androsch-Bildungsvolksbegehren strikt ab. Warum?

Weil es mir viel zu schwammig ist, weil sich einige Dinge darin verstecken, die ich absolut ablehne, wie etwa die gemeinsame Schule aller bis zum Ende der Schulpflicht. Da würde bei Kindern mit einem höheren Potenzial immens viel verloren gehen. Es gibt einfach Kinder, die schneller und begabter sind als andere. Ich verstehe nicht, warum man alle mit Gewalt in einen Topf wirft und glaubt, dass dadurch die Schwachen gewinnen. Studien aus Deutschland zeigen, dass die Einheitsschule den Schwachen nicht hilft, die Guten aber gebremst werden. Es funktioniert auch innerhalb der Klasse nicht, weil die Schwachen merken, dass sie schwach sind. Und dann kommen auch disziplinäre Probleme dazu, die verschwiegen werden.

Androsch hat zuletzt knapp 52.000 Unterstützungserklärungen für sein Bildungsvolksbegehren vorgelegt.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Leute, die unterschreiben, wirklich wissen, was drinnensteht. Mich wundert der Zuspruch nicht, wenn so massiv dafür geworben wird. In Mistelbach etwa steht zum Beispiel an jedem Samstag ein SPÖ-Stand auf dem Hauptplatz, bei dem die Leute aufgefordert werden zu unterschreiben. Da werden Leute geködert, die keine Ahnung haben, was drinnensteht. Einige Forderungen wie etwa mehr Wertschätzung für den Lehrberuf und mehr Förderung für die Kinder, die kann jeder unterschreiben, aber beim Kleingedruckten wie der gemeinsamen Schule bis 15 haben wohl sehr viele keine Ahnung.

Isabella Zins ist seit 1985 AHS-Lehrerin für Deutsch und Latein,
seit 2007 Direktorin am BORG Mistelbach in Niederösterreich.
Die Lehrergewerkschafterin ist ÖVP-Stadträtin und sitzt im
Vorstand der Bildungsplattform „Leistung und Vielfalt“,
die sich als Gegengewicht zum Bildungsvolksbegehren
von Hannes Androsch versteht.

 

Original („Die Presse“, Print-Ausgabe, 25.07.2011)

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Weitere Hinweise:

Schülerbegehren.at

Erfahrungsbericht Hauptschule – ein Idealist packt aus

Ein paar Fragen zur Gesamtschule

 Bildungswunder am Land





Weihnachten wird in Bethlehem entschieden

22 12 2011

Das Rennen um die letzten Geschenke hat begonnen, die Vorweihnachtszeit hat ihren Höhepunkt erreicht: Fleißig sorgen die Menschen in Deutschland dafür, dass die Geschäfte gut laufen und bis zum Heiligabend die Kassen klingeln. Und dann beginnt der Wettstreit: Wer hat das schönste, billigste und effektivste Präsent gekauft?

Um diese Frage schon heute leichter zu beantworten, prangern seit Wochen in Weihnachts- und „Media Markt“-Rot überdimensionale Plakate an Säulen, Wänden und Bushaltestellen.

Nachdem die „Ich bin doch nicht blöd“-Werbung bis heute vielen in den Köpfen geblieben ist, setzte man nun auf erneute Provokation. So rasch und flächendeckend, wie man die Menschen mit dem markanten und wiederzuerkennenden Design an allen Ecken und Straßenzügen überdeckt hat, so deutlich wird, wie schwer es dem „Media Markt“ und vielen in unserer kurzlebigen Zeit mit dem „Warten“, dem Erwarten der Ankunft Jesu im Advent, fällt. Die multimediale Kaufhauskette für Elektro- und Digitalgeräte aller Art hat die Winterzeit zum Kräftemessen mit seinen Konkurrenten genutzt – und das auf dem Rücken von christlichen Werten, Gefühlen und Traditionen:

„Weihnachten wird unterm Baum entschieden“, so steht es in großen Lettern, auch im Fernsehen präsentiert man sich mit diesem Spot. In seiner Selbstüberheblichkeit beansprucht „Media Markt“, alle anderen Geschenke ausstechen zu können – und damit im Wettbewerb Sieger über die Verkäufer zu sein, die aus seiner Sicht nicht den ersten Platz verdient haben. Dass der einzige Sieger des Weihnachtsfestes allerdings im Stall von Bethlehem geboren wurde, bleibt den auf Kommerz orientierten Verantwortlichen des Unternehmens ebenso verschlossen wie der Umstand, dass Weihnachten nicht der Moment des Kampfes um das Beste, Schönste und Preiswerteste ist. Weihnachten bedeutet Armut und Abweisung, Not und Angst in einem Stall. Das Licht in diesen dunklen Tagen bringt nicht das funkelnde Handy oder der leuchtende Flachbildschirm – Jesus Christus erhellt unsere Welt als Hoffnungsträger für Frieden und Gerechtigkeit.

T. Faix fragt in einem Buch, ob Jesus bei „IKEA“ einkaufen würde. Und nein, Jesus würde sicher auch nicht beim „Media Markt“ einkaufen. Seine Geburt ist die Entscheidung über die Erlösung, ist der so scheinbar zarte Neubeginn, der auf Gnade hinausläuft. Hierzu braucht niemand die Geschenke unterm Baum, sondern den Glauben daran, dass wir durch sein Erscheinen nicht verloren sind und hingeführt werden zu einem ewigen Leben, das alles Geschenkpapier und Schleifen, jeden Staubsauger und DVD-Player überdauern wird.

Manche Kommentatoren kritisierten auch die Nutzung des Futurs im Werbeslogan. Doch das Christfest ist nicht ein Ereignis, was man auf die Zeit von vor über 2000 Jahren zurückschieben und dort abstellen kann. Nein, entschieden wird auch heute noch – das mag der einzig richtige Satzteil der „Media Markt“-Promoter gewesen sein. Immer wieder neu bringt Weihnachten uns die Zuversicht auf den Augenblick, dass Jesus zurück in unser Leben kommt. Hineingeboren in unsere Probleme und Schwierigkeiten des Alltäglichen, kann er Halt geben und Mut machen, dass aus Krippe und Stroh die Erlösung erwächst. Mit dem Winzigen und Unerwartbaren findet Gott in unsere Mitte und macht uns deutlich, wie zerbrechlich wir sein können. Gott ist zu uns gekommen, um uns seine Liebe nahe zu bringen – indem er seinen Sohn schickt, einen wie uns. Er macht das Christfest damit zu einem Öffnen der Herzen, zum Empfangen seines Geistes, der uns anrührt und uns spürbar werden lässt, was Befreiung von Sünden wirklich bedeuten kann.

Dass es für den „Media Markt“ nicht zu mehr reicht als zur überhöhten Sehnsucht nach Aufmerksamkeit und Wettbewerbsgewinn, das mag zu Weihnachten besonders aufstoßen. Und doch ist es ein Spiegelbild einer Gesellschaft, die es nicht leicht hat, zum Christfest ruhig zu werden. Leistung, Druck und Erfolg plagen bis zuletzt – vielleicht bei vielen wirklich mit der einzigen Freude, schließlich doch das Passendste unter den Baum gelegt zu haben. Und so will man dieser Tage nicht nur den Machern im „Media Markt“ die Frage von Hermann Claudius von 1939 stellen: „Wißt ihr noch, wie es geschehen?“ (Evangelisches Gesangbuch Nr. 52). Und gleichzeitig empfehlen: Statt dem gierigen Wunsch nach astronomischen Höhen des Gewinns reicht schon ein bescheidener Blick in Richtung des Himmels, zum Stern von Bethlehem…

 von Dennis Riehle





Abtreibungs-Maschinerie: Perversion einer gesellschaftlichen Gleichgültigkeit

1 12 2011

Es braucht keine Meldungen wie diese, um sich der dramatischen Entwicklungen um die Gleichgültigkeit des ungeborenen Lebens bewusst zu werden: Nachdem in Australien bei einem Zwilling im Mutterleib schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen festgestellt wurden und die Gefahr einer Fehlgeburt stieg, entschieden sich Ärzte und Eltern, das eine Kind abzutreiben, das zweite retten zu wollen. Wahrscheinlich im Trubel der unzähligen Schwangerschaftsabbrüche passierte den Medizinern ein Fehler, den man als „menschlich“ bezeichnen könnte – wenn er nicht eindrücklich belegen würde, was uns unsere Kinder heute noch wert sind.

„Aus Versehen“ trieben die Ärzte den falschen Zwilling, den gesunden, ab. Sie hatten offenbar die beiden Kinder lediglich vertauscht, sodass es zur Katastrophe kam. Man mag diesen Medizinern Fahrlässigkeit vorhalten und ihnen keine Absicht unterstellen wollen. Doch wie kann solch ein Vorfall passieren, wenn er nicht schon zur Routine geworden ist, bei dem aus Gedankenlosigkeit oder Stress heraus Unglücke geschehen? Eine Abtreibung in der 32. Schwangerschaftswoche stellt unabhängig von der zusätzlichen gesundheitlichen Gefährdung für Kind und Mutter ein besonderes Risiko dar, das es von medizinischer Seite durch besondere Aufmerksamkeit zu verringern gilt.

Gleichzeitig scheint es nicht verwunderlich, dass solche verheerenden Situationen eintreten. In den Ländern der modernen Welt boomt die „Industrie“ der Abtreibungen mit tausenden von Eingriffen jeden Tag. Man weiß nicht, ob man mit den Ärzten, die täglich Kindern das Leben verwehren, mitleidig sein soll – viel eher steigt die Vermutung, dass bei manchen der wahre Geschäftssinn dahinter steckt. Und so wird aus heranwachsenden Babys nur noch ein „Zellklumpen“, um den man sich wohl weniger Sorgen bei der Abtreibung macht, als würde man ihn als „Leben“ ansehen.

Der Vorfall mag ein „bedauerlicher Einzelfall“ sein, wie es in solchen Momenten stets heißt. Doch er steht exemplarisch für die Perversion einer gesellschaftlichen Gleichgültigkeit gegenüber dem Wert des Ungeborenen. Jeder mag mit der betroffenen Frau aus Australien mitfühlen können, die um ihre eigene Gesundheit und um die der beiden Zwillinge bangt. Zweifelsohne sind solche Situationen die schwierigsten, in denen man keine einfache Antwort auf die Frage nach einem Schwangerschaftsabbruch geben kann. Hier spielen begründete Argumente eine Rolle, die Not ist nachvollziehbar, das Ringen wir spürbar.

Doch das ist nicht der Alltag. Viel eher erleben wir heute immer wieder neu, wie täglich Abtreibungen vorgenommen werden, für die es keine Rechtfertigung geben kann. Soziale oder finanzielle Schwierigkeiten werden genannt, das Kind werde nicht in einer behüteten und umsorgten Umgebung aufwachsen können. Ängste von werdenden Müttern, oftmals selbst noch jung, spielen eine Rolle. Und gleichzeitig ist es die Überforderung oder die fehlende Weitsicht für die Verantwortung, an die bei einem raschen Seitensprung in der letzten Nacht gar nicht gedacht hat. Kinder zu bekommen, das ist Herausforderung und Glück, Aufgabe und Geschenk gleichzeitig. Und doch wollen viele Mütter nur das Eine: Den Abbruch der Schwangerschaft auf Grundlage kurz entschlossener Panik.

Niemand wird verneinen, dass es zahlreiche Mütter gibt, die sich ihre Entscheidung schwer machen. Sie suchen Beratung und Begleitung, Seelsorge und Aufklärung. Und wie oft konnte dadurch schon verhindert werden, dass ein ungeborenes Leben einer Maschinerie aus Mainstream, der die Eigenbestimmung der Frau unverantwortlich so interpretiert, dass werdende Mütter von all ihren Verpflichtungen freigesprochen werden, und einer Welt aus vielen Medizinern, die Abtreibungen zu ihrem „Business“ erklärt haben, zum Opfer fällt.

Doch es ist nicht die Meinung, der Antrieb der Einzelnen. Schwangerschaftsabbrüche sind ein in der Gesellschaft tabuisiertes Thema, das selbst bei schrecklichen Meldungen, wie der oben genannten, von den Medien und dem politischen Diskurs totgeschwiegen werden. Da rettet man sich mit Fristen und dem Zwang zur Beratung, um den Frauen ihren Schritt zur Abtreibung schwerer zu machen. Und doch wissen die meisten Verantwortlichen von den verheerenden Auswirkungen, die Schwangerschaftsabbrüche mit sich bringen können. Von Identitätskrisen bis zu Depressionen reicht die Palette an Folgen für die Frauen, die sich zu einer Abtreibung entschlossen haben.

Die Konfrontation mit der Realität ist hart – und doch könnte sicher manche werdende Mutter in ihrem Denken umgestimmt werden, wenn sie auch um die Konsequenzen für die eigene Psyche und ihren Körper wüsste. Und gleichzeitig könnten wir uns für die Frauen mehr Zeit nehmen, die wirklich um ihr Kind bangen und in echten Zwickmühlen stecken. Ihnen den Wert von behinderten Kindern zu verdeutlichen, die Alternativen zur Abtreibung wie Adoption oder die Unterstützung durch die vielen tätigen Organisationen zuzusichern oder letztlich einfach die Gelegenheit geben, mit den Gefühlen und Befürchtungen ernst genommen zu werden – solche Angebote sind wahrlich segensreich. Und Anlässe wie der im Eingang genannte sollten alle erneut ins Zweifeln kommen lassen, die Schwangerschaftsabbrüche als „Errungenschaft gelungener Partizipation“ verherrlichen.

Dennis Riehle





Relativismus – die praktischen Folgen

18 11 2011

Unser Glaube setzt sich entschieden der Resignation, einer Haltung der Beliebigkeit gegenüber der Wahrheit entgegen.
Diese Resignation ist eigentlich der Kern der Krise Europas.

Familien

Wie schön ist es doch, wenn wir ein eine gute Familie kommen:
Die Eltern lieben einander in guten und auch in weniger guten Tagen und sind einander treu. Wenn es Unstimmigkeiten gibt, suchen sie die Versöhnung, indem sie die Schuld nicht nur dem anderen Partner geben, sondern auch sich selber gegenüber kritisch sind. Die Kinder wachsen in einer Atmosphäre der liebevollen Geborgenheit auf, können sich immer auf die Eltern verlassen und werden stark für ihr selbständiges Leben. Solche Familien ziehen auch die Freunde der Kinder an, weil sie merken, dass hier ein guter Geist herrscht. Und der gute Geist kommt von der Bindung an Gott und seine Schöpfungsordnung.

Wie traurig stimmt es dagegen, wenn wir beobachten, wie sich Familien und Beziehungen auflösen. Die Abwendung von der Religion führt oft zum Zerfall der Ehe, das Nest für die Kinder löst sich auf. Die Folgen sind oft Absturz in der Schule, Ängste der Kinder, Abgleiten in verschieden Süchte, Traurigkeit und Depressionen bei den Eltern.

Die „freie Liebe“ klingt zwar beim ersten Hinhören positiv, entpuppt sich aber als Feind der Familie, als Zerstörer der Geborgenheit unserer Kinder. Nicht zu verstehen, dass es Menschen gibt, die einen Seitensprung als gute Sache darstellen. Das ist Relativismus pur.

Das Recht auf Leben bestimmter Menschen wird in Frage gestellt:
Ungeborene, alte, behinderte oder unheilbar kranke Menschen werden als Zellhaufen bezeichnet, mit denen die nächsten Angehörigen nach Belieben verfahren können. Der Mutterschoß hat sich zum gefährlichsten Ort der Welt entwickelt. Warum fordern so viele Menschen heute die Todesstrafe für Ungeborene? Auch das ist Relativismus pur, die Abkehr von der ewig gültigen Schöpfungsordnung Gottes.

Wirtschaft und Politik

Alle Verträge und Vereinbarungen in Wirtschaft und Politik bauen auf dem Vertrauen in den Partner auf. Wie gut ist doch das Gefühl: „Dieser Geschäftspartner wird mich sicher nicht hereinlegen.“ Wenn sich dagegen die Beteiligten nicht mehr an allgemein gültige Gesetze gebunden fühlen, wenn sie nicht mehr ehrlich sind, dann schleicht sich das Misstrauen ein. Es gilt nicht mehr unbedingtes Einhalten der allgemein gültigen Regeln, die letztlich auf göttlicher Ordnung gründen, sondern der Grundsatz: „Hauptsache nicht erwischen lassen.“ In der Politik ziehen Korruption und schrankenloser Populismus ein.

Die Auflösung der Werte vollzieht sich in drei Schritten:

Zuerst wird behauptet, alles sei relativ, es gebe keine ewig und objektiv gültigen Ordnungen. Religion und Gottesdienst werden folgerichtig für überflüssig erklärt. „Ich kann ja auch ohne Beten und Kirchengehen ein guter Mensch sein“, sagen viele unserer Zeitgenossen.

Dann lösen sich die moralischen und sittlichen Werte auf. Warum soll man noch ehrlich sein und dem Ehepartner die Treue halten? Hauptsache nicht erwischen lassen, die andern tun es doch auch, der intelligente Betrüger wird bewundert, Korruption greift um sich …..

Schließlich führen religiöser und sittlicher Niedergang auch zum wirtschaftlichen Niedergang, weil das allgegenwärtige Misstrauen die Kräfte lähmt und wir viel Zeit und Mühe aufwenden müssen, um uns vor Betrug, Lüge und Korruption zu schützen.

Ich wünsche uns allen, dass wir zu den guten Kräften gehören, die nicht Werte zerstören sondern Werte erhalten und sogar aufbauen. Dazu hilft uns eine starke und feste Bindung an Christus und seine Kirche. Es ist auch bekannt und Untersuchungen haben es vielfach bewiesen:

Religiöse Menschen leben gesünder, sind glücklicher und werden älter als Menschen, die von Religion nichts halten.

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Hinweise

Relativismus – die Krise Europas

Europas Zivilisation lebt von ihren christlichen Wurzeln

Wenn die Moral ihr Fundament verliert

Evangelium Tag für Tag

Bibel online lesen – in verschiedenen Sprachen

Gotteswort, Messtexte + Bilder + Erklärungen





Ist die Scharia „gar nicht so schlimm“…?

6 11 2011

Nach dem Umsturz in Libyen ist das Land nun auf dem Weg in Richtung Neuanfang. Die Medien blicken mit großer Zuversicht auf das, was dort kommen möge. Gar von „demokratischen Zügen“ wird gesprochen – und das „nur“, weil zumindest „faire“ Wahlen angekündigt wurden. Erst kürzlich berichtete ein Korrespondent des ZDF aus dem Land. Man wollte aufgekommenen Vorurteilen nachgehen, wonach die Scharia, das islamische Gesetz, eingeführt werden soll. Dass dies so kommen wird, haben selbst die Übergangspolitiker der Regierung festgestellt. Doch was soll man nun davon halten: Ist die Scharia ein „Rechtssystem wie jedes andere“, wie es eine hochgebildete lybische Studentin im Interview äußert? Oder wird die Zeit nach dem Diktator für einige Bevölkerungsschichten noch viel schlimmer als je zuvor?

Libyen bietet durch die große Aufmerksamkeit, die dem Land derzeit zuteilwird, ein gute Basis dafür, sich selbst ein Bild davon zu machen, was Scharia heißt. Glaubt man dem ZDF-Korrespondenten, so sind die Horrorbilder unmenschlicher Strafen in den arabischen Ländern nicht mehr zeitgemäß. Kaum noch würden die brutalen Praktiken angewandt, viel eher sei ein Großteil der Bevölkerung kritisch und gehe in der Scharia von einem gerechten Konzept aus. Schwierig wird das zu glauben, wenn man sich bewusst wird, woher die Scharia rührt. Bereits im Koran wird zu teils grenzenloser Gewalt aufgerufen – und daran orientiert sich das islamische Recht.

Scharia ist nicht mit einem freiheitlichen Rechtssystem nach unserem Verständnis zu vergleichen – immerhin ist das unserige ein weltliches, die Scharia ein religiöses. Zweifelsohne ist auch unsere Verfassung von vielen christlichen Elementen gezeichnet. Und keiner kann leugnen, dass nicht auch die Bibel über viele Kapitel Horrorgeschichten enthält. Trotzdem ist das Christentum in seiner Entwicklung so weit, dass selbst bibeltreue Christen wohl kaum mehr die grausamen Strafen fordern, die ihre „Heilige Schrift“ für manches Verbrechen vorsieht. Während dem Islam eine Phase der Aufklärung bis heute fehlt, erkennt das Christentum den symbolischen Charakter seiner Bibel. Und das macht sich auch in unserem Recht deutlich.

Frauenrechtlerinnen gehen auf die Barrikaden, wenn davon gesprochen wird, dass die Scharia heute nur noch selten mit ihrer Härte zur Anwendung komme und doch eigentlich „gar nicht so schlimm“ sei, wie es manche Bürger auf Libyens Straßen meinen. Und wie präsent das Thema „Scharia“ ist, mag man spätestens bei Forderungen erahnen, wonach in Dänemark darüber nachgedacht wird, in überwiegend von Muslimen bewohnten Regionen die Scharia als gültiges Rechtsverständnis zuzulassen. Sicher mag niemand etwas von abgehackten Händen, Peitschenhieben und Verstümmelungen wissen – doch es bringt uns wenig, wenn wir die Augen vor der Wahrheit verschließen.

Seien es Länder in Afrika oder in der sonstigen arabischen Welt: Spätestens, wenn die Menschenrechtsorganisationen dieser Erde ihre Beispiele von der Anwendung des islamischen Rechts in jedem Jahr neu präsentieren, wird deutlich, dass es sich in der Scharia nicht um ein auslaufendes Modell oder gar um Einzelfälle handelt. Und man mag Muslimen, die noch nie etwas von säkularisiertem Denken gehört haben, auch nur schwer übel nehmen, wenn sie die Aufregung um ihr Rechtssystem gar nicht verstehen. Daher scheint es auch viel schlimmer, wenn gerade westliche Staaten, die immer wieder neu auf die Einhaltung von Menschenrechten setzen – oftmals aber leider selbst im Umgang mit Todesstrafen und ähnlichem noch wenig zimperlich sind – eine innere Gelassenheit ausstrahlen, wenn es um den Vormarsch der Scharia auch in ihren Ländern geht.

Die Scharia ist mit dem christlichen und westlichen Verständnis von Recht und Gerechtigkeit nicht zu vereinbaren. Ihr totalitärer Anspruch, der sich wiederum aus den Suren des Koran ergibt, bricht alle Rechtssysteme, die ihr zuwider stehen. Solange der Islam und die muslimische Basis nicht den Weg durchschritten haben, den Christen durch die Aufklärung hinter sich haben, und ihre Religion und ihre Schriften reflektiert und exegetisch betrachten, kann auch die Scharia keine Akzeptanz in unseren Grundwerten finden. Diese Einsicht mag man auch denen wünschen, die aus Liebe zu endloser Toleranz in ihrem leichtfertigen Umgang mit dem islamischen Rechtssystem verblendet sind. Übrigens: Selbst wenn die Medien nur von wenigen Vorkommnissen berichten, ist das Blenden bis heute ein anerkanntes Standardverfahren der Selbstjustiz innerhalb der Scharia…

 von Dennis Riehle

 

 

 

 





Europa im Ansturm von Multikultur

6 10 2011

von Inge M. Thürkauf

Multikultur ist seit einigen Jahrzehnten eine gesellschaftliche Wirklichkeit in unseren europäischen Ländern. Die Gruppe der Migranten, die die multikulturelle Diskussion in der westlichen Welt nachhaltig angestoßen und zu einem zentralen Diskussionsthema ausgeweitet hat, sind die Muslime. Wir sind nicht allzu weit davon entfernt, nicht nur in den Stammländern des Islam, sondern auch im westlichen Europa von einem „real existierenden Islam“ zu sprechen. Diese neue Konstellation ist dabei, sich zu einem bedrohlichen „Kampf der Kulturen“ auszuweiten. Um dies zu verhindern, versuchen nicht wenige Politiker und auch Vertreter der Kirche, sich auf die islamische Religion, die den eigenen Glauben doch nur bereichern könne, „einzulassen“ und erträumen einen Islam, den es nicht gibt und den selbst die Muslime so nicht wollen. Aufrichtige Muslime wehren sich gegen die Behauptung, beide Glaubensrichtungen hätten ein und denselben Gott. Ihnen ist sowohl der trinitarische Gott als auch die plurale Gesellschaft ein Greuel. Es sind die Muslime selbst, die die Verniedlichungsversuche der grün-roten Linken sehr scharf widerlegen.

Auch weigern sich islamische Staaten, die im Westen geltende Menschenrechtserklärung anzuerkennen, was deutlich zeigt, daß wir es hier mit einer politischen Ideologie zu tun haben, die mit den Werten und Normen unserer westlichen Staatssysteme unvereinbar ist. Die Unkenntnis (oder besser gesagt: das Nicht-wahrhaben-wollen) der Politiker und nicht weniger Vertreter der Kirche gegenüber der Wirklichkeit dieser Kulturkreise, die sich diametral gegenüberstehen, ist verstörend. Da im Koran Anklänge aus dem Alten und Neuen Testament zu finden sind, die den Anschein geben, die beiden Glaubensrichtungen hätten Ähnlichkeiten aufzuweisen bzw. nur unwesentliche Unterschiede würden sie trennen, entsteht die irrige Meinung, wir alle würden an einen Gott glauben. Eine intensive Beschäftigung mit dem, was der Islam beinhaltet und vor allem wer die Menschen sind, die im Kulturkreis des Islam leben, ist daher erstrangig. Dabei haben wir als Christen die Pflicht, zu unterscheiden zwischen Muslimen, also den Menschen und dem Islam, d. h. dem religiös-politischen Machtsystem.

Ein wesentliches Kriterium der beiden Glaubensrichtungen ist das völlig verschiedene Gottesbild und das entsprechend unterschiedliche Menschenbild. Der Muslim sieht sein Verhältnis zu Allah ausschließlich in der Beziehung des Herrn zu seinem Knecht, zu seinem Sklaven. Der Sklave beugt sich vor seinem Herrn mit der Stirn auf den Boden. Anders die jüdisch-christliche Stellung des Geschöpfs zum Schöpfer. Sie basiert auf einer Veranschaulichung Gottes und spricht vom Angesicht Gottes: „Gott lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig“ (Numeri 6, 25f) lautet der aronitische Segen, und der im unzugänglichen Licht wohnende Gott (1.Tim 6, 16) sandte seinen Sohn, damit das Licht der Herrlichkeit Gottes sich zeige im Angesicht Jesu Christi.

Dieses konkrete bildhafte Anschauen Gottes lehnt der Muslim strikt ab. Schon gar nicht kann er Jesus als Gott anerkennen. Für ihn ist Jesus lediglich ein Geschöpf, ein Diener Allahs. Das Verhältnis des Christen zu Gott ist eine Vater-Kind-Beziehung. Auf die Bitte der Jünger hin: „Lehre uns beten“, antwortet Jesus: „So sollt ihr beten: Vater unser, der Du bist im Himmel…“ Für den Muslim ist die Anrede Vater oder Abba, was übersetzt werden kann mit Papa, Väterchen eine Blasphemie. Im Islam darf sich niemand mit der Liebe eines Kindes an Allah wenden. Sure 19,94 spricht davon, daß keiner in den Himmeln und auf Erden sich dem Erbarmer anders nahen darf, denn als Sklave.

Ein äußerst tragischer Aspekt im Islam ist der Mangel an Heilsgewißheit, auch für fromme Muslime. Da Allah allmächtig ist, schließt das mit ein, daß er völlig frei entscheiden kann, wen er am Ende annimmt und wen er verdammt. Allah, so sagt der Koran wörtlich, ist ein sehr launischer Gott, er schafft den einen im Zorn für die Hölle, den andern in einer Laune der Barmherzigkeit für die Gärten der Wonnen, für das Paradies. Nur der Martyrer kommt mit Sicherheit in die Gärten der Wonnen. Daher die erschütternde Zahl junger Menschen, die sich in einem Selbstmordkommando für den Islam opfern.

Es ist nachvollziehbar, daß ein ungewisses Lebensziel mutlos oder aggressiv macht, und es ist sehr wohl denkbar, daß die Gewaltbereitschaft der Muslime auch auf dem Hintergrund dieser Vorstellung eines Gottes wächst, der den Menschen grundlos in die Hölle verstoßen kann.





Die Familie ist der wärmste Ort gegen die Kälte dieser Welt

27 08 2011

oder

Gender Mainstreaming und das Umerziehungsprogramm von Ehe und Familie

von Inge M. Thürkauf

 Siehe auch Inge M. Thürkauf: „Löscht sie aus – die Familie“ in CIVITAS, Nr. 4, 2008 und Inge M. Thürkauf: „Der Weg des ‚neuen Menschen’ – von der biologischen Revolution zur Diktatur des Genderismus“ in MEDIZIN und IDEOLOGIE, Nr. 2/2007.

Bild: ABUS Security Tech Germany /Flickr creativ commons

Im Gästetrakt eines Benediktinerklosters weist eine kleine Tafel auf die Haus-, Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft Familie hin, so wie sie seit jeher verstanden wurde, und wie sie von den meisten Menschen auch heute noch gewünscht wird. Die Haltung der Gesellschaft im Hinblick auf den „wärmsten Ort gegen die Kälte dieser Welt“, hat sich jedoch in den letzten Jahrzehnten grundlegend geändert. Die Doppelverdiener-Ehe, alleinerziehende Mütter oder Väter, nichteheliche und homosexuelle Lebensgemeinschaften, Patchwork- und Pflegefamilien sowie die frühkindliche Fremdbetreuung haben aus der Familie einen „dynamischen Prozeß“ gemacht, der bis zur Unkenntlichkeit weiterhin im Wandel begriffen ist.

Veränderungen in Gesellschaft und Familie, wie wir sie heute erleben, haben ihre Verkünder, nur werden sie selten gehört, wie z. B. Dr. Richard Day, Professor für Kindermedizin an der Mount Sinai Medical School in New York, der im März 1969 vor 80 Medizinern der „Vereinigung Amerikanischer Kinderärzte“ in Pittsburgh unverhohlen Teile des Programms der Neuen Weltordnung[i] ausgebreitet hat. Das folgende Zitat[ii] beschreibt knapp und unmißverständlich die vorgegebene weitere „Entfaltung“ der westlichen Zivilisation:

„Es wird alles gemacht, damit die Familie nicht mehr zusammenbleibt. Die Frauen sollen arbeiten und immer mehr Menschen bleiben alleinstehend. Kinder werden als Babys bereits von der elterlichen Erziehung entfernt und politisch korrekt indoktriniert. Den jungen Mädchen wird als Vorbild nicht mehr die Familie und die Erziehung der Kinder vorgegeben, sondern sie sollen Leistung erbringen und eine ‚Karriere’ verfolgen. Mädchen wird erzählt, sie müssen genauso sein wie Jungs, und umgekehrt. Man will den geschlechtslosen Menschen, das Neutrum erzeugen. Frauen sollen maskuline Mode tragen – wie Hosen – und Männer sich immer femininer geben. Männersportarten wie Rugby oder American Football sollen verschwinden.“

Umsetzungsprogramme dieses neuen Weltsystems sind schon seit Jahrzehnten im Gange. Zunächst führten uns die New-Age-Ideologen in ein „Neues Zeitalter“. Eine Wendezeit in Bezug auf eine sinnerfüllte, humane und ganzheitliche Zukunft der Menschheit wurde uns versprochen. Viele ließen sich von dieser Traumwelt betören, sind mehr oder weniger kritiklos dem Mainstream New Age gefolgt und haben sich durch das ganze esoterische Programm der New-Age-Bewegung „dummgeglotzt“ (Alexander Kissler), so daß es immer schwieriger geworden ist, nachfolgende Gefahren zu erkennen, geschweige denn begreiflich zu machen.

Der neue Mainstream in Folge, der detailliert, akribisch und erfolgreich die Mitteilungen von Dr. Day umsetzt, nennt sich „Gender“ oder „Gender Mainstreaming“. Es ist keine Weltanschauung, Meinung oder Ideologie unter anderen, sondern eine offizielle, politische Zielsetzung, die administrativ und auf dem Weg des Gesetzes in die Politik eingedrungen ist und nun in sämtliche gesellschaftliche Bereiche hineingepreßt werden soll.

Die offizielle Definition von Gender Mainstreaming will vortäuschen, es handle sich um die Gleichbehandlung und Gleichstellung der Geschlechter. Die folgenden Ausführungen werden zeigen, daß ganz andere Ziele verfolgt werden:

In der englischen Sprache gibt es zwei Begriffe für das Wort „Geschlecht“: gender und sex.

  • Gender ist der grammatikalische Begriff zur Unterscheidung des Geschlechts eines Wortes.
  • Der Ausdruck sex ist kein Hinweis auf den sexuellen Akt, sondern bezeichnet das biologische Geschlecht von männlich und weiblich.

Wendepunkt in der politischen Strategie zur Einführung von Gender Mainstreaming war die 4. Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking, wo das Wort „sex“ ersetzt wurde durch den bis heute von den meisten Menschen kaum noch erfaßten Begriff „gender“. Diese Definition bedeutet ein gewandeltes Verständnis von Geschlecht, mehr noch, eine neue Weltanschauung, die alle Unterschiede zwischen den Geschlechtern nicht als naturgegeben, sondern als gesellschaftsbedingt versteht. Das heißt: Jede sexuelle Orientierung – heterosexuell, homosexuell, lesbisch, bisexuell und transsexuell – soll gleichwertig sein und gesellschaftliche Akzeptanz beanspruchen. Das biologische Geschlecht, also die Tatsache, daß der Mensch von Gott als Mann und als Frau geschaffen wurde, ist – den Gender-Ideologen entsprechend – nicht mehr von Belang.

Gegen diese Zumutung setzte sich die Familienallianz besagter Konferenz zur Wehr. Die Beschlüsse von Peking seien „ein direkter Angriff auf die Werte, Kulturen, Traditionen und religiösen Überzeugungen der großen Mehrheit der Weltbevölkerung sowohl in den Entwicklungsländern als auch in den Industrienationen“. Das Dokument zeige keinerlei Respekt für die Würde des Menschen, versuche die Familie zu zerstören, ignoriere die Ehe, werte die Bedeutung der Mutterschaft ab, fördere abweichende sexuelle Praktiken, sexuelle Promiskuität und Sex für Jugendliche.

Offensichtlich war der Protest der Verteidiger von Ehe und Familie gegen diesen „europäischen Unsinn“ wirkungslos, denn am 1. Mai 1999 wurde im Amsterdamer Vertrag auf EU-Ebene der Gender-Mainstreaming-Ansatz als durchgängiges „Leitprinzip und Querschnittsaufgabe“ rechtlich verbindlich festgeschrieben. Art. 2 und Art. 2 Abs.2 dieses EG-Vertrags verpflichtet die Mitgliedstaaten zu einer aktiven Gleichstellungspolitik im Sinne des Gender Mainstreaming.

Da Gender Mainstreaming ein weltweites Umerziehungsprogramm beinhaltet, muß es sich um ein politisches Konzept handeln, denn ohne die von der Politik verordneten Gesetze wird ein solches Programm nicht durchzudrücken sein. Der Grund, warum diese Begriffe und dieser Vertrag bis vor kurzem unbekannt waren, erfahren wir vom luxemburgischen Premierminister und Präsidenten der EU-Runde Jean-Claude Juncker, der 1999 unverblümt zugab: „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“[iii] Diese Vorgehensweise findet vermutlich in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft, der Politik und der Wirtschaft ihre Anwendung.

Was von Anbeginn der Menschheit als „natürlich“ und „normal“ gegolten hat, die Zuordnung als Mann und Frau, soll nun unter der Führung von tonangebenden Sexualwissenschaftlern durch Umerziehung geändert werden, die so früh wie möglich beginnen soll. Inzwischen schreckt man nicht mehr davor zurück, die Geschlechterabschaffung bereits in Kindertagesstätten und Kindergärten umzusetzen, mit entsprechender Schulung des Lehrpersonals. Der Hintergedanke dabei ist, daß ein auf diese Art umerzogenes, d.h. ge-gendertes Kind beizeiten begreifen lernt, daß es nicht nur Mann und Frau gibt, sondern daß die Palette viel bunter und reichhaltiger ist. Im bekannten Wiener Modell-Kindergarten „Fun & Care“ werden die Geschlechter von Jungen und Mädchen zunehmend und systematisch aufgeweicht, um sie letztlich gänzlich abzuschaffen. Mädchen werden mit technischen Spielzeugen bekanntgemacht und aufgefordert, Fußball zu spielen und sich gegen die Buben zur Wehr zu setzen. Den Jungs hingegen wird beigebracht, mit einer Kosmetikbox umzugehen, Prinzessinnenkleider zu tragen, Fingernägel zu lackieren, sich schön zu machen, ganz allgemein eine positive Körperwahrnehmung zu erlernen, um weicher, weiblicher zu werden. Das Ganze drängt in die Richtung, die Wahrnehmung für die verschiedenen Geschlechter, wie Homosexualität, lesbische Lebensweise, Bisexualität und Transsexualität so früh wie möglich auszubilden. Daß hierbei sexuelle Übergriffe von Kindern an Kindern nicht ausbleiben können, ist vermutlich in den Plänen der Genderisten inbegriffen. Besorgten Eltern wird beruhigend erklärt, daß die Kinder das Recht hätten, sich sexuell zu betätigen, und daß solche „Kinderspiele“ zur Entwicklung der kindlichen Persönlichkeit gehören.

Die Bemühungen der Gender-Ideologen waren von Anfang an darauf gerichtet, die sexuelle Identität im Grundgesetz zu verankern, was notgedrungen dazu führt, daß das gesamte Ehe- und Familienrecht geändert werden muß, damit Homosexuellen, Lesben, Bisexuellen und Transsexuellen eine gleichberechtigte „Ehe und Familie“ ermöglicht werden kann. Bestrebungen in dieser Richtung sind zur Zeit in Vorbereitung. Vor zehn Jahren wurde in Deutschland die sogenannte Homo-„Ehe“ eingeführt. Nun verlangt die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zusammen mit den Grünen und den Linken die Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften mit der Ehe, obwohl dies verfassungsrechtlich dem Schutz von Ehe und Familie zuwiderläuft. Außerdem – so die Homosexuellen-Organisation ILGA – soll das Adoptionsrecht für Homopaare eingeführt und den Kindern die Möglichkeit eingeräumt werden, mehr als zwei Eltern zu haben. Niemand fragt, was dies für Auswirkungen auf das Kindeswohl haben wird. Den Kindern wird mit dieser Neudefinition von Ehe und Familie das Leitbild der monogamen Ehe von einem Mann und einer Frau als Orientierung für ihr Leben immer mehr entschwinden.

Am 20. Juli 2011 berichtet die FAZ über eine Anordnung des Berliner Senators für Bildung, Jürgen Zöllner (SPD), in der bestimmt wird, daß Grundschulkinder sich ab dem 5. Lebensjahr daran gewöhnen müssen, sich an der sexuellen Vielfalt als Norm zu orientieren. Das bedeutet, eine aggressive Wegführung von der Vater-Mutter-Kind-Familie hin zu homosexuellen Lebensformen. Im Aufklärungsprogramm des Senators findet sich ein Bücher- und Spielekoffer, mit dem nach den Sommerferien den Grundschulen das andere Bild von „Familie“ vorgestellt werden soll. Ab der 5. Klasse sollen Kinder die einschlägigen sexuellen Begriffe in Scharaden darstellen. Eine der Geschichten aus dem Bücherkoffer schildert die Suche nach einer Prinzessin, denn der Kronprinz soll heiraten. Viele Mädchen werden ihm vorgeführt, aber keine gefällt ihm, bis die Prinzessin Liebegunde mit ihrem Bruder eintritt. Da verliebt sich der Kronprinz in den Bruder der Prinzessin. Sie heiraten und regieren gemeinsam als „König und König das Land“. So klingen die Märchen im 21. Jahrhundert.

Die Schweiz – eifrig bemüht der EU zu Diensten zu sein – hat ebenfalls ihr Umerziehungsprogramm gestartet. Durch die Schweizer Boulevard-Zeitung „Blick“ wurde die Öffentlichkeit auf das Sexualprogramm des Kantons Basel-Stadt aufmerksam. Dort wurden in 30 Schulen und Kindergärten Sex-Koffer und Boxen mit eindeutigem Inhalt verteilt: Puppe, Puzzels, Bücher und anderes „Lehrmaterial“ für Vier- bis Zehnjährige, das die erotischen Zonen der Kinder und deren Möglichkeiten der Stimulation erklärt.

Daß gerade in den letzten Monaten ein flächendeckendes Programm zur Früh-Sexualisierung von Kleinst- und Kindergartenkindern gestartet wurde, ist nicht zufällig. Ende August 2010 fand in der mexikanischen Stadt Léon Guanajuato eine Weltjugend-Konferenz statt, die mit einem sogenannten „Statement-Entwurf“ abgeschlossen wurde, dessen Inhalt in höchstem Grad als jugendgefährdend und familienfeindlich bezeichnet werden kann. Um die weltweite Abtreibungsmentalität immer mehr auszuweiten, hat der Bevölkerungsfond der Vereinten Nationen (UNFPA), unterstützt von den radikalen Feministinnen und den bekannten Abtreibungs- und Anti-Familiengruppierungen, eine globale Kampagne gestartet, um heranwachsende Mädchen zu sogenannt „selbstbestimmten Menschen“ heranzubilden und ihnen eine „erschöpfende sexuelle Erziehung“ zu gewährleisten, vor allem aber, sie für die Abtreibung zu gewinnen. Es geht bei dieser Kampagne jedoch nicht nur um die Durchsetzung der Abtreibung als Menschenrecht, sondern das letzte Ziel ist eine anti-christliche Indoktrinierung der Jugend. Diese soll nach den Vorgaben der Gender-Ideologen sexuell aufgeklärt und entsprechend erzogen werden. Die Forderungen, die in diesem 11 Seiten umfassenden Statement aufgelistet wurden, beinhalten das Recht auf Abtreibung und eine Erziehung, die sich freihält von jeglicher Religion. Wörtlich heißt es: „Die Regierungen müssen das fundamentale Recht einer religionsfreien Erziehung garantieren.“ Darüber hinaus soll Gender-Gleichheit vorgeschrieben werden, was bedeutet, daß die sexuellen Interessen der LGBT (Lesben-, Gay (gay engl. = schwul), Bisexuellen und Transsexuellen) durchzusetzen seien. Ebenso sollen die Regierungen mit den Medien und Behörden zusammenarbeiten und ihren Einfluß geltend machen, um jegliche Ablehnung und Phobie von Gender Mainstreaming zu beseitigen. Regierungen werden aufgefordert, LGBT als Teil des Spektrums von Gender-Gleichheit zu akzeptieren und sollen dafür sorgen, daß Jugendliche ihre sexuelle Identität (die sich ja nach Belieben wandeln kann) als Menschenrecht verstehen lernen. Es wird darauf gepocht, daß die Regierungen der Mitgliedstaaten diese Forderungen in ihren Ländern popularisieren.

Um diese Ziele besser bekannt zu machen und durchsetzen zu können, wurde von den Vereinten Nationen am 12. August 2010 ein „Internationales Jahr der Jugend ausgerufen, das bis Ende 2011 dauern soll. Länder, die sich gegen die Indoktrinierung ihrer Gesellschaft mit Gender Mainstreaming zur Wehr setzen, wie z. B. Ungarn, geraten unter den massiven Druck der Abtreibungslobby und der Institutionen der EU. Diese versuchen, die neue ungarische Verfassung, die sich für den Schutz des Lebens „von der Empfängnis an“ und für die monogame Ehe von Mann und Frau einsetzt, zu diskreditieren.

Der Vorstoß der Vereinten Nationen, Abtreibung weltweit durchzusetzen – und zwar durch die unerträgliche Beeinflussung heranwachsender Mädchen und junger Frauen – ist eine immense Gefahr für das Leben, für die Familie, für die Heiligkeit und die Würde des Lebens, eine Gefahr für die Erhaltung moralisch-ethischer Werte und für die Freiheit der Christen, ihren Glauben zu leben.

Der Höhepunkt des Zynismus ist jedoch der erwähnte Statement-Entwurf, der im August 2010 in Mexiko verabschiedet wurde. In unüberbietbarer Rücksichtslosigkeit werden gesundheitliche Risiken durch die propagierte zügellose sexuelle Lebensweise mit unterschiedlich praktizierten sexuellen Orientierungen ganz bewußt in Kauf genommen. Anstatt zu einer Lebensweise anzuregen, die lebensbedrohliche Krankheiten wie z. B. Aids vermeiden hilft, wird von den Regierungen verlangt, jenen, die aufgrund ihrer sexuellen Lebensweise erkranken, umfassende medizinische Dienstleistungen durch die Allgemeinheit zu garantieren.[iv]

In seiner Schrift „Athanasius und die Kirche unserer Zeit“ zitiert Bischof Rudolf Graber aus einer Geheiminstruktion aus dem Jahr 1819, in der diese Ziele klar schon zur Sprache gebracht wurden. „Schmeichelt allen Leidenschaften“, heißt es da, „den schlechtesten ebenso wie den hochherzigsten…popularisieren wir das Laster…Schafft Herzen voller Laster und ihr werdet keine Katholiken mehr haben…Laßt das Greisenalter und das reifere Alter beiseite; geht zur Jugend und wenn es möglich ist zu den Kindern.“ Diese Anweisung scheint heute ihre perfekte Anwendung gefunden zu haben.

Um den gesellschaftsverändernden Plänen die erfolgreichste Resonanz zu verschaffen, hat der Genderismus vor allem im universitären Bereich Fuß gefaßt. In akademischen Kreisen wird die Frage nach dem „Geschlecht“ schon mit einer Gegenfrage beantwortet, welche lautet: Geht es um das biologische oder um das angeblich sozial konstruierte Geschlecht, also geht es um „Gender“? „Gender-Studies“ ist eine neue Disziplin, die sich in den Universitäten schon längst etabliert hat. Darüber hinaus ist sie das einzige Fach, das sich über ein ungebrochenes Stellenwachstum freut. Eine von der Gender-Theorie unabhängige Geschlechterforschung existiert nicht, denn Kritiker der Gender-Ideologie haben an den Universitäten keine Chance.

In allen studierbaren Fächern muß Gender integriert werden. Selbst die Studenten der Önologie (Weinbau) sollen „geschlechterspezifische Wertesysteme erkennen“ lernen. An vielen Universitäten sind solche Forderungen schon umgesetzt. Agrarwissenschaftler an der Berliner Humboldt-Universität beispielsweise können „Gender und Globalisierung“ als Wahlfach belegen. Das ist das Ergebnis „mehrjähriger Lobbyarbeit von Frauen aus Frauenbewegung und Frauenforschung“ und ihrer „fantasievollen und kämpferischen Aktionen“, wie das Netzwerk verkündet.[v]

Um dem neuen Studien-Fach „Gender“ Attraktivität und vor allem Glaubwürdigkeit zu verleihen, wurde das Fach zum Objekt „feministischer Naturwissenschaftsforschung“, m.a.W. man will wissenschaftlich beweisen, daß Gender Mainstreaming eine Wissenschaft ist, und zwar auf dem Hintergrund der Naturwissenschaft. Offensichtlich spielt es keine Rolle, daß dieses Ansinnen an den Haaren herbeigezogen ist, denn naturwissenschaftliche Beweisführung ist objektiv, weil es auf dem systematisch-reproduzierbaren Experiment beruht. Nur was systematisch-experimentell bewiesen werden kann, hat eine objektive naturwissenschaftliche Beweiskraft. Da dies in Bezug auf Gender völlig unmöglich ist, wird der Begriff „Naturwissenschaft“ schlicht und einfach umgepolt. Für die Genderisten ist Naturwissenschaft nicht mehr objektiv, sondern subjektiv. Genauso wie sie sich entschlossen haben, das „Geschlecht“ neu zu definieren, sind sie nun von der neuen Erkenntnis beseelt, eine subjektive Naturwissenschaft zu denken. Die Wissenschaftsgläubigkeit ihrer Zeitgenossen tut das übrige, sie gläubig dabei zu unterstützen.

Als Beispiel für diese „Kopernikanische Wende“ in der Geisteswissenschaft sei die Hamburger Universität genannt. Die Erziehungswissenschaftler und „Queer-Forscher“, Robin Bauer und Helen Götschel, nennen das neue „wissenschaftliche“ Feld „Gender & Science-Studies“. Das heißt, die Naturwissenschaft wird nun aus einer Geschlechter-Perspektive erforscht.[vi] Robin Bauer, Professor für „Mathematik und Gender Studies in der Mathematik“ an der Universität Hamburg, hieß bis vor einigen Jahren noch Birgit. Er hat also die Erforschung seiner sexuellen Identität und Interessen zum Beruf gemacht. Queer-Forscher befassen sich also „wissenschaftlich“ mit sich selbst, das heißt mit ihrer eigenen sexuellen Identität und ihren eigenen Praktiken und werden dabei staatlich finanziert.

Eine seiner Veröffentlichungen heißt: „Das Zwei-Geschlechter-System als Menschenrechtsverletzung“ (d. h. das Faktum der beiden Geschlechter „Mann und Frau“ verletzt die Menschenrechte). 2004 erhielt Robin Bauer eine Auszeichnung der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaft. Gewürdigt wurde das Projekt „Degendering Science“ mit dem Modul „Gender-Studies und Naturwissenschaft“ als erfolgreiche Strategie zur Überwindung von frauenspezifischen Grenzen in Forschung und Lehre in den Naturwissenschaften.

„Im Ganzen gesehen kann man sagen, daß sich in den letzten Jahren an den Universitäten ein Fach etabliert hat, das wissenschaftliche Objektivität und Rationalität gegen offen praktizierten Subjektivismus eingetauscht hat, um politisch-ideologische Ziele zu erreichen. Was muß man von einer Universitätskultur halten, die gegen diese Machtergreifung der Geisteswissenschaften keinen Widerstand leistet?“[vii]

Ziel der Gender-Ideologen ist die 50/50 Quotenregelung für Männer und Frauen für sämtliche Arbeits- und Lebensbereiche. Die Frauen müssen mit oder ohne Kinder jederzeit einer vollzeitigen Erwerbstätigkeit nachgehen. Die Männer jedoch sollen dazu bestimmt werden, 50 % der Säuglings- und Kinderpflege zu übernehmen. Die Kinderbetreuung und -pflege übernimmt der Staat. Wie verunsichert die Männer in dieser für sie fremden Zuordnung schon sind, zeigt eine von vielen Umfragen, die aber alle mehr oder weniger dasselbe Resultat ergeben. 27 % der Männer möchten die traditionelle Rolle als Verdiener und Ernährer behalten, so die Umfrage von protestantischer wie katholischer Seite. 19 % verstehen sich als sogenannte moderne Männer mit Vätermonaten zur Kinderbetreuung und erwerbstätiger Ehefrau. 24 % der Befragten bezeichnen sich als „balancierende Männer“, die die alten Rollen nicht verlassen und die neuen Rollen nicht übernehmen wollen. Der größte Teil – nämlich 30 % der Männer – nannten sich „suchend“, sie hätten sich von den klassischen Rollen verabschiedet, die neuen aber noch nicht gefunden[viii].

Die Revolution der Neuen Linken 1968 war der Wendepunkt für eine Geisteshaltung, die ernst gemacht hat mit den vorgegebenen Programmen und sich die Abschaffung der Familie, das Schleifen jeglicher Autorität, die „Befreiung“ zur Sexualität von Kindesbeinen, die Selbstverwirklichung und Befriedigung aller Bedürfnisse auf die Fahne geschrieben hat.

Das, was jetzt mit Ehe und Familie geschieht, ist der tiefste kultur-revolutionäre Eingriff der Menschheitsgeschichte. Er verändert den Menschen in einer Weise, daß er in Gefahr gerät, seine Gottesebenbildlichkeit zu vergessen. Was wird aus der Familie, aus unserer Gesellschaft, unserer Nation, unserer Kultur? Fühlt sich noch jemand zuständig?

Im September 2010 fand in Berlin ein Kongreß der AUF-Partei (Partei für Arbeit, Umwelt und Familie) statt, der sich intensiv mit dem Lebensschutz und der Familienpolitik befaßte. Zum Schluß dieses Kongresses wurde eine friedliche Kulturrevolution gefordert. Der Appell aufzuwachen, um Himmels Willen aufzuwachen, ging an alle, denen Ehe, Familie, Kinder ein tiefes Anliegen ist, denn etwas dürfte jetzt jedem klar geworden sein: während wir schliefen, „kam der Feind, und säte Unkraut“ (Mt. 13, 25).

Der Schriftsteller Johannes Grassl hat bei diesem Kongreß einen Satz geprägt, dem ich mich anschließen möchte. Er sagte: „Es ist für eine Umkehr nicht entscheidend, ob man die Mehrheit stellt. Entscheidend ist, daß Gott immer einen kleinen Überrest benutzt, um das große Ganze zu verändern.“


[i] Präsident Georg H.W. Bush, US Präsident 1989-1993 am 11. September 1990 vor dem amerikanischen Kongreß.

[ii] KOMMA, Nr. 75/2010, S. 36

[iii] SPIEGEL, Nr. 52/1999.

[iv] Quelle: C-FAM vom 11. August/8. September 2010.

[v] Handelsblatt Nr. 181 vom 19. September 2009, S. 9.

[vi]„Queer“, (dt. seltsam, sonderbar) ist eine Eigenbezeichnung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Intersexuellen, Transsexuellen, Asexuellen, also Menschen, die sich von den Heterosexuellen unterscheiden. Sie sind an vielen Universitäten, etwa in Hamburg und Göttingen, ein integrierter Teil der Gender-Studies.

[vii] Handelsblatt dito

[viii] Idea Spektrum, Nr. 32, 2010.





Börsencrash / Paris – London – Berlin brennen / Euro-Debakel

19 08 2011

Geld aus Geld verdient, ist Blasen-Geld. Die Blase muss platzen.

Geld mit Gold, Waren und Dienstleistungen hinterlegt hat Wert.

Papiere und fiktive Werte haben keinen Wert in sich.

Gierige Banken, Konzerne und Bürger und Bürgerinnen, welche ohne der Arbeit Mühe aus Geld wieder neues Geld machen wollen, sich weder dahinter noch davor die Leistung fleissiger, tüchtiger Menschen befindet, mit Schweiss hinterlegt, sind die Totengräber ihrer selbst und ihrer Mitbürger.

Staaten, welche nichts Anderes im Sinne haben, als die Gierigen zu fördern und zu stützen, Wählerstimmen durch Geldrausschmiss und Schuldenmachen und Überweisung der Schulden-Zinsen an die Zinsgierigen zu erkaufen, werden dort enden, wo alle ‘1000jährigen’ Reiche geendet haben, egal ob es Rom, Griechenland oder Hitlerdeutschland war.

Menschen und Menschinnen, welche ihren Nachwuchs vorgeburtlich entsorgen, sind schlechter als reissende Wölfe, welche ihre Sprösslinge gebären, schützen und fördern. Menschen und Menschinnen, welche der Gier des Wohlstandes und einem leider nur vermeintlichen,  spätmarxistischen, hedonistischen Sicherheitswahnsinn verfallen sind, geben das anonymisierte Steuergeld an jene weiter, welche ungestraft wirkliche Verbrecher und Verbrecherinnen sind. Wären die Verbrecher und Verbrecherinnen keine Politiker und Poltikerinnen, sondern Leistungsträger der Gesellschaft, Unternehmer, Angestellte, Arbeiter, sie würden wohl nach allen Gesetzen Europas im Gefängnis sitzen.

Wir entsorgen unsere Kinder im Blut-Müll der Selektion frei nach Mengele (Hitlerdeutschlands – dort wurde nach Hautfarbe und Rasse gemordet, bei uns wird nach jeweiliger Lust, Beruf, Kontostand und Urlaubsterminplanung getötet) oder in der Kinderversorgungsstätte nach Muster Margot Honeckers (der DDR). Die Mauern Deutschlands und Europas sind die Stacheldrahtzäune der Kinderkrippen, in welchen die Babys nach ihren Müttern schreien und wohl niemals Bindung, Liebe, Vertrauen und Kommunikation erlernen werden.

Wundert’s da, dass 100tausende Fachkräfte fehlen, das ‘Sozial’-System zerfällt, Solidarität, Nächsten- und Feindesliebe verlernt sind und wohl nur mehr schwer erweckbar werden? Wundert’s, wenn 44% der deutschen Regierungsmitglieder und -mitgliederinnen oder gar >70% von Journalistinnen durch ihre Kinderlosigkeit in der Infantilität steckengeblieben, niemals erwachsen geworden und auch keine Verantwortung erlernt haben, unsere Führerinnen und Meinungsbildnerinnen einer kranken Gesellschaft? Wundert’s, dass diese Herrschaften und die sich stolz gebierenden, sich auch mit der Macht solidarisierten feministischen Frauschaften ohne Schlaflosigkeit der hoffnungslosen Nächte vieler fleissiger Arbeiter sonnabends noch schnell mal 110 Milliarden Euro nach Griechenland überweisen, in ein großes, schwarzes Loch?

Wenn unsereiner ein Krebsleiden hat, wird er wohl Operation und Chemotherapie über sich ergehen lassen, schmerzhaft, mühsam, zeitraubend, der Verzweiflung nahe.

Unser Europa ist metastasiert, unsere Herren und Feministinnen lassen keine schmerzliche Operation zu, fördern das anfangs langsame, sich aber stetig beschleunigende Sterben und Auflösen der Gesellschaft. Paris war der Anfang, London folgte, Berlin brennt auch schon. Man lässt die Völker lieber unbehandelt langsam sterben, damit die sich’s richten Könnenden ihre Pfründe noch irgendwo wegretten können, in Gold oder andere Währungen. Die Zahlungen an Banken und Zinsempfängern weg von uns werden uns als Medikament und Rettung verkauft. Diese Medizin hilft wohl so, wie Penicilin bei antibiotika-resistenten Tuberkulosepatienten. Auch die Steigerung der Dosis wird’s nicht bringen.

Wie lautet die Titelseite der dieswöchigen Ausgabe des TIME MAGAZIN’s?

TIME MAGAZIN Titelblatt

The Decline and Fall of Europe

THE DECLINE AND FALL OF EUROPE (AND MAYBE THE WEST).

Im Innenblatt der Artikel lautet: “THE END OF EUROPE”

Kein Fragezeichen. Kein Zweifel.





Wir wollen belogen werden

10 06 2011

 

Obwohl man annimmt, dass man es mit mündigen Menschen zu tun hat, kommt man immer öfter darauf, dass der Großteil der Menschheit anscheinend gerne belogen werden will. Dies habe ich schon bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten wahrgenommen, aber beim Thema Islam ist es besonders herausragend. Es ist so offensichtlich, dass der Islam mit der christlich-abendländischen Kultur nicht kompatibel ist, noch weniger mit der Moderne, mit der EU Religion des Genderismus oder selbst mit dem gesunden Menschenverstand. Aber trotz besseren Wissens gibt sich die Elite und ein Großteil der Europäer der Illusion hin, dass die Aussagen der offiziellen Islam Vertreter ernst zu nehmen sind. Islam ist super, Islam ist Friede, Islam ist die Lösung für die Welt, Wir wollen nur mit euch gemeinsam im Frieden leben, miteinander leben, reden, integrieren-gerne. Dialog – versteht sich. Oder eher ein Dialüg?

Christian Zeitz vom Wiener Akademikerbund meint dazu:

Es soll niemand behaupten, daß es keine klaren Warnungen im Vorfeld dieser Veranstaltung gegeben hätte. Das Erebnis einer derart unicoloren Besetzung des Podiums ist auf Punkt und Beistrich vorausgesagt worden. Nur zur Information: Den Vorschlag, einen kritischen Islam-Kundigen aus dem Bereich/Umfeld des Wiener Akademikerbundes mit auf´s Podium zu nehmen, hat man einerseits mit dem Hinweis abgeschmettert, dort seien „Hetzer“, andererseits hat die Rückfrage bei den anderen Podianten die unmißverständliche Reaktion ergeben, daß sie, falls Zeitz auf´s Podium käme, auf keinen Fall für die Veranstaltung zur Verfügung stehen würden. Die Moslems und ihre Dhimmis bestimmen also, mit wem sie den „Dialog“ zu führen bereit sind und wer bei der rituellen Herableierung der 24-Stunden-Manipulation als Störfaktor zu betrachten ist.

Der „bürgerlichen“ PRESSE, die sich ansonsten gerne modern-religionskritisch gibt (jedenfalls bei der Katholischen Kirche) kommt das Verdienst zu, die Dauerlügen von Frau Baghajatti („Islam heißt Frieden“, “die historischen Verdienste des Islam für Europa“…) genauso kritik- und recherchelos zu multiplizieren wie ihre seinerzeitigen Unwahrheiten in der Aischa-Geschichte, zu deren Korrektur sich die PRESSE bis heute nicht durchringen konnte.

Die kriteriellen Fragen hat in dieser Veranstaltung offenkundig niemand gestellt:

1. Welches sind nun also die „Werte“, die der Islam für Europa anzubieten hat?

2. Wieso werden all die Werte unserer Europäischen Gesellschaften, mit denen der Islam angeblich bestens vereinbar ist, in keinem islamisch dominierten Land verwirklicht und stattdessen mit Füßen getreten?

3. Warum wird der Islam zu Unrecht für Schandtaten einzelner, angeblich gänzlich unrepräsentativer, fanatischer Moslems verantwortlich gemacht, wo diese doch bloß punktgenau umsetzen, was ihnen im Koran und den anderen Glaubensgrundlagen aufgetragen wird?

4. Wo hat sich ein maßgeblicher Moslem je von diesen einschlägigen Versen/Suren distanziert oder den Gewaltätern, die den Islam angeblich „falsch verstehen“ oder „mißbrauchen“, das „Höllenfeuer“ in Aussicht gestellt, das im, Koran als Sündenstrafe doch so gerne bemüht wird?

5. Wo steht der von Baghajati monierte Begriff der Nächstenliebe auch nur ein einziges Mal im Koran?

6. Wieso kann Fritzl mit moslimischen Gewalttätern verglichen werden? Hat er beim Vollzug seiner Verbrechen das Vater-Unser gebetet oder sich auf die Bibel bezogen?

7. Wo gibt es im Islam auch nur Spurenelemente von Frauenemanzipation?

8. Schließlich: Wie kann es auf akademischem Boden eine Veranstaltung geben, im Rahmen derer all diese Fragen nicht gestellt werden und die kritische Beiträge von vornherein nicht zuläßt?

 

Die einzig relevante Frage wurde von Prof. Potz gestellt, allerdings offenbar nicht in der Absicht, aus ihrer wahrheitsgemäßen Beantwortung die erfoderlichen Konsequenzen zu ziehen: “Wie weit kann man eine Religion verbiegen, um sie an lokale Gesetze anzupassen?“ Potz meint offenkundig (richtigerweise), daß man eine Religion gar nicht „verbiegen“ (=anpassen) kann und zieht daraus den (unausgesprochenen) Schluß, daß man dann eben die Gesetze der Religion anpassen müsse oder zumindest die Forderung aufzugeben hat, daß sich der Islam unseren Gesetzen unterordnen muß.

Ja, liebe Freunde – das kommt dabei heraus, wenn man die Wahrheitsfindung und freie Meinungsäußerung dem Höchstwert des „Respekts vor dem Islam“ opfert und den Muslimen und ihren Helfern einen ungetrübten Soloauftritt für jene Form des Soft-Djihad ermöglicht, den sie „Dialog der Religionen“ nennen.

 





Ungarns einsamer Kampf für europäische Werte

6 06 2011

Für Schnellentschlossene:

Heute, Montag, 6.6.2011 spricht

Frau Dr Eva Maria BARKI

über

Ungarns einsamer Kampf für europäische Werte:
Christentum und Familie, Freiheitsrechte und Selbstbestimmung

im

Kulturzentrum „Haus der Heimat“, Wien 3, Steingasse 25    19 Uhr








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