Soll man bei T-Mobile Kunde bleiben?

8 07 2010

Kunden von T-Mobile Österreich sind in den letzten Wochen mehrfach durch SMS und schriftlicher Werbung belästigt worden. Ursache ist die heftige Unterstützung des Konzerns für den Aids-Ball in Wien („Life-Ball“ genannt) und eine unnötige Wanderung durch Österreich zur angeblichen HIV Prävention („Kondome verwenden“), die auch durch begleitende TV-Spots unterstützt wurde. Der Wanderer ist inzwischen von Bregenz kommend in Wien eingetroffen und wurde öffentlich von einschlägigen  Aktivisten des homosexuellen Lebensstils begrüßt (siehe Foto, Copyright t-mobile).

Hat schon jemand gehört, dass der Marsch für das Leben der Organisation „Jugend für das Leben“ von den Medien und dem Konzern T-Mobile so verhätschelt wird? An HIV erkranken in Österreich jährlich rund 500 Personen, davon etliche Asylanten, die sich nur zeitweilig in unserem Land aufhalten. Im Vergleich dazu begehen rund 1.500 Menschen einen Selbstmord und werden rund 40.000 Kinder im Mutterleib getötet.

Jetzt kann man kündigen

Da T-Mobile derzeit seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen ändert und dies zu Verschlechterungen für die Kunden führt, kann man ohne Rücksicht auf Vertragsbindungen etc. JETZT den Vertrag außerordentlich kündigen. Die neuen AGB treten am 24. Juli in Kraft, davor muss die Kündigung an die T-Mobile Zentrale Fax. 0676.2300 gefaxt werden.

Mit MEINEN (überdies im Vergleich zu z.B. Orange überhöhten) Gebühren wird dieser Netzbetreiber keine AIDS/Homo Projekte mehr fördern!





Der Disput um die Sterbehilfe

26 06 2010

Aktiv, passiv oder überhaupt nicht?

von Dennis Riehle, Konstanz

Der deutsche Bundesgerichtshof hat mit einer „wegweisenden“ Entscheidung – wie es die Medien formulieren – neue Richtlinien für den Umgang mit der Sterbehilfe gesetzt. In einem Urteil, das als grundsätzliche Aussage über das „würdevolle Sterben“ des Menschen gewertet wird, wurde die passive Sterbehilfe als rechtskonform beschrieben – solange, wie sich der Patient gegen lebensverlängernde Maßnahmen ausgesprochen hat und unabhängig davon, wie die äußere Einschätzung (von Ärzten, Pflegekräften oder Angehörigen) ausfällt.

Der Wille eines Patienten und dessen Freiheit, sich für den Tod zu entscheiden, wenn keine Aussicht auf Heilung oder Besserung eines „menschenunwürdigen“ Zustandes besteht, wird nach Ansicht des Gerichts als Maßstab dafür angesetzt, wie sich die Umgebung des Betroffenen in der letzten Lebensphase zu verhalten hat. Der uneingeschränkte Zuspruch der Richter, den Wunsch des Kranken respektieren zu müssen und dafür Sorge zu tragen, dass dieser eingehalten und ihm nicht widersprochen wird, wird einerseits als Meilenstein für die individuelle Freiheit des Menschen gesehen. Andererseits tun sich nicht nur bei den Formulierungen Fragen und Zweifel auf.

Recht bald nach dem Urteil traten neben den erleichterten Stimmen der Kläger und einem Jubel derer, die in der Liberalisierung der Sterbehilfe einen Fortschritt für mehr Menschlichkeit sahen, auch die Einwände auf, die bei solch einer Diskussion unabdingbar sind: Ist Sterbehilfe überhaupt mit dem Grundgedanken eines geschenkten Lebens vereinbar? Wo setzen wir die Unterscheidungen zwischen einer „aktiven“ und „passiven“ Sterbehilfe? Wie kann ich sicher gehen, dass der Patient seinen Willen tatsächlich eindeutig und ohne äußere Beeinflussung geäußert hat?

Auf viele dieser Fragen soll die „Patientenverfügung“ eine Antwort geben: In ihr wird festgehalten, was sich ein Mensch für den Fall unveränderbaren Leidens an Schläuchen, mit künstlicher Ernährung und im Dauerkoma wünscht. Dabei hat das Gericht festgehalten, dass das Abstellen eines lebenserhaltenden Gerätes als passive Sterbehilfe rechtens ist. Ein vorsätzliches Herbeiführen des Todes durch die Gabe einer Übermenge an Arzneien dagegen wird als aktive Sterbehilfe untersagt.

Man kann mit gutem Gewissen fragen, an welchen Stellen hier eine Unterscheidung getroffen werden kann. „Aktiv“ wird man auch bei der „passiven“ Sterbehilfe. Mit einem Knopfdruck, mit einem Durchtrennen der Zufuhr von Nahrung oder anderem Abschalten von Geräten, die einen Menschen am Leben erhalten. Die Krux der modernen Medizin, die ein Leben am Leben erhalten kann, eröffnet an dieser Stelle überhaupt erst eine Diskussion, die aus ethischer und moralischer Sicht kaum zu einem zufrieden stellenden Ergebnis führen kann.

Die Richter hielten auch fest, dass bereits eine verbindliche mündliche Zusage eines Patienten als Verfügung angesehen werden kann. Der Nachweis, dass solch ein Gespräch geführt wurde, wird in den seltensten Fällen nachgewiesen werden können. Und auch die Gewissheit, ob sich ein Mensch bei seinen Äußerungen in einem Zustand befindet, der als rechtlich verbindlich betrachtet werden kann, ist nach Ermessen auslegbar.

Das Justizministerium sieht keinen Handlungsbedarf, diese Grauzonen nochmals deutlicher zu definieren. Und macht damit den Weg frei für Deutung, Interpretation und Abwägung über das Leben eines Menschen. Unbestritten scheint auch, dass über das Thema Sterbehilfe diskutiert werden muss. Natürlich sind solche Debatten notwendig, wenn wir uns in einem Zeitalter befinden, in welchem uns die Technik ermöglicht, selbst „Herr“ über Anfang und Ende des menschlichen irdischen Daseins zu spielen – so meinen es die Befürworter. Gleichzeitig müsste man auch fragen: Offenkundig ist das Vertrauen der wissenschaftlich Vernarrten in ihre Erfolge doch nicht so groß, dass sie in Erwägung ziehen, sich auch über folgenden Gedankengang bewusst zu werden: Ein Patient, der aus medizinischer Sicht heute als nicht heilbar gilt, kann – bei zunehmenden Möglichkeiten und Entwicklungen – vielleicht nächstes Jahr als rehabilitierbar angesehen werden. Doch dann könnte es zu spät sein: Der Griff zum Schalter der Atemmaschine war vielleicht bereits getätigt worden – so, wie es der Patient „verfügt“ hat.

Klar scheint eines: Alle Entscheidungen in die Richtung von stärkerer Freiheit für den Menschen entfernen sich von dem Vertrauen in einen Tod, der nicht durch uns selbst bestimmt wird. Leid, das heute schnell als unerträglich und als nicht zumutbar betrachtet wird, verführt zu voreiligen Entschlüssen, einem Schöpferwillen zuvor zu kommen. Wie kann es ein liebender Gott zulassen, dass ein Mensch in seinem hilflosen Zustand länger durchhalten muss? Die Anschuldigungen an denjenigen, der das Leben gegeben hat, werden groß, wenn er dieses Leben nicht zu einem Zeitpunkt beendet, an dem es uns für sinnvoll erscheint.

Dass der Mensch den Absichten Gottes aber nicht so einfach in die Karten schauen kann, wie er es bei seinem medizinischen Vorankommen in Wissenschaft und Forschung erhofft, wird dabei außer Acht gelassen. Nein, wir können in so vielen für uns nicht nachvollziehbaren Momenten kaum begreifen, welche Absicht Gott damit verfolgt. Wer Sterbehilfe zulässt, muss sich nicht nur bewusst werden, dass sein Handeln auf den irdisch und für unser Denken rationell eingeengten Horizont und dessen engen Spielraum an Möglichkeiten beruht. Er muss sich auch verdeutlichen, dass sein Tun dem eigenen Streben nach der Vollkommenheit des menschlichen Einflusses widerspricht. Und nicht zuletzt bleibt anzumerken: Sterbehilfe mag vielleicht dem von Entmutigung und Hoffnungslosigkeit geprägten menschlichen Willen entsprechen, durchkreuzt möglicherweise aber vorzeitig den Willen Gottes – und damit einen in sich, und für uns manches Mal Kopfschütteln auslösenden, Plan, der nicht nur Wendungen und Überraschungen, sondern stets auch ein Geheimnis in sich birgt, welches wir durch unser Großmachen unserer Freiheit dann nicht mehr erleben dürfen. Mit Sterbehilfe stirbt nicht nur ein Leben, sondern auch die Hoffnung auf das Unerwartete.





Bundesländer: „Keine Sparmaßnahmen auf Kosten von Familien“

20 06 2010

Keine Streichung der 13. Familienbeihilfe

Wichtige Themen, zukunftsweisende Beschlüsse und intensive Diskussion über die familienpolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre: Bei der Konferenz der Landesfamilienreferenten im südsteirischen Schloss Seggau einigten sich die Bundesländer auf mehrere Beschlüsse und neue Verhandlungen mit dem Bund. Einzig die zuständige VP-Familienstaatssekretätin Christine Marek fehlte.

Brennendes Thema waren in Seggau unter anderem die Familienleistungen: „Jene Argumente, die zur Einführung der 13. Familienbeihilfe im Herbst 2008 führten, haben auch heute noch Gültigkeit“, betont die steirische Landesrätin und damit Gastgeberin der Konferenz, Elisabeth Grossmann. Deshalb fordert die LandesfamilienreferentInnenkonferenz die Bundesregierung auf, die Beibehaltung der 13. Familienbeihilfe sicher zu stellen. „Dieser gemeinsame Beschluss zeigt, dass die Bundesländer gerade auch im Familienbereich selbstbewusst gegenüber Bund auftreten.“

Auf einhelligen Protest der Länder stoßen die Sparpläne des Wirtschaftministeriums: Die kolportierten Globalsummen von 240 Millionen Euro Einsparungen im Familienbereich für das Jahr 2011 und 400 Millionen Euro bis 2014 werden dezidiert abgelehnt.

„Über all dies hätten wir gerne direkt mit der Staatssekretärin gesprochen“, kritisiert Elisabeth Grossmann. „Leider war ihr der Termin hier in der Steiermark offenbar nicht wichtig genug!“

Die nächste LandesfamilienreferentInnenkonferenz wird im kommenden Jahr in Tirol stattfinden.

Abtreibungsstatistik war auch ein Thema

Was in dem oben stehenden Text – der auf einer Aussendung der steirischen SPÖ-Landerätin basiert, fehlt, ist der Hinweis auf den einzig wirklich kontrovers diskutierten Tagesordungspunkt. Salzburg, Oberösterreich und Tirol forderten eine bundesweite Statistik über die Abtreibungsfälle, um dann besser präventiv schützen zu können. Besonders Salzburgs Familienlandesrätin Doraja Eberle hat wie eine Löwin für diese Statistik gekämpft. Leider müssen alle Beschlüsse der offiziellen Länderkonferenzen einstimmig fallen. Obwohl andere „rote“ Bundesländer wie Steiermark oder Burgenland und auch das „orange“ Kärnten mitgegangen wären, stemmte sich alleine das Land Wien mit Stadtrat Oxonitsch an der Spitze gegen einen solchen Beschluss.

Mit vernünftigen Argumenten kann man eigentlich keine Statistik – egal über was – ablehnen. Gerade im Gesundheitsbereich gibt es hunderte meldepflichtige Krankheiten und Operationen. Wien war aber der Meinung, dass wir ohnehin wissen würden, warum Abtreibungen vorgenommen werden. Es wurde u.a. Probleme mit der Wohnung, mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und ein angeblich schwieriger Zugang zu Verhütungsmitteln von den Wiener Rathaussozialisten genannt. Wenn man dieser Argumentation folgt (wir wissen die Lösung, deshalb brauchen wir keine Statistik), so müsste man auch die Meldung und Zählung von HIV Erkrankungen abschaffen. Offenbar haben die Wiener Sozialisten nur Angst davor, dass man schwarz auf weiß erfährt, wieviele Kinder im Mutterleib getötet werden und so die Bevölkerung zu der Meinung kommt, dass die Fristenregelung offenbar doch kein gerechtes Gesetz ist.





Die „WOCHE FÜR DAS LEBEN“

29 05 2010

findet in Österreich vom 30. Mai bis 6. Juni 2010 statt. Dazu möchte ich Teile aus dem HIRTENBRIEF der Österreichischen Bischofskonferenz wiedergeben:
…Es geht um den Mut zu mehr Kindern. Jesus sagt: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ Dieses Wort Jesu bezieht sich auf jeden Menschen. Familien, in denen die Liebe lebt, insbesondere solche mit vielen Kindern, haben es zwar nicht einfach, weil bei ihnen Verzichte und Einschränkungen unvermeidlich sind, aber die Entscheidung trägt auch reiche Frucht. Die Fülle des Lebens, von der Jesus spricht, ist in solchen Familien greifbar gegenwärtig. Jeder weiß, wie stark prägend eine Familie sein kann. Das Entscheidendste für das Leben lernt man nicht in der Schule oder an der Universität, sondern in der Familie. Papst Johannes Paul II. hat gesagt, dass jedes Kind „ein Vorhaben Gottes“ ist und wenn Gott etwas vorhat, dann geizt er nicht. Kein Wunder also, dass Kinder so voll Freude und Witz sind, Abenteuerlust haben, viele Talente besitzen, dass Freundlichkeit, Offenheit, Zärtlichkeit, Vertrauen und Zutrauen in ihnen stecken. Mit jedem Kind kommt neue Hoffnung in die Welt.
… Jedes Kind ist ja eine eigene unverwechselbare Persönlichkeit mit einem ganz eigenen Reichtum an Gaben, den es in diese Welt bringt.
…Eine gelingende Familie ist allerdings nicht kostenlos zu haben. Zeit, Zärtlichkeit und Zuwendung sind die wichtigste Währung in der Familie. Das gilt insbesondere für ihre jüngsten Mitglieder. Alle Mütter oder Väter müssen wirkliche Wahlfreiheit haben angesichts der Frage, ob sie ihre Säuglinge und Kleinkinder selbst oder außerhalb der Familie betreuen lassen wollen. Hier ist der Staat gefragt; Eltern, die sich für die familiäre Betreuung ihrer Kinder entscheiden, dürfen finanziell nicht schlechter gestellt werden, als diejenigen, die ihre Kinder betreuen lassen und daher erwerbstätig sein können. Jede Familie hat das Recht, in dieser schwierigen Frage eigene Lösungen zu entwickeln. Der Staat darf erst dann eingreifen, wenn die Familie dabei mit ihren Aufgaben überfordert ist. Aber alle Eltern sollten sich vor Augen halten, dass kleine Menschen, vor allem in den ersten drei Jahren, ganz besonders liebesbedürftig und verletzlich sind – und daher auf ein überschaubares, persönliches, liebevolles Umfeld angewiesen sind. Deshalb sollten Eltern immer den Weg wählen, der für die Kleinsten in ihrem Bedürfnis nach verlässlicher, liebevoller Bindung das geringste Risiko birgt. Und das ist nach Möglichkeit noch immer das eigene Zuhause. Und sie können sicher sein: Die „Währung ZZZ“ (Zeit, Zärtlichkeit und Zuwendung) bringt später reichen Ertrag durch unkomplizierte, leistungs- und liebesfähige Kinder, die morgen die Verantwortung für unsere Welt übernehmen können…In den Wochen und Monaten nach dem 11. September 2001 stieg die Zahl der Hochzeiten in und um die Stadt sprunghaft an. Der Schock von Nine Eleven hatte vielen den Satz aus der biblischen Schöpfungsgeschichte: „Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine bleibt“ (Gen 2,18) in Erinnerung gebracht.
http://www.kath-kirche-kaernten.at/upload/64554_OeBK_HB_Wo_fuer_das_Leben_2010.pdf





Erst ein Embryon, jetzt ein Bakterium

24 05 2010

Das künstliche Erschaffen von Erbinformationen

von Dennis Riehle

Es wurde gefeiert wie eine Weltsensation: Im April verkündeten Forscher zunächst, aus den Erbinformationen von drei Erwachsenen das Erbgut für einen Embryonen zusammengestellt zu haben, welcher ein Durchbruch auf dem Weg hin zum Ausschluss von genetischen Erkrankungen bereits im Vorhinein der Entstehung des Lebens darstellen würde. Hier ging es explizit um die Gewissheit, Schwächen der Mitochondrien, dem Motor des menschlichen Energiestoffwechsels, von Beginn an keine Chance zu geben.

Welch eine Wundervorstellung! Denkt man an diesem Beispiel weiter, kommt zukünftig jeder Mensch gesund auf die Welt – und bleibt es wahrscheinlich auch! Ein Traum für ein Leben ohne Leid, ohne Schmerz und ohne Krankheit. Und nicht nur das: Mittlerweile benötigen die Wissenschaftler nicht einmal mehr die Vorlage der Erwachsenen. Rund einen Monat nach der ersten Sensation folgte nun die noch viel größere:

Erstmals ist es gelungen, Erbinformationen, die denen eines natürlichen Lebewesens, ja, gar denen eines Menschen ähnlich, wenn nicht sogar identisch sind, künstlich zu erzeugen. In einem Bakterium wurde das Erbgut gezüchtet – und damit die Steilvorlage für die Kreation von Zellen, DNA und einem irgendwann kompletten Körper gelegt.

Was soll ich sagen, der ich heute mit einer Erkrankung der Mitochondrien konfrontiert bin? Muskeln, die wegen einer zu langsamen Verstoffwechselung und Bereitstellung von Energie täglich schmerzen, taub und lahm werden und mir manchen Tag zu einem dunklen und finsteren Moment verkommen lassen? Ja, zunächst war es doch ein wenig Freude, ich gebe es zu. Eine menschliche Freude, die sicher vollkommen natürlich ist. Ist mit ihr doch die Hoffnung verbunden, dass – zwar, wenn auch nicht mehr mir, weil meine Genetik vorbestimmt ist, dafür aber denen, die nach mir auf diese Welt kommen werden – in Zukunft junge Menschen nicht mehr alle Untersuchungen, alle Therapien und all die Herausforderungen auf sich nehmen müssen, wie es neben mir Millionen andere derzeit tun.

Und doch kam plötzlich die Angst: Eine Welt, auf der nicht mehr Menschen aus natürlicher Zeugung, sondern aus dem Gutdünken und der Tagesstimmung eines Forschers leben und so geschaffen wurden, wie Eltern es sich wünschen. Ja, dann bekommt der Begriff des „Wunschkindes“ ganz neue Bedeutung. Und man stelle sich vor: Kinder wurden dann geschaffen. Im Labor, am Schreibtisch, in Pipetten. Bisher übernahm das Gott, er hatte einen Plan, eine Vision, wie er uns machen möchte und was er mit uns vorhat. Und alsbald soll diese Allmacht in die Hände einiger Wissenschaftler fallen?

Nicht nur die Vorstellung, dass über die wahllose Zusammenstellung der Erbinformationen schlussendlich nicht nur der Ausschluss von Krankheiten möglich sein wird, sondern auch die Schaffung des Menschen mit all seinen Einzelheiten, Persönlichkeit, Körpermerkmale – ein Gedanke, der zum Schaudern anregt. Wie schnell würde das Geschenk des Geheimnisses vergehen? Die Geburt würde nicht mehr zum Augenblick des Staunens, sondern zum Moment des ohnehin erwarteten und vorprogrammierten auf die Welt Kommens eines Kindes, das maßgeschneidert wurde.

Ist bei dieser Perspektive, irgendwann aus Models zu bestehen, aus kantenlosen Geschöpfen, die sich vor lauter Perfektion ihrer eigenen Schwäche nicht mehr sicher wären, einer Menschheit aus Arroganz, einem Wettbewerb um die besseren, schöneren und glanzvolleren Eigenschaften, einem Miteinander, das aus Neid, Egoismus und dem Drang, seine Nachkommen nach eigenem Willen vorherbestimmt und nicht mehr dem Schicksal eines neutralen, eines unparteiischen Machers des Lebens überlassend, besteht, nicht die Vorstellung eine bessere, auch bei noch so schwerem Eingestehen so manches Leid doch zu ertragen?

Stelle ich mir die Waage der Entscheidung vor – auf der einen Seite das Laster von Schmerz und Lied, auf der anderen die Vision der vom Menschen designten Welt – so muss ich mich in meiner Verantwortung für das, was ich in meiner Lebenszeit mitbestimmen kann, dafür aussprechen, lieber Erkrankung zu erdulden, statt mit der Schuld irgendwann von der Erde zu gehen, die Zeit nach mir durch einige wenige Mitgeschöpfe bestimmen und damit eventuell in eine Kälte aus Unmenschlichkeit und in einen Kampf um die ideale Gestaltung der Lebewesen verkommen zu lassen.

Ohnehin: Woran soll der zukünftig vom Lied befreite Mensch reifen, wenn er nicht die Tiefen und Täler des Lebens durchschreiten kann? Auch wenn die Ungerechtigkeit der Verteilung von Schicksal und Last in dieser Welt immer wieder zum Himmel schreit, wäre sie ohne das persönliche Erleben von Dunkelheit leer von Weisheit und Einfühlsamkeit. Leid, der Anstoß zum Überdenken der eigenen Situation, der Impuls zur Dankbarkeit und der Beginn möglicher Umkehr, ist notwendig, um dem Menschen Gefühle und Reflexion zu geben.

Ja, Forscher haben sich nicht nur gewagt, das Territorium Gottes zu betreten und damit in eine Ordnung der Welt einzugreifen, die unser Miteinander im Ausgleich hält, sondern sind offenkundig auch bereit, die Menschheit einer Eigenschaft zu berauben, die schmerzlich zu dulden, aber unumgänglich zum Lernen ist: Leid und Schmerz sind nicht etwas, was weg zu forschen ist. Sie sind Bestandteil eines natürlichen Auf und Ab, das Persönlichkeit und Charakter prägt – dafür braucht es nicht die Phantasie der Wissenschaft.





Ein Satz, der unbeachtet blieb…

18 05 2010

Zu Margot Käßmanns Worten über die „Pille“ auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag

von Dennis Riehle

Jubel, minutenlanger Applaus und Sympathien wie für einen Pop-Star: Nein, dieses Mal war es nicht der Papst, der von einer Menge begeisterter Christen erwartet wurde. Es war Margot Käßmann, ihres Zeichens ehemalige Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland und damalige Bischöfin der hannoverschen Landeskirche. Sie hatte nach einer Alkoholfahrt am Steuer die Konsequenz gezogen und von ihren Ämtern zurückgetreten.

Und ihre Anhänger erwarteten ihre Rückkehr mit großer Spannung: Auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München sollte es soweit sein. Das erste Mal nach ihrem Abtritt war Margot Käßmann wieder bereit, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren. An einer ganzen Reihe von Veranstaltungen nahm sie teil. Bei ihrem ersten Vortrag konnte man oben stehende Eindrücke wahrnehmen. Und auch, wenn ihr Fachexperten für Körpersprache noch ein sehr unsicheres und gar von Scham behaftetes Auftreten bescheinigten, war Margot Käßmann auf dem Rednerpult schon wieder die „alte Mahnerin“, die nicht nur in Deutschland in ihrer kurzen Amtszeit an der Spitze des deutschen Protestantismus mit so mancher Aussage für Aufsehen und Entsetzen gesorgt hatte.

Unbequem war sie auch dieses Mal wieder, nahm nichts von ihren politischen Forderungen zurück, beispielsweise bekräftigte sie erneut die Notwendigkeit eines Abzugs deutscher Truppen aus Afghanistan. Eine ganze Folge von Botschaften gingen über die Lippen von Margot Käßmann, nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche wurden von ihr abgehandelt. In so manchem Moment hatte man den Eindruck, sie vereinige die Generalabrechnungen mit Politik, Kirche und Gesellschaft in einer Rede.

Und nachdem sie in ihren zahllosen Auftritten auf dem Kirchentag kaum noch mit etwas Neuem aufhorchen lassen konnte, platze ein Satz aus ihr heraus, der für einige Minuten in den Nachrichtensender des deutschen Fernsehens als „Breaking News“ gehandelt wurde: Anlässlich des 50jährigen „Jubiläums“ der Pille ließ Margot Käßmann verlauten: „Die Pille kann man als ein Geschenk Gottes ansehen!“. Und weiters führte sie aus, dass die „Geburtenkontrolle“, die nun seit einem halben Jahrhundert durch die Pille möglich geworden sei, viele segensreiche Momente brachte . Und sie ging noch weiter: Durch die Pille sei eine „Liebe ohne Angst“ möglich geworden, „eine verantwortliche Elternschaft“ sowie auch eine zurückgegangene „Sorge der Frauen um die eigene und die Gesundheit ihrer Kinder“.

Im Liebfrauendom, in einer der bekanntesten deutschen katholischen Kirche, hatte Käßmann diese Worte gepredigt – und kurzzeitig einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Doch nicht einmal wenige Tage danach scheint die Meldung schon wieder aus allen Zeitungen verschwunden, keine Nachrichtensendung erinnert mehr daran, dass Käßmann verteidigte, wenn sich Menschen zu Gott machen. Die ehemalige Bischöfin hat nicht nur eine Toleranz der „Pille“ gezeigt, die dieser Tage wie ein Wunderwerk gefeiert wird; nein, Margot Käßmann trieb Gott ein Paradoxon in die Arme, das eines Vergleiches in der Kirchengeschichte sucht.

Der Schöpfer, der den Mensch gemacht hat, um sich fortzupflanzen, schenkt der Welt die Pille? Gott wurde ja in der Vergangenheit schon so manchen irrwitzigen und widersprüchlichen Verhaltens bezichtigt; doch eines der umstrittensten menschlichen Werke in Bezug auf den Eingriff in die Gestaltungs- und Allmachtsvielfalt Gottes als Präsent des Schöpfers für seine eigenverantwortlich handelnden Menschen anzusehen, ist eine Anmaßung ohne Kommentar.

„Liebe ohne Angst“, so Käßmann, würde die Pille in die Welt bringen. Dass die Schwangerschaft eine manchmal kaum zu ertragende Entscheidungslast mit sich bringe, das mögen wir durchaus auch schon aus kirchlichem Mund gehört haben. Dass das Geschenk des Himmels, das zur Welt bringen von Kindern, mittlerweile zur „Angst“ degradiert wird, zeichnet nicht nur eine radikale Verschärfung des Main-Stream aus, sondern macht die Verzerrung von Wert und Würde in christlich-liberalen Kreisen deutlich. Offenbar scheinen auch die Protestanten mittlerweile nur noch mit Polemik und Popularismus dem wachsenden Druck sich entziehender Mitgliederströme gewachsen zu sein. Egoismus für die Frau und ein „Ist mir doch egal, was aus dieser Welt wird – Hauptsache, ich habe meinen Spaß“-Denken hat nichts mehr mit Emanzipation zu tun, sondern spiegelt eindeutig ein Hier-und-Jetzt-Verhalten wieder, welches der Grundlage der christlichen Hoffnung zuwider läuft: Die Verantwortung für Gottes Schöpfung und das Vertrauen auf ein Leben in der Ewigkeit.

Ein Satz von Margot Käßmann, der so schnell in Vergessenheit geriet, hat möglicherweise den Ansatz für eine neue Runde der Diffamierung des eigenen Glaubens in der eigenen Kirche geliefert. Und damit auch den Anstoß für eine Gleichgültig in der Gesellschaft, in der der Nächste nur noch als Zweck und ein Fundament im Bekenntnis als Hürde in der Persönlichkeitsentfaltung angesehen wird.





Gedenkstein für abgetriebene Kinder am Kommunalfriedhof

8 05 2010

Gedenkstein für abgetriebene Kinder:
Salzburger-Fenster-Leser
sind dafür!

Die überwiegende Mehrheit der Salzburger-Fenster-Leser
ist für einen Gedenkstein für abgetriebene
Kinder am Kommunalfriedhof.
Die Salzburgerin, die sich dafür einsetzt,
fühlt sich bestärkt und kämpft weiter.

Weiter im Original auf Salzburger Fenster…..

Siehe auch:

Kinder, die nicht kommen wollen und solche, die nicht dürfen
Maria und ihre Kinder_Rettung aus Todesnot
„Ist es das, was du machst, Mama? Du tötest Babys?“
Europa hat dreimal „Nein“ zum Leben gesagt
Kind als Schadensfall? OGH-Entscheidung in Österreich





WER soll sich DA entschuldigen?

24 04 2010

von Prof.Dr. Hans Schieser
DePaul University Chicago

Da soll sich der Papst entschuldigen, ja sogar zurücktreten, weil in „Seiner“ Kirche eine Anzahl von Kindern und Jugendlichen sexuell mißbraucht wurden.

Gewiß, es ist ein Skandal, wenn auch in der Kirche so etwas vorkommt. Das kam (und kommt) jedoch in allen Kulturen vor, nur daß es bisher noch nirgends als „salonfaehig“ oder gar als „förderlich“ für die Entwicklung erachtet wurde. Das ist neu in der Geschichte, daß man jetzt sogar vom „Recht des Kindes auf sexuelle Erfahrungen“ spricht, und „Tabus“ im Bereich des Geschlechtlichen als „überholt und unhaltbar“ erklärt.

Die als Schwindel entlarvte „Forschung“ der „Anthropologin“ Margaret Mead (USA, 1901-1978) unter den Eingeborenen von Samoa („Coming of Age in Samoa“,New York: Morrow, 1928) scheint immer noch in den Köpfen der Anthropologen (und selbsternannten Pädagogen) fest zu sitzen und den Blick auf die Wirklichkeit zu vernebeln..

Mead hatte „herausgefunden“, daß die Jugendlichen auf Samoa ohne Tabus aufwachsen und ein unbeschwertes und unproblematisches Sexualleben führen. Australische Forscher haben dies schon vor über 30 Jahren als journalistisches Machwerk und grandiosen Schwindel erkannt. (siehe D. Freeman: Margaret Mead and Samoa: The Making and Unmaking of an Anthropological Myth; Cambridge, Mass: Harvard University Press, 1983; und W. Lipp, Liebe ohne Aggression: Margaret Mead’s Legende von der Friedfertigkeit der Naturvölker, Soziologische Revue 1985, Aprilheft: Seite 181f). Mead stand im Dienst von politisch-sozial(istisch)en Ideologen und fälschte „Daten“ — ein Beispiel von „akademischer Prostitution“, die bis heute in der sozialistischen Bildungspolitik vorkommt. Selbst Freud’s „Expertise“ in Sachen Sexualität hatte ihr widersprochen, wenn er fand, daß „der Verlust des Schamgefühls das erste Zeichen von Schwachsinn [ist] … und Kinder, die sexuell stimuliert werden, nicht mehr erziehungsfähig [sind].“ Er hatte in seiner Praxis erkannt, daß „die Zerstörung der Scham eine Enthemmung auf allen anderen Gebieten bewirkt, eine Brutalität und Mißachtung der Persönlichkeit des Mitmenschen“ (S. Freud, Gesammelte Werke, Band 7, London/Frankfurt 1940-1968; Seite 149) Auch Freud wird heute immer noch für die Begründung einer „nicht-repressiven“ Haltung zur Geschlechtlichkeit herbeigeholt. Aber seine Beobachtungen widersprechen vielfach diesem Bild! Seine Schlußfolgerungen, waren, wenn auch oft unwissenschaftlich, dennoch in mancher Hinsicht brauchbar. Als Befürworter der Päderastie kann man ihn kaum bemühen!

Von einer deutschen Ministerin kann man leider nicht erwarten, daß sie mit der anthropologischen und soziologischen Forschung vertraut ist, aber sie müßte mindestens die Wirklichkeit zur Kennntis nehmen. Seit in den Schulen die „Sexualkunde“ läuft, mehren sich die Probleme: Sexualverbrechen, Mißbrauch und Verwilderung und nicht zuletzt Geschlechtskrankheiten nehmen (immer noch!) zu. Publikationen und Forschungsdaten darüber sind in USA eher zu bekommen, als in Europa, wo man zB die Folgen der Abschaffung des „Pornoparagrafen“ (die Regierung Kohl mit CDU und FDP entschied damals, daß Deutschland einen „erheblichen Nachholbedarf an Pornografie hat“!) bis heute einfach verschweigt. Und Verschweigen wirft man jetzt der Kirche vor! Aber noch einfacher: die Zahl der bei uns bekanntgewordenen Fälle sexuellen Mißbrauchs steht in keinem Verhältnis zur Anzahl der massenhaften brutalen — aber ganz legalen und sogar vom Staat unterstützten („im allgemeinen gesellschaftlichen Interesse“, laut der früheren „Gesundheitsministerin“ Ulla Schmid) –Tötung ungeborener Kinder in Deutschland. Es dürften an die 300.000 im Jahr sein!

Die medizinischen und psychischen Folgen der Abtreibung (zB „Post Abortion Syndrom“) werden immer noch verschwiegen, und nicht einmal die demografischen Auswirkungen werden zur Kennntnis genommen. Das weiß heute jeder, aber es ist „kein Thema“ — also auch hier ein Verschweigen und Vertuschen!… Nun: WER muß sich DA entschuldigen, wenn das alles überhaupt entschuldbar ist? Wer müßte DA zurücktreten? Zuallererst diejenigen, die sich immer noch für eine Gesellschaft einsetzen, die „von allen Tabus und moralischen Regeln befreit“ das irdische Paradies genießen soll, jedoch in den Barbarismus zurückfällt!. Den Papst und die katholische Kirche kann man des Verschweigens nicht beschuldigen, eher muß man manchen Bischöfen den Vorwurf machen, die verschiedenen Warnungen der Päpste (zB die Enzykliken „Humanae Vitae, 1968; und „Evangelium Vitae“, 1995) nicht nur kritisiert, sondern gar nicht weitergegeben zu haben.





SCHENKE LICHT DEN BLINDEN

29 03 2010

Foto: Ko_An / Laura

von Inge M. Thürkauf

Die Würde des Menschen ist unantastbar. So jedenfalls beginnt unser Grundgesetz. 1993 hat das Bundesverfassungsgericht diesen ersten Satz des Grundgesetzes bekräftigt mit den Worten: „Zum menschlichen Leben gehört auch das ungeborene. Auch ihm gehört der Schutz des Staates… Der Schutzauftrag verpflichtet den Staat … den rechtlichen Schutzanspruch des ungeborenen Lebens im allgemeinen Bewußtsein zu erhalten und zu beleben.“ Hehre, große Worte!!! Was ist daraus geworden? Wie sieht die Realität aus?

Schon in der Schule wird den Kindern im Rahmen der Sexualaufklärung klargemacht, daß die wichtigste Vorsorge (oder Fürsorge?) die Verhütung der Schwangerschaft sei. Dazu sei es nötig, eine optimale Verhütungspraxis zu betreiben, und zwar mit Hilfe des beliebtesten Verhütungsmittels – mit der Pille. Diese feiert im kommenden August das 50. Jahr ihres Erscheinens – Happy Birthday! Kann man da nur sagen!

Die Pille wurde bei ihrer Einführung als Meilenstein in der Geschichte der Emanzipation gefeiert, und ihr Erfinder, so meinen die emanzipierten Kreise, verdiene, mit einem Denkmal geehrt zu werden.

Was in der Begeisterung verschwiegen wird, ist, daß kein Verhütungsmittel eine Schwangerschaft garantiert verhindert. Daher wird schon in den Schulen für eine „Nachverhütung“ und für sogenannte „unkomplizierte Abtreibungsmethoden“ geworben. Daß bei einer Abtreibung ein Mensch getötet und nicht ein himbeerartiges Gewebe oder ein Zellhaufen einfach nur entfernt wird, gehört nicht zur Aufklärung. Im Gegenteil, es wird bestritten, daß der Mensch von Anfang an, von der Zeugung an Mensch ist. Man setzt in die Köpfe der Minderjährigen und Jugendlichen die Meinung, daß sich der Embryo erst langsam zu einem Menschen entwickle und sie daher ein „Recht auf Abtreibung“ hätten. Die internationale Zusammenarbeit zwischen Beratungsstellen, wie z.B. pro Familia und den Abtreibungszentren funktioniert faktisch reibungslos. Abtreibung gilt als erkämpftes Frauenrecht, und zeitgemäß zu sein, entspricht der „politischen Korrektness“.

Die Tötungen ungeborener Kinder in Westeuropa und Nordamerika haben sich verfünfzehnfacht (Dr. Bernhard Nathanson). Abtreibung ist die häufigste Todesursache in Europa. Heute beklagen wir den „demographischen Wandel“ unserer Gesellschaft. Europa ist zu einem sterbenden Kontinent geworden seit vor über 30 Jahren die Europäer beschlossen haben, daß es eines Tages keine Europäer mehr geben soll. Das war, als die ehemals bestehenden Gesetze zum Schutz des ungeborenen menschlichen Lebens zu Fall gebracht und europaweit die Abtreibungsgesetze eingeführt wurden. Seit dieser Zeit ist der Mutterschoß der gefährlichste Ort auf der Welt geworden. Die logische Konsequenz ist, wir sterben aus, denn ein Staat ohne Menschen stirbt.

Vor über 40 Jahren hat Papst Paul VI. die Enzyklika „Humanae Vitae“ veröffentlicht, in der er die Lehre der Kirche über die eheliche Liebe und die Empfängnisregelung bekräftigte. Bedingt durch die Kulturrevolution jener Jahre konnten viele Bischöfe dem Druck der ideologisch geprägten Philosophen und Theologen nicht Stand halten und haben durch die Freigabe der Gewissensentscheidung die prophetische Weitsicht dieses päpstlichen Lehrschreibens relativiert.

In Deutschland wartet die sogenannte “Königsteiner Erklärung“ der Deutschen Bischofskonferenz bis heute auf die dringend notwendige Revision. Seit dem 40 jährigen Gedenktag vor zwei Jahren spricht niemand mehr davon, aber die Wunden, die durch das ablehnende Verhalten der Bischöfe gegenüber der Enzyklika geschlagen wurden, sind bis heute nicht verheilt, im Gegenteil. Die Konsequenzen der Revolte gegen das Sittengesetz sind für jeden deutlich zu erkennen: der dramatische Zerfall der Ehe, die Relativierung der Geschlechtlichkeit im Zuge der neuen Ideologie von Gender Mainstreaming, die zwangsweise Einführung der Schulsexualerziehung, die Mißachtung des menschlichen Lebens von der Zeugung bis zu seinem natürlichen Tod. Die Folgen dieser unheilvollen Ablehnung von „Humanae vitae“ haben uns durch die Geschehnisse der letzten Wochen mit einem Donnerschlag eingeholt, und es ist dringend zu hoffen, daß endlich das große Erwachen einsetzt und vor allem die Bischöfe erkennen, daß es einen engen Zusammenhang gibt zwischen der Zurückweisung von „Humanae vitae“ und dem sittlich-moralischen Zerfall vor allem der westlichen Welt.

Im Hinblick darauf, daß in den 80-er Jahren des letzten Jahrhunderts bekannte Parteigrößen von Bündnis90/Grünen Anträge eingebracht haben, die darauf abzielten, sexuelle Handlungen von Erwachsenen mit Kindern zu legalisieren, können die z. Zt. laufenden Diskussionen über Kindsmißbrauch nur als Heuchelei und Verhöhnung der Opfern bezeichnet werden. Durch die Entkriminalisierung der Pädasexualität sollte – wie es damals hieß –„etwas für die Lebenssituation der pädophilen Menschen getan werden“. Dazu wollte man das Strafrecht ändern. Wer von Mißbrauch spricht, muß auch von diesen Wegbereitern sprechen, denn viele der bekanntgewordenen Mißbrauchsopfer sind im Zeitraum der 80-er Jahre angesiedelt. Dieselben Leute, die damals Wege zum Kindsmißbrauch öffnen wollten, und zwar per Gesetz, haben nun einen altbewährten Sündenbock gefunden – die katholische Kirche.

Die heutige Situation zeigt unmißverständlich: wir sind in einen Zustand eingetreten, den man getrost als den Beginn einer Christenverfolgung bezeichnen kann, auch in unseren Breitengraden. Beispiele dazu gibt es genügend:

Ende September 2009 stand die Veranstaltung „1000 Kreuze für das Leben“ im Rampenlicht der Medien. Der Bundesverband Lebensrecht hat seine Mitglieder und alle Menschen guten Willens aufgerufen, sich zu einem „Schweigemarsch für das Leben“ in Berlin zu versammeln. Trotz des massiven Widerstands der linksradikalen Gegner trafen sich am Samstag, den 26. September 2009, über 1300 Lebensschützer zu einer gewaltfreien Kundgebung für das ungeborene Leben. Ca. 400 linksorientierte Rädelsführer im Gefolge ihrer Mitläufer sowie Vertreter der PRO FAMILIA und der Partei DIE LINKE gingen mit aggressiven Parolen gegen die friedlichen Demonstranten vor. Ihnen wurden Kreuze entrissen und in die Spree geworfen, eine Bibel wurde angezündet, und beim Gottesdienst in der St. Hedwigs-Kathedrale wurden die Gläubigen mit Eiern beworfen.

In welcher Gesellschaft leben wir, wo Menschen auf das Übelste beschimpft, ja sogar bedroht werden, nur weil sie sich für das Leben einsetzen?

Eine Merkwürdigkeit war jedoch zu verzeichnen: Trotz der offensichtlich lautstarken und gewalttätigen Aktionen im Verlauf der Berliner Veranstaltung von Seiten der Linken war es seltsam still in den Medien und in der politischen Szene. Kein Aufschrei wegen der Schändung christlicher Symbole und der Verspottung von Christen. Nicht auszudenken, welch ein Aufruhr ein ähnliches Vorgehen gegenüber Menschen jüdischen oder muslimischen Glaubens ausgelöst hätte. Die Beleidigungen und verbalen Bedrohungen von Christen scheinen jedoch weder Politiker noch die Medienleute interessieren zu wollen. Was sich in Berlin abgespielt hat, deutet auf eine Entwicklung hin, die beklemmend ist. Meinungsfreiheit gilt offensichtlich nur noch für Befürworter der Kindstötungen. Auf jene aber, die ihre Stimme erheben gegen das Unrecht der Abtreibung, fällt das Beil der Verleumdung, der Häme und des Spottes, sie werden als engstirnig, homophob und faschistisch diffamiert. Die Anzeichen einer latenten, aber stets klarer sich abzeichnenden Christenverfolgung treten immer deutlicher zu Tage.

Der Kirche wird vorgeworfen, sie sei intolerant gegenüber den gesellschaftlichen Veränderungen. Es ist jedoch keine Frage der Toleranz, den Tod eines Menschen zu verhindern und körperliche und geistige Zerstörung von Frauen und Männern abhalten zu wollen, sondern es ist eine Frage der Wahrheit und Liebe warnend aufzutreten und Grenzen aufzuzeigen, gleichgültig wie ewiggestrig man auch eingestuft wird.

2000 Jahre nachdem der Engel des Herrn Maria die Botschaft brachte (am 25. März haben wir das Hochfest „Maria Verkündigung“ gefeiert) und ihr Fiat der Welt den Erlöser schenkte, hat sich das christliche Abendland für den Embryo als Zellhaufen entschieden und den Ungeborenen das Menschsein abgesprochen. Die Folge ist: Abtreibung bis kurz vor der natürlichen Geburt. Überdies beeilt sich die Wissenschaft, zur Umgehung der natürlichen Zeugung, immer perfektere Wege aufzuzeigen, um den Menschen nicht mehr zu zeugen, sondern ihn in vitro zu machen, zu produzieren. Der Fortschritt ist heute soweit fortgeschritten, daß Embryonen eingefroren und für medizinische Zwecke – gewissermaßen aus der Kühltruhe – entnommen werden können. Also Forschung und Familienplanung mit menschlichem Leben aus dem Eis? In Amerika ist es sogar möglich, eingefrorene Embryonen zu adoptieren. Die Entwicklung dieser wissenschaftlichen „Erfolge“ deutet nur auf eines hin:

„Abtreibung ist nicht nur eine millionenfach erlebte menschliche Tragödie, sondern längst auch ein Milliardengeschäft geworden“, schreibt Alexandra M. Linder in ihrem Buch „Geschäft Abtreibung“. Mutig und schonungslos hat sie die skandalösen Fakten und Zusammenhänge rund um dieses Geschäft aufgedeckt. Zum Beispiel ist wenig bis gar nicht bekannt, daß eine große Zahl von Impfstoffen, die auch in Deutschland erhältlich sind, mit Hilfe der „Reste“ abgetriebene Kinder hergestellt wird.

Ein weiterer Skandal ist die zunehmende Herstellung von Kosmetika aus getöteten Kindern. Eine besonders zynische Note erhält die Tatsache, daß seit März letzten Jahres in der EU ein Verkaufsverbot für Kosmetikprodukte und Kosmetik-Rohstoffe besteht, die an Tieren getestet wurden. Man will den Konsumenten damit einreden, sie würden nur „ethische Hautcremes“ kaufen, und durch ihren Kauf nicht irgendwelche Tierversuche unterstützen. „Menschen hingegen können unbedenklich für solche Tests verbraucht werden, hier spielt Ethik offenbar keine Rolle“ (Alexandra M. Linder „Geschäft Abtreibung).

Im April 1980 öffnete man einen Lastwagen an der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich und fand Hunderte von tiefgekühlten abgetriebenen Kindern darin. Sie sollten an verschiedene französische Kosmetikfabriken geliefert werden, die ihre Produkte als „absolut natürlich“ anboten.

Alexandra Linder weist darauf hin, daß besonders die Herkunft der Inhaltsstoffe von in China hergestellten Hautpflegeprodukten unter die Lupe genommen werden sollten, weil in diesem Land die Verwendung von Föten für alle möglichen Zwecke normal ist.

Am Karsamstag betet die Kirche aus den Klageliedern des Propheten Jeremias mit der sich wiederholenden Antiphon: Jerusalem, Jerusalem bekehre dich zum Herrn, deinem Gott!

Auch das 21. Jahrhundert wird wie der Psalmist die Hände zum Himmel erheben müssen und flehen: Herr, gedenke nicht unserer alten Missetaten, laß eilends dein Erbarmen uns entgegenkommen, denn bitter arm sind wir geworden.

Kardinal Newman hat die Zeichen der Zeit in großer Deutlichkeit schon Ende des 19. Jahrhunderts erkannt: „O Gott, die Zeit ist voller Bedrängnis“, betete er. „Die Sache Christi liegt wie im Todeskampf. Und doch – nie schritt Christus mächtiger durch die Erdenzeit, nie war sein Kommen deutlicher, nie seine Nähe spürbarer, nie sein Dienst köstlicher – als jetzt. Darum laßt uns in diesen Augenblicken des Ewigen, zwischen Sturm und Sturm, in der Erdenzeit zu ihm beten: O Gott, Du kannst das Dunkel erleuchten, Du kannst es allein.“

Wir wollen den Herrn über Leben und Tod um seine Hilfe und sein Erbarmen bitten:

Herr Jesus Christus, Du weißt um unsere Schwachheit. Laß besonders die jungen Menschen erkennen, daß die Geschlechtlichkeit etwas Geheiligtes und Ehrfurchtgebietendes ist.

Laß sie verstehen, daß wahre Liebe wartet.

Maria, Mutter der Suchenden und Irrenden: SCHENKE LICHT DEN BLINDEN!

Herr Jesus Christus, das menschliche Herz ist für die Liebe, aber auch für die Treue geschaffen. Laß die Eheleute erkennen, daß ihre Verbindung ein von Dir geheiligtes, unauflösbares Band ist.

Maria, Mutter der schönen Liebe: SCHENKE LICHT DEN BLINDEN!

Herr Jesus Christus, die Frau ist bestimmt, Leben zu geben. Laß die Frauen erkennen, daß Abtreibung keine bequeme Flucht aus einer peinlichen Situation ist. Gib jeder ungewollt schwanger gewordenen Frau die Einsicht, daß ihr Leben nach einer Abtreibung nie mehr so sein wird, wie zuvor.

Maria, Mutter der Verzweifelten: SCHENKE LICHT DEN BLINDEN!

Herr Jesus Christus, oft werden Frauen von ihren Nächsten bedrängt, ihr Kind töten zu lassen. Laß die werdenden Mütter Menschen finden, die sie in ihrer Entscheidung, dem Kind das Leben zu schenken, unterstützen und sie nicht allein lassen.

Mutter des Guten Rates: SCHENKE LICHT DEN BLINDEN!

Herr Jesus Christus, die Wunde der Abtreibung kann die Zeit allein nicht heilen.

Laß die Herzen der Frauen, die abgetrieben haben nicht kalt und leer werden. Gewähre ihnen Genesung durch Reue und Vergebung im Sakrament der Beichte.

Maria, Mutter der Reumütigen: SCHENKE LICHT DEN BLINDEN!

Herr Jesus Christus, unsere Welt braucht nicht nur Mütter, sie braucht auch Väter. Laß die Männer erkennen, daß das Bedürfnis eines Kindes nach einem männlichen, väterlichen Vorbild notwendig ist für seine geistig-seelische und körperliche Entwicklung.

Maria, Mutter der Ehrfurcht vor dem Kind: SCHENKE LICHT DEN BLINDEN!

Jesus Christus, unser Herr und Gott! Die Welt ist in großer Bedrängnis. Der Glaube an das Opfer Deiner Liebe am Kreuz und an Deine glorreiche Auferstehung von den Toten ist in vielen Herzen erkaltet. Sende uns Deinen Heiligen Geist, daß er uns erfülle mit seinen Sieben Gaben, die er verwaltet. Sie mögen uns zur Umkehr führen, denn der Unglaube des modernen Menschen zerstört unsere Heimat, unseren Kontinent, er zerstört Europa.

Daher möchte ich mit einer innigen Bitte schließen:

EUROPA! EUROPA! – BEKEHRE DICH ZUM HERRN

DEINEM GOTT!





Staatliche Heuchelei

21 03 2010

Die vorherrschenden Repräsentanten der derzeitigen  SPÖ / OVP Regierung haben zum überwiegenden Teil keinen Bezug zu Gott. Aus diesem Grund treffen auf sie folgende Aussagen gemäß der Bibel zu:

- Sie halten sich selbst für klug

Nachdem sie die Weisheit Gottes ablehnen, suchen sie Ersatz in unzähligen soziologischen Studien, welche eine Mischung aus Wahrem und Falschem sind. D.h. es ist eine Vermischung aus göttlicher und menschlicher Erkenntnis.

- Sie sind ihrem Verstand ausgeliefert, der zu keinem vernünftigen Urteil fähig ist

Durch die zuvor genannte Vermischung wird Gutes und Böses nicht ausreichend auseinander gehalten (wie z.B. die Legalisierung der Homoehe, der legalisierte Mord an ungeborenen Kindern und dgl.).

- Sie verlieren sich in schändlichen Leidenschaften

Das äußert sich z.B. daran, dass sich Menschen auf höchster gesellschaftlicher Ebene öffentlich als Schwule oder Lesben bekennen. Anstelle angeborener Scham präsentieren sie ungeniert ihre Perversion der Öffentlichkeit. Man könnte hier noch Vieles anführen, worauf ich verzichte.

- Sie sind allesamt Heuchler und Lügner

Während sie es als gesellschaftlichen Fortschritt betrachten, ihren persönlichen perversen sexuellen Neigungen unter staatlichem Schutz nachzugehen, zeigen sie sich schockiert, wenn Repräsentanten der Amtskirchen mit ähnlichen Problem kämpfen, wie die letzten Pädophiliefälle der katholischen Kirche gezeigt haben.

Es besteht aber ein Unterschied: Während die Kirche ihre Fehltritte bedauert, fordern unsere Politiker doch genau die Anerkennung vieler solcher perverser Praktiken!

Man wird nun sagen, dass es sich bei Pädophilie um Kindesmissbrauch handelt. Gut, da stimme ich zu, aber warum ist dann ein ungeborenes Wesen wiederum kein Kind und darf daher getötet werden? Wo zieht die Regierung denn nun die Grenze? Löst diese widersprüchliche Logik nur in meinem Geist Befremdung aus? Ich hoffe nicht.

Nun will ich hier weder die katholische Kirche in Schutz nehmen noch unsere gewählten Politiker verurteilen oder umgekehrt, denn Unrecht ist immer Unrecht, nur auf eines möchte ich hinweisen:

„Fürchte Gott und halte die Gebote“ – ein weiser Spruch, den schon König Salomon zitierte – hier liegt mehr Weisheit drin, als in tausenden Studien über das Für und Wider vieler politischer Angelegenheiten!