Märtyrerkanzler

24 07 2010

Von Assemani

Morgen, am 25.07.2010, jährt sich die Ermordung von Bundeskanzler Dr. Engelbert Dollfuß durch nationalsozialistische Putschisten zum 76. Mal.

Diesem großen Österreicher soll hier Reverenz erwiesen werden.

Was umso angemessener ist, als sich in der offiziösen bis offiziellen Geschichtsschreibung  (Wer schreibt die eigentlich?) und mainstream-Publizistik (Wer publiziert die eigentlich?) praktisch eine Gleichsetzung oder doch wenigstens eine innere Beziehung des ständestaatlichen Systems mit dem Nationalsozialismus eingeschlichen hat. Man spricht von beiden Systemen als von „faschistisch“ und klagt Dollfuß absurderweise an, er habe den Weg für Hitler bereitet.  (Bizarrerweise fordern die sogenannten „Grünen“ derzeit eine Rehabilitierung aller Justizopfer des Ständestaates – mit Ausnahme der nationalsozialistischen. Das heißt im großen und ganzen, daß der rote Terror der Zwischenkriegszeit reingewaschen und als „demokratischer Kampf“, oder so ähnlich,  gerechtfertigt werden soll.)

Man kann zum Wirken von Engelbert Dollfuß legitimerweise verschiedene Meinungen haben, man mag die ständestaatliche Ordnung aus der Sicht der freien Marktwirtschaft ablehnen, man mag die Todesurteile oder doch einige von ihnen moralisch verurteilen (wie es der katholische Philosoph und Konvertit Dietrich von Hildebrand gegenüber Dollfuß selbst getan hat), man mag die damalige enge Verbindung von Staat und Katholischer Kirche aus verschiedenen Gründen problematisch finden, das ist sicher alles legitim, aber man darf diesem Großen der österreichischen Geschichte nicht den guten Willen absprechen.

Leider wird derzeit das Andenken an einen Mann, der den Frieden wollte, mit Schmutz beworfen. Es kann nicht angehen, daß auf marxistischen Druck hin die Kirche selbst das Andenken an Dollfuß relativiert: Der Klubchef des oö. SPÖ-Landtagsclubs pfeift, der Linzer Dompfarrer springt und bringt eine Zusatztafel beim Dollfuß-Gedenken am Domportal an. Die sozialistischen Jungorganisationen demonstrieren vor der St. Pöltner Prandtauerkirche, der Bischof läßt das Fresko mit dem Abbild des Bundeskanzlers verhängen. Vor wenigen Monaten wurde das Dollfuß-Relief in der Seitenkapelle der Wiener Michaelerkirche Ziel eines Farbanschlages. Mittlerweile ist es restauriert. Aber man konnte in der Öffentlichkeit nichts von dem feigen und nichtswürdigen Anschlag hören. Das ist eine Schande.

Ungeachtet der unterschiedlichen Bewertungen zu diesem und jenem Aspekt von Politik und Lehre von Engelbert Dollfuß (soweit alle Archive eben schon ausgewertet sind oder auch nicht) muß man dreierlei anerkennen, und darauf möchte ich mit diesem Beitrag hinaus:

1. Engelbert Dollfuß war der einzige Staatsmann, der im Kampf gegen Hitler fiel. Als man in Prag noch meinte „Lieber Hitler als Dollfuß“ und als London und Paris auf Beschwichtigung setzten (was bis in die Preisgabe Österreichs und in das unrühmliche Münchner Abkommen mündete), hat Österreich in Gestalt eines aufrechten Christen und Patrioten ein kompromißloses Nein zum Nationalsozialismus gesagt.

 2. Im Jahr 1934 war seit geraumer Zeit (nämlich seit dem Kommunistischen Manifest und den anderen Wahnphantasien des falschen Propheten aus Trier) erkennbar, daß der Marxismus ein totalitäres und blutrünstiges System ist, das in Form der sowjetischen Revolution, der Rätediktaturen in München und in Budapest und der Verbrechen in Spanien zu ungeheurem Blutvergießen geführt hat und noch führen sollte, ja mußte. Daß also irgendein sozialistisches System, und auch wenn es sich „sozialdemokratisch“ nannte, das anstreben hätte sollen, was wir normalerweise unter „demokratisch“ verstehen, ist eine lächerliche Lüge und eine absurde Geschichtsklitterung. Der Austromarxismus bediente sich ja der gleichen Terminologie wie seine Genossen in Moskau, so wurde die „Diktatur des Proletariats“ als Zielvorgabe des Linzer Programms genannt. Kann man es einem Regierungschef verdenken, daß er im Falle eines solcherart motivierten Aufstandes wie eben am 12. Februar 1934 mit dem Schlimmsten rechnet und entsprechend hart durchgreift (wenn auch bei weitem nicht so hart, die es die gängige Geschichtsklitterung vorgibt)? 

3. Nach der Aussage eines mir bekannten Priesters sei Bundeskanzler Dollfuß nicht lange vor seiner Ermordung in Mariazell einer Vision Marias bzw. einer Art innerer Einsprechung gewürdigt worden. Er sei im Anschluß an das Gebet kreidebleich und in großer Eile mit dem Taxi nach Wien gefahren. Der Inhalt der Vision war dem Vernehmen nach die Bitte, sein Leben für Österreich anzubieten. Vermutlich wird man das nie genau erfahren können. Aber in der Todesstunde und angesichts seiner Mörder zeigte sich die Größe von Engelbert Dollfuß. Zu seinen letzten Worten gehörte: „Ich wollte nur den Frieden. Den anderen möge der Herrgott vergeben.“ Kein Mensch, der im Leben nicht das Gute wollte und mit Gott verbunden war, kann auf diese Weise sterben. Insofern ist die Geschichte von der Vision nicht unglaubwürdig und paßt zu einer tiefgläubigen Lebensführung.

Dollfuß ist nicht davongelaufen. Er hat sich nicht ins Exil verkrochen. Er hat keinen Kuhhandel mit Hitler abgeschlossen. Er hat seine Überzeugungen nicht verraten. Er hat beide diktatorischen Wahnsysteme bekämpft. Das muß anerkannt werden.

In diesem Sinne möchte ich an alle p. t. Leserinnen und Leser guten Willens appellieren, das Wirken und das letzte Zeugnis von Engelbert Dollfuß – ungeachtet aller Differenzen in der Beurteilung aller sonstigen Details seiner Politik - der paulinischen Anweisung (Röm 13, 7) gemäß zu würdigen:

Ehre, wem Ehre gebührt.





Gottesliebe

15 07 2010

Die Katholische Kirche feiert heute den hl. Bonaventura (1221 – 15.07.1274), Kirchenlehrer, Mystiker, Generaloberer des Franziskanerordens, bekannt als „Doctor seraphicus“. Er gilt als Fachmann für den Aufstieg zu Gott und als Künder und Lehrer der Liebe zu Gott.

Ohne auf seine Person und sein Werk hier näher einzugehen, soll der eine Aspekt seines Schaffens, für den er berühmt geworden ist, deutlicher hervorgehoben werden: die Gottesliebe.

Was ist Gottesliebe? Und warum ist das für eine politische Seite relevant?

Unvermeidlicherweise ist es so, daß der Mensch in der Praxis so handelt, wie er im Inneren glaubt und überzeugt ist.

Unvermeidlicherweise ist es auch so, daß der Mensch sich an etwas orientiert. Unvermeidlicherweise muß der Mensch wählen zwischen der Ausrichtung an Gott und der Ausrichtung an etwas Zeitlichem, Geschaffenem, Vergänglichem - das dann zum Götzen wird und zum Einfallstor für das Böse: Entweder der Mensch liebt Gott bis zur Verachtung seiner selbst oder er liebt sich selbst bis zur Verachtung Gottes (wie ein anderer Lehrer der Liebe, der hl. Augustinus, 354 – 28.08.430,  gesagt hat). Etwas drittes gibt es nicht. Das ist die radikale Alternative, auf die jedes Leben hinausläuft.

Gehen wir von unserer alltäglichen Erfahrung aus: Es gibt Menschen, die das Gute ausdrücklich und bewußt wollen und sich – bei allem Scheitern und aller Schwäche und Unvollkommenheit – darum bemühen und es gibt Menschen, die das Gute nicht wollen bzw. die sich dafür nicht interessieren. Viele kümmert sich nur um  kurzfristige – und vermeintliche –  Eigeninteressen. Manche wiederum wollen ausdrücklich das Verbrechen,  ja das Böse selbst  (was vermutlich nur selten in ganz bewußter Weise vollzogen werden dürfte).  

Wer das Gute tun und vollbringen will, wird bald die Entdeckung machen, daß das nicht so einfach ist. Es gibt viele innere und äußere Widerstände. Der Aufstieg zum Guten läßt sich nicht durchführen, wenn man den Guten, Gott, nicht ausdrücklich sucht. Von Gott stammt alles Gute. 

Jetzt ist es aber so, daß Gott durch sein geschichtliches Eingreifen einen konkreten Weg geöffnet hat, auf dem wir ihm begegnen können und sollen.  Nicht alle Wege, die vermeintlich zu Gott führen, können das leisten, weil sie ja grundverschieden und widersprüchlich sind, wie wir an den „Religionen“ und Heilsversprechen sehen.  

Worauf ich hier aber hinauswill, ist, daß es für die Politik und Wirtschaft, für die menschlichen Beziehungen und die Beziehungen der Völker, für Gerechtigkeit und Nächstenhilfe, Gesetzgebung, Wohlfahrt, Gesundheitswesen, Umweltschutz und alle anderen Bereiche des Lebens einen Unterschied macht, ob sich die Menschen überhaupt „guten Willens“, „bonae voluntatis“ sozusagen, dafür interessieren oder ob es ihnen egal ist. Um wieviel mehr macht es einen Unterschied, ob die Zeitgenossen tatsächlich Gott lieben wollen, gemäß dem „Großen Gebot“, oder ob sie sich nicht darum kümmern oder – abgründige Möglichkeit des Menschsein – ob sie ihn hassen.

Das Wollen ist der erste Schritt zur Gottesliebe. Die Gottesliebe ist Anstrengung („mit ganzem Herzen, mit all deinen Gedanken und mit all deiner Kraft“) und gleichzeitig  – wie menschliche Liebe und Freundschaft auch – ungeschuldetes Geschenk.  Wir können sie nicht ganz durchschauen, sie bleibt Geheimnis.

Es ist trivial das festzuhalten, manchmal muß man aber das Offenkundige besonders betonen, wiederholen und verkünden: Eine Gesellschaft, in der die Gottesliebe gedeiht und die Bereiche des Lebens erfüllt, muß anders ausschauen als eine Gesellschaft, in der das nicht geschieht. Das müßte auch einem Atheisten oder Agnostiker klar sein. Eine Gesellschaft, in der es die Gottesliebe nicht einmal dem Begriff nach gibt, muß in Terror, in Angst und Schrecken, im Polizeistaat und in der Diktatur enden.

Diese Analyse macht auch klar, daß nicht alles, was sich „Gott“ nennen läßt, auch tatsächlich Gott ist.

Freilich kann es eine halb-unbewußte Gottesliebe geben (nämlich durch eine Ausrichtung am erkannten Guten, wie unvollkommen auch immer), aber ganz real ist sie nur, wenn sie ausdrücklich und bewußt ist und sich von der Gnade Gottes leiten und stärken läßt.

Dazu hat sich Gott als die Liebe  geoffenbart, wie auch die hl. Schrift des Neuen Bundes sagt. In der Dreifaltigkeit gibt es nur Liebe und Gemeinschaft. Das gilt es nachzuahmen.

Somit müßte es klargeworden sein, inwiefern die Gottesliebe gesellschaftlich und politisch relevant ist.

Darauf wollte ich hinaus. Dafür kann auch der Heilige des heutigen Kalendertages Inspiration und Stärkung bieten. Auch diejenigen p. t. Leser, die nicht gläubig oder nicht katholisch sind, können einmal in das Werk des hl. Bonaventura hineinschmökern und auf sich wirken lassen, was er zu sagen hat. Vielleicht haben die „Mittelalterlichen“ doch mehr zu sagen, als man glaubt.





Familie und Kinder haben Zukunft

2 07 2010

Erziehungstrends

Kinderlose sterben aus.

von Hans Thomas

Wenn die Politik von Familie und Kindererziehung spricht,
muss man genau hinhören.
Speziell sind die Antennen auszurichten auf den Trend:
:arrow: Soll die Familie in ihren ureigensten Kompetenzen gestärkt werden
oder geht es – unter dem Vorwand sozialer Wohltaten, wie es sich versteht -
:arrow: um die Verstaatlichung der Kindererziehung?

So hatten Ideologen unterschiedlichster Schattierung schon immer etwas gegen die eigenständige, unabhängige und daher schwer manipulierbare Familie.

Die Versuchung ist groß, das DDR-Modell eines staatlichen Kinderbetreuungssystems zu übernehmen: flächendeckend mit Kinderkrippen, -horten und Ganztagsschulen….

Eine Folgegeneration tauglicher Bürger
verdankt die Gesellschaft entscheidend der Familie.
Leistungsfähigkeit setzt Selbstvertrauen und Zuversicht voraus,
und beides wiederum die Grunderfahrung, als Mensch geschätzt,
angenommen und – hoffentlich – geliebt zu sein.
Das gewährleistet nur die gesunde Familie….

Um nur einige der Probleme zu nennen:
:arrow: die Zunahme verhaltensgestörter Kinder mit nachfolgenden Schul- und Gewaltproblemen bis zur Jugendkriminalität;
:arrow: dann der Geburtenmangel, zuerst mit den Folgen alternder Bevölkerung und unsicherer Sozialsysteme;
:arrow: dann mit der Problemreihe: schrumpfende Bevölkerung – hohe Zuwanderung – Integration – innere Sicherheit – Fremdenfeindlichkeit….

Kinderlose sterben aus.
Völker so gut wie Familien….

Weiter im Original bei Erziehungstrends.de….


Weitere Hinweise hier:

Verstaatlichung der Kinder

Kleinkind bei Mama & Papa – Tagesmutter o. Krabbelstube

Kinder als Geschenk – und neues Selbstbewußtsein der Mütter

Ein Dutzend gute Gründe für ein Elterngehalt

Die gute alte Familie ist doch das Beste…

Kinder vorbereiten auf das Leben, Elternschulung – das Elternkolleg von Christa Meves

Familiennetzwerk Deutschland „Familie ist Zukunft“





Der Staat könnte sofort neun Milliarden Euro sparen!

27 06 2010

Der Staat könnte sofort

neun Milliarden Euro sparen!

von Dr. Maria Steuer

Jeder weiß inzwischen, dass der Staat sparen muss.
Es stellt sich nur die Frage, wo der Rotstift angesetzt werden soll.
Wieder einmal sind sich alle einig,
dass an dem vom Familienministerium einmal
eingeschlagenen Weg nicht gerüttelt wird -
er wird unbeirrbar, starr und rigide weiter verfolgt,
koste es was es wolle.
Am Krippenausbau wird festgehalten ist der allgemeine Konsens.

Wir wissen, dass durch die Erhöhung der Müttererwerbstätigkeit der versprochene Rückgang armer Familien ausgeblieben ist. Wir wissen, dass die erwartete Zunahme von Geburten in Deutschland ausgeblieben ist. Wir wissen, dass für mehr als 35% der unter dreijährigen Kinder Kitaplätze gebaut werden. Wir wissen, dass ein positiver Effekt frühkindlicher Bildung nicht nachweisbar ist. Wir wissen, dass der Weg weg von familiärer Erziehung zur institutionellen Betreuung ein Weg in die Sackgasse ist – ohne Wendemöglichkeit…

Weiter auf DIE FREIE WELT, Maria Steuer

und Jürgen Liminski





Das Geheimnis erfolgreicher Bildung (beginnt beim Säugling)

27 06 2010

Die Tagung „Das Geheimnis erfolgreicher Bildung“ war ein voller Erfolg.

Die Vorträge waren exzellent, die Stimmung der Teilnehmer
von Aufmerksamkeit und Engagement geprägt
und die Medienreaktionen überwältigend.

Sie können auf unserer Webseite nach und nach alles nachlesen: die Vorträge der Referenten, die Pressereaktionen, Bilder von der Tagung, u.v.a.m.

Die nächsten zwei Wochen finden Sie den Vortrag von Wolfgang Bergmann, den er wegen seiner Krankheit nicht halten konnte, als Video auf der Startseite.

Demnächst besteht zusätzlich die Möglichkeit, die Vorträge einzeln als CD oder DVD hier zu bestellen.

Wir möchten uns bei allen Unterstützern an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken!

Herzliche Grüße

Maria Steuer
(für den Vorstand)

email: m.steuer@familie-ist-zukunft.de
Familie ist Zukunft

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Siehe auch auf DIE FREIE WELT

und Jürgen Liminski





Der Disput um die Sterbehilfe

26 06 2010

Aktiv, passiv oder überhaupt nicht?

von Dennis Riehle, Konstanz

Der deutsche Bundesgerichtshof hat mit einer „wegweisenden“ Entscheidung – wie es die Medien formulieren – neue Richtlinien für den Umgang mit der Sterbehilfe gesetzt. In einem Urteil, das als grundsätzliche Aussage über das „würdevolle Sterben“ des Menschen gewertet wird, wurde die passive Sterbehilfe als rechtskonform beschrieben – solange, wie sich der Patient gegen lebensverlängernde Maßnahmen ausgesprochen hat und unabhängig davon, wie die äußere Einschätzung (von Ärzten, Pflegekräften oder Angehörigen) ausfällt.

Der Wille eines Patienten und dessen Freiheit, sich für den Tod zu entscheiden, wenn keine Aussicht auf Heilung oder Besserung eines „menschenunwürdigen“ Zustandes besteht, wird nach Ansicht des Gerichts als Maßstab dafür angesetzt, wie sich die Umgebung des Betroffenen in der letzten Lebensphase zu verhalten hat. Der uneingeschränkte Zuspruch der Richter, den Wunsch des Kranken respektieren zu müssen und dafür Sorge zu tragen, dass dieser eingehalten und ihm nicht widersprochen wird, wird einerseits als Meilenstein für die individuelle Freiheit des Menschen gesehen. Andererseits tun sich nicht nur bei den Formulierungen Fragen und Zweifel auf.

Recht bald nach dem Urteil traten neben den erleichterten Stimmen der Kläger und einem Jubel derer, die in der Liberalisierung der Sterbehilfe einen Fortschritt für mehr Menschlichkeit sahen, auch die Einwände auf, die bei solch einer Diskussion unabdingbar sind: Ist Sterbehilfe überhaupt mit dem Grundgedanken eines geschenkten Lebens vereinbar? Wo setzen wir die Unterscheidungen zwischen einer „aktiven“ und „passiven“ Sterbehilfe? Wie kann ich sicher gehen, dass der Patient seinen Willen tatsächlich eindeutig und ohne äußere Beeinflussung geäußert hat?

Auf viele dieser Fragen soll die „Patientenverfügung“ eine Antwort geben: In ihr wird festgehalten, was sich ein Mensch für den Fall unveränderbaren Leidens an Schläuchen, mit künstlicher Ernährung und im Dauerkoma wünscht. Dabei hat das Gericht festgehalten, dass das Abstellen eines lebenserhaltenden Gerätes als passive Sterbehilfe rechtens ist. Ein vorsätzliches Herbeiführen des Todes durch die Gabe einer Übermenge an Arzneien dagegen wird als aktive Sterbehilfe untersagt.

Man kann mit gutem Gewissen fragen, an welchen Stellen hier eine Unterscheidung getroffen werden kann. „Aktiv“ wird man auch bei der „passiven“ Sterbehilfe. Mit einem Knopfdruck, mit einem Durchtrennen der Zufuhr von Nahrung oder anderem Abschalten von Geräten, die einen Menschen am Leben erhalten. Die Krux der modernen Medizin, die ein Leben am Leben erhalten kann, eröffnet an dieser Stelle überhaupt erst eine Diskussion, die aus ethischer und moralischer Sicht kaum zu einem zufrieden stellenden Ergebnis führen kann.

Die Richter hielten auch fest, dass bereits eine verbindliche mündliche Zusage eines Patienten als Verfügung angesehen werden kann. Der Nachweis, dass solch ein Gespräch geführt wurde, wird in den seltensten Fällen nachgewiesen werden können. Und auch die Gewissheit, ob sich ein Mensch bei seinen Äußerungen in einem Zustand befindet, der als rechtlich verbindlich betrachtet werden kann, ist nach Ermessen auslegbar.

Das Justizministerium sieht keinen Handlungsbedarf, diese Grauzonen nochmals deutlicher zu definieren. Und macht damit den Weg frei für Deutung, Interpretation und Abwägung über das Leben eines Menschen. Unbestritten scheint auch, dass über das Thema Sterbehilfe diskutiert werden muss. Natürlich sind solche Debatten notwendig, wenn wir uns in einem Zeitalter befinden, in welchem uns die Technik ermöglicht, selbst „Herr“ über Anfang und Ende des menschlichen irdischen Daseins zu spielen – so meinen es die Befürworter. Gleichzeitig müsste man auch fragen: Offenkundig ist das Vertrauen der wissenschaftlich Vernarrten in ihre Erfolge doch nicht so groß, dass sie in Erwägung ziehen, sich auch über folgenden Gedankengang bewusst zu werden: Ein Patient, der aus medizinischer Sicht heute als nicht heilbar gilt, kann – bei zunehmenden Möglichkeiten und Entwicklungen – vielleicht nächstes Jahr als rehabilitierbar angesehen werden. Doch dann könnte es zu spät sein: Der Griff zum Schalter der Atemmaschine war vielleicht bereits getätigt worden – so, wie es der Patient „verfügt“ hat.

Klar scheint eines: Alle Entscheidungen in die Richtung von stärkerer Freiheit für den Menschen entfernen sich von dem Vertrauen in einen Tod, der nicht durch uns selbst bestimmt wird. Leid, das heute schnell als unerträglich und als nicht zumutbar betrachtet wird, verführt zu voreiligen Entschlüssen, einem Schöpferwillen zuvor zu kommen. Wie kann es ein liebender Gott zulassen, dass ein Mensch in seinem hilflosen Zustand länger durchhalten muss? Die Anschuldigungen an denjenigen, der das Leben gegeben hat, werden groß, wenn er dieses Leben nicht zu einem Zeitpunkt beendet, an dem es uns für sinnvoll erscheint.

Dass der Mensch den Absichten Gottes aber nicht so einfach in die Karten schauen kann, wie er es bei seinem medizinischen Vorankommen in Wissenschaft und Forschung erhofft, wird dabei außer Acht gelassen. Nein, wir können in so vielen für uns nicht nachvollziehbaren Momenten kaum begreifen, welche Absicht Gott damit verfolgt. Wer Sterbehilfe zulässt, muss sich nicht nur bewusst werden, dass sein Handeln auf den irdisch und für unser Denken rationell eingeengten Horizont und dessen engen Spielraum an Möglichkeiten beruht. Er muss sich auch verdeutlichen, dass sein Tun dem eigenen Streben nach der Vollkommenheit des menschlichen Einflusses widerspricht. Und nicht zuletzt bleibt anzumerken: Sterbehilfe mag vielleicht dem von Entmutigung und Hoffnungslosigkeit geprägten menschlichen Willen entsprechen, durchkreuzt möglicherweise aber vorzeitig den Willen Gottes – und damit einen in sich, und für uns manches Mal Kopfschütteln auslösenden, Plan, der nicht nur Wendungen und Überraschungen, sondern stets auch ein Geheimnis in sich birgt, welches wir durch unser Großmachen unserer Freiheit dann nicht mehr erleben dürfen. Mit Sterbehilfe stirbt nicht nur ein Leben, sondern auch die Hoffnung auf das Unerwartete.





Die Rolle der Türkei

25 06 2010

Daniel Pipes schrieb einen sehr interessanten Kommentar über die Entwicklung und die aktuelle Rolle der Türkei.

Lesen Sie unter: http://de.danielpipes.org/8533/islamistische-tuerkei





Klare Worte zum drohenden Maulkorb

22 06 2010

Verweis auf einen Artikel von Hr. Prüller „Die Presse“, Online Ausgabe 19.06.2010

Wenn die Freiheit ganz leise Ade sagt

Diskriminierung ist schlecht, Antidiskriminierung ist gut. Aber wenn die Antidiskriminierung zur unwidersprochenen Staatsideologie der EU wird, bleibt der freie Mensch irgendwann auf der Strecke. Dass kaum einer darüber redet, beunruhigt.

Erstaunlich ist vor allem die Stille: Da wird in der EU seit dem Jahr 2008 eine Richtlinie ins Rennen geschickt, die weiter und tiefer in die Privatautonomie des einzelnen Bürgers eingreift als jemals zuvor in der Geschichte der Europäischen Union – und kaum jemand erfährt davon….

hier gehts zum ganzen, äußerst lesenswerten Artikel






Bundesländer: „Keine Sparmaßnahmen auf Kosten von Familien“

20 06 2010

Keine Streichung der 13. Familienbeihilfe

Wichtige Themen, zukunftsweisende Beschlüsse und intensive Diskussion über die familienpolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre: Bei der Konferenz der Landesfamilienreferenten im südsteirischen Schloss Seggau einigten sich die Bundesländer auf mehrere Beschlüsse und neue Verhandlungen mit dem Bund. Einzig die zuständige VP-Familienstaatssekretätin Christine Marek fehlte.

Brennendes Thema waren in Seggau unter anderem die Familienleistungen: „Jene Argumente, die zur Einführung der 13. Familienbeihilfe im Herbst 2008 führten, haben auch heute noch Gültigkeit“, betont die steirische Landesrätin und damit Gastgeberin der Konferenz, Elisabeth Grossmann. Deshalb fordert die LandesfamilienreferentInnenkonferenz die Bundesregierung auf, die Beibehaltung der 13. Familienbeihilfe sicher zu stellen. „Dieser gemeinsame Beschluss zeigt, dass die Bundesländer gerade auch im Familienbereich selbstbewusst gegenüber Bund auftreten.“

Auf einhelligen Protest der Länder stoßen die Sparpläne des Wirtschaftministeriums: Die kolportierten Globalsummen von 240 Millionen Euro Einsparungen im Familienbereich für das Jahr 2011 und 400 Millionen Euro bis 2014 werden dezidiert abgelehnt.

„Über all dies hätten wir gerne direkt mit der Staatssekretärin gesprochen“, kritisiert Elisabeth Grossmann. „Leider war ihr der Termin hier in der Steiermark offenbar nicht wichtig genug!“

Die nächste LandesfamilienreferentInnenkonferenz wird im kommenden Jahr in Tirol stattfinden.

Abtreibungsstatistik war auch ein Thema

Was in dem oben stehenden Text – der auf einer Aussendung der steirischen SPÖ-Landerätin basiert, fehlt, ist der Hinweis auf den einzig wirklich kontrovers diskutierten Tagesordungspunkt. Salzburg, Oberösterreich und Tirol forderten eine bundesweite Statistik über die Abtreibungsfälle, um dann besser präventiv schützen zu können. Besonders Salzburgs Familienlandesrätin Doraja Eberle hat wie eine Löwin für diese Statistik gekämpft. Leider müssen alle Beschlüsse der offiziellen Länderkonferenzen einstimmig fallen. Obwohl andere „rote“ Bundesländer wie Steiermark oder Burgenland und auch das „orange“ Kärnten mitgegangen wären, stemmte sich alleine das Land Wien mit Stadtrat Oxonitsch an der Spitze gegen einen solchen Beschluss.

Mit vernünftigen Argumenten kann man eigentlich keine Statistik – egal über was – ablehnen. Gerade im Gesundheitsbereich gibt es hunderte meldepflichtige Krankheiten und Operationen. Wien war aber der Meinung, dass wir ohnehin wissen würden, warum Abtreibungen vorgenommen werden. Es wurde u.a. Probleme mit der Wohnung, mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und ein angeblich schwieriger Zugang zu Verhütungsmitteln von den Wiener Rathaussozialisten genannt. Wenn man dieser Argumentation folgt (wir wissen die Lösung, deshalb brauchen wir keine Statistik), so müsste man auch die Meldung und Zählung von HIV Erkrankungen abschaffen. Offenbar haben die Wiener Sozialisten nur Angst davor, dass man schwarz auf weiß erfährt, wieviele Kinder im Mutterleib getötet werden und so die Bevölkerung zu der Meinung kommt, dass die Fristenregelung offenbar doch kein gerechtes Gesetz ist.





Gratiskindergarten oder Wahlfreiheit_glückliche Kinder!?

19 06 2010

Ein offener Brief an Herrn Landesrat Stockinger (Oberösterreich) vom 5.  Juni 2010:

Sehr geehrter Herr Landesrat Stockinger!

Danke für Ihre Antwort vom 26. 5. 2010; es ist bereits die dritte in unserem Gespräch.
Wir schätzen Ihre Bürgernähe und das Ernstnehmen unseres Anliegens.
Wir bedauern Ihren Abgang aus der Politik.

Allerdings haben Sie unser Anliegen etwas mißverstanden.
Es geht uns nicht um die Wiedereinführung von Kindergartengebühren.
Nein, wir wollten der oberösterreichischen Landesregierung
und hier vor allem der ÖVP helfen,
- einerseits Kosten zu sparen,
- anderseits die Integration von Ausländern voranzutreiben.
Die FPÖ hat übrigens unser Anliegen sehr gut verstanden,
wie deren Antworten auf unsere Aussendungen zeigen.

Sie sehen die Wahlfreiheit gegeben, wenn die
öffentliche Hand 100% der Kosten für den Kindergarten übernimmt,
die Eltern dagegen mit 10% davon abgespeist
werden?
Natürlich ist das besser als das Ziel der Linken (SPÖ und Grüne):
die totale Verstaatlichung der Kinderbetreuung.
Aber gerecht ist das nicht, und der Wahlfreiheit entspricht das auch nicht.
Wie uns scheint, haben Sie die Untersuchung des Otto-Wolff-Instituts
(Wahlfreiheit durch subventionierte Krippenplätze?) nicht gelesen.

ÖVP in der Populismusfalle
Die ÖVP hat ja im Landtagswahlkampf 2009 der SPÖ
den Leckerbissen Gratiskindergarten weggeschnappt.
Sie ist damit voll in die Populismusfalle gestiegen……

Wir wollen echte Wahlfreiheit zwischen Kinderbetreuung zuhause
und (ganztägiger) Kinderbetreuung in öffentlichen Einrichtungen,
die übrigens sehr teuer ist, wie Sie bestimmt wissen.
……..

Und nicht zu vergessen – der Generationenvertrag:
Vor allem die kinderreichen Familien erbringen die Leistung
für alle Kinderlosen: sie ziehen deren Beitragszahler auf.

…….

Bildungsvorteil durch (frühestmögliche) Fremdbetreuung?
Der (manipulativ behauptete) Bildungsvorteil schmilzt sehr schnell dahin,
je kleiner die Kinder sind. Das zeigen viele Studien von Fachleuten .
Mutterliebe macht Kinder stark für das Leben.
………..

Wir Eltern wissen selber, was für unsere Kinder am besten ist
und die Mütter sind heute deutlich selbstbewußter geworden.
………

Zuletzt – unser Hauptziel: Kinder an die erste Stelle setzen!
Für unsere Kinder wollen wir das Beste_für Körper und Seele!

Mütter leisten Großartiges – das muß höher geschätzt werden!
…………..

Wir wollen glückliche Kinder!

Der gesamte Schriftverkehr ist

HIER zu sehen…..

Weitere Hinweise:

Wahlfreiheit für Mütter, Mütter sind mündige Bürgerinnen

Pflegegeld für Kinder – gleiches Recht für alle

Ein Dutzend gute Gründe für ein Elterngehalt

Verstaatlichung der Kinder

Kleinkind bei Mama & Papa – Tagesmutter o. Krabbelstube

Kinderbetreuung gratis, aber nicht kostenlos!

Politik schafft die Hausfrau ab – wie im Sozialismus!

Steven Biddulph „day care is bad for babies!“