Über’s Ziel hinaus?

10 11 2009

Mann als ZielWenn wir uns heute Themen im Zusammenhang mit der Schaffung einer “besseren Gesellschaft” anhören, die international diskutiert werden, dann taucht immer wieder der Begriff “Gleichstellung” auf.

Quer durch die Bank und alle Lebensbereiche scheinen die politischen Vordenker die Meinung zu vertreten, dass ungleich das gleiche sei wie ungerecht – das ungerecht das gleiche sei wie Unrecht – und die Beseitigung des Unrechts daher sinnvoll über die Beseitigung alles Ungleichen zu erfolgen habe – ganz gleich wie.

Daher wird vor allem im Bezug auf Mann und Frau behauptet, die Wurzel alles Negativen, was die Frauen in den vergangenen Jahrhunderten in den verschiedenen Kulturen un Gesellschaften erdulden mussten liegt in der Ungleichheit zum Mann bzw. in der Ungleichbehandlung durch den Mann und eine männliche dominierte Welt(!). Unbestritten ist, das sich die Männer im Zuge der Geschichte nicht mit Ruhm bekleckert haben und es lange gedauert hat, bis den Frauen der Zugang zu grundlegenden Rechten (Recht auf Bildung, Recht auf Arbeit, Wahlrecht, uvm.) ermöglicht wurde bzw. die Frauen sich diesen Zugang erkämpft haben.

Obwohl dieser Prozeß zu einer Gesundung der Gesellschaft führte und noch führt und eine Annäherung von Mann und Frau als gleichberechtigte Partner in der Gestaltung dieser schönen, uns geschenkten Welt sehr wünschenswert ist, scheint es heute so, dass wir uns wieder voneinander entfernen. Denn in dem Maße, wie die Männer begreifen, was sie an den Frauen haben, vergessen einige Frauen, was sie an den Männern haben (könnten). So gibt es heute Frauenministerien, Gleichstellungsbeauftragte, Quotenregelungen einfordernde Initiativen, Frauenschutzorganisationen, u.v.m., die vorwiegend (wie könnte es anders sein) ausschließlich die Rechte der Frauen im Blick haben und dies zumeist ohne ehrliche Reflexion auf die Auswirkung auf den Gegenüber, nämlich den Mann, bzw. auf die Beziehung von Mann und Frau im Kontext von Ehe, Familie, Kindererziehung und Gesellschaftsgestaltung.42-16610950

Weil tatsächlich die “Gleichstellung”, die von einer kleinen. in Wahrheit nicht representativen Gruppe innerhalb der Frauen betrieben wird kein Mandat ihrer Geschlechtsgenossinnen hat und daher Gefahr läuft, am Patienten “vorbei zu operieren”. Unglücklicherweise sind wir aber so auf einem Weg, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen, nur eben diesmal im Bezug auf die Männer.

Wer meint, diese These sei zu übertrieben, der soll einmal ins benachbarte Europa schauen, wo zur Zeit große Anstrengungen unternommen werden die Gewalt gegen Frauen einzudämmen. Mit einem Fokus auf den Tatbestand häusliche Gewalt und dabei vor allem die Gewalt in Beziehungen zwischen Mann und Frau. Ich verurteile es auf das schärfste, wenn ein Mann eine Frau schlägt, bin dabei aber der Meinung, dass eine Bestrafung alleine ohne Miteinbeziehung einer Ursachenforschung zuwenig ist, um die Situation nachhaltig zu verbessern. Auch wäre es meiner Ansicht nach interessant, die unterschiedlichen Facetten der Gewalt in Beziehungen, die sich ja nicht auf Schläge allein begrenzt, sondern auch psychologische Ausdrucksformen kennt, mit einzubeziehen. Hier wage ich anzumerken, dass durchaus auch Frauen zu Tätern werden können.

 Doch was mich am meisten stört ist, das nicht zuallererst Prostitution, Pornographie und Menschenhandel gesetzlich schärfer verfolgt werden, die allesamt Ausdrucksformen der Gewalt gegen Frauen sind. Hier geht derzeit einzig Norwegen mit gutem Beispiel voran, dass noch über Stafen hinaus umfassende Täterprogramme vorsieht und hier eine ganzheitliche Sicht demonstriert. Ganzheitlich im Sinne davon, dass es keinen Zweck hat, EINEN Sündenbock zu verurteilen, sondern dass es immer eine Ursache und Wirkung gibt.

Sei es jetzt beim sehr emotionalen Thema Gewalt, oder aber auch bei der eher alltäglichen Frage der Rollenverteilung innerhalb der Familie – es hilft nichts, Gräben zwischen Mann und Frau aufzureißen durch eine Gesetzgebung, die einseitig ist oder eine Familienpolitik, die versucht Mann und Frau gleich zu machen bzw. den Aspekt der Elternschaft ausklammert, indem sie staatliche Erziehung fördert (Stichwort Gratiskindergärten). Wir werden diese Dinge nur dann lösen können, wenn wir uns in unserer Identität als Mann und Frau gegenseitig bestärken und die Verschiedenheit als Bereicherung erkennen. Respekt und Achtung kann nicht gesetzlich verordnet werden, aber es kann eine Politik gestaltet werden, die durch eigenes Beispiel und gute Rahmenbedingungen Bewußtsein schafft, für den Wert der Ungleichheit.

Miteinander








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