Die 10 Gebote – Das zweite Gebot

2 11 2009

Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern, unter der Erde ist.
Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen, der aber Gnade erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.

So der Wortlaut des zweiten Gebotes. Im Schulunterreicht lernte ich die 10 Gebote in einer Kurzform. Dort findet sich allerdings dieses Gebot nicht. Stattdessen wurde das zehnte Gebot zweigeteilt, sodass es am Ende wieder 10 Gebote sind. In meiner Reihung kommt es damit zu einer Verschiebung der weiteren Gebote, da ich es nicht gedenke wegzulassen.

Weglassen von Tatsachen ist keine gute Sache. Darüber lehrt selbst Jesus: „Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel.“ Nun, ich für meinen Teil würde mir eher wünschen von Gott nicht als klein angesehen zu werden. Das kann aber jeder halten, wie er meint.

Ich will mich auch nicht mit den Gottesvorstellungen anderer Religion beschäftigen und deren Anbetungsrituale analysieren, da diese ohnehin biblisch als Götzendienst bezeichnet werden.

Ich werde sogar das Sakrileg begehen und das Gottesbild der allgemein anerkannten Lehre der „Trinität“ angreifen. Jeder Versuch, Gott darzustellen, sei es physisch aber auch gedanklich, ist im Grunde genommen schon ein Bruch des zweiten Gebotes. Es heißt ausdrücklich:

noch irgendein Gleichnis machen … – Klarer geht es nicht.

Der Mensch möchte sich von allem ein Bild oder eine Vorstellung machen, weil er mit seinem begrenzten Verstand allein nicht alles erfassen kann. Darum gebrauchte Jesus  Gleichnisse, wenn er vom Vater und dem Himmelreich sprach. Aber er benutzte viele Gleichnisse und fixierte Gott nicht an einer einzigen Darstellung oder Erklärung. Er machte nicht irgendein Gleichnis, d.h. ein bestimmtes Bild, an dem man sich allumfassend zu orientieren hätte, sondern er zeigte uns das Reich Gottes anhand vieler unterschiedlicher Aspekte. Einzeln betrachtet kann man jedes Gleichnis für sich nachvollziehen und verstehen, damit sich alle ein „richtiges“ Bild von Gott machen können. D.h. das Problem ist nicht unsere menschliche Eigenschaft, sich Vorstellungen zu machen, diese ist legitim, sondern Gott an einer bestimmten sichtbaren oder gedanklichen Sache zu fixieren und dieses als „Gott“ zu betrachten oder gar zu verehren.

Nur ein Beispiel: Gott zeigt, dass er unser Vater ist. Jeder weiß, was ein irdischer Vater ist. Er ist ein Mann. Ist folglich Gott ein Mann? Gott hat den Menschen männlich und weiblich erschaffen, nicht nur als Mann allein. Es ist darum falsch vom Geschöpf auf den Schöpfer zu schließen, denn Gott ist nicht unser Abbild sondern wir sind seines! Demnach gibt es auch keine Gottesmutter!

Die Bibel lehrt, dass es in den Götzendienst führt, je konkreter man ein bestimmtes Bild fixiert und an ihm haftet. Demnach ist auch die Trinitätslehre solch ein unerlaubter Versuch, ein theologisches Konstrukt. Überdies entstand sie nicht aus dem Forschen nach Gott, sondern enwickelte sich als Lehre zur Abgrenzung zu anderen Anschauungen.

Einige sichtbare Unsitten seien hier kurz aufgelistet: Knien vor Heiligenstatuen, Küssen von Heiigenbildern, Festhalten von Kreuzen, Anfassen von Kultgegenständen, Ritualisierte Gebetsformen und Körperhaltungen und dgl. mehr.

Ebenso blüht ein nicht unerheblicher Handel mit Devotionalien, auferlegten Bußgängen und Pilgerfahrten zu Kultstätten. Es ist schandhaft, was ich persönlich in der Grabeskirche  in Jerusalem miterlebt hatte. Sogar die ungläubige Reiseleiterin äußerte sich mir gegenüber dazu folgendermaßen: „Es ist unglaublich, was die Menschen angeblich im Namen Gottes tun.“ Und wenn wir an Weihnachten denken, dann steht gesellschaftlich der Handel an erster Stelle. Wer zur Adventzeit Nachrichten hört, erfährt mehr über den Umsatz im diesjährigen Weihnachtgeschäft im Vergleich zum Vorjahr als über anderes. Was Jesus damit zu tun hat, kommt hier völlig zu kurz.

Es gibt aber auch nicht offensichtlich sofort sichtbare Auswirkungen, was vielen gar nicht bewusst ist. Irrlehre über das Wesen Gottes zerstört nachhaltig die Einheit unter Christen. Jede Konfession pflegt gewissermaßen ihre eigenen Lehren, Rituale und Praktiken und grenzt sich von anderen derart ab, dass viele einander sogar feindlich gegenüberstehen. Sage ich etwa zuviel, wenn ich behaupte, dass die Zeugen Jehovas oder die katholische Kirche von Vielen sogar mehr abgelehnt und gehasst werden als Mord und Ehebruch? Oder denken wir an den gewallttätgen heute noch existierenden Konflikt in Nordirland.

All dies erniedrigt die wahre Größe Gottes, der die Liebe ist und nicht will, dass irgendjemand verlorengeht. Nur breche ich deswegen keine Lanze für Unmoral und Sünde, Homoexualität oder Abtreibung. Gott liebt den Menshen, das steht fest, aber er hasst unseren zwanghaften Versuch, ihn in Schemen und Schablonen zu pressen, ihn zum Bild oder Gegenstand zu reduzieren, um damit, denn das ist die Konsequenz, unsere eigenen Lebensgewohnheiten legitimieren zu können.

Soweit zum Sichtbaren. Wie steht es aber mit den Gedanken und Vorstellungen über Gott, mit der „Theologie“?

Bereits im 4. Jh. n. Chr. eskalierte diesbezüglich ein theologischer Streit um die Stellung Jesu gegenüber Gott, der in spitzfindige Wortformulierungen ausuferte. Anstelle zur Einigung führte es zur Spaltung der Christenheit Europas in Katholiken und Orthodoxe. Später folgte unter Luther eine weitere Abspaltung von einer in den Götzendienst entarteten  Römischen Amtskirche. Aber auch die Lutheranische Kirche entartet heute zunehmend, weil sie damit begonnen hat, den Sünder nicht länger von der Sünde zu unterscheiden, indem sie Schwule segnet oder der weltlichen Emanzipation Rechnung trägt.

Ein mangelndes Unterscheidungsvermögen zwischen Schöpfer und Geschöpf führt demnach unweigerlich auch zu einem mangelnden Unterscheidungsvermögen zwischen Sünde und Sünder. Ich führe das auf den unerlaubten Vesuch zurück Gott als Abbild oder Gleichnis darzustellen auch als theolgisches Gedankenkonstrukt Trinität. Wenn uns hier die Zeugen Jehovas oder die Moslems angreifen, dann zurecht, denn Gottes Wort ist die Wahrheit, gleichgültig wer sie vertritt.

Jesus lehrte über Gott und Anbetung recht schlicht und einfach Folgendes (Johannes 4,24): „Gott ist Geist und wer ihn anbeten will, muss ihn in Geist und Wahrheit anbeten.“ Das genügt also vollkommen. Es kommt Gott wesentlich mehr auf das Halten der relevanten Gebote an.

Wie ernst Gott das nimmt, zeigt sich darin, dass er im 2. Gebot strenge Strafsanktionen inkludiert hat, die sich auf die eigene Familie verheerend auswirken können. Das sollte Warnung genug sein. Oder wollen wir, dass sich  Gott an unseren Kindern und Enkeln rächt, weil wir ihn durch unseren Götzendienst, sei es nun aus Tradition oder Unwissenheit zur Eifersucht reizen?

Schlussfolgerung:

Unbiblische Glaubensbekenntnisse und ritualisierte Gottesdienstpraktiken sind keine Forderung von Gott, sondern von Menschen! Sie verstoßen oftmals gegen das 2. Gebot und führen zum Götzendienst, der heute in vielen Amtskirchen als heiliger erachtet  wird als das eigentliche Halten der Gebote.

Aber wie sollen die Menschen  das erkennen, wenn das 2. Gebot aus den biblischen „10 Geboten“ von vielen Amtskirchen entfernt wurde?


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2 responses

7 11 2009
Robert

„Nun, ich für meinen Teil habe beschlossen, von Gott als groß angesehen zu werden.“
„Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt.“ Und umgekehrt.

Aber abgesehen davon, natürlich sollen wir uns kein Bild machen, unsere Vorstellungen nicht für die Wahrheit halten. Natürlich gilt das auch für die Trinität – oder kann sich jemand was darunter vorstellen? Auch das sind drei Bilder einer Wahrheit, die nicht vorstellbar ist. Da trifft die Kritik daneben.
Und kritisieren ist immer sehr viel einfacher als versuchen zu verstehen.
Religiös zu sein heißt prinzipiell offen zu sein für das Geheimnis. Wer sich diese Offenheit bewahrt, braucht auch Krücken wie Vorstellungen und Bilder nicht zu fürchten.

6 01 2012
sigismund

dein wort ist wahrheit Joh 17:17

„Geht aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt.

 Off 18:5-7  Denn ihre Sünden haben sich aufgehäuft bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Taten der Ungerechtigkeit gedacht. 6 Erstattet ihr so, wie sie selbst erstattet hat, und tut ihr doppelt soviel, ja doppelt die Zahl der Dinge, die sie tat; in den Becher, in den sie ein Gemisch tat, tut doppelt soviel Gemisch für sie. 7 In dem Maße, wie sie sich verherrlichte und in
schamlosem Luxus lebte,
in dem Maße gebt ihr Qual und Trauer. Denn in ihrem Herzen sagt sie beständig: ‚Ich sitze als Königin, und Witwe bin ich nicht, und ich werde niemals Trauer sehen.‘…..
Off 18: 9-12
Und die Könige der Erde, die mit ihr Hurerei begingen und in schamlosem Luxus lebten, werden weinen und sich vor Leid über sie schlagen, wenn sie den Rauch ihres Brandes anschauen, 10 während sie aus Furcht vor ihrer Qual in der Ferne stehen und sagen: ‚Wie schade, wie schade, du große Stadt, Babylon, du starke Stadt, denn in e i n e r Stunde ist dein Gericht gekommen!‘
11 Auch die reisenden Kaufleute der Erde weinen und trauern über sie, weil niemand mehr da ist, der ihr volles Lager kauft, 12 ein volles Lager an Gold und Silber und kostbaren Steinen und Perlen……
Off 18:23-24
denn durch deine spiritistischen Bräuche wurden alle Nationen irregeführt.

  Ja, in ihr wurde das Blut von Propheten und von Heiligen und von all denen gefunden, die auf der Erde hingeschlachtet worden sind.“

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