Aushöhlung des Lebensschutzes

15 11 2009
Europaweite Liberalisierung oder Rückbesinnen auf Verantwortung?
Kommentar von Dennis Riehle
Nicht nur die Debatte um die „Pille danach“ macht derzeit deutlich: Der Lebensschutz ist wieder in aller Munde. In ganz Europa wird über das Medikament debattiert, das die Befruchtung verhindern soll. Als Mittel für den „Fall der Fälle“ soll die Arznei dann eingesetzt werden, wenn die Verhütung fehlgeschlagen ist. Die Verschmelzung von Spermium und Eizelle wird verhindert, dem Prozess des Menschwerdens ein jähes Ende gesetzt. Befürworter der Pille meinen, dass die Anwendung in den ersten 24 bis 48 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr mit der Anwendung eines Kondoms auf eine Stufe zu stellen sei. Immerhin würde noch vor dem eigentlichen Beginn der Schwangerschaft eingegriffen. Die Hormone, die in geballter Menge den Frauen durch die Pille nach dem Sexualakt zugeführt werden, würden ihre Arbeit vor dem Moment abschließen, an dem Leben entsteht, so die Experten.
Aus Perspektive des Lebensschutzes muss die Antwort jedoch lauten:
Die Kritik setzt bereits bei den hohen Risiken für die werdende Mutter an. Durch die Gabe eines Hormonschubes seien unvorhersehbare Komplikationen und Nebenwirkungen nicht auszuschließen. Außerdem wäre ein möglicher Missbrauch der „Pille danach“ zu befürchten: Wer könne schon nachweisen, ob die Spirale ihren Dienst versagte oder die Mutter sich nach dem Sexualverkehr einfach plötzlich nicht mehr sicher sei, ob sie das Kind denn wolle. Zwar soll für eine fachgerechte Verabreichung des Medikaments gesorgt werden, aus Sicht eines jeden Christen muss solch ein Vorhaben aber bitter aufstoßen: So haben österreichische Bischöfe in einer Petition unterschrieben, die sich eindeutig gegen die Überlegungen wendet, die neue Pille salonfähig zu machen. Das Spiel mit dem Leben könnte in unverantwortliche Ausmaßen abdriften, so die Begründung. Und tatsächlich muss sich jede Frau gewiss sein: Die Idee des Lebens entsteht mit der Entscheidung, ob man den Geschlechtsverkehr eingeht oder nicht. Der Gedanke, sich aus Spaß, Lust und Trieb hinzugeben und die unerwünschten „Folgen“ durch den Einwurf einer Pille zu beseitigen, ist nicht nur abstoßend, sondern verwerflich.
Ein jeder muss sich seiner Verpflichtung klar werden, die er in einer Gesellschaft übernimmt: Ein Kind zu wollen ist keine Abwägung zwischen einer Zustimmung und Ablehnung von Sex, sondern ein eindeutiges Bekenntnis für das Leben und Fortbestehen der Menschheit. Entschuldbar kann auch eine „Pille danach“ nicht sein, wenn die Beteuerung vorliegt, es sei ein „Unglück“ passiert. Die zunehmende Deklassierung des Geschlechtsverkehrs zu einem Akt der Befriedigung muss nicht nur moralisch, sondern auch aus Gründen der Entgleisung von Sitte und Wertigkeit gestoppt werden. Eine Legalisierung der „Pille danach“ käme nicht nur einer Torpedierung des Lebensschutzes gleich, sondern auch dem Abschied von jeglicher Übernahme von Verantwortung. Wer nach Menschenrechten ruft, muss auch Menschenpflichten bewahren. Und dazu gehört, mit dem Geschenk des Lebens der eigenen Person und dem eines enstehenden Kindes sorgsam umzugehen.

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