Angst vor der Wahrheit

8 12 2009

Aufschrei über die Zustimmung zum Schweizer Volksentscheid gegen den Bau neuer Minarette

Kommentar von Dennis Riehle

Mit einem großen Aufschrei reagierte nicht nur die islamische Welt auf den Volksentscheid der Schweiz, bei welchem knapp 58 % der abgegebenen Stimmen für das hauptsächlich von der Schweizer Volkspartei SVP lancierte Verbot zum Bau neuer Minarette im Alpenstaat votierten. Auch bei den Eidgenossen selbst und in den Nachbarländern war die Erschütterung groß: Intoleranz, Missachtung der Religionsfreiheit und Polemik waren die Vorwürfe, die man nicht nur den Initianten bescheinigte. Auch von der Europäsichen Union und den Vereinten Nationen gab es Rüffel.

Dabei hat niemand daran gedacht, dass mit solchen Verurteilungen die Meinng von Millionen Schweizern in Misskredit gestellt wurde. Nein, weder den Unterstützern des Volksentscheids, noch den Bürgern kann ein Vorwurf gemacht werden, dass die diffuse Angst vor einem unberechenbaren Islam ausgenutzt wurde. Viel eher ist es die Angst vor der Wahrheit, die die vielen Kritiker des Volksentscheidergebnisses plagt. Denn offenbar können sich nicht derart viele Menschen irren, wenn sie sich durch einen zunehmenden Machteinfluss einer Religion bedrängt fühlen.

Ich sehe nicht, dass diejenigen, die das Volksbegehren angetrieben haben, verantwortungslos handelten. Im Gegenteil: Waren sie doch mutig genug, die basisdemokratische Verfassung der Schweiz so zu nutzen, dass es zumindest dort zu einem klaren Bekenntis der Bevölkerung kommen konnte. Wie groß ist die Furcht beispielsweise in Deutschland, im Fall einer Abstimmung hier noch deutlichere Resualtate zu bekommen? Statt einer Empörung über die rechtskonservativen Schweizer, die sich zu solch einem Votum hinreißenließen, ist nun klares Handeln gefordert: Statt einer blauäugigen und geschönten Zufriedenheit mit der Integration darf und muss die Ungewissheit über einen Machtanspruch des Islams nun geklärt werden. Eindeutig und indiskutabel ist festzuhalten, dass in unseren Breiten eine Religion himmlische und keine weltliche Macht ist und daher keine Berechtigung hat, politisch Einfluss nehmen zu wollen. Jeder einzelne religiöse Wert ist zu achten, nicht jedoch die Ansammlung von Verboten, Geboten und Anweisungen, wie wir sie in Heiligen Büchern vorfinden – so unter anderem sehr deutlich im Koran. Ein Buch kann und soll friedliche Wegweisung für das Leben sein, ist jedoch unreflektiert und uninterpretiert eine Gefahr für die Menschen. Und leider konnte der Islam in vielen seiner Wirkungsgebiete noch keine derartige Aufklärung erleben, wie es das Christentum schon hinter sich hat.

Daher wird die Religion Islam für den Westen so bedenklich. Und damit geht es auch in einem Volksentscheid nicht um baurechtliche Bedenken, sondern um die Abwägung des Anspruches, dass mit Minaretten, die in der Sache nicht von Kirchtürmen zu unterscheiden sind, aber nicht alleinig ein Symbol des Glaubens, sondern ein Zeichen von politischem Einfluss sind, gesetzt wird – ein Einfluss, der sich auf Worten begründet, die vielerots keine Toleranz kennen. Denn wer die Suren des Koran studiert, erkennt deutlich, dass dort eben nicht nur zur Verständigung aufgerufen wird, sondern auch zu tatkräftiger Verteidigung des Islam.

Ja, auch die Bibel kennt genügend Verse, die nicht als Grundlage für ein gemeinsames Miteinander herhalten – doch schaffen es Christen in der Mehrheit heute durchaus, diese Sätze einer kritischen Begutachtung zu unterziehen. Dann, wenn auch die Muslime in der Welt an diesen Punkt gekommen sind und ihren Wunsch von Gleichberechtigung zurück auf die Ebene der Religionen und weg von Politik bewegen, kann es nachvollziehbar werden, gegen derartige Volksentscheide wie in der Schweiz aufzubegehren.


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