Anmerkungen zum Interview mit dem neuen CPÖ-Wien-Obmann

21 01 2010

Gastbeitrag von Dkfm. Erich Pekarek

Laut Interview in der SCHREIBFREIHEIT sieht es der Wiener CPÖ- Obmann als Ziel seiner Partei an, als ernsthafte Wahlalternative wahrgenommen zu werden und in Teilen der Bevölkerung ein Umdenken zu erreichen. Dieses Vorhaben ist löblich, wird aber mit seinen politischen Vorstellungen kaum zu erreichen sein. Vermutlich setzt er voraus, dass das Basisprogramm, das schlagwortartig aus Lebensschutz, Familie, Erziehung und Bildung, sowie einem weitgefassten christlichen Kulturbegriff besteht, allgemein bekannt ist, da er es mit kaum einer Silbe erwähnt.

Sein Verständnis von „Kultur“ scheint sich auf die Ausländerfrage zu konzentrieren. Auch das ist notwendig. Wenn ich aber die Wortwahl wie „Dialog, Ausgrenzung, Ausländerfeindlichkeit, Aufeinander zu gehen, Probleme differenziert und offen angehen“ realisiere, finde ich mich in der rot-grün-schwarzen Szene wieder, mit der ich eigentlich nichts zu tun haben möchte.

Dialog“, „ aufeinander zu gehen“ oder „Probleme differenziert angehen“ sind Begriffe, die ich der linken Szene zurechne, und die die Bereitschaft implizieren, eigene Standpunkte zu opfern. Das ist eine Loose-Situation, die wir uns nicht leisten können. Wohin dies führt, wissen wir zur genüge, wenn wir die Politik der vergangenen Jahrzehnte betrachten. Im interreligiösen Dialog sehe ich die christliche, im speziellen Fall die katholische Seite, als die nachgebende Seite, die Positionen preisgibt, ohne auf Reziprozität zu bestehen. Im politischen Bereich ist es das Koalitionsdenken, das immer wieder zu Kompromissen zwingt (?). Christliche Werte werden von Parteikadergehorsam verschüttet, da viele Mandatare die Existenzgrundlage in ihrer politischen Tätigkeit gefunden haben. Aktuelle Beispiele sind die sattsam bekannte Abtreibungskatastrophe und die eingetragene Partnerschaft für Homosexuelle. Der Terminus Ausländerfeindlichkeit ist ebenfalls ein typisch linker Begriff. Wenn eine „Ausländerfeindlichkeit“ entstehen konnte, so nur aufgrund einer jahrzehntelangen verfehlten Einwanderungspolitik. Man verwechselt hier bewusst Ursache und Wirkung und spielt virtuos das Klavier der Wählertäuschung mit dem Ziel der Volksverdummung. Die Konsequenz ist zunehmende Wahlabstinenz. Forderungen der Wirtschaft und aus internationalen Verträgen resultierende Verpflichtungen (z.B Eurabia), die mit dem Beitritt zur EU natürlich ohne Wissen des Wahlvolkes übernommen wurden, haben ein rapides und unkontrolliertes Anwachsen des Ausländeranteils bewirkt, das nicht nur dem autochtonen Wiener speziell in Bezirken mit Ausländermehrheit ins Auge springen muss. Dies führte bei vielen dort, wo der Ausländeranteil besonders hoch ist, zu FremdenFURCHT, ja Angst, verdrängt zu werden. Die Politik ist gefordert, die Ursachen dieser Angst zu beseitigen, hat aber bedauerlicherweise versagt.

Wenn man sich die Rede Erdogans in Deutschland an seine Landsleute vergegenwärtigt, in der er diese (weitgehend bereits deutsche Staatsbürger) aufgefordert hat, sich nicht zu assimilieren, so heißt das nichts anderes, als dass er bewusst eine Gegengesellschaft aufbaut, die verharmlosend als Parallelgesellschaft bezeichnet wird. Sie steht in Warteposition bis zur Machtübernahme. Die „Ausgrenzung Andersgläubiger“ wäre im konkreten Fall ein Ausdruck von Selbstschutz, da wir hier nicht von der Religion, sondern von einem völlig inkompatiblen Gesamtsystem sprechen, das über kurz oder (weniger) lang unsere komplette Gesellschafts- und Rechtsordnung aushebeln wird. Diese katastrophale Fehleinschätzung ist allen „guten Menschen“ zuzurechnen. Ihnen verdankt es die Politik, ungestraft gegen den Willen der Mehrheitsbevölkerung regieren zu können.

Die „häßliche“ Grundstimmung wird nicht geschürt, sie ergibt sich aus der erfreulichen Tatsache, dass immer mehr Menschen aufwachen, die Realität erkennen, zwischen den Zeilen der gleichgeschalteten Medienmeldungen lesen lernen und nicht weiter manipuliert werden wollen. Nicht umsonst lautete mein Wahlslogan „ Zu spät aufwachen kann Ihre Sicherheit gefährden!“ Der CPÖ Wien ist im Sinn einer christlichen Zukunft unserer Heimat zu wünschen, dass sie sich nicht, wie von vielen vorhergesagt, zu einer Mini-ÖVP entwickelt. Sie müsste sonst als entbehrlich betrachtet zu werden.

Nur über ein generelles Umdenken in Moralfragen, das Christen wie Nichtchristen angeht, wird eine generelle Verbesserung der bereits sehr verfahrenen, ja fast aussichtslosen Situation zu erhoffen sein.

Dkfm Erich Pekarek
Christen-Allianz
Landesobmann Wien
ehem. LPO Wien, DIE CHRISTEN


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