Vergleich statthaft?

5 04 2010

Ich zitiere aus „Die Presse“:  „Die Katholische Kirche lässt sich nicht beeindrucken vom Geschwätz des Augenblicks und von den Prüfungen,  die bisweilen kommen, um die Gemeinschaft der Gläubigen zu treffen. Immerhin habe Jesus gesagt: „In der Welt seid ihr bedrängt, aber habt Mut, ich habe die Welt besiegt.“  Der Dekan des Kardinalskollegiums ging so weit, mit einem Bibelzitat Parallelen zu ziehen zwischen den Anschuldigungen gegen Benedikt und die Kirche sowie den Leiden Jesu: „Er wurde geschmäht, antwortete aber nicht mit Schmähungen; er wurde bedroht, drohte aber nicht mit Rache, sondern überließ sich dem, der mit Gerechtigkeit urteilt.“ In einem weiteren Beispiel wurde die aktuelle Situation sogar mit dem Antisemitismus verglichen.

Es ist für mein Empfinden traurig und auch blasphemisch, das Leiden und den Tod des  einzig in dieser Welt sündlosen Menschensohnes Jesus Christus mit tatsächlich zu verfolgenden Verfehlungen von Kirchenmännern (bisweilen auch -Frauen) in irgendeiner Form zu vergleichen.

Man kann in einem demokratisch, auf Basis seiner Mitglieder aufbauenden, subsidiaren, gestuften System einer Gruppe deren Leiter oder Verantwortliche für Verfehlungen dann nur eingeschränkt zur Verantwortung ziehen, wenn diese zuallererst mit allen persönlich Fehlenden normativ den Gruppennormen entsprechend verfahren und in weiterer Folge  alle systemischen Ursachen rasch und konsequent beseitigen.

In einem nicht subsidiären, von oben durch eine nur sehr eingeschränkt demokratische Legitimation geführten Organisation, welche ausserdem durch nahezu nicht veränderbare Dogmen praktisch einzementiert ist, hat jeglicher Leiter oder Führer – in diesem Fall der Papst – eine im Verhältnis zu demokratisch organisierten Strukturen wesentlich höhere Macht, Gewalt und dadurch auch Verantwortung für die in diesem System entstehenden Irrwege.

Daher hat der Papst und der Vatikan selbstverständlich eine ausgesprochen hohe Verantwortung und maximalen Handlungszwang. Er hat auch selbst Schuld auf sich zu nehmen, um Vergebung zu bitten, sich von nicht praktikablen Dogmen und Irr-Strukturen einer solidarischen Männergesellschaft zu distanzieren und eine neue Nähe zu den Gläubigen – und Ungläubigen – zu suchen.

Wenn ein Vergleich mit Jesus Handlungsgrundlage sein kann, dann der, dass JESUS die Schuld aller Menschen auf sich genommen hat, dafür gelitten hat und gestorben ist.

Der Papst und die Führer im Vatikan sollen sich an JESUS ein Beispiel nehmen!

P.S.:  Kardinal Schönborn kann man in diesem Zusammenhang nur danke sagen dafür, dass er sich nicht zu eitel ist, um Vergebung zu bitten. Er nimmt seine Verantwortung in der Kirche als Hirte wahr. Danke Herr Kardinal!


Aktionen

Information

5 responses

6 04 2010
Felizitas Küble

Der Vergleich ist sehr woh statthaft, weil es hier offensichtlich nicht darum ging, den Papst mit Christus zu vergleichen, sondern einer bestimmten Verhaltensweise Christi nachzufolgen, wozu wir als Christen sehr wohl berufen sind. Christus hat selbst daran erinnert: „Haben sich mich verfolgt, werden sie auch euch verfolgen.“ – Wenn Christen ihr eigenes Kreuz auf sich nehmen, dürfen und sollen sie sehr wohl daran erinnern, daß sie dies in der gehorsamen Nachfolge des HERRN tun – und nicht aus eigener Großartigkeit. Der Autor hat diesen Rückbezug auf Christi Verhalten mißverstanden – vielleicht aus konfessioneller Befangenheit?

6 04 2010
simolnar

Ich denke mir, dass ich schon ausgedrückt habe, dass meine Kritik nicht konfessionell zu verstehen ist, da hätte ich wohl Herrn Kardinal Schönborn in diesem Zusammenhang nicht positiv erwähnt.
Im Neuen Testament hat uns Jesus daran erinnert, dass wir „um seines Namens willen“ und und des Evangeliums vom Kreuz willen verfolgt werden.
Erstens gibt es in diesem Zusammenhang überhaupt keine Verfolgung (bitte lesen Sie sich die Apostelgeschichte durch, dann sehen Sie, was Verfolgung bedeutet….), zweitens:
Die Kritik an der Kirche um der Schuld einiger und um der Vertuschung von oben willen ist nicht dasselbe wie eine Verfolgung um Seines Namens willen, also ich bitte das doch einzusehen. Das so zu deuten, betrachte ich als Hohn gegenüber Jesus, Ihm nochmals ins Gesicht zu spucken. Genauso wie der Vergleich mit dem Judenpogrom unstatthaft ist, wo Unschuldige zu millionen ermordet wurden. Eine Beleidigung der Opfer der Shoah.

7 04 2010
Armin

Leider hat in meinen Augen denn falsche die Ehre erwiesen, denn in meinen Augen ist seine Eminenz Christoph Kardinal Schönborn ein weltliche denkender Wendehals. Denn wie soll man es sich sonst erklären das seine E. eine Abtreibungsbeführworterin mit den kirchlichen St. Gregoriusorden und somit die gesamte Mordindustrie kirchlichserseits moralisch unterstützt. Weiters durfte seine Exzellenz Weihbischof Laun auf Geheiss seiner E. auch nicht an der Demonstration gegen die Ehrung 30 Abtreibungsklinik am Fleischmarkt und 10 Jahre Marie Stopes international Ö, teilnehmen. Auch war seine E. massgeblich beteiligt das die frevlerische Büste, der Seeligen Restitutia noch immer in Wiener Dom hängt. Mir der (un) heiligen Veranstaltung im Dom mit den Motto „Ich bin wütend Gott“, welche ja gemeinsam mit den antikatholisch orientierten Verein von WSK stattfand, hat seine E. in meinen Augen auch der Todsünde Zorn gehutigt. Wenn der Autor schon eine Art Mitschuld des Papstes zu erkennen glaubt (welche in meinen Augen nicht existent ist) , sollte diese Schuld auch den Poltikern (68er) zugesprochen werden, die wahrliche Massgeblich am sittlichen Verfall der Gesellschaft Schuld hat.

7 04 2010
simolnar

Jemandem Mitschuld zu geben steht mir nicht zu und das habe ich auch nicht getan.
Ich habe das Wort Schuld nicht verwendet.
Dennoch stehe ich dafür, dass jeder „Chef“ einer Organisation die Verantwortung dafür mitzutragen hat, was innerhalb dieser Organisation geschieht. Und: je undemokratischer, desto mehr.
Ich möchte Herrn Kardinal Schönborn nicht in die Kritik nehmen, weil er diese Verantwortung wahrgenommen hat. Das „Wie“ und „Mit wem“ ist eher zweitrangig. Nach derartigen Vorkommnissen kan man ja fast nur mehr aus mehreren Übeln wählen, nehme ich mal an. Zu den anderen Vorwürfen gegen den Herr Kardinal kann ich nichts sagen, dazu fehlen mir die Informationen.

7 04 2010
Armin

simolnar: Leider übersehen sie dabei die jährlichen Todesopfer die wegen ihres Glaubens an Jesus Christus ihr leben verlieren, oder wegen dieses Glaubens verfolgt werden. http://diepresse.com/home/panorama/religion/435337/index.do

Leider werden diese mordernen Märtyrer in den Medien fasst Totgeschwiegen, damit das wahre Ausmass der Christenverfolgung nicht bekannt wird.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s




%d Bloggern gefällt das: