Spott

3 05 2010

Ist Ihnen, sehr geehrte Leser,  aufgefallen, daß der Spott zu einem der wichtigsten journalistischen Stilmittel geworden ist? Natürlich ist Ihnen das aufgefallen, denn Sie konsumieren offensichtlich die Massenmedien – sonst würden Sie sich auch nicht für diesen politischen Blog interessieren.

Ist Ihnen auch aufgefallen, daß es immer nur ganz bestimmte, wenige Gruppen von Menschen oder Überzeugungen sind, die zum Objekt publizistischen Spottes werden? Auch das wird Ihnen schon aufgefallen sein.

Es ist ja nicht zu übersehen, daß die Journalisten des ORF und anderer selbsternannter „Qualitätsmedien“ nicht-linke Politiker und gläubige Christen mit Hohn und Spott übergießen – sowohl in der Berichterstattung über sie als auch im Interview mit ihnen.

Warum nur?

Warum ist der Glaube an Christus, die Liebe zur Heimat, die Treue zu Ehepartner und Familie, das Bekenntnis zu den menschlichen Tugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Maß u. a. so „lustig“, daß man sich darüber lustigmacht?

Oder sind diese Dinge ohnehin nicht so „lustig“? Sind sie nicht vielmehr ein Ärgernis? Ist es nämlich nicht so, daß nur erhabene Dinge, ja die Wahrheit selbst, den sündigen Menschen zum Spott reizt? Weil ihn die Wahrheit quält und ein schlechtes Gewissen erzeugt?

Ein Schlüssel zum Verständnis des publizistischen Spottes gegen diejenigen, die sich zur geoffenbarten und zur natürlich erkennbaren Wahrheit über den Menschen bekennen, liegt im Buch der Weisheit im Alten Testament:

Laßt uns dem Gerechten auflauern! Er ist uns unbequem und steht unserem Tun im Weg. Er wirft uns Vergehen gegen das Gesetz vor und beschuldigt uns des Verrats an unserer Erziehung. … Er ist unserer Gesinnung ein lebendiger Vorwurf, schon sein Anblick ist uns lästig; denn er führt ein Leben, das dem der andern nicht gleicht, und seine Wege sind grundverschieden. (Weish 2, 12.14f; Einheitsübersetzung)

Schon der Anblick eines Politikers, der sich für das Amt des Bundespräsidenten bewirbt und sich dabei für die traditionellen und vernünftigen Werte des Glaubens und der Gerechtigkeit einsetzt, der Anblick eines Bischofs, der ohne wenn und aber für den überlieferten Glauben eintritt, der Anblick eines einfachen Menschen, der das Ideal der Familie in der Öffentlichkeit hochhält, ist für den durchschnittlichen Journalisten dermaßen lästig, daß er ihn beim Interview nur mit Häme und Spott in der Stimme interviewen kann.

Dabei ist der Text aus dem Weisheitsbuch eine Vorwegnahme des Lebens des Gerechten schlechthin, also des Herrn selbst. Jeder noch so lautere Christ wird hinter diesem Anspruch immer zurückbleiben. Trotzdem hat er Anteil an der Heiligkeit Christi und das kann der sich dem Bösen ergebende Mensch nicht ertragen.

Spott zu ertragen ist also ein Zeichen, daß man auf dem richtigen Weg ist.

Für den Spötter selbst wird jedoch das Leben immer mehr zur Hölle. Nachdem alles Gute immer mehr zum Gegenstand des Verleumdens und „Herunterziehens“ (lat. sehr schön „detrahere“) wird, gibt es nichts mehr, worauf er sein Leben bauen kann. Die Verzweiflung wird langsam aber sicher ins Unermeßliche steigen. Zudem ist es so, daß in Gemeinschaft betriebener Spott und Hohn die Gemeinschaft nicht stärkt. Aus dem Hohngelächter wächst keine Freundschaft. Das hat etwa C. S. Lewis in seinen Screwtape Letters meisterhaft ausgeführt. Das Spötteln wohlsituierter und feister Lemuren erzeugt nicht nur keine Freundschaft sondern bringt Mißtrauen und daher Isolation hervor. Denn niemand kann sich sicher sein, nicht auch zur Zielscheibe des Spottes zu werden, wenn er gerade einmal nicht anwesend ist.

Darum warnt der Prophet eindringlich davor, mit solchen Menschen überhaupt nur Gemeinschaft zu pflegen:

Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, nicht auf dem Weg der Sünder geht, nicht im Kreis der Spötter sitzt, sondern Freude hat an der Weisung des Herrn, über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht. (Ps 1, 1; Einheitsübersetzung)

Im Gegenzug ist es jedoch so, daß wir die Skurrilitäten gewisser Irrlehren sehr wohl mit Spott bedenken können und sollen: den Glauben (!) an den Euro etwa. Das  Bekenntnis (!) zur EU. Die Niederwerfung unter skurrile Götzen in den verschiedensten „Religionen“. Die selbstverliebten und dummen Ideologeme der allgegenwärtigen linken Gedankenwelt. Die Eitelkeit ungebildeter aber arroganter Publizisten.

Dieser Spott soll den von diesen Irrungen Befallenen helfen, aus ihrem Wahn herauszukommen und das Licht der Wahrheit zu erkennen. Und die Wahrheit wird sie frei machen. Dann wird – wie der Prophet in Psalm 126 sagt – ihr Mund voll Lachen sein, von echtem,  freudigem Lachen, und jeder Spott wird verstummt sein.


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2 responses

3 05 2010
schreibfreiheit

Eine sehr gelungene Analyse!

4 05 2010
Alwis

Danke, das ist wie eine gute Predigt – sehr treffend!

Und wir sollen einander stärken, dann halten wir den Spott der Frevler leichter aus.

„Im Gegenzug ist es jedoch so, daß wir die Skurrilitäten gewisser Irrlehren sehr wohl mit Spott bedenken können…“
Dazu fällt mir spontan z.B. Unterberger ein:
http://www.andreas-unterberger.at/

Auch die Briefe der WEISSEN ROSE bereiten mir immer wieder hohen Lesegenuß.

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