Muttertag_Der Einsatz einer Kinderlosen für die Mütter

8 05 2010

Eine Stimme für die Mütter, Dr. Herta Herglotz
in den Salzburger Nachrichten
zum Muttertag 2010:
Unverheiratet und kinderlos – beispiellos im Einsatz für die Mütter!

Engagement.
Sie ist unverheiratet und kinderlos, setzt sich seit Jahren
für eine Aufwertung des Stellenwerts von Müttern ein:
die 93-jährige Herta Herglotz.

Martin Behr Graz (SN).
Seit Jahren verfolgt sie mit Beharrlichkeit und viel Herzblut eine Idee.
„Es sollte doch den Beruf ,Mutter‘ mit einer Ausbildung und einem fixen Gehalt geben“, erklärt die 93-jährige Grazerin Dr. Herta Herglotz. Die Oberstudienrätin in Ruhe hatte sich als Präsidentin der „Österreichischen Hausfrauen Union“ stets dafür eingesetzt,
dass „Kinder in einem geborgenen Zuhause aufwachsen können“,
nun als Ehrenpräsidentin verfasst sie laufend Leserbriefe zu ihrem Lieblingsthema. „Schon spaßig, dass ausgerechnet mich als Unverheiratete und Kinderlose die Familienpolitik so interessiert“, erklärt Herglotz im SN-Gespräch.

Kein Zurück-an-den-Herd
Was die Grazerin mit ihren Vorstößen nicht beabsichtigt, ist die Forcierung einer „Frauen-zurück-an-den-Herd“-Mentalität. „Nein, ich war ja auch immer berufstätig, und mir imponieren jene Frauen, die Beruf und Familie gut vereinen können.
Man sollte nur jenen Frauen, die bei ihren Kindern bleiben wollen, auch die Chance dazu geben“, erklärt die in Pula geborene Steirerin. Die 93-Jährige verfasst Resolutionen für einen „Paradigmenwechsel in der Familienpolitik“, präsentiert ihre Ideen diversen Politikern, verfasst Beiträge für „Hera News“, die Zeitung der Hausfrauen-Union, sowie für viele andere österreichische Tageszeitungen.

„Es ist ein bisschen ein Kampf gegen Windmühlen. Bisweilen wird Interesse signalisiert, aber im Großen und Ganzen tut sich nichts“, sagt sie, die sich nie in einer Partei („Das interessiert mich nicht“) engagiert hat. Wie ihre konkreten Ideen aussehen?
Kinder sollen „Nestwärme“ spüren, indem stets ein Elternteil zu Hause ist.
Dafür soll die Mutter (oder eben der Vater) ein Einkommen in der Höhe von 1300 Euro brutto oder 1000 Euro netto erhalten. Dieser „Familienarbeitsplatz“ sollte ein richtiger Beruf mit Steuern, Krankenkassen- und Pensionsbeiträgen sein.

Das Credo von Herglotz?

„Statt überbordender Sozialleistungen ein Gehalt für geleistete Arbeit!“

Die ehemalige Deutsch-, Englisch und Russisch-Lehrerin engagiert sich seit 1994 mit Nachdruck für den Beruf „Mutter“. Damals hatte Christine Vranitzky es als Schande bezeichnet, dass Mütter von ihren Kindern weggehen, nur um ein paar Tausend Schilling zu verdienen. Herta Herglotz, die ihre Kindheit in Wiener Neustadt und Berlin sowie ihre Jugend in Leoben verbrachte und seit 1966 in Graz lebt, will den Blick auf die Anerkennung der Hausarbeit lenken.

Familienarbeit sei nicht nur Waschen, Kochen und Putzen, sondern auch die Organisation des Familienbetriebs und vor allem die liebevolle Zuwendung und das Wahrnehmen der Bedürfnisse der Familienmitglieder, sagt sie.

Und: „Die Leistung, die eine Mutter vollbringt, ist wirklich mit sonst nichts vergleichbar.“
“Hausarbeit als Fulltimejob!“

Die Ex-Mittelschullehrerin, die während ihrer Berufsjahre in London und Oklahoma ihren „Horizont erweitern konnte“, plädiert mit viel Leidenschaft für eine Gleichstellung von Familien- und Erwerbsarbeit. „Ein Grund, dass sich viele Mütter und Väter, die bei ihren Kindern zu Hause bleiben, diskriminiert und ausgegrenzt fühlen, ist der Umstand, dass ihre Arbeit nicht als Arbeit gesehen wird“, sagt Herglotz, die weiland auch an der Musikakademie Wien Klavier studiert hatte. In Wahrheit sei die Arbeit einer Mutter ein „Tag- und Nachtjob, ein Allzeit-Bereitschaftsdienst ohne geregelte Arbeitsstunden, ohne freies Wochenende und Urlaub“. Herglotz plädiert daher auch für eine Ausbildung von der Haushaltsführung bis zur Kinderpsychologie, von der Pädagogik bis zur Mediation. Wenn die 93-Jährige über Details ihrer „Familienoffensive“ spricht, beginnen ihre Augen zu leuchten. Sie, die in ihrer Bürowohnung Dutzende mit einschlägigem Material zum Thema gefüllte Ordner aufbewahrt, geht voll auf in ihrem Projekt „Familie neu“.

Wie Herglotz den morgigen Muttertag verbringen wird? „So wie immer. Lesen, vielleicht auf dem Computer schreiben, wenn mich was juckt“, sagt sie.
Stichwort Muttertag.
Der Grazerin ist es ein Anliegen, dass es keinen Wettstreit zwischen den berufstätigen Müttern und jenen Frauen, die sich für ein paar Lebensjahre zu Hause entscheiden, gibt: „Es geht nicht darum, wer die bessere Mutter ist.“ Es gehe vielmehr um das Recht der Selbstbestimmung, wie man sein Leben führen wolle.


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