Wiener Blut?

19 08 2010

Von Assemani

Wie man überall lesen kann, hat das Wahlkampfplakat der FPÖ – die wohl erwarteten bzw. berechneten – Wellen geschlagen.

Viele echauffieren sich über die „rassistische“ Botschaft des Plakates und überschlagen sich förmlich vor gespielter Empörung.

Dazu nur ein kurzer Gedanke:

Sind wir in diesem Land schon so weit, daß Selbstverständlichkeiten solch ein Geschrei rechtfertigen? Sind wir schon so weit, daß die Medien- und Politiknomenklatur nach dem Staatsanwalt ruft, wenn ein österreichischer Politiker für österreichische Interessen eintritt? Für welche sollte er sonst eintreten? Wird normaler Patriotismus (wahlkampfmäßig pointiert und mit einer literarischen Anspielung ausgedrückt) schon als moralisch verwerflich und juristisch inkriminierbar eingestuft?

Persönlich finde ich den Slogan mäßig gut. Es geht nämlich nicht so sehr um „Blut“, also um das „Blut“ der einheimischen und der zugereisten Bevölkerung, sondern um deren Gesinnung. Was denken und was wollen diejenigen, die zu uns kommen? Was denken und wollen diejenigen, die schon bei uns sind? Was denken und wollen die Staatsbürger? Wohin soll die Reise gehen?  Das wären die wichtigeren Fragen. Aber natürlich hat – naturrechtlich gesehen – ein Staat das Recht, sich seine Zuwanderer auszusuchen. Und natürlich hat ein  Staatsvolk das Recht, nicht durch eine schleichende oder rasche Landnahme zur Minderheit im eigenen Land zu werden. (Oder bestreitet das der Lissabon-Vertrag schon?)

Wie erregen sich doch die moralisierenden Kultur- und Sozialanthropologen über die Kolonisierung mancher Erteile durch Europäer und über die „Überfremdung“ derer authchthoner Kulturen! Nun, und hier?

Die eigentliche Katastrophe, die sich im Zuge der Affichierung der FPÖ-Plakate ereignet, ist die Bildung einer Art von parteiübergreifender Volksfront (aber ohne Volk), die der österreichischen Bevölkerung um jeden Preis Multikulturalität und  Überfremdung aufdzwingen will – und sich dazu eines großen moralischen Gestus bedient.  Das ist der eigentliche Skandal und das ist die letzte Phase vor der Abschaffung von Demokratie und Souveränität.

Die FPÖ könnte sich anläßlich dieser Ereignisse im Gegenzug fragen, für welche Positionen sie steht. Wo soll die Reise dann hingehen, wenn die Überfremdung eingebremst ist? „Blut“ alleine wäre sicher zu wenig.


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One response

23 05 2011
siwla

Danke für diesen grundvernünftigen Beitrag.

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