Leute, demonstriert! – aber bitte nicht für den Schutz des heranwachsenden Gottesgeschenkes…

25 09 2010

Zum neuen Demonstrationsverständnis

von Dennis Riehle

Man mag es dieser Tage kaum glauben: Da kehrt in Deutschland ein Verhalten ein, was die braven Bundesbürger schon seit zwanzig Jahren verlernt zu haben schienen. Ja, es ist wieder Trend, zu demonstrieren. Auf die Straße zu gehen und Position zu zeigen. Proteste sieht man dieser Tage allerorten: Gegen Gesundheitsreform und Tiefbahnhöfe, gegen Banker-Boni und Kernenergie.

Ach ja, und da waren auch noch 1500 andere, die Flagge zeigten: Ein oft belächeltes und in vielerlei Perspektive ein armseliges Volk, das sich für Gottes größtes Geschenk stark macht. Wie jedes Jahr zog man durch die Hauptstadt und traf auf die ebenfalls schon traditionellen Feministen und die, die Babys eher als Last statt als Wunder sehen.

In allen Medien waren die neuen Protestbewegungen Thema. Doch von denjenigen, die sich für den Schutz der Mütter, die sich klar zum Nachwuchs bekennen, einsetzen, war nicht viel zu hören. In christlichen Medien wurden die Teilnehmerzahlen als Erfolg gefeiert – und doch muss sich eine Bevölkerung schämen, die zu Zehntausenden auf die Straßen geht, um sich über die weltlichen Probleme zu empören, aber sich um die Grundlage für einen Fortbestand unseres Landes keine Gedanken macht.

Dabei haben bereits in den vergangenen Wochen zahlreiche kirchliche Verantwortliche, vor allem von evangelischer Seite, für Verwunderung gesorgt: Stillschweigend zog man sich zurück, wenn es um Stellungnahmen für die Initiativen ging, die sich deutlich dafür aussprachen, sich von einer Selbstverständlichkeit zu entfernen, die heute täglich in vielfacher Weise in Praxen und Krankenhäusern tolerierend hingenommen wird.

Und dies erzürnt gerade dann, wenn solch ein Rückzug derjenigen, die in besonderer Weise von Werten und Moral reden, auch noch in die Kerbe trifft, die man mittlerweile in der Öffentlichkeit zuhauf beobachten kann: „Das Geplärre nervt mich!“, „Der Wagen steht mir im Weg!“ oder „Gib ihm die Trinkflasche, dann ist Ruhe!“– typische Ausdrücke, die verdeutlichen: Offenkundig sind die nicht mehr geduldet, die später einmal die Rente derer tragen sollen, die heute über sie schimpfen.

Bei Sozialabbau und Umweltschutz wird für Nachsicht und Verständnis demonstriert – wenn es um „störenden Kleinen“ geht, demonstriert man Ignoranz und Kälte.


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2 responses

25 09 2010
Felizitas Küble

Sehr guter, klarer Kommentar, der die gegenwärtigen Zustände auf den Punkt bringt.
Es gab auch keinen Aufschrei der Empörung, als die linken Störer beim Marsch der Lebensrechtler in Berlin mehrere dutzend Holzkreuze in die Spree warfen.
Verhöhnung christlicher Symbole ist in unserem Land an der Tagesordnung und den meisten Medien nicht einmal eine Randnotiz wert.

25 09 2010
Armin

Aber noch schlimmer wütet die „Amtskirche“ in Oberösterreich die in meinen Augen zum Großteil nicht mehr Gott dem Herrn dient, sondern nur mehr den Götzen Mammon, http://de.gloria.tv/?media=99714 . Zum Glück gibt es wie immer Ausnahmen, den höchstehrwürdigen Pfarrer Gerhard Maria Wagner.
Aber mit seinen stillschweigenden Dulden, hat sich seine Exzellenz Diözesanbischof Ludwig Schwarz, klar auf die Seite der Schlächter der ungeborenen Kidner gestellt.

Traurig das in den Augen des OÖ Klerus der Götze Mammon weit mehr gilt als die unsterblichen Seelen der ihnen von Gott dem Herrn anvertrauten Schäfchen. Und leider breitet sich dieses unchristliche Gift immer mehr aus.

Gottes Segen auf allen Wegen.

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