Erfolg im Europarat

8 10 2010

Der Europarat lehnt nach kontroverser Debatte ein allgemeines Recht auf Abtreibung, künstliche Befruchtung und Sterbehilfe ab.

Straßburg – „Kein Arzt oder Krankenhaus, die eine Abtreibung oder Sterbehilfe ablehnen, sollen dafür zur Verantwortung gezogen werden“, hieß es in einer Entschließung, die die parlamentarische Versammlung am Donnerstag in Straßburg mehrheitlich verabschiedete.

Die britische Sozialistin und Berichterstatterin Christine McCafferty nannte das Votum eine „Schande“ für den Europarat, es stehe im Widerspruch zu den Rechten von Frauen. Sie bedauerte, dass ihr Bericht in sein Gegenteil verkehrt worden sei. Sie hatte darin gefordert, dass alle Frauen, die dies wünschten, auch Zugang zu einer Abtreibung haben dürften. Besonders Frauen mit geringem Einkommen und in ländlichen Gebieten hätten Schwierigkeiten, einen Arzt zu finden, der bereit sei, eine Schwangerschaft abzubrechen.

Stattdessen haben die Abgeordneten aus den 47 Europaratsländern das Recht von Ärzten bekräftigt, aus Gewissensgründen bestimmte Behandlungen abzulehnen. Im Vorfeld der Debatte haben zahlreiche kirchliche und andere Vereinigungen für den Schutz des Lebens plädiert und gegen diesen Bericht protestiert. (APA/dpa)

In https://schreibfreiheit.eu/2010/09/17/europarats-ausschuss-will-arztliche-gewissensfreiheit-einschranken/
habe ich am 17.9. eine von vielen Initiativen gestartet, sich an die Abgeordneten zu wenden und gegen die geplante, uneingeschränkte Ausweitung der Abtreibung und Sterbehilfe zu protestieren.
Danke, dass sich so viele daran beteiligt haben. Man sieht, dass es sinnvoll ist, sich gegen unchristliche Vorhaben zu wehren.
Bringen wir auch in Zukunft den Mut dazu auf! Es lohnt sich!
Dr. Manfred Zethofer


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6 responses

8 10 2010
schreibfreiheit

Siehe auch das Schreiben von Karin Hackl-ÖVP

Sehr geehrte Damen und Herren!

Zunächst danke ich Ihnen für Ihr Schreiben betreffend den Bericht der sozialistischen Abgeordneten McCafferty (Doc. 12347), der gestern im Europarat zur Abstimmung gelangte. Ihr in mich und die ÖVP gesetztes Vertrauen ehrt mich und uns und es freut mich, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass Ihr Vertrauen in uns gerechtfertigt war.

Der Bericht, der für Europa ein allgemeines Recht auf Abtreibung, künstliche Befruchtung (auch für homosexuelle Paare) und Sterbehilfe einführen wollte, wurde nach einer sehr kontroversiell geführten Debatte mehrheitlich abgelehnt. Die Vertreter der ÖVP warben innerhalb der Europäischen Volkspartei (EVP), unserer Gemeinschaft der Europäischen Vertreter christdemokratischer, bürgerlicher und konservativer Parteien, aktiv für die Ablehnung des Berichts. Die Ablehnung erfolgte mit den Stimmen der EVP gemeinsam mit einigen Vertretern der Liberalen und fraktionsfreien Abgeordneten.

In einer Entschließung wurde darüber hinaus ausdrücklich festgehalten: „Kein Arzt oder Krankenhaus, die eine Abtreibung oder Sterbehilfe ablehnen, sollen dafür zur Verantwortung gezogen werden“.

Die bei dieser Abstimmung stimmberechtigten österreichischen Vertreter der ÖVP, der zweite Nationalratspräsident Dr. Fritz Neugebauer und Bundesrat Dr. Franz Eduard Kühnel, stimmten selbstverständlich gegen den Bericht und damit aus meiner Sicht für Gewissensfreiheit, das Recht auf Leben und ein würdevolles Sterben. Auch die stimmberechtigten (fraktionsfreien) Vetreter von FPÖ und BZÖ schlossen sich dem an.

Die Fraktion der Europäischen Sozialisten, denen auch die österreichischen Grünen angehören, waren fast geschlossen für die Annahme des Berichtes. Auch die österreichische SPÖ-Abgeordnete Gisela Wurm, immerhin stellvertretende Klubobfrau der SPÖ, sprach sich (…nicht zum ersten Mal) für ein generelles „Recht der Frau auf Abtreibung“ aus und dem McCafferty-Bericht zu.

Die Sozialistin Christine McCafferty nannte nach ihrer Abstimmungsniederlage das Votum eine „Schande“ für den Europarat….

Ich freue mich ehrlich und wohl mit Ihnen gemeinsam darüber, dass es gelungen ist, in unserem Europa und in den 47 Mitgliedstaaten Gewissensentscheidungen von Ärzten und medizinischem Personal ebenso zu erhalten wie das Recht auf Leben und ein Sterben in Würde.

Abschließend darf ich Sie darum ersuchen, der ÖVP auch in Zukunft ihr Vertrauen zu schenken und danke für Ihr aktives politisches Interesse und Engagement.

Herzlichst,
Ihre
Karin Hakl

8 10 2010
schreibfreiheit

PS: Das war seit langem das erste mal, dass sich die ÖVP zu einem vernünftigem Votum entschlossen hat, wenn es um ideologische Fragen ging.

Gibt es doch noch Hoffnung für die ÖVP ?????

8 10 2010
schreibfreiheit

siehe dazu auch die Zusammenfassung der FPÖ:

Sehr geehrte Dame!
Sehr geehrter Herr!
Die Parlamentarische Versammlung des Europarats ist der Empfehlung der britischen Sozialistin Christine McCafferty gestern nicht gefolgt. Der so genannte McCafferty Bericht wurde mit 58 zu 49 Stimmen abgelehnt. Natürlich hat die freiheitliche Delegation den Bericht – wie angekündigt – ebenfalls abgelehnt.
Nach der Meinung der Delegierten zum Europarat gibt es kein Menschenrecht auf Abtreibung und Euthanasie. Die Resolution wurde letztendlich ins Gegenteil verkehrt und stärkt nun die Gewissenfreiheit der Ärzte. Eine diesbezügliche Empfehlung kam jedoch nicht zustande. Leider war es uns auch nicht möglich, die Vertreter der ÖVP geschlossen für den Schutz der Gewissensfreiheit zu überzeugen. Damit Sie sich über die Angelegenheit genauer informieren können, habe ich mir erlaubt, folgende Quellen zu diesem Thema anzufügen:
Interview mit den FPÖ-Delegierten zum Europarat:

http://www.unzensuriert.at/002210-rzte-sind-dazu-da-leben-zu-erhalten-nicht-zu-zerst-ren

Bericht über die Abstimmung im Europarat auf unzensuriert.at:

http://www.unzensuriert.at/002217-chaotischer-europarat-stimmt-gegen-recht-auf-abtreibung
Presseaussendung der FPÖ zur Abstimmung im Europarat:
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20101008_OTS0016/fpoe-begruesst-europarats-resolution-fuer-gewissensfreiheit-von-aerzten

Abschließend danke ich Ihnen für Ihre Unterstützung in dieser Angelegenheit und verbleibe,
mit freundlichen Grüßen
Martin Graf e.h.

8 10 2010
EFV

Das mit der ÖVP stimmt nicht ganz: Einer (Neugebauer) hat für die geänderte Resolution zum Schutz der Gewissensfreiheit gestimmt, einer (Kühnel) jedoch gemeinsam mit den Sozialisten dagegen.

9 10 2010
nora

Da hat wohl der Herr unsere Gebete erhört und die Herzen der Entscheider gelentk!
DANKE Herr Jesus! DANKE !!!!

10 10 2010
jeremia2000

Danke für diesen positiven Bericht,

Man sollte erwähnen, dass hinter erfolgreichen politischen Aktivitäten stets eine oft „nicht sichtbare“ aber große Gebetsarmee steht.

Daher sollte man stets auch denjenigen zu danken, die zwar nicht die Möglichkeit haben, etwas Praktisches dazu zu leisten, aber mit ihren unablässigen Gebeten von Gott erhört wurden und daher den Erfolg der Praktiker sicherten.

Klarerweise können wir froh sein und Gott auch dafür danken, dass der EU-Rat nicht allen antichrisltichen Tendenzen folgt.

LG Jeremia

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