Rechtliche Angleichung der Freikirchen – Symposium in Wien

18 10 2010

Heute fand im Juridicum in Wien eine Tagung statt, die sich mit der rechtlichen Benachteiligung der Freikirchen in Österreich beschäftigte.

Auf Anregung des “Weg der Versöhnung – Runder Tisch” und der Empfehlung von Kardinal Schönborn hat sich eine Arbeitsgruppe mit “Justitia et Pax” (welche die Rechtsberatung der röm.-kath. und evangelischen Kirchen machen) gebildet, die diese Tagung vorbereitet hat. Das Ziel dieser Tagung ist es ein Bewusstsein der Ungleichbehandlung von Freikirchen in der Öffentlichkeit und bei den Behörden zu schaffen.

Es waren Vertreter der anerkannten christlichen Kirchen und von verschiedenen Freikirchen anwesend. Die Freikirchen unterscheiden sich von den Amtskirchen hauptsächlich darin, dass jede einzelne lokale Kirchengemeinde, die meist zwischen 20 und 100 Personen groß ist, autark agiert. Diese Ortsgemeinden sind dann meist in Netzwerken untereinander vernetzt die übergeordnete Interessen wahrnehmen. Es gibt aber kein, oder nur ein sehr eingeschränktes Durchgriffsrecht einer zentralen Führung. Beispiele sind die Freien Christengemeinden, Baptisten, Bund evangelikaler Gemeinden, usw. Diese Kirchengemeinden, die meist Ihre Wurzeln in der Reformation haben, und somit dem evangelikalen Christentum zurechenbar sind, wurden in Österreich die längste Zeit ignoriert, ja sogar als Sekten dargestellt. Von Seiten der Kirchen gab es in den letzten zehn Jahren eine starke Annäherung und oft sogar Kooperationen, wie zum Beispiel bei der Veranstaltung „Christen am Ball“ in der Stephanskirche vor dem EM Fußball Finale in Wien.

Die rechtliche Annäherung fand 1998 mit dem Bekenntnisgemeinschaftsgesetz statt. Zuvor blieben den Freikirchen nur die Organisationsform als Verein über. Mit der gesetzlichen Anerkennung der Bekenntnisgemeinschaften schuf man eine Art Kirche mit reduzierten Rechten. Unter gewissen  Voraussetzungen, die aber für die meisten Freikirchen unerreichbar sind, ist eine Akzeptanz als Kirche möglich. Selbst einige der derzeit anerkannten Religionsgemeinschaften würden, wenn sie heute ein Ansuchen stellen würden, diese Vorgaben nicht erfüllen können. Die anerkannte Religionsgemeinschaft (eine Kirche ist eine christliche anerkannte Religionsgemeinschaft) hat zum Beispiel steuerliche Besserstellungen und andere arbeitsrechtliche Grundlagen. Andere Gesetze sehen Ausnahmen oder geänderte Bedingungen für Kirchen vor, für Bekenntnisgemeinschaften aber nicht. Auch bei dem privaten Schulwesen der Freikirchen, das zum Teil einen hohen Stellenwert in USA und anderen europäischen Ländern hat, bleiben selbst bei Anerkennung des Öffentlichkeitsrechtes die Subvention für den Schulbetrieb in Österreich aus.

Die Vortragenden kritisierten, dass es somit in Österreich priviligierte und diskriminierte Religionen gibt. Die Bekenntnisgemeinschaften werden diskriminiert, weil Ihnen die gleichen Rechte versagt bleiben und vorsätzlich Knüppel in den Weg geworfen werden und somit die Anerkennung als Kirche oder anerkannte Religionsgemeinschaft praktisch unmöglich gemacht werde. Dies gilt nicht nur für Freikirchen, sondern auch für alle anderen Religionsgemeinschaften, wie z.B. die Hinduisten. Die meisten Vortragenden waren sich darüber einig, dass dieser Umstand ehestmöglich geändert werden muss und forderten eine Revision des Gesetzes.

In der Podiumsdiskussion bekräftigten die Teilnehmer der verschiedenen Kirchen und Freikirchen, Juristen und Geistliche die Notwendigkeit einer Veränderung. Der Vertreter des österreichischen Kultusamtes, das für diese Angelegenheiten zuständig ist, wies auf eine Lösungsmöglichkeit durch den organisatorischen Zusammenschluss der Freikirchen hin, die ihnen die Anerkennung aufgrund der dann gegebenen Größe ermöglichen würde, ohne Gesetzesänderungen durchführen zu müssen. Außerdem könne man sich auf die historische Anerkennung der Herrenhuther von 1880 berufen und in dessen Rechtsnachfolge eintreten, da die Lehre der Freikirchen eine sehr ähnliche ist. Der Vertreter der Ökumene sprach sich für die Stärkung der bestehenden Kirchen aus und plädierte dafür, dass sich die Gemeinden nicht noch mehr zerspalten sollten.

In den abschließenden Wortmeldungen wurde den Freikirchen die °Hausübung° mitgegeben untereinander näher zusammenzurücken, auch organisatorisch. Die Verbesserung des Gestzes für die Bekenntnisgemeinden ist allerdings kein Privileg, sondern eine Pflicht. Dies wurde auch schon von der Europäischen Menschenrechtskommission festgehalten. Die Zusammenarbeit der Kirchen mit den Freikirchen wurde nochmals bekräftigt und gut geheißen. Besonders auch in (gesellschafts-) politischen Fragen in denen die Kirchen aktiv Einfluß nehmen sollen. Die Trennung von Kirche und Staat als Organisation wurde bekräftigt, aber in der politische Diskission ist die Kirche moralisch verpflichtet sich zu Wort zu melden.

Insgesamt brachte dieses Symposium ein weiteres aufeinander Zugehen der Kirchen und Freikirchen zum Ausdruck. Vielleicht handelte es sich heute sogar um einen historischen Wendepunkt und einen Aufbruch zu einer neuen christlichen Einheit wie Jesus selbst sie im hohepriesterlichen Gebet (Johannes 17) zum Ausdruck brachte.


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2 responses

19 10 2010
nora

Jesus sprach IMMER von einer „kleinen“ Herde. dass innerhalb dieser Herde Einigkeit herrschen sollte… leuchtet ein. Diese Konferenz ist ein Schritt in Richtung Ökumene. Und DAS ist nicht biblisch. Ich kann nicht mich „eins“ nennen mit einer Kirche, wie die Staatskirche, welche allein durch die Dogmen jedes biblische Gebot gebrochen hat. Zusammenhänge zwischen Mysterienreligionen und der Kirche Roms müssen jeden ernsthaft „Wahrheits-Suchenden“ betroffen und nachdenklich stimmen.

In der Kirche hat sich Götzendienst breit gemacht in der Verehrung von Statuen und Altären und eigenwilligen Riten.

„Sie haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild, das dem vergänglichen Menschen gleicht. Darum hat Gott sie dahingegeben, weil die die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauschten und dem Geschöpf Ehre und Gottesdienst erweisen anstatt dem Schöpfer (vergl. Römer 2, 21-25).“

Wir sollten alle einander zu einer Neubesinnung aufrufen, um wieder auf den Weg zu kommen, der zum Leben führt.

„Geht aus ihr hinaus, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet und damit ihn nicht von ihren Plagen empfangt! “ (Offbg. 18,4)

Der HErr verbirgt sein Angesicht, wo Menschen von IHM abweichen. Eigenmächtige Abweichung von der Heiligen Schrift führt zum Scheitern im Glauben. Es geht nicht um diverse Glaubenswahrheiten und Hilfsmittel zum Heil, sondern um eine Person, den HERRN und Lebensspender JESUS CHRISTUS, der treu ist und dem wir mit Treue antworten wollen.

Macht es einen Sinn, wenn wir menschliche Einrichtungen, heilige Gegenstände wie „Gnadenbilder“, Wallfahrtsorte suchen, bestimmte Festzeiten wie das Kirchenjahr einführen und Verstorbene (Heilige) verehren? Verlassen wir nicht gerade dadurch unsere Gemeinschaft mit Gott? Wenn Gott nicht mehr zugänglich ist, was helfen uns diese Dinge noch? Sind sie dann nicht ein Ersatz wie jeder andere Götzenkult auch? Wir verlieren den rechten Sinn für Gott. Wir können SEINE Stimme nicht mehr unterscheiden von einer fremden Stimme. Das ist dann der Nährboden für Irrlehre, Aberglaube und Abfall.

Das Schweigen Gottes ist die größte Not
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Die größte Not für den König Saul war, als er merkte, dass Gott von ihm gewichen ist und er keine Antwort von ihm bekommt, auch nicht von Propheten oder durch Träume.

1 Sam 28, 5-6: „Als aber Saul das Heer der Philister sah, fürchtete er sich, und sein Herz wurde ganz verzagt. Und Saul befragte den HERRN; aber der HERR antwortete ihm nicht, weder durch Träume noch durch die Urim noch durch die Propheten.“

1 Sam 28,15: „Samuel aber sprach zu Saul: Warum hast du mich gestört, indem du mich heraufbringen lässt? Und Saul sprach: Ich bin hart bedrängt; denn die Philister kämpfen gegen mich, und Gott ist von mir gewichen und antwortet mir nicht, weder durch die Propheten noch durch Träume; darum habe ich dich rufen lassen, damit du mir zeigst, was ich tun soll.“

Es geht immer um eine ganz unmittelbare Beziehung zu unserem Herrn und Gott. Nicht um religiöse Formen und auch nicht um ein besonderes Fest oder Ritual.
Abtrünnigkeit ist ein Ausdruck des Treuebruches zu Gott. Es geht also um eine ganz aktuelle Gemeinschaft mit Gott, die von Liebe und Treue und Hingabe getragen sein will. In der Abtrünnigkeit gibt es keine geordneten Verhältnisse, in dieser Verfassung ist eine Umkehr zum Herrn nicth vollziehbar. Es ist eine Geisteshaltung, in der Menschen sich schnell an etwas klammern, sich pereisgeben, weil sie keine Erfahrung mit dem Herrn machen. Sie sind auf sich selbst gerichtet, überschätzen sich in Hochmut, haben die Meinung, es sei ja ohnehin alles in Ordnung. Zugleich wollen sie den Herrn suchen, finden ihn aber nicht, wel er in dieser ihm entgegengesetzten Geisteshaltung nicht zu finden ist.

Eifrig laufen sie den nichtigen Götzen nach. Sie vermuten überall geheimnisvolle Kräfte, die auf sie heilvoll oder unheilvoll einwirken sollen. Gesundheit wird überall gesucht und doch verfolgt sie Krankheit.

In dem Leid, das sie sich aufgeladen haben, suchen sie auch wieder das Angesicht des Herrn. dann heisst es: „So lasst uns ihn erkennen, ja lasst uns nachjagen der Erkenntnis des Herrn! Sicher wie die Morgenröte ist sein Hervortreten. Er kommt wieder Regen zu uns, wie der Spätregen, der die Erde benetzt“ (Hos 6,3). Unsere Antwort soll eine Absonderung von einer Gott abgekehrten Geisteshaltung werden.

Altäre sich Zeichen der Untreue gegen Gott
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Altäre und Heiligtümer bilden immer ein Weggehen vom Gehorsam zu dem lebendigen Gott. Es wird Gott in der Kunst gesucht, aber nicht mehr er selbst. Es spricht die Kunst zum Volk, aber nicht Gott. Allein sein WORT bringt die Gemeinschaft mit ihm. IHN sollen wir suchen. ( Hos 10,1-3 + Hos 10,12b).

Absonderung
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2.Kor 6:17 Darum «gehet aus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rühret kein Unreines an, so will ich euch aufnehmen»,
2.Kor 6:18 und «ich will euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein», spricht der allmächtige Herr.

Ein Katholik sollte sich absondern von all dem, was dem Sinn Gottes entgegen ist, auch wenn es für ihn eine vertraute Kultur und Lebenspraxis war, die ihm anscheinend als gottgefällig erschien. Gott wird seine Kinder nicht völlig segnen und gebrauchen, wenn sie im Kompromiss oder in Mitschuld mit dem Bösen leben.

Das besagt auch, dass wir uns auch absondern in Wunsch und Beweggrund von der Welt, die das ethische Böse in dem jetzigen Weltsystem bedeutet und auch Absonderung von falschen Lehrern, die als Gefäße zur Unehre fungieren.

Dann wird volle Offenbarung Gottes als des Vaters, die ungestörte Gemeinschaft und Anbetung und ein fruchtbarer Dienst wieder ganz zurückkehren.

Kein anderes Evangelium
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Auch auf der Glaubensebene ist immer eine Tendenz zur Abweichung da. Einige Menschen waren schon zu Paulus Zeiten eingedrungen, die „das Evangelium von Chrsitus umkehren wollten“ (Gal 1,7;5,10). Sie bestanden darauf, dass auch Werke der Erlösung notwendig seien, wenn sie auch zugaben, dass die Erlösung druch Christus komme. Dieser Gefahr des Judaismus, d.h. des gesetzlichen Irrtums, neigten die Galater beits zu (Gal 1,6; 3,1). sie kehrten also dadurch zurück in die Knechtschaft des Gesetzes und wollten Tage, Monate, Jahre, Zeiten usw. in gesetzlicher Weise beobachten (Gal 4,10).

Paulus widerlegt in überwältigender Weise alle Beweise, die zu Gusnten einer Vermischung des Gesetzes mit dem Glauben angeführt wurden, indem er auf Abraham hinweist, der durch den Glauben allein gerechtfertigt wurde, und zwar 430 Jahre, ehe das Gesetz des Mose gegeben wurde. Der Apostel geht auch auf den damit verbgundenen Irrtum ein, dass ein Gläubiger durch das Halten des Gesetzes zur geistlichen Reife komme: er weist auf die Wahrheit von der heiligenden Kraftr des Heiligen Geistes hin udn auf den Reichtum eines Lebens, das geschenkt wird, wenn der Heilige Geist den Gläubigen, in dem er wohnt, erfüllt.

Es geht um den einzigen Zugang zum Heil. Dieser Zugang wird oft verstellt durch Lehren von Menschen, eigenmächtige Glaubensschemen, die von Jesus Chrsitus wegführen.

Keine andere Rechtfertigung
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Die Rechtfertigung geschehe nach der kath. Kirche durch die Macht der Gnade des Heiligen Geistes und werde uns in der Taufe geschenkt:

KKK 1987: Die Gnade des Heiligen Geistes hat die Macht, uns zu rechtfertigen, das heißt von unseren Sünden reinzuwaschen und uns „die Gerechtigkeit Gottes aus dem Glauben an Jesus Christus“ (Röm 3,22) und aus der Taufe zu schenken.

Es wrd also klar umgangen, das Vergebung durch Glauben an JESUS geschieht, dass JESUS unsere Rechtfertigung bringt. Es macht den Anschein, als ob JESUS absichtlich verschwiegen werde, wie es auch der Hohe Rat zur Zeit der Apostel enfalls forderte.

Abg 4,2: … aufgebracht darüber, dass sie das Volk lehrten und in Jesus die Auferstehung aus den Toten verkündigten.

V 18: Und sie ließen sie rufen und geboten ihnen, überhaupt nicht mehr in dem Namen JESUS zu reden noch zu lehren.

Apg 5,28a: Haben wir euch nicht streng verboten, in diesem Namen zu lehren?

V 40b: … und verboten ihnen , in dem Namen Jesu zu reden und entließen sie.

Die Botschaft der Apüostel aber ist:
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Apg 10:43 Von diesem legen alle Propheten Zeugnis ab, daß jeder, der an ihn glaubt, durch seinen Namen Vergebung der Sünden empfangen soll.

Apg 13:38 So sei euch nun kund, ihr Männer und Brüder, daß euch durch diesen Vergebung der Sünden verkündigt wird;
Apg 13:39 und von allem, wovon ihr durch das Gesetz Moses nicht gerechtfertigt werden konntet, wird durch diesen jeder gerechtfertigt, der da glaubt.

Apg 13:48 Als die Heiden das hörten, wurden sie froh und priesen das Wort des Herrn, und es wurden gläubig, soviele ihrer zum ewigen Leben verordnet waren.

Apg 22:21 Und er sprach zu mir: Gehe hin, denn ich will dich in die Ferne zu den Heiden senden!
Apg 22:22 Sie hörten ihm aber zu bis zu diesem Wort; da erhoben sie ihre Stimme und sprachen: Hinweg mit solchem von der Erde! Denn es ziemt sich nicht, daß er am Leben bleibe!

Welcher „rechtschaffene Staat der Welt“ mag dem entgegenhalten?

Welcher CHRIST kann sich dem entziehen?

Glaube und Staat müssen getrennt sein. Der Glaube muiss FREI wählbar und praktizierbar sein.

In IHM
nb

20 10 2010
schreibfreiheit

Diese Kritik kann ich nicht nachvollziehen.

Es geht hier darum, dass die Freikirchen endlich einen angemessenen Rechtsstatus in Österreich erhalten. So wie in fast allen anderen europäischen Ländern.
Das hat nichts mit einem Zusammenschluß mit der kath. Kirche zu tun.
Wie gesagt haben die Freikirchen das Wesensmerkmal der Autonomie der lokalen Gemeinde. Ob mit oder ohne Gemeindeverbund. Und das soll auch so bleiben.

Damit Staat und Kirche getrennt werden können und sinnvoll parallel existieren können, braucht es von beiden Seiten auch die Anerkennung des gegenseitigen Vorhandenseins. Das bewirkt die Anerkennung der Freikirchen von staatlicher Seite und das Einräumen der Autonomie mit den dazugehörigen Staatsbürgerlichen Pflichten, Rechten und religiösen Freiheiten. Das sichert die Trennung von Staat und Kirche.

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