Warum sind wir gegen die Gesamtschule?

10 12 2011

Gefunden auf Schülerbegehren.at

Nein, nicht weil wir den Fortschritt verhindern wollen. Im Gegenteil: wir sind dagegen,weil die Erfahrungen im Ausland DEUTLICH zeigen, dass eine bessere Ausbildung für jeden, mehr soziale Gerechtigkeit und eine bessere Integration von Menschen mit Migrationshintergrund GERADE DURCH EINE GESAMTSCHULE NICHT ERREICHT WERDEN KÖNNEN.

Was die Propaganda für die „Neue Mittelschule“ hier bei uns jetzt verspricht, ist zum größten Teil schlicht unwahr. Die Aussagen der PISA-Studie sind als Basis für Reformen völlig ungeeignet. Der Ausbildungsstand in den Gesamtschulländern ist keineswegs höher als bei uns. Finnland schneidet bei der PISA-Studie nicht deswegen besser ab als wir, weil es eine Gesamtschule hat, sondern weil es statt „innerer Differenzierung“ ein exzellentes, handfestes Fördersystem für die Schwachen hat und weil es Schüler und Schülerinnen, die die Landessprache nicht ausreichend können, erst dann in die Schule lässt, wenn sie gut Finnisch (bzw. Schwedisch) gelernt haben. Dafür braucht man keine Gesamtschule. Und ein finnisches Abitur ist keineswegs dasselbe wie eine österreichische Matura oder ein deutsches Abitur!

Die Gesamtschule bringt akademisch nicht nur keine besseren, sondern viel schlechtere Ergebnisse als unser Schulsystem. Wer das nicht glaubt, soll sich die innerdeutsche PISA-Studie (PISA-E) anschauen: dort liegen die Bundesländer mit den meisten Gesamtschulen immer an den letzten Plätzen. Die besten Plätze erreichen die, die KEINE Gesamtschulen haben.

Die „wissenschaftlichen“ Studien, die angeblich beweisen sollen, dass der längere gemeinsame Unterricht besser ist, existieren entweder nicht oder halten der Anforderung von „Wissenschaftlichkeit“ nicht stand. Wie der renommierte deutsche Bildungswissenschaftler Jürgen BAUMERT (in Deutschland bekannt als der „PISA-Papst“, weil er früher dort die PISA-Studie durchgeführt hat) selbst zugibt, gibt es „KEINE EINZIGE BELASTBARE STUDIE, die beweisen würde, dass gemeinsamer Unterricht über die vierte Schulstufe hinaus sinnvoll ist“.

Die Gesamtschule bringt keineswegs automatisch mehr „individuelle Förderung durch innere Differenzierung innerhalb der Klassen“. Das ist eine rein ideologisch motivierte Träumerei, die in der Praxis nicht funktioniert (und z. B. in Finnland auch gar nicht einmal angestrebt wird). Die Lehrer in der Gesamtschule werden dieselben sein, die uns jetzt unterrichten. Durch ein paar „Neue Mittelschule“-Wochenendkurse werden sie kaum die Gabe der Omnipräsenz erlangen. Innere Differenzierung funktioniert nur über Zersplitterung der Klassen in Leistungsgruppen – ein System, das nachweislich für die schwächeren Schüler ENORME NACHTEILE bringt.

Echte Verbesserungen erreicht man nur durch mehr Qualität im Unterricht. Das kostet Geld. Die Gesamtschule ist schon allein als System um ca. 30% teurer als unser jetziges, gegliedertes Schulwesen (die nötigen qualitativen Verbesserungen sind da noch gar nicht mitgerechnet!). Wir haben jetzt schon zu wenig Geld für guten Unterricht. Wenn wir die Gesamtschule einführen, werden wir dafür noch weniger haben.

Und die soziale Gerechtigkeit? In Gesamtschulländern sieht die in der Praxis so aus, dass alle, die es sich leisten können, ihre Kinder in Privatschulen schicken. Gute öffentliche Schulen gibt es nur in den teureren Wohngegenden. Begabte Kinder aus armen Familien haben dort WENIGER Chancen als bei uns. Das soll gerecht sein?

In den meisten Gesamtschulländern ist die Bildungssituation
schlechter als bei uns und teilweise (z. B. in Frankreich oder England)
wird bereits eine ABSCHAFFUNG der Gesamtschule diskutiert
und es werden konkrete Maßnahmen in Richtung mehr Selektion umgesetzt.
UND WIR WOLLEN DEN SCHWACHSINN JETZT EINFÜHREN??

 

ECHTE REFORMEN SEHEN ANDERS AUS!
________________________________________________________________

Kommentar

Was die Pisa-Studien beweisen, nämlich das ständige Absinken der schulischen Leistungen, ist vor allem das Ergebnis von 40 Jahren linker Schulversuche und die Konsequenzen der Mißachtung und Überbeanspruchung des Lehrerstandes. Unser Bildungssystem ist alt, aber glänzend bewährt. Weltweit wird man kaum ein besseres finden.

Die Gesamtschule ist ein Teil des großen gesellschaftlichen Zieles der Linken, alle Menschen müssten gleich werden.
(Nur einige sind dann noch gleicher…..)
Bei Frauen und Kinder heißt der (nicht ausgesprochene) Slogan der Linken:

MÜTTER AN DIE MASCHINEN –
KINDER IN DIE KASERNEN!

________________________________________________________________

Siehe auch:

SP-VP-Regierung unterwegs zur Verstaatlichung der Kinder

Verstaatlichung der Kinder als EU-Ziel?


Aktionen

Information

3 responses

12 12 2011
Dr. Hans Schieser

Was spricht gegen die „Gesamtschule“?

* „An den Früchten erkennbar“: Nirgends haben die Gesamtschulen die Leistungen gegenüber den „Regelschulen“ verbessert. Nicht nur PISA, sondern andere „Studien“ (in USA, in Finnland und in deutschen Bundesländern) belegen das eindeutig.

* Die „Struktur“ ist unrealsitsisch: Es ist erwiesen (zB Piaget’s Forschung zur Entwicklung der Intelligenz), daß etwa 45 bis 55% der Bevölkerung (überall!) nicht die intellektuelle Kapazität für „formale Operationen“ (Beispiel Mathematik) erreichen. Nicht weil die „dumm“ sind, sondern einfach eine mehr „praktische“ Intelligenz besitzen. Das gegliederte Schulsystem entspricht schon lange dieser Tatsache. Amerika’s Schulsystem ist der beste Beweis, daß das Modell der „Gesamtschule“ (zB Highschool für alle) etwa 50% Drop outs (= Abbrecher oder einfach Versager) bringt. Privatschulen (wie die Catholic Schools) machen mit der „Junior HighSchool“ eine erfolgreiche Ausnahme, weil sie damit begabte Kinder nach dem 4. Schuljahr besonders fördert.

* „Individuelle Förderung innerhalb der Klassen“ ist bei Klassenstärken von mehr als 10 Kindern kaum möglich. Das weiß jeder Schullehrer!
Wenn auf der einen Seite der Unsinn von „Gleichheit“ propagiert wird, will man auf der anderen Seite „innere Differenzierung“ anstreben.
Es gibt keine „gleichen Chancen“ für alle, sondern eine freie Gesellschaft soll (vor allem durch ein realistisches Bildungswesen), für alle eine „unbegrenzte Anzahl von Chancen“ ermöglichen. Ein blindes Kind kann nie Pilot bei der LUFTHANSA werden, aber es muß für Blinde auch andere Berifsmöglichkeiten geben.

* Auf kaum einem anderen Gebiet sind so viele selbst-ernannte „Experten“ am Werk, wie im Bildungssystem! Unsere Kinder werden von Politikern und Ideologen als „Versuchskaninchen“ für ihre Hirngespinste mißbraucht. Kein Arzt läßt sich so in sein „Handwerk“ pfuschen, wie es in unserem Bildungswesen geschieht.

* Grundsätzlich hat der Staat überhaupt kein Mandat für Bildung und Erziehung, sondern die Eltern haben das primäre Recht, die Bildung und Erziehung ihrer Kinder zu bestimmen! (Grundgesetz Artikel 6/2; Universale Menschenrechtsdeklaration der UNO, Artikel 26/3)
Die Rolle des Staats ist „sekundär“ (= an zweiter Stelle UND als Hilfe gedacht).

Prof.Dr. Hans Schieser
Prof.emeritus, DePaul University Chicago

14 12 2011
schreibfreiheit

http://www.schulformdebatte.de/
http://www.zeit.de/1995/07/Geheimbund_gegen_Gesamtschule

Zum Thema. Bei uns (NRW) gibt es jetzt auch immer mehr Gesamtschulen, und die Förder- und Sonderschulen sollen mehr und mehr abgeschafft werden.
Ich bin absolut Freund des mehrgliedrigen Schulsystems.
Aber: Die Politik macht Bockmist!
Und man kann nichts dagegen tun… .
Mit viel Geld werdeb funktionierende Schulen und Systeme niedergemacht – und es wird schlimmer werden!

Gruß

A. Rosebrock

27 11 2012
Hausfrau

Genau meine Meinung. (aus NRW)

Die Eltern machen es sich leicht. Die glauben wirklich, ihre Kinder lernen mehr.

Eine Trennung sollte nach der 1. Klasse erfolgen. So hat auch der schwache Schüler Erfolgserlebnisse. Oder eben kleine Gruppen von 8 bis max. 10 Kindern.
Nach der 4. Klasse hat der schwache Schüler bestimmt keine Lust mehr. Schon gar nicht, wenn er an der Gesamtschule wieder nur im unteren Drittel ist. An einer Hauptschule hätte er Erfolgserlebnisse.

Genauso geht es den starken Schülern. Die langweilen sich 4 Jahre lang.
Da in Deutschland der Besuch des Gymnasiums auch sozial gebunden ist, finden sich hier viele sozial starke Kinder, die von den Leistungen aber eher an eine Hauptschule gehören. Daher bietet das Gymnasium sicherlich nicht immer genug Stoff für fitte Kinder.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




%d Bloggern gefällt das: