Kinderkrippen sind ein Verbrechen an der Menschlichkeit

5 02 2012

ERZIEHUNG Ein Weckruf an die Politik Stuttgart/St. Louis (idea) – Familienexperten in Deutschland sehen sich durch eine neue US-Studie in ihren Bedenken gegen eine außerfamiliäre Betreuung von Kleinkindern bestätigt. Forscher haben herausgefunden, dass die Hirnentwicklung des Kindes durch intensive mütterliche Zuwendung in den ersten Lebensjahren gestärkt wird. Dadurch wächst der Hippocampus schneller – eine Hirnregion, die einen wesentlichen Einfluss auf Gedächtnis, Emotionen und Stressbewältigung hat. Keinen signifikanten Einfluss haben dagegen Faktoren wie das Alter oder die soziale Stellung der Eltern. Über ihre Erkenntnisse berichteten Wissenschaftler der Washington Universität in St. Louis (Bundesstaat Missouri) um die Psychiatrie-Professorin Joan Luby in der Fachzeitschrift der Nationalen Akademie der Wissenschaften. Hartmut Steeb (Stuttgart), Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz – sie befasst sich intensiv mit Fragen der Familie – fordert angesichts der Studie ein Umdenken in der Politik. Sie wirbt seit Jahren für eine Betreuung von unter Dreijährigen in Krippen, damit mehr Mütter einer Erwerbstätigkeit nachgehen können. Steeb gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea: „Jetzt ist die Politik gefragt, ob die Ideologie wichtiger ist oder die Vernunft und ob das Wohl des Kindes oder das Wohl der Wirtschaft Vorrang hat.“ Bildung ohne Bindung ist ein Rückschritt Im Zuge einer nachhaltigen Gesundheit für die künftige Gesellschaft fordert Steeb, die „zukunftsträchtige Mutter-Tätigkeit zu Hause“ mindestens ebenso zu fördern wie die außerfamiliärer Berufsarbeit. Außerdem müsse Schluss sein mit den Diskriminierungen von Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen wollen. Dazu gehöre der Begriff „Herdprämie“ für das geplante Betreuungsgeld und die Unterstellung von „Bildungsferne“. Außerdem müsse man Bildungspolitikern deutlich machen, „dass die elterliche Bindung vor der Bildung steht und Bildung ohne Bindung kein Fortschritt, sondern Rückschritt ist“. Steeb wünscht sich, „dass die Studie zu einem familienpolitischen Weckruf in unserem Land wird“. Psychologen und Pädagogen wissen es schon lange Für den Leiter des Heidelberger Büros für Familienfragen und Soziale Sicherheit, Kostas Petropulos, bestätigt die US-Studie nur, was Psychologen und Pädagogen schon lange wüssten: „Kinder entwickeln sich am besten mit verlässlicher Zuwendung und kompetenter Unterstützung beim Weg ins Leben durch einen sie liebenden Menschen.“ Das könnten nicht nur Mütter sein, sondern auch Väter, Großväter oder -mütter. Die zentrale Frage an unsere westlichen Gesellschaften laute daher: „Wollen wir Eltern nicht die (bezahlte) Zeit geben, ihre Kinder in den entscheidenden Entwicklungsjahren als wichtigste Lebenshelfer zu begleiten? Oder sollen wir tatsächlich – so wie es die EU-Kommission von der Bundesregierung gerade gefordert hat – die totale Arbeitsmarktmobilisierung anstreben, um unser (schein)heiliges Wirtschaftswachstum in die Zukunft zu retten?“ Für Vernunft und Herz gebe es nur eine klare Antwort. Vater und Mutter unersetzbar Für die Vorsitzende des Familiennetzwerks, die Kinderärztin Maria Steuer (Hollern bei Stade), zeigt das Forschungsergebnis: „Mutter und Vater sind eben einzigartig und Kinder sehnen sich nach liebevoller Zuwendung und Anerkennung durch diese unersetzbaren Menschen.“ Laut Steuer verdient ein Aspekt der Studie besondere Beachtung, nämlich dass die Gehirnentwicklung unabhängig sei vom sozialen Status der Eltern. Das bedeute für alle Befürworter der frühkindlichen Bildung: „Die Krippe kann soziale Benachteiligung nicht ändern. Emotionale Verwahrlosung kommt in allen Schichten vor, und der gilt es entgegenzuwirken.“ Das erfordere ein radikales Umdenken.

Quelle: IDEA Deutschland


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2 responses

5 02 2012
siwla

Ganz richtig, ich kann und möchte das bestätigen und verstärken.

Für die höhere Wertschätzung der Betreuung zuhause, einer guten Kinderstube, eines geschützten und behüteten Nestes in der Kindheit, setzen sich ja viele ein. Leider gehen die Politiker im Westen derzeit einen Weg, der fatal an den großen Irrtum der Kommunisten im ehemaligen Ostblock erinnert.
Gorbatschow hat diesen Irrtum in einem Buch so zugegeben:

„Wir haben erkannt, dass viele unserer Probleme im Verhalten vieler Kinder und Jugendlicher- in unserer Moral, der Kultur und der Produktion- zum Teil durch die Lockerung familiärer Bindungen und die Vernachlässigung der familiären Verantwortung verursacht werden. Dies ist ein paradoxes Ergebnis unseres ernsthaften und politisch gerechtfertigten Wunsches, die Frau dem Mann in allen Bereichen gleichzustellen. Mit der Perestroika haben wir angefangen, auch diesen Fehler zu überwinden. Aus diesem Grund führen wir jetzt in der Presse, in öffentlichen Organisationen, bei der Arbeit und zu Hause hitzige Debatten über die Frage, was zu tun ist, um den Frauen zu ermöglichen, zu ihrer eigentlichen weiblichen Lebensaufgabe zurückzukehren.“

Vor allem Christa Meves setzt sich ja laufend für eine „kindgerechte Kindheit“ ein – auch wissenschaftlich begründet:
http://www.christa-meves.eu/

In Österreich haben wir die Hausfrauenunion,
http://www.hausfrauenunion.at/
das Österreichische Familiennetzwerk,
http://www.familiennetzwerk.at/
und viele andere Gruppen.

In neuerer Zeit fällt mir in Deutschland immer wieder Frau Birgit Kelle auf, die in eine ähnliche Richtung arbeitet und selber für ihre 4 Kinder hauptsächlich zuhause bleibt (+ freiberuflich tätig):
http://frau2000plus.net/

6 02 2012
Carolus

Hier ist auch Gabriele Kuby anerkennend zu erwähnen, die als eine der ersten vor der Genderdoktrin gewarnt hat, auch Eva Herman ist ein publizistischer Emanzenschreck ersten Ranges; die vielen Männer, die gegen die Krippenmanie kämpfen, will ich gar nicht beim Namen nennen.
Leid tut es mir um Christa Müller, die offenbar doppelt auf ein falsches Pferd gesetzt hatte; wird sich zeigen, welche Richtung sie einschlägt (http://www.tagesspiegel.de/politik/linkspartei-christa-mueller-kuenftige-rolle-offen/5839068.html).

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