„Higgs-Teilchen“ entdeckt – Braucht es nun keinen Gott mehr?

12 07 2012

Schon desöfteren war das Kernforschungsinstitut CERN in der Schweiz für voreilige Sensationsmeldungen gut – und auch diesmal verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer: Das, wonach man vielleicht gesucht hat, könnte möglicherweise gefunden worden sein. Ganz sicher ist man sich noch nicht, aber es spreche viel dafür, sagten die leitenden Physiker in Genf zu ihrer maßgeblichen Entdeckung des sogenannten „Higgs-Teilchens“.

Das Ziel des Projektes, der Entstehung der Welt näher zu kommen, hat damit einen Fortschritt genommen. Und doch fragt man sich, was die Welt von dieser eventuellen Entdeckung wirklich haben wird. Braucht es dann keinen Gott mehr, wenn der kleinste Ursprung der Erde entschlüsselt zu sein scheint? Ist die Identifizierung des „Gottes-Teilchens“ der Anfang, dem Schöpfer und seinem Handwerk auf die Spur zu kommen?

Zweifelsohne ist es die Anmaßung des Menschen, die ihn in seiner nicht enden wollenden Gier nach Macht und Wissen immer weiter vorantreibt, den Spuren von Gott noch intensiver folgen zu können. Der Faszination wird wohl auch kein Abbruch getan sein, wenn man sich bewusst wird, welche Auswirkungen eine noch tiefergehende Auseinandersetzung mit den Ursprüngen des Universums haben dürfte. Der Wissenschaftler bleibt mit seinen Erkenntnissen in der Gefangenheit seiner Grenzen stecken, die ihm durch sein irdisches Dasein und seine Unvollkommenheit gesetzt sind.

Was mag es uns bringen, wenn wir das Samenkorn gefunden haben, aber nicht nachvollziehen können, wie es zur Pflanze wird? Und wenn wir schon gar nicht wissen oder erahnen können, von welcher Allmacht und Kraft derjenige sein muss, der es ausgesät hat? Ein „Higgs-Teilchen“ hin oder her – entscheidende Antworten bringt es uns nicht. Und wäre da nicht der Trieb, alles verstehen und nachvollziehen können zu müssen, bräuchte der Mensch auch nicht so viel Energie in die Erforschung investieren, die er viel eher dem Genuss des Erschaffenen widmen könnte.

Gott wird mit einem Nachweis in CERN nicht weniger realistisch – im Gegenteil. Auch für ein „Higgs“ braucht es Ursprung und Quelle, für dessen Ausformung und Entwicklung es hin zu unserem und den vielen anderen Planeten unfassbare Intelligenz benötigt hat, die kein Wissenschaftler je beschreiben und beweisen wird können. „Deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen“,  die Unendlichkeit eines göttlichen Wirkens bliebt mit und ohne Teilchen für uns ein Mysterium. Was die Genfer Physiker erreicht haben, ist lediglich, ein winziges Schanier in der Mechanik Gottes aufzuspüren – und genau dieses macht deutlich, dass das Geheimnis noch viel größer sein muss, als wir es vielleicht vermuteten.

Christen können bei solchen Eilmeldungen ganz beruhigt bleiben: Unsere Gelassenheit rührt von der Überzeugung, dass Gott ohnehin mehr als ein Teilchen ist. Lebendig und erfahrbar geworden durch Jesus Christus, hat er bewiesen, dass er sich nicht in wissenschaftliche Formeln und Entdeckungen zurückdrängen lässt. Wo schlussendlich der Eifer des Menschen so groß wird, nicht mehr stillhalten zu können, um Ehrfurcht und Respekt vor der Schöpfung darzubringen und stattdessen mit aller Gewalt und Nachdrücklichkeit der forschende Druck zum wahnhaften Zwang wird, Endlichkeiten schaffen zu müssen, ist Gott dringender denn je vonnöten. Schon allein, um die zurechtzuweisen, die es nicht lassen können, das Geschenk des Kosmos zu durchtesten, braucht es jemanden, der immer einen Schritt voraus sein wird…

Dennis Riehle


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4 responses

12 07 2012
F. M.

Zitat: Auch für ein „Higgs“ braucht es Ursprung und Quelle, …/Zitat

Ich kann vor der Anwendung dieses Argumentes der unendlichen Regression nur warnen. Erstens gibt es bedeutend bessere Argumente für Gott und zweitens provoziert man damit die immer wiederkehrende Argumentation mit der Frage nach dem Ursprung Gottes.

Und diese Frage ist keinesfalls beantwortbar; die Frage nach dem Ursprung des Higgs-Boson vielleicht schon.

12 07 2012
Dennis Riehle

Dann benennen Sie Ihre besseren Argumente, statt meinen Text lediglich in Misskredit zu ziehen!

Riehle

12 07 2012
F. M.

Summa Theologica von Thomas von Aquin.
Und wollen Sie wirklich ständig die Frage um die Ohren gehauen bekommen, wer Gott erschuf? Weil ja alles eine Ursache haben muss.

8 08 2013
Waldi

Das Higgs-Teilchen verleiht keine Masse

Im Teilchenbeschleuniger beim CERN soll mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 % das Higgs-Teilchen gefunden worden sein. Auch wenn man an die Theorie dieses Riesenteilchens glaubt, das in seine Bestandteile zerfällt und für die Masse aller anderen Teilchen verantwortlich ist, bliebe noch immer die Frage: Wie ist denn das Higgs-Teilchen zu seiner Masse gekommen?

Offensichtlich war man beim CERN unter riesigem Druck, ein Ergebnis zu präsentieren, welches die horrenden Kosten rechtfertigt. Entweder hat man das Gottes-Teilchen gefunden – inklusive Beweis, dass es anderen Teilchen die Masse verliehen hat – oder nicht. Wenn man aber mit Wahrscheinlichkeiten argumentiert, erübrigt sich jede Nachfrage, ob man definitiv etwas von einer Vergabe der Masse festgestellt hat. Ebenso hätte man beim CERN sagen können, das Higgs-Teilchen ist mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % gefunden worden. Denn dies bedeutet, dass man beim CERN noch nichts herausgefunden hat. Es wäre besser gewesen, die Verantwortlichen hätten sich nicht auf diesen 90 %-Wert geeinigt. Denn es wird sich noch zeigen, dass man bei diesem Wert etwas zu hoch gegriffen hat – um genau 90 %. Aber inzwischen werden schon Ehrungen vorgenommen, Preise verliehen …

Dieses ausfindig gemachte Boson (eines von mehreren Teilchen beim CERN) hat nichts mit einem Teilchen zu tun, das die Masse verleiht. Denn die Physiker haben eine völlig falsche Vorstellung von Masse. Und die ehrlichen Physiker geben sogar zu, dass sie keine Ahnung haben, was Masse ist.

Wenn ein großes, ‚massives‘ Teilchen wie das Higgs-Boson in seine Bestandteile zerfällt, besitzen natürlich auch die neu entstandenen Teilchen eine Masse. Daraus zu schließen, die kleinen Teilchen hätten ihre Masse von dem großen Teilchen erhalten, ist eine sehr eigenartige Ausdrucksweise. Die Denkweise, die hinter dem Higgs-Teilchen steckt, ist abzulehnen. Denn sie erklärt überhaupt nicht, wie die aus Strahlungsenergie entstehenden Teilchen und ihre Antiteilchen zu ihrer Masse kommen. Zumindest ist der Umweg über ein angebliches Gottes-Teilchen, das allem die Masse verleiht, viel zu umständlich, als dass es der Realität entsprechen könnte.

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