Mutter-Kind-Bindung – Revolution in der Erziehungsforschung

10 11 2012

Aus Der Tagesspiegel

Drum prüfe gut, wie früh es sich bindet
29.09.2012 von Verena Friederike Hasel

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Mit einer Langzeitstudie über Jahrzehnte hat das Psychologenpaar Karin und Klaus Grossmann die Erziehung revolutioniert.

Sie beobachten genau bei ihrem Gang über den Klausener Platz in Berlin-Charlottenburg und als ein Kind aufschreit, bleiben sie sofort stehen. „Nun“, sagt die Frau, „wird es interessant. Wie reagieren die Eltern?“ Und der Mann fügt hinzu: „Ein Vater sagt: Na los, weiter. Nicht so schlimm!, eine Mutter tröstet eher.

Was passiert zum Beispiel, wenn die Mutter den Raum verlässt und das Kind mit einer fremden Person zurücklässt? Was Ainsworth herausfand, war bahnbrechend, denn sie stellte fest, dass bereits Einjährige systematische Verhaltensunterschiede zeigen. Die einen schrien zunächst, ließen sich dann zwar trösten, rannten aber sofort zur Mutter zurück, wenn sie den Raum wieder betrat. Die anderen ignorierten Weggang und Rückkehr der Mutter, wirkten also selbstständig, waren in Wirklichkeit aber hochbelastet: So stellte man in späteren Studien eine hohe Konzentration des Stresshormons in ihrem Speichel fest. Ainsworth nannte die ersten die sicher gebundenen Kinder. Sie, so ihre These, trauten sich, ihren Kummer zu zeigen, da sie es gewohnt waren, dass man ihnen feinfühlig begegnete. Die anderen, die unsicher gebundenen, hatten immer wieder erlebt, dass keiner ihnen Gehör schenkte, und litten deshalb lieber still.

:arrow: Den Grossmanns ist eine Langzeitstudie geglückt, von der Forscher sonst nur träumen können.
:arrow: Wem es als Kind gestattet war, abhängig zu sein, wurde später innerlich umso unabhängiger.

Hinweise

Familiennetzwerk Deutschland

Was brauchen die Kinder – was tut ihnen gut?

Von den Kindern und ihren Feinden aus
„Die Weiße Rose – Zeitschrift gegen den Zeitgeist“

Kinder als Geschenk – und neues Selbstbewußtsein der Mütter

Umfrage zur Betreuung von Kleinkindern

Mother figure is vital for a child

Day nursery may harm under-3s, say child experts

Verstaatlichung der Kinder wird scheitern – wie im Ostblock.
Zählt man sämtliche Faktoren zusammen, so gibt es am Ende nicht einen einzigen Pluspunkt FÜR die Kinderkrippe, sondern ausschließlich dicke Minuszeichen. Und zwar für alle Beteiligten: Für die kleinen Kinder, Mütter und Väter, Erzieherinnen, Politiker, Bund, Länder, Gemeinden usw……

Verstaatlichung der Erziehung_Krippenpolitik in Deutschland

SP-VP-Regierung unterwegs zur Verstaatlichung der Kinder


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Information

3 responses

11 11 2012
kleene

Vielen Dank für den interessanten Beitrag.

Vielleicht bedingen sich auch Verhalten/Charakter (still sein oder brüllen) und Bindungssicherheit andersherum.
Die unterschiedlichen Reaktionen auf das „Verlassenwerden“ konnte ich direkt in meiner Familie beobachten: Als mein Bruder mit fast 3 Jahren in den Kindergarten gehen sollte, hat er geschrien und sich gewehrt. Er ist im Großen und Ganzen eine selbstbewusste Persönlichkeit, die sich im Leben behaupten kann.

Ich hingegen, erzählt meine Mutter, war ganz still, wenn sie mich ab 1 in die Krippe schaffte. Ich habe still gelitten und geweint – und das zieht sich nun auch schon mein ganzes Leben so durch, und ich bin dankbar, dass ich dieses Erlebnis nun meinem Kind (1 1/2) ersparen kann…

Liebe Grüße!

11 11 2012
siwla

Danke, ich freue mich über diesen Bericht.
Ich kenne inzwischen einige junge Menschen, die mir sagten:
„Ich hatte es zwar gut bei Oma, aber Mama hat mir immer gefehlt.
Bei meinen Kindern mache ich das anders.“
Und sie machen es tatsächlich anders. Eine Mutter hat es sich z.B. so eingerichtet, daß sie sogar bis zum Ende der Schulzeit für ihre Kinder zur Verfügung steht, wenn sie von der Schule heimkommen. Dafür nimmt sie auch in Kauf, daß sie sich nicht alles leisten können. Ein ruhiges Aufwachsen und die vielen Gespräche mit Mama sind für die Kinder viel mehr wert als z.B. teure Kleidung oder teure Urlaubsfahrten.

Wir hätten unsere Kinder (wir haben deren 8) niemals schon mit 12 oder gar 6 Monaten stundenlang einer fremden Person zur Betreuung überlassen. Das hätten wir als grausam empfunden. Unsere ersten 5 Kinder waren nicht einmal in einem Kindergarten, also die ersten 6 Jahre zuhause. Und in der Schule ging es ihnen gut bis sehr gut. Inzwischen haben 2 die Uni erfolgreich abgeschlossen, 3 weitere studieren gerade. War als nicht ganz falsch.

Am wichtigsten bleibt für uns aber immer:
Was macht Kinder glücklich?
Kein Baby schreit nach der Krabbelstube, alle schreiben „MAMA!“

27 11 2012
Milliarden für kollektive Kindesmisshandlung « Schreibfreiheit

[…] Mutter-Kind-Bindung – Revolution in der Erziehungsforschung Mit einer Langzeitstudie über Jahrzehnte hat das Psychologenpaar Karin und Klaus Grossmann die Erziehung revolutioniert. […]

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