Die Political correctness – die neue Staatsideologie

27 01 2013

von Inge M. Thürkauf

Wenn Ideologen zur Macht gelangen, nützen sie diese Macht, um ihre Ideologie zu etablieren. In den letzten Jahren mussten wir feststellen, dass die Meinungsfreiheit immer stärker eingeschränkt wurde. Es wird immer schwieriger, über bestimmte Themen zu sprechen und zu schreiben. Traditionelle Meinungen in Bezug auf die Geschlechter, die im Widerspruch zur Gender Ideologie, zur vorgegebenen Auffassung von Homosexualität oder zur Multikultur stehen, laufen Gefahr, sich an der neuzeitlichen Staatsideologie zu vergehen. Nach den Ideologien von Marxismus-Leninismus und Nationalsozialismus ist nun eine neue Ideologie im Begriff, die Welt zu beherrschen: die Political correctness. Die Schweiz wurde bekanntlich von beiden Ismen verschont. Durch die sichtbar unaufhaltsame Erweiterung des globalen Systems einer Weltregierung ist selbst auch die Schweiz in der Gefahr, sich der Political correctness als der Staatideologie der Neuen Welt Ordnung beugen zu müssen.

Die Medien jedoch, denen sonst kaum etwas entgeht, schweigen mit wenigen Ausnahmen zu diesem Zusammenbruch abendländischer Kultur, als sei eine Nachrichtensperre über sie verhängt worden. Und sehr wahrscheinlich ist dies auch so. An Stelle der staatlichen Pressezensur ist die Zensur durch die Presse getreten. In seinem Werk „Untergang des Abendlandes“ bemerkt Oswald Spengler: „Der Leser weiß nichts von dem, was man mit ihm vorhat, und soll es auch nicht, und er soll auch nicht wissen, welch eine Rolle er damit spielt. Eine furchtbarere Satire auf die Gedankenfreiheit gibt es nicht. Einst durfte man nicht wagen, frei zu denken; jetzt darf man es, aber man kann es nicht mehr. Man will nur noch denken was man wollen soll, und eben das empfindet man als seine Freiheit.“[1] Über 80 Jahre später hat sich an der Beobachtung Spenglers nichts geändert, nur spricht man im Jahre 2011 in aller Öffentlichkeit darüber: „Was aber nützt uns die ganze schöne Pressevielfalt, wenn letzten Endes alle von Flensburg bis Garmisch über dasselbe schreiben und auch dieselben Themen auslassen?“ fragte der Münchner Verleger Dirk Ippen (Münchner Merkur, tz) am 18. Mai 2011 im Kaisersaal des Frankfurter Römer in seiner Festrede bei der Verleihung des Wächterpreises der Tagespresse. Die Klage eines Verlegers: „Wer gegen den Zeitgeist anschwimmt, findet kein Gehör“ und: „Zum Nonkonformismus gehört Mut“,[2] enthüllt mehr als alle Analysen und Statistiken, dass „Die Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit“[3] auch im politisch-medialen Rahmen Fakt geworden ist.

 


[1] Oswald Spengler: „Der Untergang des Abendlandes“, München 1930, II.Band, S. 576.

[2] JF, 27.05.2011, S. 5.

[3] Gabriele Kuby: „Die globale sexuelle Revolution“ – Die Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit, Kißlegg 2012.


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4 responses

27 01 2013
Nonnen

Die einseitig theoretisierende Gender Mainstreaming-Ideologie begeht den fundamentalen Irrtum, die als entscheidende menschliche Gegebenheit vorliegenden neurophysiologischen Unterschiede in den Gehirnen von Frau und Mann völlig auszuklammern bzw. fälschlicherweise zu behaupten, diese festgelegten Gegebenheiten um– bzw. dekonstruieren zu können.
[Einzelheiten bezüglich unüberbrückbarer Unterschiede in den Gehirnen von Frau und Frau sind in dem Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 3. Auflage, Logos-Verlag, Ansbach, 2013 nachzulesen]

29 01 2013
simolnar

Dazu ein sehenswerter Ausschnitt eines heutzutage wirklich schon mutigen Filmes: http://www.youtube.com/watch?v=qMuM4glK2iA

29 01 2013
simolnar

Und wenn jemand noch schmunzeln möchte über die Debatte zu Herrn Brüderle, dem empfehle ich diesen Bonmot:

Liebes Dr.-Pizzicato-Team!

Darf man zu einer Dame „Sie können auch ein Dirndl ausfüllen“ sagen?

Rainer B., dzt. Berlin

Sehr geehrter Herr B.!

Na ja, das kommt ganz darauf an, wer Sie sind. Sind Sie beispielsweise George Clooney oder ein anderer dieser Hollywood-Heinis, dann wird man kaum von Sexismus sprechen. Sondern ganz im Gegenteil, die Damen werden – oh, là, là – richtiggehend verzückt sein. Es sei denn, es handelt sich um eine ganz, ganz linke Emanze. Aber da können Sie ja immer noch sagen, Sie seien Demokrat und hätten Barack Obama unterstützt. Sind Sie hingegen übergewichtig, mit schütterem, weißem Haar und pfälzischem Dialekt, dann sollten Sie von solchen Sätzen eher Abstand nehmen. Vor allem, wenn Sie keinen Stern reißen wollen (kleiner Witz, Sie verstehen?).

Wenn wir Ihnen also einen konkreten Rat geben dürften: Schauen Sie zunächst einmal in den Spiegel! Sehen Sie aus wie Herr Clooney, dann wagen Sie es. Sehen Sie nicht so aus, dann lassen Sie es lieber bleiben.

Mit freundlichen Grüßen OLI

Aus: Die Presse, Pizzicato, vom 29.01.2013

31 01 2013

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