Freikirchen in Österreich als Kirche anerkannt

28 08 2013

BGBL Freikirchen

Am Montag, 26.8.2013 wurde im Bundesgesetzblatt Nr. II/250/2013 die Anerkennung der „Freikirchen in Österreich“ bekanntgegeben. Somit hat ein Zusammenschluss von Freikirchen nach jahrzehntelangem Bemühen die Anerkennung als Kirche geschafft, die in Österreich besonders schwer zu erreichen ist.

Da in der Vergangenheit die Freikirchen und freien Christengemeinden keinen Zugang zur Anerkennung als Kirche hatten, haben sie den Verein als Organisationsform verwendet. Da der Staat bessere Kontrolle und Übersicht über die religiösen Vereine erhalten wollte, wurde 1997 die Sonderform der religiösen Bekenntnisgemeinschaft eingeführt.  Diese Rechtsform hatte allerdings Auflagen hinsichtlich der Mitgliederanzahl, die von den kleinen, oft nur ca. aus 20 – 200 Personen bestehenden Gemeinden, nicht erfüllt werden konnten. Daher begannen sich die christlichen Gemeinden, die ja alle den gleichen Glaubensgrundsatz der Bibel, eine etwas unterschiedliche Theologie und unterschiedliche Schwerpunkte haben, in übergeordneten Organisationen zusammenzuschließen, ohne ihre Eigenständigkeit aufzugeben.

Edi Griesfelder

Edi Griesfelder

Als Visionär und ausdauernder Verfechter der Zusammenarbeit der christlichen Gemeinden und Kirchen in Österreich kann Edi Griesfelder als treibende Kraft der Anerkennung genannt werden. Er war und ist eine der zentralen integrativen Persönlichkeiten der Freikirchen in Österreich. Als damaliger Vorstand der Pfingstgemeinden öffnete er diese für kleinere Gemeinden und nahm einige davon in die umbenannte Bekenntnisgemeinschaft „Freie Christengemeinde – Pfingstgemeinde“ auf. Parallel wurde unter seiner Mitarbeit auch der „Weg der Versöhnung“ mit den Freikirchen und den bestehenden anerkannten Kirchen ins Leben gerufen. Bei den evangelikalen Freikirchen etablierte sich 1992 ein Zusammenschluß unter den Namen „BEG – Bund evangelikaler Gemeinden in Österreich“.

Mit dem 1997 beschlossenen Bekenntnisgemeinschaftengesetz wurden zusätzliche Anerkennungsvoraussetzungen für Kirchen festgelegt, unter anderem muss eine Religionsgemeinschaft vor der Anerkennung „mindestens 10 Jahre als religiöse Bekenntnisgemeinschaft“ bestehen. Keine bestehende Bekenntnisgemeinschaft hätte allerdings die restlichen Voraussetzungen, im Besonderen die Mitgliederanzahl, erreichen können.

Nachdem sich die freichristlichen Gemeinden aber bereits in den letzten Jahren sehr um Verständigung und Dialog untereinander bemüht haben, teilweise gemeinsame Veranstaltungen mit den Kirchen wie z.B. „Kirche am Ball“ anlässlich der Fußball EM durchgeführt hatten, gab es eine sehr gute Gesprächsbasis untereinander. Das führte schließlich dazu, dass die „Freikirchen in Österreich“ als gemeinsame Plattform von 5 Freikirchen entstand. Es sind dies die Mennonitische Freikirche, der Bund der Baptistengemeinden, der Bund evangelikaler Gemeinden, die Freie Christengemeinde-Pfingstgemeinde und die Elaia-Christengemeinden. Gemeinsam wurde der Antrag zur Anerkennung als Kirche eingebracht und schließlich letzte Woche von der zuständigen Ministerin Dr. Claudia Schmied unterzeichnet.

Ein jahrzehntelanger, schwerer Weg hat schließlich zu einem weltweit einmaligen und beispielweisenden Ergebnis geführt. Die herbeigeführte Einheit, die nicht Gleichmacherei bedeutet, sondern eine Einheit in Vielfalt darstellt, ist eine große Hoffnung für das Christentum, nicht nur in Österreich.

Damit wird auch das hohepriesterliche Gebet Jesu erfüllt, das er in der Nacht vor seiner Gefangennahme am Ölberg betete:

Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. 

Johannes 17, 20-21

Weiter Informationen:

Wikipedia

ORF

Grußworte von Kardinal Schönborn

Webseite der „Freikirchen in Österreich“


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