Die polnischen Bischöfe zum Thema Gender

20 01 2014

Polnische Bischöfe

Die Bischöfe zum Thema Gender – ein Hirtenbrief am Sonntag der Hl. Familie, 2013.12.29

http://www.pch24.pl/

Datum der Veröffentlichung: 2013.12.20 14.00 Uhr

Datum der Aktualisierung: 2013.12.20 02.17.00

Foto : Grazyna Myslinska / FORUM

„Man kann nicht schweigen gegen Versuche, eine Ideologie einzuführen, die die christliche Anthropologie zerstört und durch zutiefst destruktive Utopien ersetzt, die nicht nur den einzelnen Menschen , sondern auch die ganze Gesellschaft zerstören“ – erinnern die polnischen Bischöfe .

Geliebte Schwestern und Brüder in Christus, dem Herrn!

Jedes Jahr erleben wir  in der Oktav der Geburt Christi das Fest der Heiligen Familie. Wir richten unsere Gedanken auf unsere Familien und lassen uns auf eine Reflexion über die Situation der modernen Familie ein. Das heutige Evangelium zeigt, wie die Familie von Nazareth in schwierigen Situationen versucht, den Willen Gottes zu verstehen und zu erfüllen. Diese Haltung wurde für sie eine Quelle neuer Kraft . Es ist für uns ein wichtiger Hinweis, dass auch heute Gehorsam gegenüber Gott und seinem Willen ein Garant für Glück in der Familie ist.

Der selige Johannes Paul II., auf dessen Heiligsprechung wir uns vorbereiten, erinnert daran, dass die Wahrheit über die Ehe „über dem Willen des Einzelnen, den Launen der Eheleute, über Entscheidungen und staatlichen Sozialorganismen“ steht . „Die Wahrheit muss bei Gott gesucht werden , denn „Gott selbst ist der Urheber der Ehe“ (GS 48; HV 8). Gott hat den Menschen als Mann und Frau erschaffen, so dass sie für sich gegenseitig ein unverzichtbares Geschenk werden. Die Familie gründete Er auf der Ehe als einem lebenslangen und exklusiven Liebesbund. Er entschloss, dass nur eine solche Familie die richtige Umgebung  für die Entwicklung der Kinder sein soll, die das Leben weitergeben und die materielle und geistige Entwicklung gewährleisten soll.

Die christliche Vision offenbart die tiefste, innere Bedeutung von Ehe und Familie. Ein Verwerfen  dieser Vision führt zwangsläufig zur Zersetzung der Familie und zu einer menschlichen Katastrophe. Wie die Geschichte der Menschheit zeigt, ist die Verachtung des Schöpfers immer gefährlich und eine Bedrohung für die glückliche Zukunft des Menschen und der Welt. Missachtung des Willens Gottes in der Familie führt zu einer Schwächung der Beziehungen seiner Mitglieder, zur Entstehung verschiedener Pathologien, zur Plage der Scheidung, zu so genannten „losen“ oder „freien“ Beziehungen, wie sie von Jugend auf praktiziert wird, oft mit stillschweigender Zustimmung oder Genehmigung der Eltern. Dies führt zu einem Mangel an Offenheit des Paares für das Geschenk des Lebens, was negative demographischen Auswirkungen hat. Mit zunehmender Besorgnis beobachten wir die gesellschaftliche Akzeptanz dieser Phänomene .

Es ist daher verständlich, dass den höchsten Grad an Beunruhigung auch die Versuche wecken, das Konzept von Ehe und Familie zu ändern, wie das heutzutage vor allem von den Gender-Ideologen erzwungen und von den Medien verbreitet wird.  Angesichts der zunehmenden Angriffe gegen verschiedene Bereiche des Familien-und Soziallebens, fühlen wir uns gezwungen, uns einerseits entschlossen und unmissverständlich für die Verteidigung der Ehe und der Familie, für diese Grundwerte, auszusprechen, und andererseits vor den Gefahren zu warnen, die die Verbreitung  dieser neuen Vision mit sich bringt.

Wir treffen auf verschiedene Einstellungen hinsichtlich der Aktivitäten der Anhänger der Gender-Ideologie. Die große Mehrheit weiß nicht, was diese Ideologie beinhaltet, so dass sie keine Gefahr darin sehen. Eine kleine Gruppe von Menschen – vor allem Lehrer, Eltern und Erzieher , darunter Katecheten und pastoralen Mitarbeiter – versuchen, konstruktive Wege zu finden, um ihr entgegenzuwirken. Schließlich gibt es noch diejenigen, die die Absurdität dieser Ideologie sehen, allerdings glauben, dass die Polen diese utopischen Visionen von selbst ablehnen. Inzwischen wird die Gender-Ideologie ohne Wissen und Zustimmung der polnischen Gesellschaft seit vielen Monaten in den verschiedenen Strukturen des sozialen Lebens eingeführt: in Bildung, Gesundheitswesen, in Aktivitäten von Kultur-und Bildungseinrichtungen sowie NGOs. Die Medien konzentrieren sich hauptsächlich auf die Förderung von Gleichstellung und Verhinderung von Gewalt, wobei sie  die weitreichenden Auswirkungen dieser gefährlichen Ideologie ignorieren.

1. Was ist die Gender- Ideologie und warum ist sie so gefährlich?

Die Gender-Ideologie ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen, ideologischen und kulturellen Transformation , die in Marxismus und Neomarxismus wurzelt, und von einer zunehmend radikalisierten feministischen Bewegung und der sexuellen Revolution im Jahre 1968 initiiert wurde. Gender fördert Prinzipien, die ganz im Gegensatz zu der Realität und dem traditionellen Verständnis der menschlichen Natur stehen. Es wird behauptet, dass das biologische Geschlecht einen rein kulturellen Charakter hat, dass man es im Laufe der Zeit wählen könne, und die traditionelle Familie veraltet und eine soziale Belastung sei. Gemäß Gender ist Homosexualität angeboren und Homosexuelle und Lesben haben ein Recht auf Partnerschaften, die die Basis für eine neue Art von Familie sind, ein Recht auf Adoption und darauf, Kinder zu erziehen. Die Anhänger dieser Ideologie argumentieren, dass jede Person sogenannte reproduktive Rechte hat, einschließlich des Rechts, sein Geschlecht zu ändern, ein Recht auf In-Vitro-Fertilisation, auf  Empfängnisverhütung und sogar auf Abtreibung.

Gender in seiner radikalsten Form behandelt das biologische Geschlecht als eine Art von Gewalt gegen die menschliche Natur. Demnach ist der „ein Mensch in sein Geschlecht verwickelt“, aus dem er sich befreien muss. Indem er das biologischen Geschlecht negiert, erlangt der Mensch „wahre, uneingeschränkte Freiheit“ und kann das sogenannte kulturelle Geschlecht wählen, das sich nur in äußerem Verhalten offenbart. Der Mensch hat außerdem ein Recht auf spontane Veränderung seiner Entscheidung, unter fünf Geschlechtern zu wählen, zu denen gehören: Homosexuelle, Lesben, Bisexuelle, Transsexuelle und Heterosexuelle.

Die Gefahr der Gender-Ideologie besteht im Wesentlichen in ihrer zutiefst zerstörerischen Natur sowohl hinsichtlich der Person als auch den zwischenmenschlichen Beziehungen, und damit dem gesamten gesellschaftliche Leben. Der Mensch ohne feste Geschlechtsidentität verliert den Sinn seiner Existenz, ist nicht in der Lage, die ihm gestellten Aufgaben zu erkennen und zu erfüllen, die in seiner persönlichen Entwicklung auf ihn zukommen, sei es in Familie oder im sozialen Leben, auch was die Fortpflanzung angeht.

2. In welchen Bereichen wird die Gender-Ideologie eingeführt ?

Die Gender-Ideologie wird in Polen in verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens eingeführt. Dies wird zunächst durch die Gesetzgebung getan. Dokumente werden erstellt, die scheinbar dem Schutz, der Sicherheit und dem Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger dienen, die allerdings stark destruktive Elemente enthalten. Ein Beispiel ist die Konvention des Europarates gegen Gewalt gegenüber Frauen, die sich zwar der wichtigen Frage der Gewalt gegenüber Frauen widmet, hingegen aber  „nicht- stereotype Geschlechterrollen“ fördert und in das Bildungssystem eingreift, indem sie eine Bildung aufzwingt, die für Homosexualität und Transsexualität wirbt. In dem letzten halben Jahr entstand ein Entwurf für ein sog.  „Gleichheitsgesetz“, das den Katalog der Diskriminierungsverbote erweitert, besonders im Hinblick auf die „Gender-Identität und deren Ausdruck“. Die Annahme des Entwurfs begrenzt in der Folge die Redefreiheit und die Möglichkeit, religiöse Ansichten auszudrücken. Wer es auch immer in Zukunft wagt, homosexuelle Propaganda zu kritisieren, wird strafrechtlichen Konsequenzen ausgesetzt werden. Dies ist auch eine Gefahr für das Funktionieren der katholischen Medien und impliziert gewissermaßen die Notwendigkeit der Selbstzensur.

Im April 2013 wurden Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHO ) in Bezug auf die Sexualerziehung veröffentlicht, die zu einer tiefen Depravation von Kindern und Jugendlichen führt. Sie fördert unter anderem Masturbation für Vorschulkinder und die Entdeckung von Freude und Lust bei der Berührung ihrer eigenen Körper und des Körper ihrer Mitschüler. Elemente dieser sogenannten  Standards werden derzeit umgesetzt – und das muss betont werden: meist ohne Wissen und Zustimmung der Eltern – wie in dem von der Europäischen Union finanzierten Projekt „Gleichstellungskindergarten“. Die Autorinnen dieses Projekts schlagen unter anderem vor, im Rahmen eines Spieles Jungen als Mädchen und Mädchen als Jungen zu verkleiden, wobei der Rest der Kinder erraten muss, wer sie sind und erklären, warum sie das so sehen. Dieses Projekt umfasst viele andere, ähnlich umstrittene Vorschläge .

Diese Standards werden im Rahmen von Fortbildungen, Workshops für Lehrer und Erzieher, Schulprojekten, in Bildungseinrichtungen und Universitäten gefördert. An vielen Universitäten in Polen entstanden nahezu plötzlich Studiengänge zum Thema Gender (Gender Studies). Dort werden neue Anhänger dieser Ideologie ausgebildet und es wird verkündet, dass die Familie ein veraltetes Modell sei und es keine Rolle spiele, ob das Kind von Homosexuellen und Lesben erzogen wird, da es in solchen Strukturen genau so glücklich werden könne, seine Entwicklung genauso gut verlaufe, wie bei einem Kind in einer traditionellen Familie. Dabei werden Untersuchungen verschwiegen, deren Ergebnisse negative oder sogar tragische Konsequenzen im Leben der Menschen zeigen, die in dieser Art von Umgebungen aufwachsen: erhöhte Suizidalität, abnorme Identitätsgefühl, Depressionen, sexueller Missbrauch oder sexuelle Belästigung.

Gender dringt auch in den Bereich der Kultur ein. Gemäß der Richtlinien der Ideologen werden – mit Hilfe der neuesten Techniken der Manipulation –  in die Inhalte von Filmen, TV-Serien, Theaterstücken, TV-Shows und Ausstellungen, Zeichen und Bilder eingeführt, die der Veränderung des gesellschaftlichen Bewusstseins in Richtung Annahme der Gender-Ideologie dienen.

Auf dem Gebiet der Medizin haben wir es mit Aktivitäten zu tun, die das Recht auf Abtreibung, Empfängnisverhütung, In-Vitro-Fertilisation , chirurgische und hormonelle Geschlechtsumwandlung fördern, sowie auch die schrittweise Einführung eines „Rechts“ auf Euthanasie und Eugenik, das heißt, eine Möglichkeit der Beseitigung von Kranken, Schwachen, Behinderten, die – gemäß den Geschlecht-Ideologen – „nicht vollwertig“ sind. Daraus folgt, dass der Mensch überhaupt nicht mehr zählt, wobei die verborgenen Motive letztlich wirtschaftliche Vorteile sind.

Sehr geschickt wird die Tatsache ignoriert, dass das Ziel der Gender-Erziehung , im Grunde die Sexualisierung von Kindern und Jugendlichen ist. Wird die Sexualität in einem frühen Alter geweckt, dann führt das zu Sucht in der sexuellen Sphäre und im späteren Leben zu Abhängigkeiten. Eine Kultur, die andere Person „benutzt“, um die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, führt zu einer Degradierung des Menschen, der Ehe, der Familie und hat soziale Folgen. Nach einer solchen Erziehung, wie sie von den Jugendsexualpädagogen durchgeführt wird, wird bereits der junge Mensch Stammkunde von Pharma-, Erotik, Porno-, Pädophilen- und Abtreibungsunternehmen. Außerdem geht die sexuelle Versklavung oft mit anderen Süchten (Alkoholismus, Drogensucht, Spielsucht) einher und ist mit Leid, das man sich selbst und andere antut (Pädophilie, Vergewaltigung, sexuelle Gewalt) verbunden. Eine solche Erziehung ist nichts anderes als die Demontage der Familie. Die depravierende, manipulative Tätigkeit der Sex-Pädagogen ist möglich, weil die Mehrheit der Eltern und Lehrer nichts von den Aktivitäten dieser Gruppen gehört oder deren Bildungsmaterialien nicht gesehen haben.

3. Was kann man gegen die Ideologie des Gender tun?

Im Hinblick auf die Gender-Ideologie ist es eine äußerst wichtige Aufgabe, die Gefahren bewusst zu machen, die sich daraus ergeben und an die unveräußerlichen Grundrechte der Familie zu erinnern, die vor 30 Jahren von dem Heiligen Stuhl in der Charta der Familienrechte festgesetzt wurden. Es müssen Maßnahmen ergriffen werden, die der Ehe und der Familie ihren rechtmäßigen Platz wieder geben, die den Eltern ermöglichen, von ihrem Recht Gebrauch zu machen, ihre Kinder gemäß ihrer eigenen Überzeugungen und Werte zu erziehen, die den Kindern die Möglichkeit einer ganzheitlichen Entwicklung zu Hause und in der Schule bieten, und die den Vertretern der Wissenschaft erlauben, solide Untersuchungen ohne ideologische Druck durchzuführen und zu veröffentlichen.

Die Kirche hat als Wächter des Rechtes eines jeden Menschen nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, sich für die natürlichen Gesetze Gottes in der Gesellschaft einzusetzen. So kann sie also nicht schweigen, wenn  eine  Ideologie eingeführt wird, die die christliche Anthropologie zerstört und gegen zutiefst destruktive Utopien ersetzt, die nicht nur den einzelnen Menschen, sondern auch die ganze Gesellschaft zerstören. Auch die in der Politik engagierten Christen können hier nicht tatenlos zusehen .

Wir wenden uns daher mit einem dringenden Appell an die Vertreter der religiösen Bewegungen und kirchlichen Verbände, mutig Maßnahmen zu ergreifen, die dazu dienen, die Wahrheit über die Ehe und die Familie zu verbreiten. Mehr denn je ist heute eine Schulung des Erziehermilieus vonnöten. Es ist notwendig, den Eltern und Lehrern, den Personen, die für die Form des polnischen Schulsystems verantwortlich sind, bewusst zu machen, was für eine große Bedrohung mit der Gender-Ideologie einher geht. Man muss das um so mehr tun, da den Eltern oft nicht gesagt wird, dass diese Ideologie in eine bestimmte Bildungseinrichtung eingeführt wird, wobei die mit ihr verbundenen Inhalte schöngeredet und als harmlose und interessante Methoden und Formen, wie etwa Spiele, dargestellt werden.

Wir appellieren auch an die Institutionen, die für die polnischen Bildung zuständig sind, dass sie dem Druck der wenigen, wenn auch sehr einflussreichen Kreise nicht nachgeben, die über nicht unerhebliche finanzielle Mittel verfügen, und die im Namen einer modernen Bildung an Kindern und Jugendlichen herumexperimentieren. Wir fordern die Bildungsinstitutionen auf, die integralen Sicht des Menschen zu fördern.

Alle Gläubigen bitte wir um inbrünstiges Gebet für Ehepaare, Familien und den von ihnen erzogenen Kinder. Bitten wir den Heiligen Geist, dass er uns unaufhörlich Licht sendet, um die Gefahren und Bedrohungen zu erkennen, vor denen die Familie heutzutage steht. Beten wir auch für den Mut, Menschen des Glaubens und mutige Verteidiger der Wahrheit zu sein. Vorbild und geistige Hilfe bei diesen Bemühungen sei uns die Heiligen Familie von Nazaret, in der der Sohn Gottes – Jesus Christus aufgewachsen ist.

In diesem Sinne erteilen wir allen den pastoralen Segen.

Die Hirten der katholischen Kirche in Polen


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4 responses

20 01 2014
profschieser2013

Ihr Deutsche Bischöfe: „gehet hin und tut desgleichen!“

21 12 2015
Peter Friedrich

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich hätte eine Frage an Sie wegen des
Umgangs von kirchlicher Seite mit dem
Thema der Geschlechtergerechtigkeit. Wie
auch immer man sich abarbeitet an
Gender/Nichtgender, an Bildungsplänen
oder „Demos für alle“, bei allem
Verständnis oder Nichtverständnis, so
würde mich eher Ihre Ansicht zur
praktischen Umsetzung der einschlägigen
Thematik interessieren.
So wurde eine Transgender-Person im
„Stern“ unter dem Titel „Das richtige
Leben im falschen Körper“ interviewt, am
28.11.2015, daraus folgendes:

“ … Mittlerweile zählt die Polizei 29
ermordete Transgender allein in diesem
Jahr in den USA. Erleben Sie selbst, dass
man Ihnen mit Abscheu begegnet? Werden Sie
bedroht?
Morde sind leider an der Tagesordnung.
Besonders schwarze Transgender, wie ich es
bin, werden gejagt. Wer mich attackiert,
befriedigt ja auf einen Schlag gleich zwei widerliche Wesenszüge: Homophobie und Rassismus. Ich bin in dieser Logik das perfekte Opfer.

Also gibt es Situationen, in denen Sie in Gefahr sind?
Ich würde es nicht direkt Gefahr nennen.
Aber ich fühle mich oft unwohl. Nachts in der U-Bahn zum Beispiel. Oder wenn mich Wildfremde fragen: „Hast du einen Penis oder eine Vagina?“

Wie reagieren Sie auf solche Fragen?
An guten Tagen sage ich: „Warum fragen Sie
mich nicht erst mal, wie es mir geht oder
wie ich heiße?“ An schlechten strecke ich
meinen Mittelfinger aus. Es geht niemanden
etwas an, ob ich einen Penis oder eine
Vagina habe.

Die Suizidrate unter Transgendern ist hoch.
So hoch wie in sonst keiner Gruppe. Sie
liegt bei fast 50 Prozent. Viele bringen
sich um, weil sie den Druck, weil sie sich
selbst nicht aushalten. Auch die
Arbeitslosenquote ist erschreckend. Die
Armut. Die Obdachlosigkeit. Warum ist das
so? Weil Menschen, die sich zu einer
anderen Sexualität bekennen, immer noch
ausgegrenzt werden.

Dennoch scheint Amerika anderen Ländern
weit voraus zu sein. Für die Rolle als
transsexuelle Gefangene in der Serie
„Orange is the new black“ wurde der
Transgender Laverne Cox für einen Emmy
nominiert. New Yorks Bürgermeister
plädiert dafür, das Geschlecht auf
Geburtsurkunden ohne operative Umwandlung
ändern zu können. Den Besuchern des Weißen
Hauses steht neuerdings eine
„genderneutrale“ Toilette zur Verfügung.
Es geht voran, das stimmt. Und Amerika hat
sicher eine Vorreiterposition. Aber in
vielen islamischen Staaten werden
Transgender heute noch mit dem Tod bestraft.

Wenn Sie auf die Toilette müssen, benutzen
Sie dann das Damen- oder das Herrenklo?
Ich vermeide öffentliche Toiletten, wann
immer es geht, weil ich keine Anfeindungen
provozieren möchte. …“

Erste Frage dazu: Auf welche Toilette
sollte denn nun nach Ihrer Meinung dieser
betreffende Mensch gehen?
Zweite Frage: Inwieweit läßt sich das
grausame Schicksal dieses Menschen in
Verbindung bringen mit der – durchaus
pauschalisierenden – Begrifflichkeit des
(Gender-)“Wahnsinns“ von konservativ-religiöser Seite?
Danke für Ihre Antwort!

Mit freundlichen Grüßen

1 02 2014
28 10 2014
Abartige Sexpraktiken in deutschen Schulen | Schreibfreiheit

[…] Die polnischen Bischöfe zum Thema Gender […]

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