Relativismus – die praktischen Folgen

18 11 2011

Unser Glaube setzt sich entschieden der Resignation, einer Haltung der Beliebigkeit gegenüber der Wahrheit entgegen.
Diese Resignation ist eigentlich der Kern der Krise Europas.

Familien

Wie schön ist es doch, wenn wir ein eine gute Familie kommen:
Die Eltern lieben einander in guten und auch in weniger guten Tagen und sind einander treu. Wenn es Unstimmigkeiten gibt, suchen sie die Versöhnung, indem sie die Schuld nicht nur dem anderen Partner geben, sondern auch sich selber gegenüber kritisch sind. Die Kinder wachsen in einer Atmosphäre der liebevollen Geborgenheit auf, können sich immer auf die Eltern verlassen und werden stark für ihr selbständiges Leben. Solche Familien ziehen auch die Freunde der Kinder an, weil sie merken, dass hier ein guter Geist herrscht. Und der gute Geist kommt von der Bindung an Gott und seine Schöpfungsordnung.

Wie traurig stimmt es dagegen, wenn wir beobachten, wie sich Familien und Beziehungen auflösen. Die Abwendung von der Religion führt oft zum Zerfall der Ehe, das Nest für die Kinder löst sich auf. Die Folgen sind oft Absturz in der Schule, Ängste der Kinder, Abgleiten in verschieden Süchte, Traurigkeit und Depressionen bei den Eltern.

Die „freie Liebe“ klingt zwar beim ersten Hinhören positiv, entpuppt sich aber als Feind der Familie, als Zerstörer der Geborgenheit unserer Kinder. Nicht zu verstehen, dass es Menschen gibt, die einen Seitensprung als gute Sache darstellen. Das ist Relativismus pur.

Das Recht auf Leben bestimmter Menschen wird in Frage gestellt:
Ungeborene, alte, behinderte oder unheilbar kranke Menschen werden als Zellhaufen bezeichnet, mit denen die nächsten Angehörigen nach Belieben verfahren können. Der Mutterschoß hat sich zum gefährlichsten Ort der Welt entwickelt. Warum fordern so viele Menschen heute die Todesstrafe für Ungeborene? Auch das ist Relativismus pur, die Abkehr von der ewig gültigen Schöpfungsordnung Gottes.

Wirtschaft und Politik

Alle Verträge und Vereinbarungen in Wirtschaft und Politik bauen auf dem Vertrauen in den Partner auf. Wie gut ist doch das Gefühl: „Dieser Geschäftspartner wird mich sicher nicht hereinlegen.“ Wenn sich dagegen die Beteiligten nicht mehr an allgemein gültige Gesetze gebunden fühlen, wenn sie nicht mehr ehrlich sind, dann schleicht sich das Misstrauen ein. Es gilt nicht mehr unbedingtes Einhalten der allgemein gültigen Regeln, die letztlich auf göttlicher Ordnung gründen, sondern der Grundsatz: „Hauptsache nicht erwischen lassen.“ In der Politik ziehen Korruption und schrankenloser Populismus ein.

Die Auflösung der Werte vollzieht sich in drei Schritten:

Zuerst wird behauptet, alles sei relativ, es gebe keine ewig und objektiv gültigen Ordnungen. Religion und Gottesdienst werden folgerichtig für überflüssig erklärt. „Ich kann ja auch ohne Beten und Kirchengehen ein guter Mensch sein“, sagen viele unserer Zeitgenossen.

Dann lösen sich die moralischen und sittlichen Werte auf. Warum soll man noch ehrlich sein und dem Ehepartner die Treue halten? Hauptsache nicht erwischen lassen, die andern tun es doch auch, der intelligente Betrüger wird bewundert, Korruption greift um sich …..

Schließlich führen religiöser und sittlicher Niedergang auch zum wirtschaftlichen Niedergang, weil das allgegenwärtige Misstrauen die Kräfte lähmt und wir viel Zeit und Mühe aufwenden müssen, um uns vor Betrug, Lüge und Korruption zu schützen.

Ich wünsche uns allen, dass wir zu den guten Kräften gehören, die nicht Werte zerstören sondern Werte erhalten und sogar aufbauen. Dazu hilft uns eine starke und feste Bindung an Christus und seine Kirche. Es ist auch bekannt und Untersuchungen haben es vielfach bewiesen:

Religiöse Menschen leben gesünder, sind glücklicher und werden älter als Menschen, die von Religion nichts halten.

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Hinweise

Relativismus – die Krise Europas

Europas Zivilisation lebt von ihren christlichen Wurzeln

Wenn die Moral ihr Fundament verliert

Evangelium Tag für Tag

Bibel online lesen – in verschiedenen Sprachen

Gotteswort, Messtexte + Bilder + Erklärungen





Relativismus – die Krise Europas

7 09 2011
Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.

Vor vier Jahren hat der Heilige Vater in Mariazell betont, daß Jesus die Brücke ist, die Gott und Mensch wirklich zueinander kommen lässt. „Wenn wir Christen ihn daher den einzigen für alle gültigen Heilsmittler nennen, der alle angeht und dessen alle letzlich bedürfen, so ist dies keine Verachtung der anderen Religionen und keine hochmütige Absolutsetzung unseres eigenen Denkens, sondern es ist das Ergriffensein von dem, der uns angerührt und uns beschenkt hat, damit wir auch andere beschenken können.“ Ja, unser Glaube setzt sich entschieden der Resignation, einer Haltung der Beliebigkeit gegenüber der Wahrheit entgegen.
Diese Resignation ist eigentlich der Kern der Krise Europas.

Versuchungen

Sich es im Wohlstand gut gehen lassen ist viel leichter als nach der Wahrheit zu streben. Da bleibt kaum ein Gedanke an das ewige Leben nach dem Tod. Gibt es nicht auch die Versuchung, das Erdenleben mit zukünftiger Seelenwanderung zu verbinden oder auf andere östliche Praktiken zu setzen? Von Verantwortung und Strafe für böse Taten und für Unterlassungen des Guten jetzt und später noch zu reden, gar in der Kirche davon zu predigen, ist das nicht Anmaßung? Nach dem Tod, da ist doch alles aus. Es gibt keine Wahrheit, alles ist relativ…

Relativismus, das ist eine Einstellung der Beliebigkeit
(was 2000 Jahre für schlecht gehalten wurde, ist angeblich heute gut und umgekehrt), hat Einfluss auch auf unsere Pfarren bekommen, besonders in den Familien. Gibt es noch regelmäßiges Gebet in unseren Familien? Gibt es in der Regel noch den sonntäglichen Gottesdienstbesuch? Man bedenke doch auch die fehlende christliche Erziehung der Kinder. Was sagen wir zum Schutz des Lebens im Mutterschoß, zu den vielen Ehescheidungen? Gilt noch gemeinhin eheliche Treue? Oft will man sich mit Skandalgeschichten in der Kirche rechtfertigen. Vergessen wir nicht, dass die Priester aus unseren Familen kommen, und ob sie heilig werden, das hängt von uns allen ab.

Bei der Neuevangelisierung des „christlichen“ Europas
kommt es auf jeden von uns an. Dazu braucht es Eifer und Aufrichtigkeit, Verständnis, Geduld und Liebe nach dem Guten Hirten Jesus, der niemanden aufgeben will. Woher aber die guten Hirten nehmen?
„Bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte sende“ (Lk 10,2). Also sind sie doch da, aber unser Gebet ist notwendig. Wie schön und wichtig wäre es, auch in unserer Pfarre bei einer regelmäßigen Anbetung um christliche Familien und Priesterberufe zu bitten!

Gott reicht uns seine Hand, nehmen wir sie dankbar an!

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Kreuzzüge – eine Neubewertung

23 01 2015

Oft wird behauptet, alle drei monotheistischen Religionen seien gleich gewalttätig:
Judentum – Christentum – Islam.

Aber ein gründlicher Vergleich macht uns Christen sicher:

Jesus Christus hat nie zum Töten von Ungläubigen aufgerufen.
Dagegen rufen die Hl. Schriften des Islam mehrfach zum Krieg und zum Töten der Ungläubigen auf.
Ein Muslim, der Andersgläubige tötet, handelt im Sinn des Gründers des Islam und im Sinn der heiligen Schriften des Islam. Er kann ein gutes Gewissen haben.
Dagegen kann sich kein Christ, der Andersgläubige tötet, auf Jesus Christus und auf die Hl. Schrift des Neuen Bundes berufen.

Uns Christen werden aber immer wieder die Kreuzzüge vorgeworfen.

Eine Neubewertung der Kreuzzüge ist überfällig:

Und das ist der Punkt, von dem aus man am besten die historischen Kreuzzüge bewerten kann – Ereignisse, die von den vielen einflussreichen Apologeten des Islam gründlich entstellt worden sind. Karen Armstrong z.B. hat praktisch damit Karriere gemacht, dass sie die Kreuzzüge falsch darstellt; sie schreibt beispielsweise: „Die Vorstellung, dass der Islam sich durch das Schwert aufdrängte, ist eine westliche Fiktion, erfunden während der Zeit der Kreuzzüge, als es in Wirklichkeit westliche Christen waren, die brutale heilige Kriege gegen den Islam führten.“[30] Dass eine ehemalige Nonne die Kreuzzüge angesichts allem, was der Islam getan hat, fanatisch verurteilt, macht ihre Kritik umso marktfähiger Mit. Äußerungen wie dieser wird die Tatsache ignoriert, dass vom Anbeginn des Islam, mehr als 400 Jahre vor den Kreuzzügen, Christen zur Kenntnis nahmen, dass der Islam durch das Schwert verbreitet wurde.[31] In der Tat machen maßgebende muslimische Historiker wie Ahmed Ibn Yahya al-Baladhuri (gest. 892) und Mohammed Ibn Jarir at-Tabari (838-923) klar, die Jahrhunderte vor den Kreuzzügen schrieben, dass der Islam durch das Schwert verbreitet wurde.

Die Tatsache bleibt: Die Kreuzzüge waren ein Gegenangriff auf den Islam – kein unprovozierter Übergriff, als den Armstrong und andere revisionistische Historiker ihn hinstellen. Der überragende Historiker Bernard Lewis drückt das gut aus:

Selbst der christliche Kreuzzug, der oft mit dem muslimischen Jihad verglichen wird, war eine verspätete und begrenzte Antwort auf den Jihad und zum Teil seine Imitation. Aber anders als der Jihad befasste er sich in erster Linie mit der Verteidigung bzw. Rückeroberung bedrohten und verloren gegangenen christlichen Territoriums. Er war, mit wenigen Ausnahmen, auf die erfolgreichen Kriege zur Rückgewinnung Südwesteuropas und der nicht erfolgreichen Kriege zur Rückgewinnung des Heiligen Landes und das Aufhalten des Vordingens der Ottomanen auf dem Balkan beschränkt. Im Gegensatz dazu wurde der Jihad als unbegrenzt verstanden, als religiöse Pflicht, die weiter gehen sollte, bis die ganze Welt entweder den muslimischen Glauben annimmt oder sich der muslimischen Herrschaft unterwirft… Das Ziel des Jihad ist es, die gesamte Welt unter das islamische Recht zu bringen.[32]

Der Vergleich im Detail aus meforum.org:
Englisches Original HIER

„Es gibt weit mehr Gewalt in der Bibel als im Koran; die Vorstellung, dass der Islam sich durch das Schwert aufgedrängt hat, ist eine westliche Fiktion, erfunden zur Zeit der Kreuzzüge, als es aber westliche Christen waren, die brutale heilige Kriege gegen den Islam führten.“[1] Das verkündet die ehemalige Nonne und selbsterklärte „freie Monotheistin“ Karen Armstrong. Dieses Zitat fasst das einflussreichste Einzelargument zusammen, das derzeit dazu dient die Vorwürfe abzuwehren, dass der Islam inhärent gewalttätig und intolerant ist: Alle monotheistischen Religionen, sagen die Befürworter einer solchen Argumentation, und nicht nur der Islam haben ihren Anteil gewalttätiger und intoleranter Schriften wie auch blutiger Geschichte. Wann immer die Heiligen Schriften des Islam – zuvörderst der Koran, gefolgt von den Berichten der Worte und Taten Mohammeds (die Hadithe) – als Beweise für die immanente Kriegslust der Religion hervorgehoben wird, erfolgt die unmittelbare Erwiderung, dass andere heilige Schriften, insbesondere die jüdisch-christlichen, gleichermaßen von gewalttätigen Textstellen durchsetzt sind.

In der Mehrheit der Fälle setzt dieses Argument jeder Diskussion darüber ein Ende, ob Gewalt und Intoleranz im Islam einzigartig sind. Statt dessen wird zur vorgegebenen Antwort, dass es nicht der Islam per se ist, sondern muslimische Unzufriedenheit und Frustration– immer verschlimmert durch wirtschaftliche, politische und soziale Faktoren – die zu Gewalt führen. Dass diese Sicht perfekt mit der „materialistischen“ Erkenntnistheorie des säkularen Westens übereinstimmt, sorgt dafür, dass alles um so weniger hinterfragt wird.

Bevor daher der Koran und die historischen Worte und Taten Mohammeds, des Propheten des Islam, wegen Aufhetzung zu Gewalt und Intoleranz verurteilt werden, sind die Juden gut beraten die historischen Gräueltaten zu bedenken, die von ihren hebräischen Vorvätern begangen wurden und dies in ihren eigenen Schriften aufgezeichnet sind; Christen ist anzuraten den brutalen Kreislauf der Gewalt zu bedenken, den ihre Vorfahren im Namen ihres Glaubens sowohl gegen Nichtchristen als auch Mitchristen begangen haben. Mit anderen Worten: Juden und Christen werden daran erinnert, dass, wer im Glashaus sitzt, nicht mit Steinen werfen sollte.

Aber ist das wirklich so? Ist die Analogie mit anderen Schriften legitim? Sind hebräische Gewalt in der Antike und christliche Gewalt im Mittelalter vergleichbar oder können sie die Hartnäckigkeit muslimischer Gewalt in der Moderne wegerklären?
Gewalt in der jüdischen und christlichen Geschichte

Gemeinsam mit Armstrong sind jede Menge prominenter Autoren, Historiker und Theologen diese „relativistische“ Sichtweise eingetreten. John Esposito z.B., der Direktor des Prince Alwaleed bin Talal Center for Muslim-Christian Understanding an der Georgetown University, fragt sich:

Wie kommt es, dass wir immer weiter dieselbe Frage stellen [die über Gewalt im Islam] und dieselbe Frage nicht an die Christenheit und das Judentum stellen? Juden und Christen haben Gewaltakte begangen. Wir alle haben die transzendente und dunkle Seite… Wir haben unsere eigene Theologie des Hasses. Im Mainstream-Christentum und -Judentum tendieren wir dazu tolerant zu sein; wir hängen einer exklusivistischen Theologie an, die des „wir gegen sie“.[2]

„Dark Passages“, ein Artikel von Professor Philip Jenkins von der Pennsylvania State University schildert diese Haltung sehr komplett. Er will zeigen, dass die Bibel gewalttätiger ist als der Koran:

In den Begrifflichkeiten der Anordnung von Gewalt und Blutvergießen wäre jede grob vereinfachende Behauptung zur Überlegenheit der Bibel über den Koran äußerst falsch. Fakt ist, dass die Bibel von „Terrortexten“ überfließt, um eine von der amerikanischen Theologin Phyllis Trible geprägte Formulierung zu auszuborgen. Die Bibel beinhaltet weit mehr Verse, die Blutvergießen preisen oder dazu drängen, als der Koran und biblische Gewalt ist oft weit extremer und von wahlloserer Brutalität beprägt… Wenn der Gründungstext die gesamte Religion formt, dann verdienen Judentum und Christentum höchste Verurteilung als Religionen der Grausamkeit.“[3]

Einige Erzählungen aus der Bibel wie auch aus der jüdisch-christlichen Geschichte illustrieren Jenkins‘ Argument, aber besonders zwei – eine angeblich repräsentativ für das Judentum, die andere für die Christenheit – werden regelmäßig erwähnt und verdienen daher nähere Untersuchung.

Die militärische Eroberung des Landes Kanaan durch die Hebräer um 1200 v.Chr. wird oft als „Völkermord“ beschrieben und ist praktisch zum Symbol biblischer Gewalt und Intoleranz geworden. Gott sagte Moses:

Aber in den Städten dieser Völker hier, die dir der HERR, dein Gott, zum Erbe geben wird, sollst du nichts leben lassen, was Odem hat, sondern sollst an ihnen den Bann vollstrecken, nämlich an den Hetitern, Amoritern, Kanaanitern, Perisitern, Hiwitern und Jebusitern, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat, damit sie euch nicht lehren, all die Greuel zu tun, die sie im Dienst ihrer Götter treiben, und ihr euch so versündigt an dem HERRN, eurem Gott.[4]

So schlug Josua [der Nachfolger Moses] das ganze Land auf dem Gebirge und im Süden und im Hügelland und an den Abhängen mit allen seinen Königen und ließ niemand übrig und vollstreckte den Bann an allem, was Odem hatte, wie der HERR, der Gott Israels, geboten hatte.[5]

Was das Christentum angeht, so ist es nicht möglich im Neuen Testament Verse zu finden, die zu Gewalt aufhetzen; daher greifen jene, welche die Meinung vertreten, das Christentum sei so gewalttätig wie der Islam, auf historische Ereignisse wie die Kreuzzüge zurück, die von den europäischen Christen vom elften bis dreizehnten Jahrhundert geführt wurden. Die Kreuzzüge waren in der Tat gewalttätig und führten nach den Standards der modernen Welt zu Gräueltaten unter dem Banner des Kreuzes und im Namen der Christenheit. Nachdem z.B. 1099 die Mauern Jerusalems gefallen waren, schlachteten nach den Berichten die Kreuzfahrer fast jeden Einwohner der heiligen Stadt ab. Nach Angaben der mittelalterlichen Chronik Gesat Danorum war „das Schlachten so groß, dass unsere Männer bis zu ihren Knöcheln in Blut wateten“.[6]

Warum sollten Juden und Christen, so argumentieren Armstrong, Esposito, Jenkins und andere, angesichts des oben Geschilderten auf den Koran als Beweis der Gewalt des Islam deuten, während sie ihre eigenen Schriften und Geschichte ignorieren?
Bibel vs. Koran

Die Antwort liegt in der Tatsache, dass solche Beobachtungen Geschichte und Theologie durcheinander bringen, indem zeitlich begrenztes Handeln von Menschen mit dem verschmolzen wird, was als unveränderbare Worte Gottes verstanden wird. Der fundamentale Fehler ist der, dass jüdisch-christliche Geschichte – die gewalttätig ist – zusammengefügt wird mit islamischer Theologie – die Gewalt befiehlt. Natürlich haben alle drei wichtigen monotheistischen Religionen ihren Anteil an Gewalt und Intoleranz gegenüber der „anderen“. Die Schlüsselfrage ist hier, ob diese Gewalt von Gott angeordnet ist oder ob kriegerische Männer sich das einfach nur wünschten.

Die Gewalt im Alten Testament ist solch ein interessanter Fall. Gott befahl den Hebräern eindeutig die Kanaaniter und die sie umgebenden Völker auszulöschen. Solche Gewalt ist daher ein Ausdruck des Willens Gottes, das ist eine Tatsache. Trotzdem ist alle von den Hebräern begangene und im Alten Testament aufgezeichnete historische Gewalt nur das – Geschichte. Es ist passiert, Gott befahl es. Aber sie geschah zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort und richtete sich gegen ein bestimmtes Volk. Zu keiner Zeit ging solche Gewalt weiter, um standardisiert oder im jüdischen Gesetz kodifiziert zu werden. Kurz gesagt: Die biblischen Berichte über Gewalt sind beschreibender Natur, nicht dauerhaft vorgeschrieben.

Das ist der Punkt, an dem die islamische Gewalt einzigartig ist. Obwohl ähnlich der Gewalt des Alten Testaments – von Gott befohlen und in der Geschichte manifestiert – sind bestimmte Aspekte islamischer Gewalt und Intoleranz im islamischen Recht standardisiert worden und gelten für alle Zeiten. Daher hat die im Koran vorgefundene Gewalt einen historischen Kontext, aber ihr ultimatives Ziel ist theologisch. Man untersuche die folgenden Koran-Verse, die besser als „Schwert-Verse“ bekannt sind:

Und wenn die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, und ergreift sie und belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf. Wenn sie aber bereuen und das Gebet verrichten und die Zakah entrichten, dann gebt ihnen den Weg frei.[7]

Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und an den Jüngsten Tag glauben, und die das nicht für verboten erklären, was Allah und Sein Gesandter für verboten erklärt haben, und die nicht dem wahren Glauben folgen – von denen, die die Schrift erhalten haben, bis sie eigenhändig den Tribut in voller Unterwerfung entrichten.[8]

Wie beim Alten Testament, wo Gott den Hebräern befahl ihre Nachbarn anzugreifen und zu töten, haben auch die Schwert-Verse einen historischen Kontext. Gott gab diese Gebote aus, nachdem die Muslime unter Mohammeds Führung stark genug geworden waren, ihre christlichen und heidnischen Nachbarn zu überfallen. Aber anders als die kriegerischen Verse und Erzählungen des Alten Testaments wurden die Schwert-Verse fundamental für die anschließende Beziehung des Islam sowohl zu den „Völkern des Buches“ (d.h. den Juden und Christen) als auch den „Heiden“ (d.h. Hindus, Buddhisten, Animisten usw.) und lösten die islamischen Eroberungen aus, die das Angesicht der Welt für immer veränderte. Aufgrund von Sure 9,5 z.B. ordnet das islamische Gesetz an, dass Heiden und Polytheisten entweder zum Islam konvertieren oder getötet werden müssen; gleichzeitig ist Sure 9,29 die Hauptquelle der wohlbekannten diskriminierenden Bräuche gegenüber eroberten Christen und Juden, die unter islamischer Oberhoheit leben.

Fakt ist, dass auf Grundlage der Schwert-Verse wie auch zahlloser anderer Koranverse und Mohammed zugeschriebener mündlicher Traditionen die gelehrten offiziellen Vertreter des Islam, die Scheiks, Muftis und Imame durch alle Zeitalter hindurch einen Konsens erzielt haben – der für die gesamte muslimische Gemeinde bindend ist – dass der Islam sich in immerwährendem Krieg mit der nicht muslimischen Welt befindet, bis erstere sich letztere untergeordnet hat. Es ist sogar so, dass unter den muslimischen Gelehrten weithin die Meinung vertreten wird, dass, da die Schwert-Verse zu den letzten Offenbarungen zum Thema der Beziehung des Islam zu Nichtmuslimen gehören, sie alleine rund 200 der früheren und toleranteren Verse aufheben, so den des „Es gibt keinen Zwang im Glauben“.[9] Der berühmte muslimische Gelehrte Ibn Khaldun (1332 – 1406) der wegen seiner „progressiven“ Erkenntnisse im Westen bewundert wird, setzt der Vorstellung ein Ende, dass Jihad defensive Kriegsführung ist:

In der muslimischen Gemeinde ist der heilige Krieg [Jihad] eine religiöse Pflicht, wegen des Universalismus der muslimischen Mission und der Verpflichtung jeden zum Islam zu bekehren, entweder durch Überzeugung oder durch Gewalt… Die anderen religiösen Gruppen hatten keine universale Mission und der heilige Krieg war für sie keine religiöse Pflicht, außer zu Verteidigungszwecken… Von ihnen wird lediglich verlangt ihre Religion unter ihren eigenen Leuten zu etablieren. Das ist der Grund, dass die Israeliten nach Moses und Josua gleichgültig bezüglich königlicher Autorität (d.h. einem Kalifat) waren. Ihr Interesse bestand darin ihre Religion zu etablieren [nicht, sie bei anderen Nationen auszubreiten]… Aber der Islam steht unter der Verpflichtung Macht über andere Nationen zu gewinnen.[10]

Moderne Autoritäten stimmen zu. Der Eintrag für „Jihad“ in der Encyclopedia of Islam von Emile Tyan erklärt, dass die „Verbreitung des Islam durch Waffen für Muslime allgemein eine religiöse Pflicht ist… Der Jihad muss weiter betrieben werden, bis die gesamte Welt unter der Herrschaft des Islam steht… Der Islam muss komplett überarbeitet werden, bevor die Doktrin des Jihad [Krieg zur Verbreitung des Islam] eliminiert werden kann.“ Der irakische Jurist Majid Khaduri (1909 – 2007) schreibt, nachdem er den Jihad als Kriegsführung definierte: „Jihad … wird von allen Juristen, fast ohne Ausnahme, als kollektive Verpflichtung der gesamten muslimischen Gemeinde betrachtet.“[11] Und natürlich sind auf Arabisch verfasste muslimische Rechts-Handbücher noch deutlicher.[12]
Die Sprache des Koran

Wenn die gewalttätigen Koranverse ihren Entsprechungen im Alten Testament gegenüber gestellt werden, dann unterscheiden sie sich besonders durch den Gebrauch von Sprache, der über Zeit und Raum hinaus geht, der die Gläubigen heute nicht weniger als früher dazu aufhetzt die Nichtgläubigen anzugreifen und zu töten. Gott befahl den Hebräern die Hetiter, Amoriter, Kanaaniter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter zu töten – allesamt festgelegte Völker, die in einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort zu verorten sind. Zu keiner Zeit gab Gott den Hebräern und darüber hinaus ihren jüdischen Nachkommen ein Gebot mit offenem Ende, die Nichtjuden zu bekämpfen und zu töten. Andererseits waren zwar die ursprünglichen Feinde des Islam, wie das Judentum, historisch (z.B. christliche Byzantiner und zoroastrische Perser), aber der Koran hebt sie selten mit ihren eigentlichen Namen heraus. Stattdessen wurde (und ist) den Muslimen befohlen die Völker des Buches zu bekämpfen – „bis sie eigenhändig den Tribut in voller Unterwerfung entrichten“[13] und: „Tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet.“[14]

Die beiden arabischen Konjunktionen „bis“ (hata) und „wo immer“ (haythu) demonstrieren die immerwährende und allgegenwärtige Natur dieser Gebote: Es gibt immer noch „Völker des Buches“, die noch nicht „völlig unterworfen“ sind (besonders in den Amerikas, Europa und Israel) und „Heiden“, die getötet werden müssen „wo immer“ man sie findet (besonders in Asien und dem Afrika südlich der Sahara). In der Tat ist das herausragende Kennzeichen aller gewalttätigen Gebote der islamischen heiligen Schriften ihre Natur des offenen Endes und der Allgemeinheit: „Und kämpft gegen sie [die Nichtmuslime], … bis sämtliche Verehrung auf Allah allein gerichtet ist.“ [15; Hervorhebung durch den Autor]. Außerdem erklärt Mohammed in einer gut bezeugten Tradition, die in den Hadith-Sammlungen auftaucht:

Mir ist befohlen Krieg gegen die Menschen zu führen, bis sie bezeugen, dass es keinen Gott außer Allah gibt und dass Mohammed der Botschafter Allahs ist; und dass sie das Gebet der Niederwerfung einführen und die Almosensteuer zahlen [d.h. zum Islam konvertieren]. Wenn sie das tun, sind ihr Blut und Eigentum geschützt. [16; Hervorhebung durch den Autor]

Dieser sprachliche Aspekt ist für das Verständnis von Textexegese zur Gewalt von entscheidender Bedeutung. Es ist noch einmal der Wiederholung wert, dass weder jüdische noch christliche heilige Schriften – jeweils das Alte und das Neue Testament – solche immerwährende Gebote mit offenem Ende gebrauchen. Trotz all dem klagt Jenkins:

Gebote zum Töten, ethnische Säuberungen zu begehen, Rassentrennung zu institutionalisieren, andere Rassen und Religionen zu hassen … gibt es allesamt in der Bibel und geschehen mit weit größerer Regelmäßigkeit als im Koran. Auf jeder Ebene können wir argumentieren, was die fraglichen Passagen bedeuten und natürlich auch darüber, ob sie irgendeine Bedeutung für spätere Zeitalter haben sollten. Aber die Tatsache bleibt, dass die Worte dort stehen und ihre Einbeziehung in die Schriften bedeutet, dass sie – wörtlich – kanonisiert sind, nicht weniger als in den muslimischen Schriften.[17]

Man fragt sich, was Jenkins bei dem Wort „kanonisiert“ durch den Kopf ging. Wenn er mit kanonisiert meint, das solche Verse als Teil des Kanons der jüdisch-christlichen Schriften betrachtet werden, dann hat er absolut recht; umgekehrt: Wenn er mit kanonisiert meint oder zu konnotieren versucht, dass diese Verse zum Werkzeug jüdisch-christlicher Weltanschauung gemacht worden sind, liegt er absolut falsch.

Aber man muss sich nicht nur auf pur exegetische und philologische Argumente verlassen; sowohl die Geschichte wie auch das derzeitige Geschehen strafen Jenkins Relativismus Lügen. Während das Christentum des ersten Jahrhunderts sich über das Blut der Märtyrer verbreitete, verbreitete sich der Islam in seinem ersten Jahrhundert durch gewalttätige Eroberung und Blutvergießen. In der Tat hat sich der Islam vom ersten Tag an bis in die Gegenwart – wann immer er konnte – durch Eroberung ausgebreitet, was die Tatsache bezeugt, dass die Mehrheit dessen, was heute als islamische Welt oder dar al-Islam bekannt ist, durch das Schwert des Islam erobert wurde. Das ist eine historische Tatsache, die von den meisten maßgebenden islamischen Historikern bezeugt wird. Selbst die Arabische Halbinsel, die „Heimat“ des Islam wurde durch heftige Gewalt und Blutvergießen unterworfen, wie es die Ridda-Kriege nach Mohammeds Tod zeigen, als Zehntausende Araber vom ersten Kalifen Abu Bakr wegen des Verlassens des Islam dem Schwert überantwortet wurden.
Die Rolle Mohammeds

Darüber hinaus muss man bezüglich der derzeitigen Standard-Position, die vorgibt islamische Gewalt wegerklären zu können – dass diese ein Produkt muslimischer Frustration angesichts politischer oder wirtschaftlicher Unterdrückung ist – fragen: Was ist mit all den unterdrückten Christen und Juden, ganz zu schweigen von den Hindus und Buddhisten der heutigen Welt? Wo ist deren religiös drapierte Gewalt? Die Tatsache bleibt: Obwohl die islamische Welt den Löwenanteil dramatischer Schlagzeilen erhält – zu Gewalt, Terrorismus, Selbstmord-Anschlägen, Enthauptungen – ist es sicher nicht die einzige Religion der Welt, die sowohl unter internationalem wie auch externem Druck leidet.

Ein Beispiel: Obwohl praktisch das gesamte Afrika südlich der Sahara von politischer Korruption, Unterdrückung und Armut durchsetzt ist, dann ist, wenn es um Gewalt, Terrorismus und pures Chaos geht, Somalia – das auch zufällig das einzig komplett muslimische Subsahara-Land ist – führend. Darüber hinaus sind die für die somalische Gewalt und die Durchsetzung intoleranter, drakonischer, juristischer Maßnahmen Verantwortlichen – die Mitglieder der jihadistischen Gruppe Al-Shabab (die Jugend) – diejenigen, die all ihr Tun mit islamistischen Denkmustern artikulieren und rechtfertigen.

Auch im Sudan wird derzeit von Khartoums islamistischer Regierung ein Jihad-Völkermord gegen christliche und polytheistische Völker geführt, der fast eine Million „Ungläubiger“ und „Abtrünnige“ tot zurückgelassen hat. Dass die Organisation der Islamischen Konferenz dem sudanesischen Präsidenten Hassan Ahmed al-Baschir zu Seite springt, der vom Internationalen Kriminalgerichtshof zur Fahndung ausgeschrieben ist, sagt noch mehr zur Befürwortung von Gewalt gegenüber Nichtmuslimen und denen, die als nicht muslimisch genug angesehen werden, durch dieses islamische Gremium.
Lateinamerikanische und nicht muslimische asiatische Länder haben ebenfalls ihren Anteil an unterdrückerischen, autoritären Regimen, Armut und dem gesamten Rest, unter dem die muslimische Welt leidet. Doch anders als die fast täglich aus der islamischen Welt flutenden Schlagzeilen gibt es keine Berichte praktizierender Christen, Buddhisten oder Hindus, die mit Sprengstoff beladene Fahrzeuge in Gebäude unterdrückerischer (d.h. kubanisch- oder chinesisch-kommunistischer) Regime einschlagen, während sie ihre heiligen Schriften schwingen und brüllen: „Jesus [oder Buddha oder Vischnu] ist groß!“ Warum?

Es gibt einen letzten Aspekt, der von denen, die darauf bestehen, dass Gewalt und Intoleranz in allen Religionen durchweg gleich ist, oft übersehen wird – entweder aus Ingoranz oder aus Unaufrichtigkeit. Abgesehen von den göttlichen Worten des Koran, ist Mohammeds Verhaltensmuster – seine sunna oder sein „Beispiel“ – eine extrem wichtige Quelle der Rechtsprechung im Islam. Die Muslime werden ermahnt Mohammed in allen Lebenslagen nachzuahmen: „Ihr habt an dem Gesandten Allahs ein schönes Vorbild für jeden.“[18] Und Mohammeds Verhaltensmuster gegenüber Nichtmuslimen ist recht deutlich.

In einer sarkastischen Erörterung des Konzepts des moderaten Islam stellt z.B. der Terrorist Osama bin Laden, der sich nach Angaben einer Umfrage bei Al-Jazira[19] der Unterstützung der halben arabisch-islamischen Welt erfreut, die Sunna des Propheten so dar:

„Moderatheit“ wird von unserem Propheten demonstriert, der nicht mehr als drei Monate in Medina blieb, ohne einen Raubzug in die Länder der Ungläubigen zu unternehmen oder zu befehlen, um ihre Festungen niederzubrennen und sich ihre Besitztümer, ihr Leben und ihre Frauen zu greifen.[20]

Fakt ist, dass auf Grundlage des Koran und Mohammeds Sunna das Brandschatzen und Plündern von Ungläubigen, die Versklavung ihrer Kinder und ihre Frauen ins Konkubinat zu sperren, wohl begründet ist.[21] Und das Konzept der Sunna – nach der 90 Prozent der über eine Milliarde Muslime, die Sunniten, benannt sind – behauptet praktisch, dass alles, was von Mohammed, dem perfektesten Vorbild der Menschheit, getan oder genehmigt wurde, von den Muslimen von heute nicht weniger anzuwenden ist als gestern. Das bedeutet natürlich nicht, dass die Muslime in ihrer Masse nur für das Plündern und Vergewaltigen lebt.

Aber es bedeutet, dass Leute, die von Natur aus zu solchen Aktivitäten neigen und dann noch Muslime sind, ihr Tun recht einfach mit Bezug auf die „Sunna des Propheten“ rechtfertigen können – und das tun – so wie z.B. bei Al-Qaida ihre Anschläge vom 9/11 rechtfertigen, bei denen Unschuldige, einschließlich Frauen und Kinder getötet wurden. Mohammed beauftragte seine Anhänger, während der Belagerung der Stadt Ta’if im Jahr 630 n.Chr. – die Stadtbewohner hatten es abgelehnt sich zu unterwerfen – Katapulte zu benutzen, obwohl ihm bewusst war, dass Frauen und Kinder dort Schutz gesucht hatten. Gefragt, ob es erlaubt sei nächtliche Überfälle zu führen oder Feuer an den Befestigungen der Ungläubigen zu legen, wenn Frauen und Kinder sich unter ihnen befanden, wird auch gesagt, dass der Prophet geantwortet habe: „Sie [die Frauen und Kinder] sind gehören zu ihnen [den Ungläubigen].[22]
Jüdische und christliche Sitten

Obwohl gesetzeszentriert und möglicherweise legalistisch, hat das Judentum kein derartiges Äquivalent zur Sunna; die Worte und Taten der Patriarchen, obschon im Alten Testament beschrieben, gingen nie dazu über das jüdische Gesetz zu bestimmen. Weder Abrahams „Notlügen“ noch Jakobs Niedertracht, auch nicht Moses leicht durchgehende Sicherungen oder Davids Ehebruch, ebenfalls nicht Salomos Schürzejägerei kamen je dazu für Juden oder Christen Anleitung zu sein. Sie wurden als historische Taten betrachtet, die von fehlbaren Menschen begangen wurden, die von Gott für ihr nicht gerade ideales Verhalten eher bestraft als belohnt wurden.

Was das Christentum angeht, so wurde ein großer Teil des Alten Testaments durch Jesus – je nach Betrachtungsweise – aufgehoben oder erfüllt . „Auge um Auge“ machte Platz für „Halte die andere Wange hin“. Gott und den Nächsten von ganzem Herzen lieben wurde oberstes Gesetz.[23] Darüber hinaus ist die Sunna Jesu – wie bei „Was würde Jesus tun?“ – von Passivität und Uneigennützigkeit gekennzeichnet. Das Neue Testament beinhaltet absolut keine Ermunterung zur Gewalt.

Doch es gibt immer noch solche, die versuchen Jesus so darzustellen, als habe er eine gleichermaßen militante Gesinnung wie Mohammed, indem sie Verse zitieren, in denen Jesus – der „in Gleichnissen zu dem Volk redete und ohne Gleichnisse redete er nichts zu ihnen“[24] – sagte: „Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“[25] Aber auf Grundalge des Zusammenhangs dieser Äußerung ist klar, dass Jesus nicht Gewalt gegen Nichtchristen befahl, sondern voraussagte, dass Streit zwischen Christen und ihrer Umwelt herrschend wird – eine Vorhersage, die nicht nur für die frühen Christen wahr wurde, die, weit davon entfernt das Schwert aufzunehmen, passiv im Märtyrertum durch das Schwert starben, wie sie es nur allzu oft immer noch in der muslimischen Welt tun.[26]

Andere deuten auf die Gewalt, die im Buch der Offenbarung vorausgesagt wird, während sie es wiederum versäumen zu erkennen, dass der gesamte Bericht beschreibend ist – ganz zu schweigen von der klaren Symbolhaftigkeit – und daher kaum Anordnung für Christen ist. Doch wie kann man guten Gewissens diese handvoll neutestamentlicher Verse, die das Wort „Schwert“ metaphorisch erwähnen, mit den buchstäblich Hunderten koranischer Anordnungen und Äußerungen Mohammeds vergleichen, die den Muslimen klar befehlen eine sehr reales Schwert gegen die Nichtmuslime in die Hand zu nehmen?

Unbeirrt beklagt Jenkins die Tatsache, dass im Neuen Testament Juden „planen Jesus zu steinigen, sie verschwören sich ihn zu töten; im Gegenzug bezeichnet Jesus sie als Lügner, als Kinder des Teufels“.[27] Es bleibt abzuwarten, ob „Kinder des Teufels“ genannt zu werden beleidigender ist als als Nachkommen von Affen und Schweinen bezeichnet zu werden – die Bezeichnung des Korans für Juden.[28] Lassen wir aber die Beschimpfungen beiseite; was hier zählt ist, dass das Neue Testament den Christen nicht befiehlt die Juden als „Kinder des Teufels“ zu behandeln, aber auf Grundlage des Koran, in erster Linie Sure 9,29, das islamische Gesetz die Muslime verpflichtet die Juden zu unterjochen – ja sogar alle Nichtmuslime.

Bedeutet das, dass selbst erklärte Christen nicht antisemitisch sein können? Natürlich nicht. Aber es heißt, dass christliche Antisemiten lebende Widersprüche in sich sind – aus dem einfachen Grund, dass vom Text her und theologisch das Christentum, weit entfernt davon Hass und Animositäten zu lehren, unmissverständlich Liebe und Vergebung betont. Ob nun alle Christen diesem Auftrag folgten, spielt eigentlich keine Rolle; genauso wie, ob nun alle Muslime die Verpflichtung zum Jihad einhalten oder es nicht tun kaum eine Rolle spielt. Die einzige Frage ist: Was befiehlt die Religion?

John Esposito hat daher recht, wenn er erklärt: „Juden und Christen haben Gewalttaten ausgeübt.“ Er hat aber unrecht, wenn er anfügt: „Wir [die Christen] haben unsere eigene Theologie des Hasses.“ Nichts im Neuen Testament lehrt Hass – und bestimmt nichts, das mit den Anordnungen des Koran vergleichbar ist wie: „Wir verwerfen euch. Und zwischen uns und euch ist offenbar für immer Feindschaft und Haß entstanden, (solange,) bis ihr an Allah glaubt und an Ihn allein!“[29]

Neubewertung der Kreuzzüge

Und das ist der Punkt, von dem aus man am besten die historischen Kreuzzüge bewerten kann – Ereignisse, die von den vielen einflussreichen Apologeten des Islam gründlich entstellt worden sind. Karen Armstrong z.B. hat praktisch damit Karriere gemacht, dass sie die Kreuzzüge falsch darstellt; sie schreibt beispielsweise: „Die Vorstellung, dass der Islam sich durch das Schwert aufdrängte, ist eine westliche Fiktion, erfunden während der Zeit der Kreuzzüge, als es in Wirklichkeit westliche Christen waren, die brutale heilige Kriege gegen den Islam führten.“[30] Dass eine ehemalige Nonne die Kreuzzüge angesichts allem, was der Islam getan hat, fanatisch verurteilt, macht ihre Kritik umso marktfähiger Mit. Äußerungen wie dieser wird die Tatsache ignoriert, dass vom Anbeginn des Islam, mehr als 400 Jahre vor den Kreuzzügen, Christen zur Kenntnis nahmen, dass der Islam durch das Schwert verbreitet wurde.[31] In der Tat machen maßgebende muslimische Historiker wie Ahmed Ibn Yahya al-Baladhuri (gest. 892) und Mohammed Ibn Jarir at-Tabari (838-923) klar, die Jahrhunderte vor den Kreuzzügen schrieben, dass der Islam durch das Schwert verbreitet wurde.

Zudem waren die muslimischen Invasionen und Gräueltaten gegen Christen in den Jahrzehnten vor dem Beginn der Kreuzzüge im Jahr 1096 im Steigen begriffen. Der Fatimiden-Kalif Abu ‚Ali Mansur Tariqu’l-Hakim (regierte 996-1021) schändete eine Reihe wichtiger Kirchen – so die Kirche St. Markus in Ägypten und die Grabeskirche in Jerusalem – und verfügte noch repressivere Dekrete als sie gewöhnlich gegen Christen und Juden erlassen wurden. Dann schlugen die seldschukischen Türken 1071 vernichtend die Byzantiner in der Schlüsselschlacht von Mantzikert und eroberten damit ein großes Stück des byzantinischen Anatolien, ein Vorbote der Art der schließlichen Eroberung Konstantinopels Jahrhunderte später.

Es war vor diesem Hintergrund, dass Papst Urban II. (im Amt 1088 – 1099) zu den Kreuzzügen aufrief:

Aus den Gebieten Jerusalems und aus der Stadt Konstantinopel erreichen uns wie schon so oft schlimme Nachrichten. Ein Volk aus dem Reich der Perser [d.h. muslimische Türken], ein fremdes Volk, ein Volk, das Gott gar nicht kennt, ein Geschlecht, dessen Herz nicht fest war, und dessen Geist sich nicht treu an Gott hielt, ist in die Länder jener Christen eingedrungen, hat sie mit Schwert, Raub und Brand verwüstet. Dieses Volk hat die Gefangenen teils in sein eigenes Land entführt, teils auch in elendem Morden niedergemetzelt und die Kirchen Gottes entweder von Grund auf zerstört oder zur Feier ihres eignen Kultes in Besitz genommen.[33]

Selbst wenn Urban II. Beschreibung historisch genau ist, bleiben die Fakten: Wie immer man diese Kriege interpretiert – als offensiv oder defensiv, gerecht oder ungerecht – ist es offensichtlich, dass sie nicht auf dem Beispiel Jesu gründeten, der seine Nachfolger ermahnte: „Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen.“[34] In der Tat brauchte es Jahrhunderte theologischer Diskussionen, von Augustinus bis Thomas von Aquin, um defensiven Krieg zu begründen – was als „gerechter Krieg“ ausgedrückt wurde. Daher sollte es scheinen, dass, wenn überhaupt, es die Kreuzfahrer sind – nicht die Jihadisten – die ihren Schriften gegenüber weniger treu waren (vom einem wortgetreuen Standpunkt aus); oder andersherum gesagt: Es sind die Jihadisten – nicht die Kreuzfahrer, die ihre Schriften treu erfüllt haben (ebenfalls von einem wortgetreuen Standpunkt aus). Überdies sind die Kreuzzüge, wie die gewalttätigen Berichte des Alten Testaments, ihrer Natur nach historisch und nicht Manifestationen tiefer liegender Wahrheiten der Schrift.

Fakt ist:
Weit davon entfernt, irgendetwas dem Christentum innewohnendes nahezulegen, helfen die Kreuzzüge, den Islam besser zu verstehen. Denn die Kreuzzüge demonstrierten ein für allemal, dass unabhängig von religiösen Lehren – in der Tat im Fall dieser so genannten christlichen Kreuzzüge, trotz dieser – der Mensch oft empfänglich ist für Gewalt. Aber das wirft die Frage auf: Wenn dies ein Verhalten ist, das Christen an den Tag legten – denen geboten ist zu lieben, zu segnen und ihren Feinden Gutes zu tun, die sie hassen, verfluchen und verfolgen – wie viel mehr kann von Muslimen erwartet werden, denen, während sie dieselben gewalttätigen Tendenzen teilen, darüber hinaus von ihrer Gottheit geboten ist Ungläubige anzugreifen, zu töten und zu plündern?

Raymond Ibrahim ist Associate Director des Middle East Forum und Autor von „The Al-Qaida Reader“ (New York, 2007).

[1] Andrea Bistrich: Discovering the common grounds of world religions. Interview with Karen Armstrong, Share International, September 2007, S. 19-22
[2] C-SPAN2, 5. Juni 2004
[3] Philip Jenkins, „Dark Passages,“ The Boston Globe, 8. März 2009
[4] 5. Mose 20,16-18
[5] Josua 10,40
[6] „The Fall of Jerusalem,“ Gesta Danorum, angesehen 2. Apr. 2009
[7] Sure 9,5. (Alle Koranverse in dieser Übersetzung sind der Version von Islam.de entnommen).
[8] Sure 9,29
[9] Sure 2, 256
[10] Ibn Khaldun, The Muqudimmah: An Introduction to History, Franz Rosenthal, trans. (New York: Pantheon, 1958) Bd. 1, S. 473.
[11] Khadduri: War and Peace in the Law of Islam (London: Oxford University Press, 1955), S. 60
[12] S. z.B. Ahmed Mahmud Karima: Al-Jihad fi’l-Islam: Dirasa Fiqhiya Muqarina (Cairo: Al-Azhar Universität, 2003)
[13] Sure 9,29
[14] Sure 9,5
[15] Sure 8,39
[16] Ibn al-Hajjaj Muslim: Sahih Muslim, C9B1N31; Muhammad Ibn Isma’il al-Bukhari: Sahih al-Bukhari (Lahore: Kazi, 1979), B2N24
[17] Jenkins: „Dark_Passages“
[18] Sure 33,21
[19] „Al-Jazeera-Poll: 49% of Muslims Support Osama bin Laden,“ 7.-10. Sept. 2006, angesehen 2. Apr. 2009
[20] ‚Abd al-Rahim ‚Ali: Hilf al Irhab (Cairo: Markaz al-Mahrusa li ’n-Nashr wa ‚l-Khidamat as-Sahafiya wa ‚l-Ma’lumat, 2004)
[21] z.B. Sure 4,24; 4,92; 8,69; 24,33; 33,50
[22] Sahih Muslim, B19N4321; zur englischen Übersetzung s. Raymond Ibrahim: The Al Qaeda Reader (New York: Doubleday, 2007), S. 140
[23] Matt. 22,38-40
[24] Matt. 13,34
[25] Matt. 10,34
[26] S. z.B. „Christian Persecution Info,“ Christian Persecution Magazine, angesehen 2. Apr. 2009
[27] Jenkins, „Dark_Passages“
[28] Suren 2,62-65; 5,59-60; 7,166
[29] Sure 60,4
[30] Bistrich: „Discovering the common grounds of world religions,“ S. 19-22; für eine Kritik der Arbeit Karen Armstrongs, s.: „Karen Armstrong,“ in: Andrew Holt (Hg.): Crusades-Encyclopedia, Apr. 2005, angesehen 6. Apr 2009
[31] s. z.B. die Schriften des Sophrinius, Patriarch Jerusalems während der muslimischen Eroberung der Heiligen Stadt nur wenige Jahre nach dem Tod Mohammeds oder die Chroniken von Theophanus des Bekennenden
[32] Bernard Lewis: The Middle East: A Brief History of the Last 2000 Years (New York: Scribner, 1995), S. 233-234
[33] „Speech of Urban—Robert of Rheims,“ in: Edward Peters (Hg.): The First Crusade: The Chronicle of Fulcher of Chartres and Other Source Materials (Philadelphia: University of Pennsylvania Press, 1998), S. 27
In dieser Übersetzung zitiert nach Peter Milger (kreuzzuege-info.de)
[34] Matth. 5,44.

HINWEISE

Why did the world ignore Boko Haram’s Baga attacks?
2.000 dead!





Mark Steyns höchst bemerkenswertes Vorwort

26 05 2012

Lesen Sie hier Mark Steyns höchst bemerkenswertes Vorwort zu dem Buch  ‚Marked for Death‘ von Geert Wilders.

Selbst wenn Geert Wilders vollkommenen Schwachsinn reden würde, dann hätte er das Recht das zu tun. Das ist Meinungsfreiheit. Das ist ein wesentlicher Bestandteil des christlich-jüdischen Abendlandes. Das ist ein wesentlicher Teil Europas. Leider sehen die regierenden Politiker Europas das anders („Der Islam gehört zu Deutschland“).

Im Islam gibt es aber keine Meinungsfreiheit. Wenn jetzt der Islam zu Deutschland oder zu Europa gehört, dann stehen wir vor einem grundlegenden Konflikt.  Wie verträgt sich Meinungsfreiheit und die gewaltsame Unterdrückung der Meinungsfreiheit in ein und demselben System? 

Anscheinend gewinnt der, der bereit ist Gewalt anzuwenden. Denn diese Gewaltbereitschaft erzeugt Angst. Angst lässt auf Meinungsfreiheit verzichten. Wenn Europa so weitermacht, dann gibt es sich auf.

Beide Systeme, das westlich liberale, und das islamische System können nicht in Einheit und Frieden gemeinsam miteinander in einem Land existieren.  Das zeigt uns die Geschichte, begonnen mit dem Koran, den Hadithen, der Roland Sage, usw.  Das zeigt uns die Realität in den islamischen Ländern. Der Islam kann im Westen nur friedlich existieren, wenn er in einer sehr unbedeutenden Minderheit ist.

Der Denkansatz der Systeme ist zu unterschiedlich. Der Kulturrelativismus ebnet den Weg für den Islam und seinen totalitären Anspruch.

Wir werden uns für einen Weg entscheiden müssen. Keine Entscheidung zu treffen, unterstützt automatisch den Weg des Islams. Nicht umsonst bedeutet Islam übersetzt „Unterwerfung“.





Sind die Stillen im Land zu still? Ein Beitrag von Jörgen Bauer

29 11 2011

Ist „Stillesein“ eigentlich noch zeitgemäß? Es galt lange Zeit als Ideal, demütig, bescheiden, zurückzuhaltend und zufrieden zu sein. Man war gehorsam, dankbar und widersprach nicht. Man zeigte Respekt und stellte keine „unverschämten Forderungen“.

 

Dieses Verhalten wird von vielen als „christlich“ angesehen. Man will nicht auffallen, sich selbst nicht so wichtig nehmen, mit den Dingen, so wie sie sind, zufrieden sein und alles in Gottes Hand legen, zu dem man regelmäßig betet. Und wenn man etwas tut, geschieht dies im Stillen und Verborgenen, eingedenk des Jesuswortes in Matthäus 6, wonach Gott alles sieht und derjenige seinen Lohn dahin hat, der seine „frommen Leistungen“ offen zur Schau stellt.

 

Dabei wird nicht bestritten dass die, als christlich angesehenen Verhaltensweisen durchaus ihre positiven Seiten haben und es ganz gewiss richtig ist, Jesus an das Steuer seines Lebens zu lassen und sein ICH insoweit zurückzunehmen.

 

Ebenso ist unstrittig, dass sich ein Wirken im Verborgenen sehr segensreich auswirken kann. Dafür gibt es viele Beispiele. Vieles, und das nicht nur in Glaubensdingen, läuft ganz erheblich besser, wenn die Fäden im Verborgenen gezogen werden, weil dadurch Reibungsverluste vermieden werden.

 

Aber kann das immer und in allen Fällen gelten? Ist der Christ ein „angepasster Untertan“ der alles als gottgegeben hinnimmt, auch da, wo eigentlich Widerspruch notwendig wäre?

 

Das ganz gewiss nicht und schon gar nicht in einer Zeit, in der das Christentum zunehmend Angriffen ausgesetzt ist.

 

Die Zeiten haben sich geändert. Bescheidenheit ist längst keine „Zier“ mehr. Die Versuchung, mit einer öffentlich zur Schau gestellte Frömmigkeit punkten zu wollen, besteht auch nicht mehr. Allenfalls könnte man dadurch das Gegenteil bewirken. Bescheidenheit und was die damit zusammenhängenden Tugenden anbelangt, werden eher als Zeichen der Schwäche und als Dummheit wahrgenommen.

 

In unserer Zeit ist es notwendig geworden, sich ein „Image“ aufzubauen, dass heißt sich so darzustellen und zu verhalten, dass man als der wahr- und ernst genommen wird, der man tatsächlich ist. Und dazu gehört dann auch, sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen.

 

Und hier müssen die Christen in der Öffentlichkeit als Christen wahrgenommen werden. Selbst dann, wenn erst mit der Wiederkunft Christi offenbar wird, wer die Christen wirklich sind. Es reicht also nicht aus, sich im frommen Kreis gegenseitig die Richtigkeit der eigenen Anschauungen zu bestätigen und sich darauf zu beschränken lediglich im „stillen Kämmerlein zu beten“, so gut und richtig das sonst auch ist.

 

Mir fallen hierzu die drei Fischer ein, die zusammen in einem Boot saßen, als ein sturmartiger Gegenwind einsetzte. Als gute Christen, die sie waren, fiel ihnen nichts anderes ein, als gemeinsam zu beten, ohne dass das Boot dabei auch nur einen Meter weiterkam. Bis einer rief: „Brüder, wir dürfen über dem Beten das Rudern nicht vergessen!“

Genau, das ist es!

 

Denn angesichts zahlloser, sehr unerfreulicher Entwicklungen, zu denen von den „Stillen im Lande“ so gut wie nichts zu hören ist, fragt es sich, ob und inwieweit, die „Stillen im Lande“ in unserer Zeit angekommen sind.

 

Sind die „Stillen im Lande“ am Ende vielleicht „zu still“?

 

Das heißt jetzt nicht, ohne Gott und ohne Verbindung zu IHM, nach eigenem Gutdünken, in die Welt hineinzuwirken. Die Kraft zum Handeln kommt nach wie vor aus dem Gebet und aus der „Stille“. Was zu prüfen wäre, ist die Umsetzung in die Praxis.

 

In vergangenen Zeiten, als sich Gesetzgebung und öffentliche Meinung weitgehend an biblischen Werten orientierten, reichte es oftmals aus still und geduldig zu sein.

 

Mittlerweile sind wir aber in einem Neuheidentum angelangt, in dem alles das wiederbelebt wird, was man durch das Christentum als endgültig überwunden glaubte.

 

Um hier nur einiges zu nennen:

 

Kultur des Todes: massenweise Abtreibungen und liebäugeln mit der Euthanasie, Verfügbarmachung des menschlichen Lebens;

 

Verherrlichung von Egoismus, Rücksichtslosigkeit, Lug und Trug in Verbindung mit einem übersteigerten Individualismus;

 

Lust- und Spaßgesellschaft, Relativismus, Beliebigkeit, Oberflächlichkeit, verbunden mit Blindheit gegenüber realen Gefahren;

 

Okkultismus, verbunden mit heidnischen Bräuchen und abergläubischen Praktiken;

 

Sexualisierung der Gesellschaft mit einer heidnischen Vergötzung der Sexualität;

 

Infragestellen der Schöpfungs- und Naturordnung, durch die Gender- und Homoideologie;

 

Damit geht einher:

 

Verhöhnung, Diffamierung, Lächerlichmachen des Christentums und des christlichen Glaubens. Feindseligkeit und böswillige Unterstellungen den Christen gegenüber, bei gleichzeitig zunehmender innerer Leere, verbunden mit dem Gefühl der Sinnlosigkeit, bei vielen Menschen;

 

Gefördert wird dies durch: kirchliche Verlautbarungen und Präsentationen sowie eine Verkündigung, bei denen das Evangelium dem jeweiligen Stand des Zeitgeistes anpasst wird, wodurch keine zuverlässigen Antworten auf existenzielle Fragen mehr möglich sind.

 

Dies geschieht: durch das Relativieren von Glaubensinhalten, durch die es zur Unverbindlichkeit und Beliebigkeit in den Aussagen kommt. Dadurch wird es möglich, massive Verstöße gegen Gottes Gebote zu tolerieren, der Verfolgung und Ermordung von Christen nicht zu widersprechen und damit zusammenhängend den Missionsbefehl zu ignorieren;

 

Manche ungute Entwicklung hätte verhindert werden können, wenn man dieser, von Anfang an, entschieden, mit dem Wort Gottes, entgegengetreten wäre, anstelle die „weitere Entwicklung abzuwarten“. Den Anfängen muss gewehrt werden, eingedenk dessen, „dass die lange Bank des Teufels liebstes Möbelstück ist“.

 

So notwendig es auf der einen Seite ist, zu aktuellen Entwicklungen Stellung zu nehmen und dazu Antworten aus dem zeitlos gültigen Wort Gottes zu finden, so ungut ist es, wenn das genaue Gegenteil geschieht, indem ständig dem Zeitgeist hinterher gelaufen und dabei das Wort Gottes aktuellen Entwicklungen angepasst und dementsprechend ausgelegt wird.

 

Nun hat diese Art der Anpassung an die jeweiligen Verhältnisse, denkt man an die Vergangenheit, in der Kirche schon seit eh und je eine lange und traurige Tradition, die beinahe „selbstverständlich“ ist, weshalb man sich darüber nicht wundern muss.

 

Aber wo blieben und bleiben die „Treuen“, die es schon immer, auch in der Kirche, gab? Sollten diese über dem Beten das Rudern vergessen haben?

 

Noch sind die „Treuen“ keine verbotene Minderheit, die sich in einer „Untergrundkirche“ verstecken müsste. Noch stehen den „Treuen“ alle Möglichkeiten des Rechtsstaates, einschließlich des Grundrechts auf freie Meinungsäußerung, offen.

 

Aber warum wird davon so gut wie kein Gebrauch gemacht? Möglichkeiten dazu gäbe es genug, denkt man an diverse Konferenzen, von denen in den Medien berichtet wird und an die diversen Publikationen evangelikaler Gemeinschaften und Kreise, die leider manchmal eher an die unkritische Hofberichterstattung diverser Vereinsblätter und Kundenzeitschriften erinnern. Sicher gäbe es auch die Möglichkeit an Gesprächsrunden im öffentlich-rechtlichen Fernsehen teilzunehmen.

 

Will man wieder warten bis tatsächlich nichts mehr geht? Man kann auch durch Schweigen, eben durch „Stillesein“, schuldig werden!

 

Was sagt das Wort Gottes dazu?

 

Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Matthäus 5, Verse 13 – 16

 

Auf diese Verse, die nun gerade nicht zur Stille und zum sich bedeckt halten auffordern, kann eigentlich nicht oft genug hingewiesen werden. Christen haben eine Salz- und Lichtfunktion, wobei sich die davon ausgehende Wirkung ins Gegenteil verkehrt, wenn diesen Funktionen nicht nachgekommen wird.

 

Salz konserviert und verhindert die Fäulnis. Licht steht für Klarheit und Wahrheit. Wenn von den Christen Licht ausgeht – und Licht ist etwas Sichtbares – dann verändert das die Welt. Die Leute sollen sehen, dass es bei den Christen anders zugeht. Dazu müssen Christen wahrnehmbar anders handeln und auch reden, als es die Welt tut!

 

Das heißt nicht, sich nach Menschenweise selbst groß und wichtig zu machen, sondern sichtbar und auch hörbar in die Welt hineinzuwirken, wobei allein Gott die Ehre gegeben wird.

 

Verhaltet euch weise gegenüber denen, die draußen sind, und kauft die Zeit aus. Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt, dass ihr wisst, wie ihr einem jeden antworten sollt. Kolosser 4, Verse 5 und 6

 

Das Eintreten für die Wahrheit heißt nicht, dass Christen zu allem ihren „Senf“ geben müssen. Manchmal ist „stille sein“ wirklich besser („Reden ist Silber, schweigen Gold“). Wenn wir aber reden müssen, dann klar und eindeutig und das freundlich und verbindlich, aber trotzdem kritisch und nachdenklich machend, so dass das Interesse des Hörers geweckt wird.

 

Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf.

Epheser 5, Verse 10 und 11

 

Sehr interessant ist, was der bekannte Theologe Fritz Rienecker hierzu in der Wuppertaler Studienbibel kommentiert:

 

„Auf der Anklagebank sitzt der Verbrecher. Er versucht, durch lügnerische Darstellung, durch Heuchelei, mit dem ganzen Aufgebot aller ihm zu Gebote stehenden Täuschungsmittel sich als unschuldig hinzustellen. Aber der geschulte Blick des Richters durchschaut ihn, er überführt ihn der Tat.

 

So sitzt auf der Anklagebank die sündige Welt der Finsternis. Ihr Richter ist die Gemeinde der Gläubigen. Da helfen keine Täuschungsmanöver, keine Machenschaften, die Welt wird als das überführt was sie ist ‚Sünde’! Eine Trabantin der Widergöttlichkeit. So ist der Gläubige und mit ihm die Gemeinde das ewige Gericht Gottes an der Welt. Sie bedeutet ‚Krisis für eine im Sündenbann liegende Zeit’. Insofern als die Gemeinde von Ewigkeit zu Ewigkeit währt, gemäß ihrer Erwählung und Bestimmung, insofern ist die Gemeinde das ewige Gericht Gottes an dem sündhaften Zeitlichen. Die Gemeinde, der Gläubige, ist in diesem Sinne die Kritik des Ewigen am Zeitlichen, des Lichts an der Finsternis, des Göttlichen an dem Menschen.“

 

Das sind starke Worte, die nicht überheblich machen dürfen. Gemeint ist damit nicht, sich als Richter über andere aufzuspielen, sondern Fehlentwicklungen im Licht des Wortes Gottes zu erkennen und diese öffentlich zu benennen. Das einzig aus dem Grund, Menschen zum Nachdenken und zur Umkehr zu bewegen.

 

Im Neuen Testament wird verschiedentlich von der Berufung geschrieben, die Christen haben und dass sie dieser Berufung entsprechend leben sollen. Sie sind, ohne ihr Verdienst, allein aus Gnade, die aus der Welt Herausgerufenen und Königskinder.

 

Und dass Adel verpflichtet, gilt auch hier. Christen sind etwas Besonderes. Deshalb besteht auch kein Grund, sich zu verstecken oder in falscher Bescheidenheit zu üben.

 

Jesus sagt es ganz deutlich:

 

Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat.

Lukas 10, 16

 

Gott will nach wie vor mit uns zusammen in die Welt hineinwirken und deshalb in seinen Dienst stellen. Königskind zu sein, bedeutet nicht Nichtstun. Es ist eine große Ehre, eine Anstellung im bedeutendsten Unternehmen, das es gibt, zu haben – aber auch eine große Verpflichtung.

 

Im Sendschreiben an die Gemeinde von Laodizea rügt der auferstandene Herr die dortige Gemeinde ob ihrer Lauheit (Offenbarung 3, Verse 14 – 22) und kündigt an die Lauen aus seinem Munde auszuspucken.

 

Sollte das am Ende auf die gemünzt sein, die Ernst mit Gott gemacht haben? Der Herr spricht hier diejenigen an, die zu seiner Gemeinde zählen. Trifft das auf die, von denen man annimmt, dass sie damit gemeint sein könnten, am Ende gar nicht mehr zu, weil sie sich diese schon so weit von Christus entfernt haben, dass sie nicht mehr zu den von IHM Angesprochenen gehören und stattdessen wir gemeint sind?

 

Darüber lohnte sich nachzudenken und als notwendig erkannte Korrekturen vorzunehmen.

 





Religion hilft ganz praktisch das Leben zu bewältigen

18 11 2011

Demut und Religiosität helfen Krisen zu bewältigen
aus:
Vision 2000

Was geschieht eigentlich, wenn jemand in eine Lebenskrise gerät? Wie kommt es dazu? Wer ist besonders anfällig? Und was hilft, wenn es darum geht, eine Krise zu bewältigen? Fragen, die im Folgenden ein Psychotherapeut beantwortet:

Als Psychotherapeut haben Sie vermutlich viel mit Menschen zu tun, die sich in einer Krise befinden. Was kennzeichnet menschliche Krisensituationen?
Univ. Doz. Raphael Bonelli: Es ist gut, folgendes klarzustellen: Ich sehe die Patienten in drei verschiedenen Situationen: bei endogenen psychischen Störungen, die durch den Gehirnstoffwechsel zustande kommen. Sie werden klassischer Weise nicht als Krisen bezeichnet…

Eine Krankheit also?
Bonelli: Ja, sie wird meist nicht durch eine Krise ausgelöst, der Patient kann die Krankheit dann jedoch krisenhaft erleben. Als zweite Gruppe von Patienten sehe ich jene, die eine neurotische Störung aufweisen. Das sind Menschen, die um sich selber kreisen, Angst um sich selber haben, bei denen die Welt bedingt durch die Ängste eng wird… Auch das ist nicht unter Krise gemeint. Diese Gruppe erweist sich allerdings als relativ krisenanfällig. Eigentlich geht es um die dritte Gruppe: Menschen, die normal leben und durch einen außergewöhnlichen Umstand, die Krise eben, in eine psychische Notsituation geraten, mit der sie nicht richtig umgehen können. Manchmal sind es Situationen, in denen es jedem schlecht gehen würde: ein tödlicher Unfall des Sohnes, der Verlust der Ehefrau nach langer Ehe, eine unverschuldete Scheidung, der Verlust des Arbeitsplatzes… Da geraten Menschen in die Krise, weil sie Bindungen haben, die zerbrechen – eben weil diese Welt nicht perfekt und der Mensch verletzlich ist.

Was kennzeichnet Situationen, die Krisen auslösen? Sind Menschen da mit Umständen konfrontiert, die sie mit eigenen Möglichkeiten nicht mehr handhaben können?
Bonelli: Es sind Situationen, in denen man zumindest im ersten Moment überfordert ist. Da steht dann der Alltag still. Man sagt sich: Das, was mich normalerweise bewegt, ist jetzt egal, weil mein Kind bei diesem Unfall ums Leben gekommen ist, weil meine Diagnose Krebs lautet. Man erlebt sich als ohnmächtig, ist ausgeliefert. Man merkt, wie sehr man ein Mensch ist, der nicht alles im Griff hat. Nun gibt es Menschen, die krisenanfälliger, und solche, die stabiler sind.

Unter welchen Voraussetzungen ist jemand anfälliger für Krisen?
Bonelli: Es gibt in der modernen Psychologie einen Ausdruck für die Stabilität in der Krise: Resilienz. Der Begriff kommt aus der Physik und beschreibt die Fähigkeit eines Systems, bei Störungen wieder zurückzupendeln. In der Psychologie beschreibt man damit jemanden, der eine dickere Haut hat, der mehr aushält. Auf diesem Sektor wurde in den letzten 10 Jahren relativ viel geforscht.

Und was macht einen Menschen stabil?
Bonelli: Dicke Haut bedeutet, dass man die Dinge nicht so an sich heranlässt. Manche Sachen können einem aber auch deswegen nicht so nahe gehen, weil man die Relativität der Dinge kennt. Millionäre werden wohl im allgemeinen einen Verlust von 20.000 Euro halbwegs locker wegstecken. Allerdings hat sich ein deutscher Milliardär vor ein paar Jahren das Leben genommen, weil er ein paar Millionen verloren hatte. Da merkt man: Es geht auch um die Frage der Wertehierarchie. Was ist wirklich wichtig?

Kann die Resilienz-Forschung dazu etwas sagen?
Bonelli: Ja, die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Religiosität ein Faktor ist, der Stabilität verleiht. Durch den Glauben wird dem Menschen klar, dass nicht alles von ihm selbst abhängt und dass man nicht alles im Griff hat. Letzteres ist aber die Ideologie des Zeitgeistes: Alles sei machbar. Leute, die dieser Sichtweise verhaftet sind, kippen sehr leicht aus dem Gleichgewicht. Wir kennen 19-jährige Burschen, die einen Selbstmordversuch unternehmen, nur weil das Auto einen Totalschaden hat. Das Auto gehört dann zum eigenen Selbstverständnis. Es handelt sich da um Menschen, die alles auf eine Karte – und zwar die falsche – setzen.
Weiters gibt es viel Forschung über Verbitterung. Sie tritt bei Menschen auf, die zu leicht kränkbar sind. Kränkung kann aber auch dort auftreten, wo man vertraut, sich aus Liebe hingegeben hat. Michael Linden, ein Berliner Psychiater, berichtet ein eindrucksvolles Beispiel für missbrauchtes Vertrauen: Eine Frau heiratet einen jungen Mann, arbeitet, damit er studieren kann und verzichtet auf ihre Karriere. Nach einigen Jahren verlässt er seine Frau, um mit einer jüngeren zu leben. Da ist Kränkung ganz verständlich, in keiner Weise narzisstisch. Klar, dass so ein Vertrauensbruch zur Krise führt. Oft jedoch ist die narzisstische Kränkung Ursache einer Verbitterung, das chronische Fremdbeschuldigen.

Was ist darunter zu verstehen?
Bonelli: Für Narzissten muss alles genauso laufen, wie sie sich das vorstellen. Geschieht das nicht, wird das als persönliche Beleidigung empfunden. Und den anderen die Schuld gegeben. Narzissten bauen ein Bild von sich selbst auf, das nicht der Wirklichkeit entspricht. Sie sind kränkbar, wenn man auf diese Differenz hinweist. Der Narzisst erwartet von der Umwelt, dass sie das Bild akzeptiert, das er sich von sich selbst macht. Obwohl er selbstbewusst auftritt, hat er ein brüchiges Selbstwertgefühl – wenig Resilienz. Stellt man ihn in Frage, wird er aggressiv, weil er im Grunde unsicher ist. Stabil sind Leute, die in sich ruhen, sich selbst richtig einschätzen. Das erfordert Demut. Und es bedeutet, dass man sich als Geschöpf, in der Hand eines Schöpfers weiß. Dann versteht man leichter, dass der Weg auch bei Krisen weiterführt. Psychologisch gesehen, ist das die Botschaft von Religion: Gott weiß schon, was Er tut. Das hilft, Krisen zu bewältigen.

Was hilft noch bei der Krisenbewältigung?
Bonelli: Die Chance einer Krise besteht darin, dass man die gewohnten Bahnen verlässt. Das kann ja ein enormer Vorteil sein. Ich habe viele Leute erlebt, die sich menschlich „bekehrt“ haben – ich meine das jetzt gar nicht religiös: Sie haben aufgehört, sich selbst zu verwirklichen, Egoisten zu sein, nur an sich zu denken, weil sie lebenswertere Prioritäten entdeckt haben. Ich denke an einen Mann, der jahrelang Pornographie konsumiert und seine Frau schlecht behandelt hat. Er wurde am Arbeitsplatz ertappt. Wahrlich eine Krise – weil „urpeinlich“. Diese Krise hat ihn den Irrweg erkennen lassen und den Weg zu seiner Frau neu eröffnet.

Krise also als Chance?
Bonelli: Ja. Ich glaube, wir Menschen brauchen Krisen. Sie eröffnen auch die Sicht für mehr Dankbarkeit. In der Krise erkennt man besser, was man alles noch hat. Vieles nimmt man ja als selbstverständlich: zwei Arme und zwei Beine sind solange selbstverständlich, bis man ein Glied verliert. Gleiches gilt für Gesundheit, Eltern, ein gutes Beziehungssystem… Vielfach versteht man erst in der Krise, was man hat. Weiters lehrt die Krise Demut: Man erkennt, dass man nicht alles in der Hand hat, dass man in gewisser Hinsicht ausgeliefert ist – dem Schicksal oder einem höheren Wesen. Man kann sich neu als Geschöpf mit seiner Endlichkeit entdecken. In der Psychotherapie eröffnet die Krise große Möglichkeiten. Viele beginnen neu über wesentliche Fragen nachzudenken. Lernen erst dann, empathisch zu sein. Es ist eigentlich erstaunlich, wie wenig viele Menschen reflektieren, wenn sie nicht in der Krise sind.

Sehen Sie Gründe für diesen Mangel an Nachdenklichkeit?
Bonelli: Stetiger Erfolg ist einer: Er birgt die Gefahr, den Menschen zu verblöden. Mit der Zeit findet er dann alles an sich toll, super. Den wirklich erfolgreichen Menschen bleibt fast gar nichts anderes übrig, als narzisstisch zu werden. Sie bekommen von über?allher positive Rückmeldungen und beginnen, sich zu überschätzen. Eine Krise kann da heilsam sein. Sie bringt den Menschen wieder auf den Boden.

Heute kann man sich gegen alles versichern. Dadurch entsteht ein trügerisches Gefühl der Sicherheit. Spielt dieses in das Thema Krise hinein?
Bonelli: Ich finde es psychologisch interessant, wie viele Menschen einfach übersehen, dass man sich gegen die wirklich wesentlichen Bedrohungen nicht versichern kann. Bei einer Scheidung wird die Versicherung niemals die Ehe retten können. Ein Kind, das ums Leben kommt, eine Freundschaft, die in Brüche geht – das sind Verluste, die man nicht versichern kann. Die Suche nach Scheinsicherheit hat etwas Zwanghaftes an sich. Der Neurotiker ist einer, der immer alles unter Kontrolle haben muss. Deswegen ist der Zwangsneurotiker auch jemand, der durch Krisen stark erschüttert wird. Wer aber weiß, dass alles in Gottes Hand ist und dass er morgen alles verlieren kann – das lesen wir ja in der Heiligen Schrift –, tut sich sicher leichter, wenn er in Krisen gerät.

Ist das verlorene Wissen um die Existenz Gottes nicht der Grundirrtum schlechthin, an dem die Menschen heute leiden – und der sie so krisenanfällig macht?
Bonelli: Das stimmt. Dazu ein gutes Beispiel aus meiner Praxis: Eine 40-jährige Frau ist massiv in der Krise. Ihr Lebensgefährte hat sie verlassen. 20 Jahre hatten sie in einer offenen, wilden Ehe, in der alles möglich war, gelebt. Im Hintergrund stand die inhumane Ideologie der 68er. Wegen einer Jüngeren hatte sie der Lebensgefährte verlassen. Sie war verzweifelt. Als ich sie darauf hinwies, dass sie sich eigentlich ausgemacht hatten, keine Bindungen einzugehen, wurde ihr schmerzhaft bewusst: „Ja, da bin ich einem großen Irrtum erlegen.“ Sie wurde mit der Realität konfrontiert, dass sich der Mensch seinem Wesen entsprechend lebenslange Treue wünscht – auch wenn er noch so liberal ist. Erschreckt hat sie entdeckt, dass sie tief im Inneren ja „konservative“ Wertvorstellungen hatte. Ihre Lebensideologie hatte sich als Irrtum erwiesen. Dann geschah folgendes: Ohne dass ich sie dazu gedrängt hätte, hat sie durch alle Verzweiflung hindurch ihren Glauben aus der Kindheit wieder gefunden. In der Krise merkt man eben, dass das heutige Ideal von jung, schön und reich nicht tragfähig ist. Wer an diesen Vorstellungen hängt, kommt in echte Krisen.

Ideologien also als Produzenten von Lebenskrisen?
Bonelli: Man muss zur Kenntnis nehmen: Es gibt anthropologische Wahrheiten über den Menschen. Dazu gehört, dass Mann und Frau darauf ausgerichtet sind, miteinander durch´s Leben zu gehen. Eine weitere Konstante ist das Schamgefühl. Ein Beispiel: Eine junge Frau wird gelähmt, im Rollstuhl in das Krankenhaus eingeliefert, in dem ich gearbeitet habe. Sie ist 17. Es stellt sich heraus, dass ihre Eltern von der 68er-Ideologie geprägt waren. Sie verlangten von der Tochter, dass sie in der Wohnung und im Garten nackt zu sein habe. Die Eltern drängten darauf, dass die Tochter Sex haben sollte, beim Ausgehen wurden ihr Kondome aufgedrängt. Nur wenn sie krank war, durfte sie sich anziehen. Sie wurde also immer öfter krank – und war schließlich gelähmt, eine psychogene Lähmung. Innerhalb von 3 Wochen konnte sie dann bei uns auch wieder gehen. Die Schamgrenze zu überschreiten, ist nämlich ebenfalls so ein Verstoß gegen die Wahrheit des Menschen.

Univ. Doz. Raphael Bonelli ist Leiter der Forschungsgruppe Neuropsychiatrie an der Sigmund Freud Universität Wien. Das Gespräch mit ihm führte Christof Gaspari.

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Hinweise

Vision 2000

Relativismus – die Krise Europas

Relativismus – die praktischen Folgen

Wir Christen – eine frohe Gemeinschaft!





GENDER MAINSTREAMING – Der Generalangriff auf die christliche Kultur

9 08 2011

Gastbeitrag von MMag. DDr. Edith Pekarek
mit freundlicher Genehmigung von ProVita 

Ein Blick auf die Fernsehwerbung zeigt uns, was der Zeitgeist will: Ein halbnackter Mann beim schaumigen Duschen. Ein lachender Vater beim Spielen mit einem Kind. Ein fröhlicher Hausmann beim Kücheputzen, bei der Waschmaschine, beim Staubsaugen, bei der WC-Ente… Und wo sind die Frauen? Ach ja, sie arbeiten. An der Supermarktkassa, an den Gasleitungen der Wiener Stadtwerke, als Lagerarbeiterin, Rauchfangkehrerin oder Mechanikerin, aber auch in Spitzenpositionen wie bei Siemens, in der Nationalbank, im ORF oder in Brüssel. Na, und? Wir haben doch die Gleichstellung von Frau und Mann, besonders im Berufsleben! Das ist richtig. Mann und Frau sind vor dem Gesetz gleich, wenigstens hier in Österreich. Aber hinter dem unverfänglich klingenden Wort Gleichstellung lauert ein dämonisches Programm zur Umkehrung

jeglicher Ordnung in Gesellschaft, Rechtsordnung und Staat. Der Zeitgeist will den Rollentausch von Mann und Frau und schafft die Zweiheit der Geschlechter ab. Gender heißt das Unwort.

1. Gender? Noch nie gehört! Was ist das?

Das Wort Gender bezeichnet im Englischen das grammatikalische Geschlecht, wobei „the“ sowohl für männlich als auch für weiblich definierte Wörter gilt: „the man“, „the woman“. 1995 wurde es auf der WeltFrauenkonferenz der UNO in Peking ohne weitere Diskussion statt „sex“ verwendet, um auch andere existierende Geschlechter anzusprechen, jene Minderheiten mit starken, finanzkräftigen Lobbys, die sich als „GLBT“ (gay, lesbian, bisexual, transgender) verstehen. Eine Wortübersetzung ins Deutsche wurde absichtlich vermieden, um den Begriff unklar und offen zu halten für allfällige Umdeutungen. Also ein Begriff zur Täuschung.

Mann und Frau gibt es nicht!

Die Gender-Ideologie verneint die Existenz des Geschlechterdualismus von Mann und Frau. Die Radikalfeministin Judith Butler (geb. 1956, USA) behauptet, das biologische Geschlecht (engl. sex) sei ein „normatives Phantasma“, ein gesellschaftspolitisches Trugbild, eine Einbildung! Sie folgt damit dem Denkmuster der Feministin Simone de Beauvoir, der Gefährtin des Existenzialisten und Atheisten Jean Paul Sartre, deren viel zitierter Ausspruch „Wir werden nicht als Frau geboren, sondern zur Frau gemacht“

(1949) nichts anderes bedeutet, als dass die Geschlechtlichkeit als Rolle erlernt würde. Interessant! Und wie ist das mit der Mutterschaft?

Man muss es wiederholen, um die Irrationalität dieser Auffassung zu verstehen: es existiert kein biologischer Geschlechtsunterschied! Die äußeren Geschlechtsmerkmale seien so bedeutungslos wie verschiedene Augenfarben oder Zehenlängen! (S. Okin, 1989, USA). Es gäbe kein Geborenwerden als männliches oder weibliches Wesen, sondern nur die Anerziehung eines Rollenverhaltens durch die Gesellschaft.

Das Geschlecht ist anerzogen und austauschbar!

Was aber anerzogen ist, kann verändert werden. Biologie muss nicht als unentrinnbares Schicksal angenommen werden. Man kann „aussteigen“, seine Sexualität selbst bestimmen und sich auf diese Weise selbst verwirklichen! Im Psychologensprech heißt das „sexuelle Kreativität“! Die Zweigeschlechtlichkeit, diese verhasste Zwangsheterosexualität – auch eine Wortschöpfung der Gender-Theoretiker – müsse dekonstruiert werden. Die normale, natürliche, gottgewollte Sexualität gilt nur als eine von vielen gleichwertigen, gleichrangigen und gleich-gültigen (!) Möglichkeiten. Hier hat der berüchtigte Relativismus, wie wir ihn vom Kampf gegen den Wahrheitsanspruch der katholischen Kirche kennen, zugeschlagen. Es gäbe nämlich mindesten sechs Varianten der geschlechtlichen Identität: neben „heterosexuell“ auch bisexuell, homosexuell, transsexuell und so weiter, alles zusammen als queer bezeichnet.

Es kommt noch absurder: Die sexuelle Orientierung sei beliebig austauschbar. Diese Behauptung widerspricht der Erfahrung und allen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie ist grundlegend falsch. Man denke an das Horrorexperiment des amerikanischen Sexforschers John Money (1921 – 2006), der einen durch eine missglückte Beschneidung verletzten Buben jahrelang mit Hormonen, Operationen und psychologischer Behandlung traktierte, um ihn gewaltsam zum Mädchen umzuwandeln.

Doch in der Pubertät brach die männliche Natur durch. Schließlich setzte das gefolterte Opfer seinem Leben ein Ende. Mister Money wurde übrigens nicht strafrechtlich verfolgt.

Trotzdem beharrt die indoktrinierte Gender-Lobby darauf, dass jeder, dem „danach ist“, sich heute als Mann fühlen und danach handeln könne, morgen wie ein Schauspieler in die Rolle einer Frau schlüpfen oder ein sonstiges geschlechtliches Verhalten mit anderen Objekten praktizieren könne. Es hängt also vom Gefühl ab, von der individuellen Befindlichkeit, von regelloser Willkür, welchem Geschlecht man sich zuordnet. Der Vertrag von Lissabon verpflichtet sogar die Gesellschaft in den Mitgliedstaaten darauf, die subjektive Wahl anzuerkennen, und droht damit, „…Diskriminierungen aus Gründen des Geschlechts…oder der sexuellen Ausrichtung zu bekämpfen“ (Art. 19 AEUV). Die Folgen für den Rechtsstaat?

Anarchismus und Zwangskollektivismus. Wie sagt doch Aldous Huxley, in „Schöne neue Welt“ (1946): „Je mehr sich politische und wirtschaftliche Freiheit verringern, desto mehr pflegt die sexuelle Freiheit sich kompensatorisch auszuweiten“.

Böse Geschlechterstereotypen!

Die Bindung eines bestimmten Verhaltens an den Mann oder an die Frau ist das Rollenbild. Es ist traditionell und sinnvoll in der Kultur gewachsen und spiegelt die natürliche Unterschiedlichkeit von Eigenschaften,  Begabungen und Arbeitsaufgaben der Geschlechter wider. Im Zeitalter der Gleichstellungspolitik muss es „aufgebrochen“ werden. Das Kommissionspapier der EU „Rahmenstrategie der Gemeinschaft zur

Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern (2001 – 2005)“ fordert ausdrücklich die Veränderung von Geschlechterrollen und Stereotypen“. Was wird da nicht alles an Aktivitäten erfunden: ein „Girl´s day“, ein deutsches Berufsorientierungsprojekt für Mädchen (2001 als „Zukunftstag für Mädchen“ eingeführt, jährlich im April abgehalten). Dabei werden technische Berufe beworben, wie explizit Programmieren von Robotern, Erforschung von Walen oder Entwicklung von Handys. Kochen lernen oder notwendige Kulturtechniken stehen nicht auf dem Programm.

Oder der Schminkkoffer für die Buben im Kindergarten, damit das männliche Geschlecht möglichst früh umgepolt und zum Softie wird. Angeblich gibt es Mütter, die ihre Söhne in Mädchenkleidern in die Schule schicken und sich dann über Mobbing beschweren. Achtung! Diese Methode hat einen Namen: Geschlechtssensible Pädagogik.

Doch trotz intensiver Bearbeitung der Bevölkerung durch Werbung und Medien, die prinzipiell Männer bei Küchenarbeit, Kinderbetreuung und Schönheitspflege zeigen und die Frauen mit Schutzhelm auf der Baustelle arbeiten lassen, dürfte der Aktionsplan in den vergangenen zehn Jahren nicht ganz erfolgreich gewesen sein. Sonst hätte man die drei Floskeln vom Aufbrechen der Klischees, vom Kampf gegen Sexismus und von der Beseitigung des „Gender Pay Gap“ am 8. März 2011, an dem der hundertste Welt-Frauentag der Geschichte zelebriert wurde, nicht stündlich wiederholen müssen.


Die feministische Sprachverwirrung

Wesentlich erfolgreicher war da schon die Erfindung einer geschlechtergerechten Sprache, mit der man die vermeintliche Dominanz der Männer und die überall lauernde Diskriminierung beseitigt! Man gönne sich die Definition des Pressebüros des Landes Salzburg (www.salzburg.gv.at):

„Sprache schafft Bewusstsein! Als kulturell geprägtes Kommunikationsmittel ist Sprache untrennbar mit politischen und sozialen Gegebenheiten verknüpft. Sprache kann diskriminieren und vorherrschende Normen und Werte reproduzieren. Eine geschlechtergerechte Sprache ist Ausdruck einer Gesellschaft, welche auf dem Prinzip der Chancengleichheit basiert!“

Um Chancengleichheit zu erreichen und die Gesellschaft nachhaltig zu verändern, muss Frauenpolitik also zunächst Sprachpolitik sein. Und ein neuer, politisch korrekter Sprachkodex, der mit hoheitlicher Zwangsgewalt durchgesetzt wird, erfordert eine funktionierende Überwachung, neudeutsch ein Monitoring, in Form von Sprachpolizei und Denkkontrolle. Dazu gibt es nun Kommissionen, Anwaltschaften, Kontaktfrauen und Beauftragte.

Unter der seit Jahrzehnten haltbaren Devise „Wir müssen sichtbar werden!“ kreierten Schweizer Feministinnen in den 80er Jahren das Binnen-I mit dem passenden Artikel, Pronomen und Possessivum. Ein Beispiel: „Der/die ChristIn muss seinen/ihren Glauben verteidigen. Dazu ist er/sie verpflichtet.

Das macht den Text gut lesbar und bringt den JournalistInnen höhere Zeilenhonorare. Die deutsche „taz“ folgte brav, und flugs waren die grammatikalischen Ungeheuer im deutschen Sprachraum verbreitet. Erlaubt ist auch das „Splitting“ mit Querstrich: Christ/Inn/en, ebenso wie die Doppelform: Christen und Christinnen. Die Wirtschaftsuniversität Wien verweigert die Annahme von Diplomarbeiten, die nicht gegendert sind.

Offenbar ist die Form wichtig, der Inhalt weniger. Vordrucke von Anmeldeformularen folgen dem Sprachdiktat, die Generalklausel „Formulierung gilt für Frauen und Männer“ entspricht nicht der Vorschrift.

Stellenausschreibungen sind schon seit 1985 grundsätzlich geschlechtsneutral zu publizieren. Wehe, wer nicht spurt, wie zum Beispiel der Salzburger Trachtenhersteller Lanz. Er wurde von der Gleichbehandlungsanwaltschaft zu einer saftigen Verwaltungsstrafe verdonnert. (krone.at vom 28.12.09). Wie man sieht, wird kontrolliert!

Ein Vorschlag, die Kärntner-Straße in Wien zur Kärntner/Innen-Straße zu erweitern, drang nicht durch. Auch unsere Bundeshymne ist offiziell noch nicht „getöchtert“. Dafür brachte eine Schweizer Aktivistin (schon wieder die Schweizerinnen!) im Ausschuss für Chancengleichheit von Frauen und Männern des Europarats eine Beschlussvorlage ein (Nr. 12267), um den Begriff „Mutter“ zu tilgen, weil er die Gender-Gleichheit behindere und ein sexistisches Stereotyp sei. Er sei durch „Elter“ zu ersetzen. Neuestes von dieser Front findet man im „Sprachleitfaden für diskriminierungsfreie Sprache, Handlungen, Bilddarstellungen“ des Österreichischen

Sozialministeriums unter Hundstorfer. Gesetzlich gedeckt durch den „Ministerratsbeschluss zum geschlechtergerechten Sprachgebrauch in der gesamten Bundesverwaltung 2001.“ ist auch, dass Lächeln ein Stereotyp weiblicher Attraktivität ist. Es ist also dringend davon abzuraten, jemanden anzulächeln. Es könnte als verführerisch, oder modern ausgedrückt, als „sexuell harassment“, als sexuelle Belästigung, gedeutet und bestraft werden.

Die sexuelle Befreiung ist da!

Die umfassende geschlechtliche Freiheit kann ungezügelt genutzt werden, denn die Pharmakonzerne stellen jede Art von Hilfsmitteln zur Verfügung,  um Ansteckung mit Krankheiten oder unerwünschten Nachwuchs zu verhindern. Die Abtreibungsindustrie blüht. Die sexuelle Befreiung nützt als Wirtschaftsmotor und „schafft Arbeitsplätze“, wie Politiker stolz betonen. Der Materialismus ergreift eben skrupellos jede Chance, alles wird kommerzialisiert. Da ist es selbstverständlich, dass die Genderideologie mit allen Kräften von verschiedenen Lobbys durchgeboxt wird, teils unterschwellig und teils konkret, trickreich und mit interpretationsoffenen Gesetzen. Wer das System hinterfragt und dagegen aufzubegehren wagt, gilt als krank. Man unterstellt eine Phobie, die Homophobie. Ja, noch schlimmer, Homophobie wird mit Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus gleichgesetzt und kriminalisiert. Eine infame Fakten- und Werteumkehr hat eingesetzt: Die natürliche Sexualität ist anormal, Frau ist Mann und vice versa, Fäkalien sind schön (H. Nitsch im ORF/Leporello, 8.11.2010), Unzucht statt Liebe, Mensch statt Gott.

Wir sollen zum „Neuen Menschen“ umerzogen werden!

Gender ist also die Bezeichnung für ein Umerziehungsprogramm zum sozialen, flexiblen Geschlecht. Wer sich nicht zuordnen kann zu Mann oder Frau, verliert seine Identität, er ist verunsichert und haltlos und für sein Gegenüber nicht einschätzbar. Er wird letztlich zum geschlechtslosen, bindungsunfähigen Menschen, einem „neuen Menschen“ gemacht.

Social engineering“ nennt sich das Projekt in der verhüllenden Gendersprache. In Deutschland gibt es einen Verein für „aktive Patriachatskritik“ namens „Dissens“. Sein pädagogisches Ziel ist die Vernichtung der männlichen Identität auf psychologischer Ebene durch Verhöhnung und Entwürdigung. Das Projekt ist hoch dotiert und erhielt Aufträge von der EU-Kommission, der Stadt Berlin und der deutschen Bundesregierung.

Um die Gehirnwäsche wirksam werden zu lassen, muss der Staat die Eltern  ausschalten, sich möglichst früh der Kindererziehung bemächtigen und schon die Kleinsten „sexualisieren“. Wir erinnern uns an die Bestrebungen der österreichischen Regierung, die Zahl der Kinderkrippen aufzustocken, an das verordnete Kindergartenjahr und die „Love-Busse“, die im Rahmen der für Schüler verpflichtenden Sexualerziehung nichts an Aufklärung vermissen lassen. Dazu verteilte das Gesundheitsministerium einschlägige Broschüren mit dem verlockenden Titel „Love, Sex und so…“ (2007), und die Ministerin höchstpersönlich besuchte Gymnasien, um Kondomübungen abzuhalten. Im „Dschungel Wien im Museumsquartier“ gab man im September 2008 ein ausdrücklich als „queer“ bezeichnetes Theaterstück für Kinder „auf der Suche nach der eigenen Identität“. Inhalt: „Nin“ ist ein Kind, das sich (!) noch nicht entschieden hat, ob es „Nina“, „Nino“ oder „Nin“ heißen will. Da klingt Freud durch. Angesprochen waren Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen.

Der Steuerzahler finanziert seine eigene Vernichtung. So entsteht das gewünschte Modell Mensch, das für jeden wirtschaftlichen Zweck (als mobile anspruchslose Arbeitskraft) oder für jedes politische Ziel – als global verfügbarer Demonstrant und Aufständischer –  manipulierbar ist. Wer denkt da nicht an die Maoistische Kulturrevolution, die mit dem Schlachtruf „Zerstört alles Alte! Schafft den Neuen Menschen!“ unermesslichen Schaden anrichtete? Von einigen Politikern in Deutschland und Österreich ist bekannt, dass sie sich selbst als Maoisten outeten…

2. Wo liegen die Wurzeln der Gender – Ideologie?

An die Wurzeln, eigentlich an das Wurzelgeflecht, gelangt man, wenn man die Kerninhalte an Schlüsselwörtern, wie Sexualität, Gleichheit, Revolution, Gesellschaftsveränderung, Freiheit, Befreiung, Vielfalt, Pluralismus oder Rollenbilder und neuer Mensch festmacht. Oder wenn man das Repertoire der verwendeten Verben auflistet: kämpfen, bekämpfen, dekonstruieren, aufbrechen, abschaffen, ausmerzen. Welch immenses Aggressionspotential wird durch diese Diktion sichtbar! Die sonst in politischen Reden ständig präsenten Wörter Dialog, Respekt oder Toleranz sind nur Maske, um ein hässliches Gesicht zu verbergen. Auch das Fehlen des Gottesbegriffs ist ein wichtiger Hinweis. Die Speerspitze der Kampftruppen waren und sind linke Frauen, wie die schon erwähnte „Klassikerin der feministischen Soziologie“, die Französin Simone de Beauvoir (1908 – 1986), die amerikanische Radikalfeministin Judith Butler,  die deutsche „Emma“ Alice Schwarzer und unsere ehemalige sozialistische Frauenministerin Johanna Dohnal (1939 – 2010), die 1975 die straffreie Abtreibung durchgesetzt hatte.

 

Die erste Wurzel: Die Macht der Sexualität: Freud, Reich und die

Frankfurter Schule

Im Fokus des Generalangriffs steht die Sexualität als alles steuernde Triebkraft. „Der Mensch ist nicht Herr seiner selbst“ meint Sigmund Freud. Nach der Theorie der Psychoanalyse bestimmt sie das Sein und das

Handeln des Individuums, die Sozialstruktur, Rechtsordnung und Kultur einer Gemeinschaft und die gesamte Menschheitsentwicklung. Ist der Code der Zweigeschlechtlichkeit geknackt, wie das Atom bei der Kernspaltung, dann explodiert die Bombe mit globaler Zerstörungskraft.

Freud war es auch, der in den „Drei Abhandlungen zur Sexualität“ den Menschen als von Anfang an bisexuell veranlagt sah. Eine Fixierung auf ein Sexualobjekt trete erst im Lauf der individuellen Entwicklung ein.

Homosexualität, Pädophilie und Sodomie bezeichnet er ausdrücklich als Abirrungen, die durch äußere Beeinflussung, wie zum Beispiel durch Sexualeinschüchterung, entstehen würden – Ansichten, die heute auf erbitterten Widerstand stoßen. Homosexuelle behaupten eine genetische Ursache ihrer Orientierung, eine unkorrigierbare Veranlagung, und wehren  sich heftig gegen angebotene therapeutische Maßnahmen.

Ein Schüler Freuds, der Kommunist Wilhelm Reich (1897 – 1957), wird als „Vater der 68er Revolution“ von linken Gruppierungen hochgejubelt. Besonderes Interesse findet er derzeit bei der Antifa, war er doch von den Nazis verfolgt worden. In seinem Buch „Die Sexualität im Kulturkampf“ (1936), das 1966 mit dem neuen Titel Die sexuelle Revolution“ veröffentlicht wurde, greift er die patriarchalische Familie die er als Zwangsfamilie bezeichnet – frontal an. Seiner Meinung nach würden dort Charaktere herangezogen, die sich der repressiven Ordnung (damals auf den Nationalsozialismus bezogen) unterwerfen würden. Außerdem sei die Familie nicht „als Baustein und Grundlage, sondern als Folge einer bestimmten ökonomischen Struktur der Gesellschaft“ anzusehen.

Passendes Detail am Rand: Auf der Welt-Frauenkonferenz in Peking 1995 schlug eine der Teilnehmerinnen vor, das Wort Familie durch „Freundschaft“ zu ersetzen.

Die Rebellen der Frankfurter Schule, Adorno, Horckheimer und Marcuse, machten sich mit Begeisterung an die praktische Umsetzung von Reichs Devastierungsanleitungen. Die antiautoritäre Erziehung negierte die Verantwortung der Eltern (bei gleichzeitiger finanzieller Verpflichtung), ruinierte das Ansehen von Lehrern und verhöhnte die Sexualmoral der Kirche. Die 68er Generation entledigte sich aller Zwänge und lebte die sexuelle Befreiung voll aus, bevor sie den berüchtigten „Marsch durch die Institutionen“ antrat und dort die Weichen für die Gender-Revolution stellte.

Jedenfalls liegt mit dieser Mischung aus Psychoanalyse und Marxismus, dem Freudomarxismus, die zweite Wurzel der Gender-Ideologie offen da, der Kommunismus.

Noch ein weiteres nicht unwesentliches Detail: Reich gründete in der Zwischenkriegszeit den kommunistischen „Deutschen Reichsverband für  Proletarische Sexualpolitik“, abgekürzt Sexpol. Zweck: die „vollständige Politisierung der Sexualfrage – heute ein erklärtes Ziel von GenderMainstreaming.

Die zweite Wurzel: Der Zwang zu Gleichheit und Gesellschaftsveränderung

Mit dem Zerfall des Sowjetimperiums schien die kommunistische Ideologie in Europa untergegangen zu sein. Die Herrschaft des Arbeiterproletariats war vorbei. Doch der Klassenkampf endet nie, immer entdeckt er neue Objekte, die sich zur Durchsetzung seiner Gleichheitsutopie eignen. Ein Neidkomplex?

In der Vorratskiste der revolutionären Theoretiker versteckt sich ein uralter, ja ewiger Gegensatz, den zu bearbeiten schon Friedrich Engels (1820 – 1897) reizvoll fand, der Unterschied zwischen Mann und Frau. So schrieb Engels 1884:

„Der erste Klassengegensatz, der in der Geschichte auftritt, fällt zusammen mit der Entwicklung des Antagonismus von Mann und Weib in der Einzelehe und die erste Klassenunterdrückung mit der des weiblichen Geschlechts durch das männliche.“

Daraus ergibt sich für alle Linken, dass die Unterdrückung der Frau durch den Mann zu beseitigen sei, am besten durch Umkehrung der Machtverhältnisse in eine Frauenherrschaft. Klingt das nicht sehr aktuell?

Am 19. März 2011 zogen 5000 Frauen in einer Großdemonstration durch Wien und forderten Frauenrechte. Als Veranstalter präsentierten sich das Bundeskanzleramt und das Frauenministerium.

Das Institut der Einzelehe zwischen Mann und Frau kann zum  Auslaufmodell degradiert und durch andere, zeitgemäße (!) Formen ersetzt werden, zum Beispiel durch gleichgeschlechtliche Partnerschaften, alleinerziehende Frauen mit wechselnden Freunden, Lebensgemeinschaften mit Ablaufdatum, Patchworks oder polygame Formen, wie sie uns Zuwanderer vorleben. Die traditionelle, als autoritär diffamierte Kernfamilie bleibt immer ein zentraler Angriffspunkt im Zerstörungsprogramm. Zwei neue Definitionen lassen aufhorchen: „Familie ist dort, wo Kinder sind“ und „Familie heißt Beziehungen“. Die Auflösungstendenzen sind nicht zu übersehen.

Als sehr lernfähig und fortschrittlich erweist sich in Deutschland auf diesem Sektor die evangelische Kirchenführung. Auf der EKD-Synode im November 2010 wurde ein neues Pfarrdienstgesetz beschlossen, das die Öffnung des Pfarrberufs für Homosexuelle mit ihren Partnern zum „familiären Zusammenleben“ vorsieht. Frei und fröhlich sollte man ans Werk gehen, denn die Liebe sei das Wichtigste, meinte einer der Initiatoren.

Das Wort Familie wurde in dem „Homosexuellenerlass“ bewusst vermieden. So weit kommt es also, wenn Kirchenvertreter die eigene Glaubensgrundlage, die Bibel, in Frage stellen und sich wie die Katholiken im „aggiornamento“ an weltliche Ideologien anpassen.

Die EU beseitigt Ungleichheiten!

Die EU reaktivierte ohne größeres Aufsehen die Engel´schen Überlegungen und goss sie in eine moderne Version. So heißt es im EG-Vertrag von Amsterdam (1999) bei den Grundsätzen (Art. 2): „Aufgabe der Gemeinschaft ist es, …die Gleichstellung von Männern und Frauen…zu fördern.“ Und weiters (Art. 3 Abs. 2): „Bei allen in diesem Artikel genannten Tätigkeiten wirkt die Gemeinschaft darauf hin, Ungleichheiten zu beseitigen und die Gleichstellung von Männern und Frauen zu fördern.“

Art. 13 EGV, der Antidiskriminierungs-Artikel, ergänzt, der Rat könne  „Diskriminierungen auf Grund des Geschlechts… oder der sexuellen Ausrichtung… bekämpfen“. Auch die Grundrechtecharta der EU (2000) verlangt: „Die Gleichheit von Männern und Frauen ist in allen Bereichen, einschließlich der Beschäftigung, der Arbeit und des Arbeitsentgelts, sicherzustellen“.

Da wäre doch zu diskutieren, ob der im Art. 2 Staatsgrundgesetz und in Art. 7 Abs. 1 B-VG verankerte Gleichheitsgrundsatz „Vor dem Gesetze sind alle Staatsbürger gleich“ nicht doch ausgereicht hätte? Aber nein, wir waren 1998 sogar einer der ersten Staaten Europas, der den Gleichstellungsgrundsatz verfassungsrechtlich in Art. 7 Abs. 2 B-VG verankerte: „Bund, Länder und Gemeinden bekennen sich zur tatsächlichen Gleichstellung von Mann und Frau…“. Blickten unsere Politiker wirklich nicht hinter die Kulissen oder handelten sie bewusst? Es hätte doch der überdeutliche Bezug auf ideologisch belastete Wörter wie Gleichstellung, Gleichbehandlung und Chancengleichheit auffallen können!

Es muss gesagt werden: Er ist wieder hier, der tot geglaubte Marxismus, diesmal samtpfötig über europäisches Primärrecht eingeschleust, ohne revolutionäres Chaos, aber mit ungeheurer Destabilisierungswirkung auf die Gesellschaft. Wir merken erst jetzt, dass wir in eine kommunistische Ideologie eingefangen wurden, die sich Gender-Perspektive nennt! Sie muss als mainstream, also als Leitprinzip oder Querschnittsmaterie, in allen Sparten der Politik durchgesetzt werden, und zwar top – down, von oben nach unten, wie im Kadersystem. Es regiert der politische Wille der Führungselite. Eine Einbindung der Bürger könnte das Projekt in Frage stellen oder gar stoppen. Also eine unverkennbar dirigistische Maßnahme.

Die deutsche Bundesregierung zum Beispiel schwindelte 1999 die Einführung des Gender-Mainstreaming-Prinzips durch einen einfachen Kabinettsbeschluss am Bundestag vorbei. Wenn man weiß, dass die EU ein erhebliches strukturelles Demokratiedefizit hat, wird man sich nicht  wundern, dass demokratische Spielregeln nicht angewendet werden.

Die Befreiung der Frauen als Klassenkampfziel

Wie wir wissen, kämpft der Marxismus heroisch gegen jede Form von Herrschaft, selbstverständlich nicht gegen seine eigene. Er befreite die Arbeiterklasse von der Unterdrückung durch das Kapital, doch die klassenlose Gesellschaft funktionierte nicht ganz nach Masterplan. Also ein anderer Versuch, diesmal mit den Frauen. Es gibt Thesen, die meinen, der Reale Sozialismus sei deshalb gescheitert, weil er die Frauenfrage nicht gelöst hätte. Also wird der Klassenkampf auf die Ebene der Sexualität verlagert und mit dem Ziel der Abschaffung der Klasse des Geschlechts neu konzipiert. Die Logik der Gedankengänge ist einfach: Mann und Frau sind unterschiedlich, Unterschiedlichkeit ist Ungerechtigkeit, Ungerechtigkeit ist zu beseitigen. Ungerecht behandelt, ja unterdrückt, werden die Frauen immer schon vom Mann und in der Familie. Aus der oben zitierten Textstelle aus Friedrich Engels´ Schriften: „Der erste Klassenkampf ereignet sich in der Familie“ ist als Kampfstrategie der Aufbau von Feindbildern abzuleiten: der Mann und seine Privilegien, die Familie und die Hausfrauenrolle, Kind und Verantwortung.

Wir sind bei der feministischen Revolution. Schon die sozialistischen Frauenrechtlerinnen an der Wende vom 19. zum 20 Jh. gingen für die Befreiung vom Patriarchat (und für das Frauenwahlrecht) auf die Straße.

Die Feministinnen der Nachkriegszeit nahmen den ganzen Katalog marxistischer Forderungen als Credo und modernisierten ihn. Aus: „Wiedereinführung des ganzen weiblichen Geschlechts in die öffentliche Industrie“ wurde „Schaffung von Arbeitsplätzen für Frauen“. Aus „Sklavin seiner Lust und bloßes Werkzeug der Kinderzeugung“ wurden promiskuitive und lesbische Lebensweisen, der Hass auf die Männer, die Verweigerung der Fortpflanzung, die Tötung ungeborener Kinder und die Vernachlässigung der zufällig Geborenen. Endlich hatten die diskriminierten, ausgebeuteten, versklavten Frauen eine Anlaufstation für ihre angeblichen Probleme gefunden und ziehen nun begeistert mit. Sie stürmen die freien oder extra für sie geschaffenen, volkswirtschaftlich oft unnützen Arbeitsplätze und tauschen Karriere gegen Familie. Sie glauben, an die Schalthebel der Macht zu kommen, notfalls als Quotenfrauen. In Wirklichkeit dienen sie der Ideologie als Werkzeug. Die Männer lehnen sich zufrieden zurück und lassen die Frauen arbeiten. Oder sie resignieren und gehen nach dem AMS zum Psychiater oder in die nächste Schwulenbar. Der Teufel reibt sich schadenfroh die Hände…

Hier liegt die Schnittstelle mehrerer Wurzeln des Systems. Hier und jetzt treffen sich Marxismus, Feminismus, Homosexuellenbewegung in einer äußerst wirksamen Symbiose auf dem Fundament des Atheismus. Und hier beginnt die politische Umsetzung der Gender-Theorie in die Praxis von UNO, EU und deren Mitgliedstaaten, allerdings im positiv besetzten Tarnanzug wie „Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern“, „Gleichbehandlungsgesetz“, „Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern im Recht der EU“ und so weiter. Gender-Gleichheit ist ein vorgegebenes marxistisches Ziel.

 

Wer sind die Theoretiker?

Interessant sind Blicke in die Werkstätten renommierter Feministinnen und Gleichgeschlechtstheoretikern. Eine kleine Auslese: Judith Butler (geb. 1956, USA), die Gender-Chefideologin, ist Führungsmitglied von IGLHR (International Gay and Lesbian Human Rights Commission), einer bei der UNO als NGO akkreditierten Homosexuellenorganisation. Ihr Lieblingswunsch ist die „Dekonstruktion von Frauen und Männern“, denn „Die Naturalisierung der Heterosexualität wie auch der männlichen sexuellen Aktivität sind diskursive Konstruktionen“. Verstanden? Die Idee stammt allerdings nicht von ihr selbst, sondern von Michel Foucauld, einem an Aids verstorbenen französischen Philosophen, der herausgefunden haben wollte, dass Sexualität nichts Natürliches sei, sondern im 19. Jh. konstruiert worden wäre (!). Bei ihm hat übrigens auch die deutsche Feministin Alice Schwarzer studiert und vieles gelernt.

Butler zeigt in ihren Schriften, die in allen globalen Organisationen hoch geschätzt sind, eine konfuse Weltsicht, weit von der Realität entfernt. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – gilt ihr Hauptwerk „Das Unbehagen der Geschlechter (1990) als „wissenschaftliche“ Basis der Gender-Ideologie, jedenfalls was die exaltierte, absichtlich unverständliche Sprache betrifft. Hier ein griffiges Textbeispiel:

Gender als Macht argumentiert, dass Frauen und Männer gemacht, nicht geboren sind. Sie werden genau durch diese Labels geschaffen – es sind Labels, die einige Türen öffnen, andere schließen. Das Labeling erzeugt ein Scheinwesen und setzt die Ungleichheit weiter fort, weil jenes menschliche Wesen, das die eine Bezeichnung hat, mehr Rechte und Privilegien hat als das andere, das eine andere Bezeichnung hat.“

Da hat die Radikalfeministin Shulamith Firestone (geb. 1945, Kanadierin, wegen einer Geisteskrankheit politisch inaktiv), die „Ikone der 68er Bewegung“, ganz andere, sehr konkrete Vorstellungen. Ihr Buch mit dem Titel „Frauenbefreiung und sexuelle Revolution“ (1970) gilt als das wichtigste Manifest der Frauenbewegung in den USA. In geistiger Verbundenheit mit Marx, Engels, Freud und Beauvoir trifft ihr ganzer Hass die Familie. Sie spricht von der „Tyrannei der biologischen Familie“ und fordert „Nieder mit der Kindheit!“ Weil Schwangerschaft in ihren Augen „die zeitweilige Deformation des menschlichen Körpers für die Arterhaltung“ ist, muss die Frau vom Rollenklischee der Mutterschaft befreit werden. Sie weiß auch, wie: durch künstliche Fortpflanzung. Auf natürlich geborene Kinder hätte die Mutter nämlich einen Besitzanspruch, den es zu zerstören gelte, „damit…Kinder um ihrer selbst geliebt werden“. Sie sollten dann in Wohngemeinschaften mit bis zu zehn Erwachsenen aufgezogen werden. Kennen wir das nicht vom Mühl- Kommunenexperiment im Burgenland?

Wie sie selbst zugibt, war sie stark beunruhigt von der Bevölkerungsexplosion, die in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts ständig als Gefahr thematisiert wurde. Daher sind ihr Lebensstile ohne Fortpflanzungszwang am liebsten. Heute schaffen Gentechniker, Humanmediziner und Molekularbiologen den „neuen Menschen“, indem sie Embryonen mit der Methode der Präimplantatsdiagnostik, PID, vor einer Invitro-Fertilisation selektieren, um nur den besten eine Lebenschance zu ermöglichen. Die anderen werden weggeworfen!

Der Mensch als Ware.

3. Der Gender-Siegeszug durch die Institutionen – düstere Aussichten für Männer

 

Dem Zangengriff der Sanktionen wollte sich die Regierung Schüssel durch besondere Vasallentreue gegenüber der EU entwinden. Nachdem Österreich das Gender-Mainstreaming-Prinzip als einer der ersten Mitgliedstaaten bereits 1998 in der Bundesverfassung verankert hatte – als Absatz 2 im Gleichheitssatz des Art. 7 B-VG) – verabschiedete der Ministerrat in rascher Reihenfolge drei Beschlüsse mit weit reichenden Konsequenzen: Am 11. Juli 2000 formierte sich eine Interministerielle Arbeitsgruppe (IMAG), 2002 war das Arbeitsprogramm fertig, und 2004 konnten die Vorschriften zur Implementierung des Genderprinzips bekannt gegeben werden.

Die Gesetzeslage ist komplex, die Bezeichnungen sind verwirrend. Neben dem Bundes-Gleichstellungsgesetz (30. 11. 2001, Novelle 2009), das die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Bundesverwaltung und den Gerichten des Bundes regelt und auf die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie abstellt (Besoldungsgleichheit gab es schon in der unmittelbaren Nachkriegszeit), gibt es Gleichbehandlungsgesetze für Bund, Länder und Gemeinden. Ihr Ansatz ist Angleichung und Schutz benachteiligter Gruppen, auch der Frauen und der Genderpersonen, im Zuge der Umsetzung der Antidiskriminierungs-Richtlinie 2004/113 EG.

Dabei wirbelte die letzte Novelle des Gleichbehandlungsgesetzes im November 2010 viel Staub auf, weil sie tief in die Privatautonomie von Unternehmern und letztlich in die Meinungsfreiheit eingreift, gar nicht zu reden von überbordender Bürokratie und anfallenden Kosten. Dieses Gesetz ermöglicht es erstmals, dass eigene Gefühl, nicht einen Tatbestand, als Argumentation geltend zu machen. Der Beschuldigte ist dann gezwungen, in Umkehr der Beweislast seine Unschuld zu belegen.

Die flächendeckende Einführung der Genderperspektive brachte überall, in allen Sektoren der Verwaltung, eine wundersame FrauenArbeitsplatzvermehrung mit sich.

So gibt es Gleichstellungsbeauftragte im Familienministerium, eine Gleichbehandlungsanwaltschaft, eine Gleichbehandlungskommission, Kontaktfrauen usw. Daran schließen sich noch besondere Förderungsmaßnahmen für Frauen, wie Frauenförderungspläne, Aufnahmebevorzugung bei gleicher Qualifikation, Frauenquoten, Vorteile beim beruflichen Aufstieg und bei der Aus- und Weiterbildung. Nach § 37 des Wiener Gleichbehandlungsgesetzes, dem Frauenförderungsgebot, gelten sie als positive Diskriminierung, gegen die es keinen Klagsweg gibt. Wie soll ein junger Mann eine Familie gründen, wenn er keinen Job bekommt? Familienzerstörung kann auch Familienverhinderung sein!

Für die umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit braucht man Protokolle, Broschüren, Leitfäden und Evaluierungsberichte, im Internet und in Papierform. Irgendwann einmal war von Verwaltungsreform und  Sparplänen die Rede gewesen. Hier stehen offenbar trotz Krise unerschöpfliche Mittel zur Verfügung.

Nicht einmal das Budget kann sich dem Geschlecht entziehen. Seit 1. Jänner 2009 ist die Genderideologie im Haushaltswesen des Staates in der Verfassung verankert (Art. 13 Abs. 3 B-VG). Das bedeutet, dass jeder Budgetposten, ausgaben- wie einnahmeseitig, danach untersucht werden muss, ob er der Gleichstellung dient, also den Frauen zugute kommt. „Es ist ein wirkungsvolles Analyse- und Steuerungsinstrument, das Geschlechtergerechtigkeit auch durch eine veränderte Haushaltsführung bzw. –politik herstellt“ liest man im Erläuterungstext des Bundeskanzleramtes 2007.

In Wien wird Gender Budgeting bereits seit 2005 konkret angewendet. Als Pilotbezirk stellte sich damals der 12. Bezirk Meidling zur Verfügung. Für die Bewohner änderte sich nichts. Nur über einige linke Frauenkommunen wurde das Förderungsfüllhorn ausgeschüttet. Der Bund verwirklichte diesen finanzpolitischen Aspekt erstmals beim Budget 2010.

Böse Zungen behaupten, es wäre deshalb nicht termingerecht vorgelegen. Die Berechnungsmodelle mussten erst entwickelt werden und sind unterschiedlich. Jedenfalls wird mit großem Verwaltungsaufwand umverteilt.

Selbstverständlich ist auch die Legistik nicht ausgenommen. Gesetze und Verordnungen müssen bereits in ihrer Entstehungsphase einer systematischen Gleichstellungsprüfung unterzogen werden, denn eine Regelung kann verschiedene Auswirkungen auf Männer und Frauen haben, wie Medikamente. Wir verabschieden uns von der geschlechtsneutralen Gesetzgebung.

Seit November 2010 ist Gender Mainstreaming als Leitprinzip im Bereich der Universität Wien präsent. Auch hier ist Frauenförderung Thema Nummer eins. Schwerpunkte sind Berufungen, Karriereschübe, Gender  Monitoring und Initiativen im öffentlichen Raum. Da gibt es für Männer nur mehr wenige Chancen. Die Vorarbeit leistete unter anderem das Frauenreferat der ÖH an der Johannes Kepler Universität, das auch die geschlechtersensible Sprache bei Vorlesungen und Seminararbeiten fordert. Als Spitzenprodukt studentischer Initiativen auf dem Sektor der Geschlechtsumwandlung mit Marx und Butler kann das Magazin „unique“ der Hochschülerschaft empfohlen werden. Es wird jedem Inskribierten unter Missachtung des Datenschutzes per Post an die Wohnadresse zugeschickt. Schließlich finanziert er es ja mit seinem Beitrag. Sehr lesenswert! Gender Studies als Wahlfächer gibt es schon seit einigen Jahren, zum Beispiel am Juridicum in Wien. Ein Interfakultäres Masterstudium „Gender, Culture and Social Change“ ist ein Novum, das die Universität Innsbruck anbietet. Ziel ist explizit eine Ausbildung zur Gesellschaftsveränderung.

 

4. Die verordnete Gesellschaftsveränderung – eine Zusammenfassung

Dass mit dem Genderprojekt eine Gesellschaftsveränderung durchgesetzt werden soll, ist evident. Die Politiker müssen es wissen. Die Bevölkerung aber kennt den Begriff „gender“ kaum. Dagegen werden Wörter wie Gleichstellung, Gleichbehandlung, Chancengleichheit oder Geschlechtergerechtigkeit von den Frauen als durchaus positiv besetzt empfunden, denn die Maßnahmen konzentrieren sich vorerst auf den Arbeitsmarkt: eigenes Einkommen und daher eine finanzielle Unabhängigkeit vom Mann, Zugang zu allen Berufen, Quoten und Karrieremöglichkeiten, insgesamt eine Aufwertung weiblicher Existenz.

Doch Gender Mainstreaming will nicht die wirtschaftliche Lage der Frauen ändern, sondern den Menschen selbst, und zwar in seinem Kern, in seiner geschlechtlichen Identität. Die Strategie ist durchaus perfide. Sie verweist die Realität der Zweigeschlechtlichkeit in den Bereich der Irrealität und behauptet mehrere Geschlechter und deren Austauschbarkeit. Ein Symptom von Wohlstandsirrsinn? Kein vernünftiger Mensch wird dieser Auffassung folgen. Sie widerspricht den eigenen Erfahrungen und den Erkenntnissen der Biologie. Die Ausschaltung der Vernunft ist jedoch Teil der Strategie zum Zweck der Wahrheitsumkehrung, der Dominanz der Lüge. Jeder Unsinn, der ununterbrochen verbreitet wird, findet schließlich Glauben. Und so legitimiert Gender Mainstreaming die Aktivitäten von Homosexuellengruppierungen und Minderheiten, die andere sexuelle Orientierungsvarianten behaupten. Die Politik erzwingt gesetzlich Akzeptanz und fährt den Kurs in Richtung Diktatur.

Hinter der Kulisse der Gleichstellung formiert sich der Generalangriff auf die Schöpfungsordnung. Der Mensch rebelliert gegen die ihm von Gott zugedachte Individualität als Mann oder Frau und will sich nach eigenen Wünschen, als sein eigener Gott, selbst „erschaffen“. Er glaubt, damit einem Zwang zu entkommen und vernichtet sich selbst und seine Kultur. Was versprach die Schlange den ersten Menschen? „Wenn ihr von diesem Baum esst, werdet ihr wie Gott!“

Dann folgte die Vertreibung…





Die klammheimliche Übernahme unserer Gesellschaft durch Gender Mainstreaming

2 01 2010

von Inge M. Thürkauf

Als Christen vertreten wir noch Begriffe wie „Leben“, „Freiheit“ und „Werte“, die wir in die Zukunft hinüberretten möchten. Wir spüren aber je länger je mehr, wie nicht nur europaweit, sondern nahezu weltweit diese Begriffe bedroht oder zumindest in Frage gestellt werden. Wenn aber das Leben und die das Leben tragenden Werte als nicht mehr zu akzeptierende Lasten zur Disposition gestellt werden, wird auch die Zukunft keinem Härtetest mehr gewachsen sein. Es wird nichts mehr geben, woran sich die Menschen halten können, es wird nichts mehr geben, was wert ist, heilig gehalten zu werden.

Damit stellt sich die Frage, ob Europa noch eine freie Meinungsäußerung zuläßt, ob es letztlich noch über eine freie Demokratie verfügt? Vor allem wenn man sich die Erklärung eines deutschen Professors vor Augen hält, der laut darüber nachdachte, „ob die Christen überhaupt für den demokratischen Prozeß zugelassen werden können“. (Günter Rohrmoser: „Diktatur des Relativismus“, Bietigheit/Baden, Ges. für Kulturwiss. 2007, S. 4). Er begründet seine Bedenken damit, daß Christen einen Wahrheitsanspruch erheben, und daß manche sich sogar dazu verstiegen, eine absolute Wahrheit zu verkünden. Ist die Wahrheitsfrage für Christen gefährlich geworden?

Die gegenwärtig aufgebrochene Diskussion um eine Ideologie, die seit der 4. UN-Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking unter dem Begriff „Gender Mainstreaming“ sich vor allem in die Politik eingeschleust hat, und zwar weltweit, ohne daß sich die Bevölkerung der einzelnen Länder überhaupt darüber bewußt werden konnte, ist dabei, eine Neuorientierung sowohl der Geschlechter als auch von Ehe und Familie voranzutreiben.

Was bedeutet Gender Mainstreaming? Der Begriff „gender“ kommt aus dem Lateinischen genus, Mehrzahl genera, und drückt im Englischen die Unterscheidung des grammatikalischen Geschlechts aus, das im Deutschen durch den Artikel „der, die das“ zum Ausdruck gebracht wird. Daher war es für viele Teilnehmer der Pekinger Konferenz irritierend, als während der heftig geführten Diskussionen über „gender“ auf einmal ein Bezug zum biologischen Begriff „sex“ hergestellt wurde. Die allgemeine Annahme war zunächst, daß dieser seit einigen Jahren in der UNO sowie in der einschlägigen Literatur zirkulierende Begriff eine vornehmere Ausdrucksweise für „Sex“ sei. Vor allem die Frauen aus der Dritten Welt, die noch ein gewisses Schamempfinden bewahrt haben, waren daher der irrigen Meinung, daß sich dieser Begriff sowohl auf das weibliche als auch auf das männliche Geschlecht beziehen würde.

Im Laufe dieser Konferenz hat es sich jedoch gezeigt, daß „gender“ eine neue Weltanschauung beinhaltet, die alle Unterschiede zwischen den Geschlechtern relativieren will, d.h. sie nicht als naturgegeben, sondern als gesellschaftsbedingt versteht. „Gender“ unterstellt, daß jede sexuelle Orientierung – heterosexuell, homosexuell, lesbisch, bisexuell und transsexuell – gleichwertig ist und gesellschaftliche Akzeptanz beanspruchen kann, ja sogar muß. Mit anderen Worten: jeder Mensch soll sein Geschlecht selbst wählen können, er soll selbst bestimmen, ob er Mann oder Frau sein will oder das, was immer gerade seinem augenblicklichen Empfinden entspricht, und niemand darf sich dieser freien Entscheidung entgegensetzen, denn dies wäre eine Diskriminierung. „Mainstreaming“ aber ist der „Hauptstrom“, mit dem dieses neue Menschenbild durch Politik und Gesellschaft getrieben werden soll.

Der beliebige Wandel des Geschlechts zielt auf das sensibelste Empfinden des Menschen, auf die Sexualität, und als Zielgruppe dieser Beliebigkeit wurde die Frau ins Visier genommen. Hinter allem steht der Gedanke, sie von jeglichen angeblich naturgegebenen Verhaltensweisen zu befreien. Den Gender-Ideologen ist bewußt, daß das von allen überkommenen Vorstellungen befreite „ewig Weibliche“ den Adam „hinan ziehen“, ihn mitreißen wird in das, was die menschliche Psyche an Unordnung und Perversion in der Lage ist zu bieten.





Petition an Vaclav Klaus

28 10 2009

Vaclav Klaus

Der tschechische Präsident Vaclav Klaus ist der letzte Politiker der sich gegen die Unterzeichnung des Lissabon Vertrages wehrt.

Zur Erinnerung: Die EU Verfassung wurde von den europäischen Staaten nicht akzeptiert. Das enttäuschte die EU Regierenden zwar, aber es gab einen Plan B. Der Inhalt der abgelehnten EU Verfassung wurde über die Hintertüre als Vertrag von Lissabon untergeschoben, der nur mehr in den einzelnen Staaten zu ratifizieren war. Irland war einmal dagegen, zuletzt unter dem Druck und einigen Zugeständnissen der EU, sowie der zwischenzeitlich eingetretenen Wirtschaftskrise dann doch dafür.

Jetzt gibt es nur mehr einen Staat, genauer gesagt eine massgebliche Person, die sich noch weigert, der tschechische Präsident Vaclav Klaus.

Was ist das Problem mit dem Vertrag von Lissabon ?

  • Europa hat christliche Wurzeln. Der Erfolg Europas basiert über viele Jahrhunderte auf den christlichen Werten. Diese Werte werden langsam und schleichend über Bord geworfen und die EU weigert sich auf die christlichen Wurzeln zu verweisen. Im Gegenteil dazu wird im Vertrag von Lissabon eine rein säkulare und radikal atheistische Basis der EU gelegt.
  • Werterelativismus tritt anstelle von christlicher Moral. Was ist also noch richtig und falsch ?
  • Der Lebensschutz wird komplett ausgehebelt und Abtreibung wird zum Recht werden. Experimente mit Embrios und Euthanasie sind die logischen Konsequenzen daraus.
  • Die Familie, bestehend aus Vater, Mutter und Kinder wird durch soziale Konstrukte ersetzt und zersetzt unsere Gesellschaft. Gender Mainstreaming erklärt uns dass jede Art von Sexualität gleich gut ist und ermöglicht gleichgeschlechtliche Ehen.
  • Durch die Antidiskriminierungsrichtlinien und durch die Entdemokratisierung wird die EU zu einem totalitären Staatsgebilde.

Vaclav Klaus sieht all diese Probleme und meinte einmal vor dem Europaparlament, dass die Tschechische Republik nicht gekämpft hat sich aus der totalitären Umklammerung Russlands zu entziehen um sich an ein neues totalitäres System anzuschließen. Jedoch ist er im Wanken gegen einen übermächtigen Gegner.

Unterzeichnen Sie diese Petition und unterstützen Sie Vaclav Klaus in seiner Standhaftigkeit.








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