Werden wir bald von „Piraten“ regiert?

11 09 2011

Kleinpartei vor Einzug in den ersten Landtag

von Dennis Riehle

 

Eigentlich war es nur eine kleine Meldung am Rande, doch sie ließ den, der derzeit die Erosion im deutschen Parteienspektrum mitverfolgt, aufhorchen. Nach Umfragen des „ZDF-Politbarometers“, aber auch des „ARD-DeutschlandTrends“ haben die bis vor einigen Monaten noch als Kleinstpartei in der Bedeutungslosigkeit verharrenden „Piraten“ eine Sensation geschafft: Während die FDP nach derzeitigen Zahlen aus dem nächsten Landtag herausfliegen würde, hat die „Piratenpartei“ gute Chancen, in das neue Berliner Abgeordnetenhaus einzuziehen.

Die momentanen Werte gehen von einem Stimmenanteil zwischen 5,5 und 6,5 Prozent aus. Dabei haben die „Piraten“ gerade in den letzten Wochen nochmals deutlich in der Wählergunst zugelegt. Politologen zeigen sich übereinstimmend wenig verwundert über diesen möglichen Erfolg. Gerade die Wählergruppe der jungen Menschen, die sich bisher bei keiner Partei eindeutig vertreten gefühlt hat, bekommt bei der „Piratenpartei“ das Programm geliefert, was der modernen Zeit entspricht: Die „Piraten“ konzentrieren sich in ihrer Ausrichtung maßgeblich auf das, womit junge Erwachsene heute in ihrem Alltag konfrontiert sind. Liberalisierungen in der Informationstechnik, Vereinfachung bei Urheberrechten, barrierefreie Nutzung von Musik, Videos etc. aus dem WWW.

Dagegen fallen andere Programmschwerpunkte eher mager aus – eine klare Richtung in der politischen Denkweise ist bei den „Piraten“ schwer erkennbar. Mehr Freiheit auf der einen Seite, Transparenz, die wiederum Bürgerrechte einschränken kann, auf der anderen. Zwischen Populismus und dem, was sich Mediennutzer wünschen, schwankt die Partei aber auch zwischen Provozieren und Reflexion. Die „Piraten“ können auch deshalb als so erfolgreich angesehen werden, weil sie diejenigen Wachrütteln, die noch immer an der virtuellen Parallelwelt zweifeln. Eine Partei, die sich von den Problemen im Netz angesprochen fühlt, muss wiederum aber mit Schwierigkeiten bei der Realpolitik kämpfen.

Ähnliche Entwicklungen sah man allerdings auch bei den „Grünen“. Zu Zeiten ihrer Gründung wurden sie belächelt, nicht für ernst genommen und mit ihren Forderungen als wenig aktuell abgespeist. Heute sind sie diejenigen, die davon profitieren, dass ihre Prophezeiungen eingetreten sind – und die Themen Umweltschutz usw. maßgebliche Leitthemen sind, von denen sich die Wähler gerade dann beeindrucken lassen, wenn auf anderen Feldern nichts voranzugehen scheint.

Die „Piraten“ besetzen mit ihren Themen Lücken, die in der sonstigen politischen Diskussion zu kurz kommen. Sie identifizieren sich mit den Schwierigkeiten, die einen Bürger von heute im Zeitalter von Kommunikation und Vernetzung bewegen. Sie bieten mit anderen Programmpunkten aber auch verständlich-klare Formulierungen, die verstanden werden und die derzeitigen politischen Akteure auf eine gekonnte Weise „auf die Schippe“ nehmen – indem man ihnen durch eine andere Art von Forderungen, wie sie bisher keiner kannte und zu sagen wagte, das eigene Versagen charmant präsentiert.

Was können andere Kleinparteien aus dem Erfolg der „Piraten“ lernen? Die Beharrlichkeit und Standfestigkeit für eine unverwechselbare Markenpolitik hat sich in der Vergangenheit stets als Gewinneraspekt erwiesen. Glaubwürdigkeit dadurch zu erzielen, die eigenen Ansichten und Überzeugungen zu vertreten, auch dann, wenn sich sonstige Parteien nicht darum kümmern wollen. Erfolge können heute die Parteien haben, die sich mit ihrem Programm ins „Niemandsland“ begegnen und das fordern, was anderen egal ist. Provokation und Aufmerksamkeit sind dadurch gewiss.

Für christliche Parteien heißt das aber auch: Nicht nur mit „Mainstream“ kann man punkten. Wenngleich „Piraten“ in Außenwirkung und dem Gewinnen von neuen Mitgliedern auf Kommunikationswege und Modernität und dem Zeitgeist angepasstes „Outfit“ setzen, verspricht das noch keine politischen Siege. Attraktiv sind die, die zu ihren Positionen stehen und sich nicht von dem beeindrucken lassen, was von ihnen gefordert wird. Gerade als Christen haben wir hier die Chance, unsere Werte und Grundlagen zu verteidigen. Themen, die ansonsten von der politischen Welt vernachlässigt werden, kennen wir zu genüge: Lebensrecht, Familien, Sexualität etc. Wenn wir damit werben – und uns dazu vielleicht auch das zunutze machen, was nicht nur für die „Piraten“ hilfreich ist (Blogs, Foren und Netzwerke) und entsprechend auf alle Bevölkerungsschichten zugehen, kann auch für die christlichen Kleinparteien eine 5%-Hürde zu schaffen sein.

 

 





Warum Sie KEIN Apple iPhone kaufen sollten

28 02 2011

Foto: Erik Veland

 

Das iPhone ist total angesagt. Gute Hardware, problemloses Betriebssystem, einfache, intuitive Bedienung, vielleich ein wenig teuer, aber das kann man verschmerzen mit der Zeit. Das iPhone hat den Smartphone Markt verändert wie noch selten ein Gerät zuvor. Auch die Apps, also die vielen kleinen Applikationen die man über den Apple Store erhält sind super. Für jeden Geschmack ist hier etwas dabei. Entweder die lustigen Sachen, wie ein Bierglas, dasss sich bei einem fiktiven Ansetzen an den Mund leert, sowie sinnvolle Navigationssysteme, wissenschaftliche Taschenrechner, Übersetzungsprogramme, jede Menge Spiele, nützliche Zusatztools usw. komplettieren das iPhone und machen es zu einem beliebten Taschencomputer mit dem man auch noch Telefonieren kann. Ja und die Online Funktionen sind auch nicht zu vergessen.  Mit UMTS/GPRS usw. ist man immer online, aktualisiert sein Facebook, surft im Internet, schickt gleich die mit dem iPhone geschossenen Fotos rund um die Erde, stellt News online – Super!

Was ist dann der Nachteil? Ist nur der Preis zu hoch? Warum sollte man es denn nicht kaufen, wenn man es sich leisten kann?

Das iPhone ist als geschlossenes System konzipiert. Das Prinzip kennen wir aus den Anfängen der EDV, als die Systeme noch geschlossen und daher sehr teuer waren. Die Hardware kommt von Apple, die Betriebssystem Software und die integrierten Anwendungen kommen von Apple oder deren Lizenzpartner, und die Apps kann man nur über den Apple Store beziehen. Im Prinzip kann jeder Entwickler eine iPhone Applikation entwickeln, aber sie kann nur über den Apple Store auf das iPhone geladen werden. Dass sich Apple dieses Service bezahlen lässt ist die eine Sache, aber die andere ist, dass Apple auch kontrolliert welche Anwendungen angeboten werden dürfen. Das wäre so ähnlich, wie wenn Ihnen der Hersteller Ihres PC´s vorschreibt welches Programm Sie auf Ihren PC installieren dürfen oder nicht. Wenn Microsoft zB. verbieten würde, dass das gratis Office Paket Open Office installiert werden kann.

Jeder Programmierer kann eine Applikation schreiben. Apple überprüft jedes eingereichte Programm. Das ist positiv, wenn es nur um die technische Funktionalität geht. Das ist aber schlecht, wenn es um unliebsame Mitbewerber Applikationen geht, oder um Inhalte die politisch nicht erwünscht sind.

Dieses ist vor kurzem mit der Applikation von der Manhattan Declaration geschehen. Sie wurde einfach entfernt! Wir haben bereits auf diesem Blog über die Manhattan Declaration berichtet. Es handelt sich um eine Deklaration von führenden Geistlichen in den USA die die Politik auffordern wieder zu den grundlegenden christlichen Werten in der Gesellschaft, wie den Schutz auf Leben, die Ehe, usw. zurückzukehren. Anscheinend passte das der Gender Mainstreaming community nicht in den Kram und sie reklamierten bei Apple. Die Applikation der Manhattan Declaration, die zuvor von Apple getestet und zertifiziert wurde, verschwand plötzlich ohne Kommentar und Rückmeldung an die Organisation vom Apple Store und ward dort nie wieder gesehen.

Apple kontrolliert die Inhalte und die Anwendungen auf Ihrem iPhone. Alles was politisch nicht korrekt ist, wird zensuriert.

Deswegen sollten Sie kein Apple iPhone kaufen, auch wenn es technisch und von der Bedienung her ein sehr gutes Gerät ist.

Aber es gibt mittlerweile auch eine sehr gute Alternative. Alle Geräte mit Android Betriebssystem bieten eine gleichwertige Bedienoberfläche, bald mehr Applikationen und sie stellen ein offenes System dar. Ausserdem werden Sie von verschiedenen Hardwareherstellern wie Sony Ericsson, HTC oder Samsung angeboten und kosten deutlich weniger als das iPhone. Jeder kann hier eigene Apps entwickeln, online stellen und sie gratis oder gegen Bezahlung anbieten. Und auch Nokia arbeitet hart an dem neuen Linux System mit verbesserter Bedienoberfläche.

Also, es muss kein iPhone sein – lassen Sie sich nicht zensurieren!

Nachtrag: Jetzt hat Apple auch die Wiki-Leaks App vom Appstore gelöscht – und übrigens sitzt Al Gore im Vorstand von Apple.

Nachtrag 2: Die Entwicklergemeinde kehrt Apple den Rücken und wendet sich dem offenen Betriebssystem Android zu, Marktführerschaft für Android wird erwartet:

http://www.telekom-presse.at/Kaspersky_glaubt_an_80_Prozent_Marktanteil_fuer_Android.id.15141.htm

http://www.telekom-presse.at/Entwickler_beginnen_ihre_Apps_von_Apple_zurueckzuziehen_Update.id.15136.htm

Noch Fragen?








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