Intersexuelle: Durch die Hintertür zur Gender-Grundgesetzänderung?

20 02 2012

Entnommen aus KOPP ONLINE.de

Es gibt vermutlich kaum seltsamere Situationen für Eltern im Kreißsaal, als auf die Frage »Ist es ein Junge oder ein Mädchen?« keine Antwort zu bekommen. Hin und wieder – allerdings wirklich nicht sehr häufig – kommt es jedoch zu solchen Situationen, dass Kinder geboren werden, deren äußere Geschlechtsmerkmale nicht klar erkennbar sind oder gar im Widerspruch zu den inneren Geschlechtsmerkmalen stehen. Nun hat sich auch der Deutsche Ethikrat mit dem Thema der so genannten »intersexuellen Menschen« befasst. Doch Achtung: Wer genau hinschaut, stellt schnell fest, dass es bei diesem Thema in Wirklichkeit um weitaus mehr gehen könnte.

Es ist fast immer die UNO, die sich um Randgruppen wie zum Beispiel jetzt die intersexuellen Menschen kümmert. Und es ist auch immer wieder die UNO, die aus einer Handvoll Menschen, die anders sind als der Durchschnitt, einen Gesamtanspruch erheben und den Rest der Welt am liebsten deswegen komplett umprogrammieren würde, vor allem, wenn es um das größte Umerziehungsprogramm der Welt, Gender Mainstreaming, geht. Ausgehend von einem Bericht der UNO zur Situation und Diskriminierung von Frauen in verschiedenen Ländern erging nun auch an die deutsche Bundesregierung die Anfrage, wie in Deutschland die Situation von intersexuellen Menschen ist.

Zuständig ist bei uns das Ministerium für Forschung und Gesundheit, das die Bearbeitung auch brav an den Ethikrat weiter gereicht hat. Das Ergebnis der öffentlichen Anhörung des Rates zeigt vor allem eines: Es ist kompliziert. Der Vorgang zeigt jedoch auch, dass man sich des Themas unbedingt annehmen will. Doch warum kocht das Ganze gerade jetzt hoch? Liegt es eventuell an dem aktuellen Ansinnen des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland, LSVD, der das Grundgesetz ändern will, damit ein »klares Bekenntnis zu den Rechten von Lesben, Schwulen, aber eben auch Transgender und intersexuellen Menschen« im Gleichheitsartikel des GG verankert werden kann? Ist das das wahre Ziel?

Wir leben in einer Welt, in der nicht nur bei den Menschen, sondern auch in der Tierwelt in der Regel nur zwei Optionen offen stehen: männlich oder weiblich. Dazwischen gibt es nicht viel und wenn, dann ist es eine Ausnahme, die die Regel bestätigt. In dieser binären Aufteilung liegt dann auch das hauptsächliche Problem von vereinzelten Betroffenen, die sich gezwungen fühlen, sich entweder auf die weibliche oder auf die männliche Seite zu schlagen, obwohl sie entweder noch gar nicht wissen, wohin sie gehören wollen, oder sich nicht einmal in der Lage sehen, dies jemals zu entscheiden. Es gibt aber heute auch Gender Mainstreaming, das größte Umerziehungsprogramm aller Zeiten, das die Geschlechter – gesetzlich abgesichert – seit einiger Zeit  gleich ganz abschaffen will. Grauselige Beispiele gibt es momentan schon mannigfaltig. Insofern kommt dieser plötzliche Vorstoß offenbar nicht nur gelegen, sondern könnte auch geschickt eingefädelt worden sein, um schneller ans Transgender-Ziel für die Masse zu kommen. Denn man strebt in diesem beschriebenen Fall, wo das Bundesministerium bereits den Ethikrat einschaltete, zumindest schon einmal eine Änderung des Personalausweises von zwei auf drei Geschlechter an. Ein Schelm, der dabei Böses denkt.

Gender Mainstreaming, ein inzwischen auf der ganzen Welt gefördertes und gesetzlich verankertes Familienzerstörungsprogramm, hat zum Ziel, alle Menschen geschlechtslos zu machen. Wir sind damit leider schon ziemlich weit. So wird bereits an Kindergärten und Schulen, aber auch in allen Gleichstellungsprogrammen der Bundesministerien, der Landes- und Regionalbüros gebetsmühlenartig gelehrt, ein jeder Mensch komme neutral auf die Welt. Erst die Sozialisation, also die gesellschaftliche Einordnung in männlich und weiblich, vornehmlich durch Eltern, Großeltern und Schule, präge den Menschen entsprechend. Weswegen in eigens eingerichteten Genderkindergärten kleine Mädchen inzwischen Waffen und Fußbälle zum Spielen bekommen, während Jungs rosa Prinzessinnenkleider tragen müssen und Kosmetikkörbe erhalten.

Insofern scheint dieser neue Versuch, die Geschlechtergleichheit beziehungsweise -neutralität durch wissenschaftliche Untersuchungen ernst zu nehmen, mehr als gelegen zu kommen. Rein rechtlich ist die Situation in Deutschland derzeit so, dass innerhalb einer Woche die frischgebackenen Eltern auf dem örtlichen Standesamt erscheinen müssen, um die Geburt ihres Kindes anzuzeigen. Dabei wird nicht nur Tag, Uhrzeit und Ort der Geburt amtlich erfasst, sondern natürlich auch Name und Geschlecht des Kindes. Das heißt, es bleibt nur ein kleines Zeitfenster, um sich mit einem wirklich nicht alltäglichen Problem auseinander zu setzen.

Kommt es bei einer Geburt zu einem derartigen Ausnahmefall, entscheiden in der Regel die anwesenden Mediziner, ob es nun ein Mädchen oder ein Junge ist. Auch hier gibt es bereits Erfahrungen, und zwar äußerst üble. Es sei nur erinnert an das spektakuläre Experiment von Bruce beziehungsweise Brenda Reimers, das nach qualvollem, nicht enden wollendem Leid vor wenigen Jahren extrem dramatisch endete. Diese Geschichte soll hier kurz erzählt werden, um zu dokumentieren, welche Gefahren derzeit unter anderem hierzulande »legalisiert« werden sollen:

Der US-Professor für medizinische Psychologie John Money vom JohnsHopkins Hospital in Baltimore, der erste Forscher über Geschlechteridentitäten und Geschlechterrollen, war einer der ersten Ärzte, die wissenschaftlich zu beweisen versuchten, dass Geschlecht nur erlernt sei. Da kam ihm eine geeignete Gelegenheit zu Hilfe: Ein kanadisches Zwillingspaar, zwei Jungen namens Bruce und Brian Reimers, wurden 1966 geboren. Als die Babys mit sieben Monaten einer Beschneidungsoperation unterzogen wurden, wurde der Penis von Bruce von einem Laser so stark verletzt, dass er irreparabel war. Die verzweifelten Eltern schalteten Dr. Money ein. Der riet ihnen zu einer Geschlechtsumwandlung. Und so wurde aus dem kleinen Bruce kurzerhand Brenda. Das Kind wurde kastriert, mit weiblichen Hormonen behandelt, in Kleider gesteckt und als Mädchen erzogen. Es sollte niemand erfahren, dass es eigentlich gar kein Mädchen war.

Bruce/Brenda kam in die Pubertät, wurde mit immer stärkeren Hormongaben gefüttert und hatte deshalb bereits einen Busen. Doch als die Ärzte ihm auch noch eine Kunstscheide einsetzen wollten, wehrte er sich. Er riss sich seine Röcke vom Leibe, urinierte im Stehen und prügelte sich mit Jungen. Zunehmend lehnte er seinen Körper ab, ohne zu wissen, warum. Ständig war er in psychiatrischer Behandlung. Und weder zahlreiche Hormonbehandlungen noch Kleider machten aus Bruce ein Mädchen. Brenda wurde von Money übrigens in dieser Zeit als »normales, glückliches Mädchen« beschrieben. Brenda selbst sowie die Familie und Freunde jedoch beschrieben sie als ein zutiefst unglückliches Kind mit großen sozialen Problemen.

Als der Junge vierzehn Jahre alt war, sagte man ihm die Wahrheit. Der Schock saß tief! Als erstes zündete Bruce seinen Kleiderschrank an. Fortan lebte er als Junge und nannte sich David. Der Horror war damit nicht zu Ende. In qualvollen Operationen ließ David die Brüste entfernen und bestand auf einem Kunstpenis, um wieder »ein ganzer Mann zu sein«. Doch das Experiment hatte ihn tief traumatisiert. Mit 23 Jahren heiratete David übrigens eine Frau, mit 38 Jahren erschoss er sich. Die erlittenen seelischen und körperlichen Qualen hatten ihn zerstört. Er sei jahrelang psychisch terrorisiert worden wie bei einer Gehirnwäsche, lautete eine seiner Aussagen. Auch für seinen Zwillingsbruder Brian endete der eitle Ehrgeiz der Mediziner und Psychologen in einer Katastrophe: Schon zwei Jahre vor seinem Bruder wählte er den Freitod, weil er Davids Leben nicht mehr ertrug.

Der Psychiater John Money hat übrigens einer unbekannten Anzahl weiterer Kinder mit fehlgebildeten Genitalien ein Geschlecht »zugewiesen«. Er errichtete als Leiter der Psychologie am Johns-Hopkins-Krankenhaus eine darauf spezialisierte Klinik, die von seinem Nachfolger 1979 allerdings geschlossen wurde. Viele seiner ehemaligen Patienten gründeten danach Selbsthilfegruppen. Soweit diese böse Geschichte.

Zurück nach Deutschland. Der Deutsche Ethikrat hat sich nun vorgenommen, gerade die rechtliche Situation der »neutralen« Menschen zu verbessern, und wird noch in diesem Monat eine Empfehlung für die Bundesregierung ausarbeiten. Man darf gespannt sein, welche Lösungen dort entworfen werden, denn die Palette der Probleme ist groß. Darf man beispielsweise ohne Zustimmung des Betroffenen selbst oder seiner Eltern medizinisch eingreifen, um das Geschlecht des Kindes in weibliche oder männliche Bahnen zu lenken? Normalerweise dürfen auch Ärzte nur handeln und heilen, wenn es etwas zu heilen gibt. Doch ist ein Säugling, dessen Geschlecht nicht eindeutig feststeht, der ansonsten aber putzmunter ist, behandlungsbedürftig?

Ebenfalls diskutiert und von Betroffenenverbänden gefordert ist die tatsächliche Einführung eines »dritten Geschlechts«. In Australien und anderen Ländern ist dies bereits möglich, wo im Pass nicht nur ein »F« für »Female« und ein »M« für »Male« stehen darf, sondern auch ein »X« – für alle anderen Varianten. Dass auch in Australien die Genderlobby äußerst einflussreich ist, hat sich herumgesprochen. Hier ist sie es zunehmend auch.

Für Rechtsexperten ist dies vermutlich eher ein Albtraum, denn mit der weiblichen oder männlichen Bezeichnung eines Menschen hängen nicht nur seine persönliche, sexuelle Identität, sondern auch zahlreiche Konsequenzen im täglichen Umgang, in den verschiedenen Rechten und nicht zuletzt mit unserer alltäglichen Sprache zusammen.

Ein paar Beispiele:

Wenn ein Kind nicht klar männlich oder weiblich ist, welchen Namen soll es bekommen? Und welchen Namen darf man ihm überhaupt geben? Bislang werden Eltern auf den Standesämtern dazu angehalten, dass am Namen des Kindes bitteschön das Geschlecht des Kindes erkennbar sein muss.

Wie spricht man über so einen Menschen? Er? Sie? Es? Unsere Sprache ist auf ein drittes Geschlecht nur in Bezug auf Dinge ausgerichtet. Von einem Menschen in der dritten Person Singular zu sprechen, klingt in dem Zusammenhang eher beleidigend.

Nicht das Familienrecht, nicht das Eherecht und genau genommen nicht einmal die öffentlichen Toiletten sind auf etwas anderes als Mann oder Frau vorbereitet. Ganz zu schweigen von speziellen Männer- oder Frauenförderprogrammen.

Im Sportbereich sind Wettkämpfe gerade auf olympischer Ebene immer binär aufgeteilt. Bei den vergangenen Sommerspielen in Peking wurden spezielle Tests durchgeführt, um das Geschlecht der Sportler eindeutig zu bestimmen. Die Betroffenen nennen so ein Vorgehen entwürdigend, doch was macht man hier zum Beispiel mit einem Menschen, der genetisch Mann ist, aber als Frau lebt, äußerlich so aussieht und als Frau im Sport antreten will?

Schon diese wenigen Beispiele zeigen, dass die rechtliche Zulassung eines dritten menschlichen Geschlechts weitreichende Konsequenzen für die ganze Gesellschaft hätte. Nun sind diese Menschen aber einmal da, wir können sie nicht ignorieren und auch nicht wegdiskutieren, denn auch sie besitzen ihre menschliche Würde, ihre Rechte – übrigens auch das auf körperliche Unversehrtheit.

Doch viel wichtiger ist der Aspekt, dass hier ein weiterer Versuch unternommen wird, unsere natürliche Mann-Frau-Gesellschaft komplett auf den Kopf zu stellen wegen einer »Handvoll« Ausnahmen. Wie viele Menschen in Deutschland tatsächlich betroffen sind, ist keineswegs sicher. In der öffentlichen Anhörung des Ethikrats waren verschiedene Zahlen zu hören. Die Bundesregierung geht derzeit von etwa 8.000 Menschen verschiedenen Alters aus, die in Deutschland von der Problematik direkt betroffen sind. Vertreter von Interessensgruppen sprechen natürlich von einer höheren Zahl, nämlich 40.000, die im Vergleich zu weit über achtzig Millionen Einwohnern Deutschlands immer noch gering genug wäre, um sie als Individualfälle zu behandeln, und ohne gleich die ganze Welt aus den Angeln zu heben.

Professor Olaf Hiort, Sprecher des aus öffentlichen Mitteln finanzierten Netzwerks DSD/Intersexualität, geht von mehreren Tausend aus und steht nicht nur deswegen bereits seit längerem in keinem guten Verhältnis mit Betroffenenverbänden. Ein anderer Grund liegt darin, dass er als Mediziner eine operative Festlegung auf ein Geschlecht empfiehlt, dies aber in der Szene höchst umstritten ist. Die Problematik der Zahlen besteht darin, dass nicht eindeutig geklärt ist, wer alles unter die Definition »intersexuell« fällt, denn unter dem Begriff werden verschiedene biologische Anomalien zusammengefasst. Sie haben gemeinsam, dass sie Menschen beschreiben, die sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsmerkmale aufweisen. In der Mythologie existiert hierfür der Begriff der »Hermaphroditen«, in der Biologie werden sie als »Zwitter« bezeichnet.

Nicht einmal die Betroffenen selbst können sich auf einheitliche Definitionen einigen, denn jeder Betroffene ist anders und empfindet es auch anders. So sind manche sehr zufrieden mit einem operativen Eingriff, der ihnen ein eindeutiges Geschlecht verschafft, andere sind mit der gleichen OP sehr unglücklich und wieder andere wollen gar keine Operation, sondern einfach bleiben, wie sie sind. Wissenschaftliche Studien existieren dazu nicht, denn es mangelt an der Menge von Teilnehmern, die wissenschaftlich nötig wären.

Man darf gespannt sein, welche Handlungsempfehlungen der Ethikrat demnächst veröffentlichen wird. Bindend sind sie nicht, aber natürlich setzen sie die Politik unter Druck, ebenso wie auch das Papier der UNO und des Europäischen Parlaments, das nicht drei, vier oder fünf andere Geschlechter vorsieht, sondern eine Liste von 23(!) Positionen, worunter auch die Sodomie, die Nekrophilie und die Pädophilie fallen. Letztere Position soll übrigens seit Jahrzehnten straffrei gestellt werden, das wünschen sich vor allem die Grünen, die Roten und weitere »Interessensverbände«. Die Liste dieser 23 sexuellen Möglichkeiten findet sich hier.

Was von den Forderungen der Betroffenen, die in verschiedenen Initiativen organisiert sind, tatsächlich umgesetzt wird, ist zweifelhaft. Denn sie sind weitreichend. Vom »dritten Geschlecht« im Personalausweis bis hin zur zwangsweisen, entsprechenden Unterrichtung aller Schüler im staatlichen Biologie- und Sexualkundeunterricht an den Schulen ist alles auf der Wunschliste enthalten, alles genau nach dem bekannten Gender-Mainstreaming-Zuschnitt.

Nur ein Recht wollen sie auf keinen Fall: Die Änderung des Abtreibungsrechts, so dass intersexuelle Ungeborene aufgrund der Diagnose abgetrieben werden können. Diese Gefahr hat man gut erkannt. Nicht wenige Menschen würden das wohl mit einer Behinderung gleichsetzen und das ist leider schon lange Grund genug, um Menschen ein Recht auf Leben abzusprechen.

Alles in allem kann gesagt werden, dass hier ein weiterer Versuch gestartet worden zu sein scheint, um unsere Gesellschaft wieder ein Stück näher an den legalisierten Wahnsinn zu bringen. Willkommen in der schönen Neuen Welt.

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Weitere Hinweise

Diktatur des Feminismus

GENDER MAINSTREAMING – Der Generalangriff auf die christliche Kultur

Frauen, werdet doch endlich Männer!

Gender-Mainstreaming – sind wir geisteskrank?

Die Realität von Gender Mainstreaming

Die klammheimliche Übernahme unserer Gesellschaft durch Gender Mainstreaming

NWO-Barbarei, Kreidfeuer

Verstaatlichung der Kinder





Die Familie ist der wärmste Ort gegen die Kälte dieser Welt

27 08 2011

oder

Gender Mainstreaming und das Umerziehungsprogramm von Ehe und Familie

von Inge M. Thürkauf

 Siehe auch Inge M. Thürkauf: „Löscht sie aus – die Familie“ in CIVITAS, Nr. 4, 2008 und Inge M. Thürkauf: „Der Weg des ‚neuen Menschen’ – von der biologischen Revolution zur Diktatur des Genderismus“ in MEDIZIN und IDEOLOGIE, Nr. 2/2007.

Bild: ABUS Security Tech Germany /Flickr creativ commons

Im Gästetrakt eines Benediktinerklosters weist eine kleine Tafel auf die Haus-, Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft Familie hin, so wie sie seit jeher verstanden wurde, und wie sie von den meisten Menschen auch heute noch gewünscht wird. Die Haltung der Gesellschaft im Hinblick auf den „wärmsten Ort gegen die Kälte dieser Welt“, hat sich jedoch in den letzten Jahrzehnten grundlegend geändert. Die Doppelverdiener-Ehe, alleinerziehende Mütter oder Väter, nichteheliche und homosexuelle Lebensgemeinschaften, Patchwork- und Pflegefamilien sowie die frühkindliche Fremdbetreuung haben aus der Familie einen „dynamischen Prozeß“ gemacht, der bis zur Unkenntlichkeit weiterhin im Wandel begriffen ist.

Veränderungen in Gesellschaft und Familie, wie wir sie heute erleben, haben ihre Verkünder, nur werden sie selten gehört, wie z. B. Dr. Richard Day, Professor für Kindermedizin an der Mount Sinai Medical School in New York, der im März 1969 vor 80 Medizinern der „Vereinigung Amerikanischer Kinderärzte“ in Pittsburgh unverhohlen Teile des Programms der Neuen Weltordnung[i] ausgebreitet hat. Das folgende Zitat[ii] beschreibt knapp und unmißverständlich die vorgegebene weitere „Entfaltung“ der westlichen Zivilisation:

„Es wird alles gemacht, damit die Familie nicht mehr zusammenbleibt. Die Frauen sollen arbeiten und immer mehr Menschen bleiben alleinstehend. Kinder werden als Babys bereits von der elterlichen Erziehung entfernt und politisch korrekt indoktriniert. Den jungen Mädchen wird als Vorbild nicht mehr die Familie und die Erziehung der Kinder vorgegeben, sondern sie sollen Leistung erbringen und eine ‚Karriere’ verfolgen. Mädchen wird erzählt, sie müssen genauso sein wie Jungs, und umgekehrt. Man will den geschlechtslosen Menschen, das Neutrum erzeugen. Frauen sollen maskuline Mode tragen – wie Hosen – und Männer sich immer femininer geben. Männersportarten wie Rugby oder American Football sollen verschwinden.“

Umsetzungsprogramme dieses neuen Weltsystems sind schon seit Jahrzehnten im Gange. Zunächst führten uns die New-Age-Ideologen in ein „Neues Zeitalter“. Eine Wendezeit in Bezug auf eine sinnerfüllte, humane und ganzheitliche Zukunft der Menschheit wurde uns versprochen. Viele ließen sich von dieser Traumwelt betören, sind mehr oder weniger kritiklos dem Mainstream New Age gefolgt und haben sich durch das ganze esoterische Programm der New-Age-Bewegung „dummgeglotzt“ (Alexander Kissler), so daß es immer schwieriger geworden ist, nachfolgende Gefahren zu erkennen, geschweige denn begreiflich zu machen.

Der neue Mainstream in Folge, der detailliert, akribisch und erfolgreich die Mitteilungen von Dr. Day umsetzt, nennt sich „Gender“ oder „Gender Mainstreaming“. Es ist keine Weltanschauung, Meinung oder Ideologie unter anderen, sondern eine offizielle, politische Zielsetzung, die administrativ und auf dem Weg des Gesetzes in die Politik eingedrungen ist und nun in sämtliche gesellschaftliche Bereiche hineingepreßt werden soll.

Die offizielle Definition von Gender Mainstreaming will vortäuschen, es handle sich um die Gleichbehandlung und Gleichstellung der Geschlechter. Die folgenden Ausführungen werden zeigen, daß ganz andere Ziele verfolgt werden:

In der englischen Sprache gibt es zwei Begriffe für das Wort „Geschlecht“: gender und sex.

  • Gender ist der grammatikalische Begriff zur Unterscheidung des Geschlechts eines Wortes.
  • Der Ausdruck sex ist kein Hinweis auf den sexuellen Akt, sondern bezeichnet das biologische Geschlecht von männlich und weiblich.

Wendepunkt in der politischen Strategie zur Einführung von Gender Mainstreaming war die 4. Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking, wo das Wort „sex“ ersetzt wurde durch den bis heute von den meisten Menschen kaum noch erfaßten Begriff „gender“. Diese Definition bedeutet ein gewandeltes Verständnis von Geschlecht, mehr noch, eine neue Weltanschauung, die alle Unterschiede zwischen den Geschlechtern nicht als naturgegeben, sondern als gesellschaftsbedingt versteht. Das heißt: Jede sexuelle Orientierung – heterosexuell, homosexuell, lesbisch, bisexuell und transsexuell – soll gleichwertig sein und gesellschaftliche Akzeptanz beanspruchen. Das biologische Geschlecht, also die Tatsache, daß der Mensch von Gott als Mann und als Frau geschaffen wurde, ist – den Gender-Ideologen entsprechend – nicht mehr von Belang.

Gegen diese Zumutung setzte sich die Familienallianz besagter Konferenz zur Wehr. Die Beschlüsse von Peking seien „ein direkter Angriff auf die Werte, Kulturen, Traditionen und religiösen Überzeugungen der großen Mehrheit der Weltbevölkerung sowohl in den Entwicklungsländern als auch in den Industrienationen“. Das Dokument zeige keinerlei Respekt für die Würde des Menschen, versuche die Familie zu zerstören, ignoriere die Ehe, werte die Bedeutung der Mutterschaft ab, fördere abweichende sexuelle Praktiken, sexuelle Promiskuität und Sex für Jugendliche.

Offensichtlich war der Protest der Verteidiger von Ehe und Familie gegen diesen „europäischen Unsinn“ wirkungslos, denn am 1. Mai 1999 wurde im Amsterdamer Vertrag auf EU-Ebene der Gender-Mainstreaming-Ansatz als durchgängiges „Leitprinzip und Querschnittsaufgabe“ rechtlich verbindlich festgeschrieben. Art. 2 und Art. 2 Abs.2 dieses EG-Vertrags verpflichtet die Mitgliedstaaten zu einer aktiven Gleichstellungspolitik im Sinne des Gender Mainstreaming.

Da Gender Mainstreaming ein weltweites Umerziehungsprogramm beinhaltet, muß es sich um ein politisches Konzept handeln, denn ohne die von der Politik verordneten Gesetze wird ein solches Programm nicht durchzudrücken sein. Der Grund, warum diese Begriffe und dieser Vertrag bis vor kurzem unbekannt waren, erfahren wir vom luxemburgischen Premierminister und Präsidenten der EU-Runde Jean-Claude Juncker, der 1999 unverblümt zugab: „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“[iii] Diese Vorgehensweise findet vermutlich in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft, der Politik und der Wirtschaft ihre Anwendung.

Was von Anbeginn der Menschheit als „natürlich“ und „normal“ gegolten hat, die Zuordnung als Mann und Frau, soll nun unter der Führung von tonangebenden Sexualwissenschaftlern durch Umerziehung geändert werden, die so früh wie möglich beginnen soll. Inzwischen schreckt man nicht mehr davor zurück, die Geschlechterabschaffung bereits in Kindertagesstätten und Kindergärten umzusetzen, mit entsprechender Schulung des Lehrpersonals. Der Hintergedanke dabei ist, daß ein auf diese Art umerzogenes, d.h. ge-gendertes Kind beizeiten begreifen lernt, daß es nicht nur Mann und Frau gibt, sondern daß die Palette viel bunter und reichhaltiger ist. Im bekannten Wiener Modell-Kindergarten „Fun & Care“ werden die Geschlechter von Jungen und Mädchen zunehmend und systematisch aufgeweicht, um sie letztlich gänzlich abzuschaffen. Mädchen werden mit technischen Spielzeugen bekanntgemacht und aufgefordert, Fußball zu spielen und sich gegen die Buben zur Wehr zu setzen. Den Jungs hingegen wird beigebracht, mit einer Kosmetikbox umzugehen, Prinzessinnenkleider zu tragen, Fingernägel zu lackieren, sich schön zu machen, ganz allgemein eine positive Körperwahrnehmung zu erlernen, um weicher, weiblicher zu werden. Das Ganze drängt in die Richtung, die Wahrnehmung für die verschiedenen Geschlechter, wie Homosexualität, lesbische Lebensweise, Bisexualität und Transsexualität so früh wie möglich auszubilden. Daß hierbei sexuelle Übergriffe von Kindern an Kindern nicht ausbleiben können, ist vermutlich in den Plänen der Genderisten inbegriffen. Besorgten Eltern wird beruhigend erklärt, daß die Kinder das Recht hätten, sich sexuell zu betätigen, und daß solche „Kinderspiele“ zur Entwicklung der kindlichen Persönlichkeit gehören.

Die Bemühungen der Gender-Ideologen waren von Anfang an darauf gerichtet, die sexuelle Identität im Grundgesetz zu verankern, was notgedrungen dazu führt, daß das gesamte Ehe- und Familienrecht geändert werden muß, damit Homosexuellen, Lesben, Bisexuellen und Transsexuellen eine gleichberechtigte „Ehe und Familie“ ermöglicht werden kann. Bestrebungen in dieser Richtung sind zur Zeit in Vorbereitung. Vor zehn Jahren wurde in Deutschland die sogenannte Homo-„Ehe“ eingeführt. Nun verlangt die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zusammen mit den Grünen und den Linken die Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften mit der Ehe, obwohl dies verfassungsrechtlich dem Schutz von Ehe und Familie zuwiderläuft. Außerdem – so die Homosexuellen-Organisation ILGA – soll das Adoptionsrecht für Homopaare eingeführt und den Kindern die Möglichkeit eingeräumt werden, mehr als zwei Eltern zu haben. Niemand fragt, was dies für Auswirkungen auf das Kindeswohl haben wird. Den Kindern wird mit dieser Neudefinition von Ehe und Familie das Leitbild der monogamen Ehe von einem Mann und einer Frau als Orientierung für ihr Leben immer mehr entschwinden.

Am 20. Juli 2011 berichtet die FAZ über eine Anordnung des Berliner Senators für Bildung, Jürgen Zöllner (SPD), in der bestimmt wird, daß Grundschulkinder sich ab dem 5. Lebensjahr daran gewöhnen müssen, sich an der sexuellen Vielfalt als Norm zu orientieren. Das bedeutet, eine aggressive Wegführung von der Vater-Mutter-Kind-Familie hin zu homosexuellen Lebensformen. Im Aufklärungsprogramm des Senators findet sich ein Bücher- und Spielekoffer, mit dem nach den Sommerferien den Grundschulen das andere Bild von „Familie“ vorgestellt werden soll. Ab der 5. Klasse sollen Kinder die einschlägigen sexuellen Begriffe in Scharaden darstellen. Eine der Geschichten aus dem Bücherkoffer schildert die Suche nach einer Prinzessin, denn der Kronprinz soll heiraten. Viele Mädchen werden ihm vorgeführt, aber keine gefällt ihm, bis die Prinzessin Liebegunde mit ihrem Bruder eintritt. Da verliebt sich der Kronprinz in den Bruder der Prinzessin. Sie heiraten und regieren gemeinsam als „König und König das Land“. So klingen die Märchen im 21. Jahrhundert.

Die Schweiz – eifrig bemüht der EU zu Diensten zu sein – hat ebenfalls ihr Umerziehungsprogramm gestartet. Durch die Schweizer Boulevard-Zeitung „Blick“ wurde die Öffentlichkeit auf das Sexualprogramm des Kantons Basel-Stadt aufmerksam. Dort wurden in 30 Schulen und Kindergärten Sex-Koffer und Boxen mit eindeutigem Inhalt verteilt: Puppe, Puzzels, Bücher und anderes „Lehrmaterial“ für Vier- bis Zehnjährige, das die erotischen Zonen der Kinder und deren Möglichkeiten der Stimulation erklärt.

Daß gerade in den letzten Monaten ein flächendeckendes Programm zur Früh-Sexualisierung von Kleinst- und Kindergartenkindern gestartet wurde, ist nicht zufällig. Ende August 2010 fand in der mexikanischen Stadt Léon Guanajuato eine Weltjugend-Konferenz statt, die mit einem sogenannten „Statement-Entwurf“ abgeschlossen wurde, dessen Inhalt in höchstem Grad als jugendgefährdend und familienfeindlich bezeichnet werden kann. Um die weltweite Abtreibungsmentalität immer mehr auszuweiten, hat der Bevölkerungsfond der Vereinten Nationen (UNFPA), unterstützt von den radikalen Feministinnen und den bekannten Abtreibungs- und Anti-Familiengruppierungen, eine globale Kampagne gestartet, um heranwachsende Mädchen zu sogenannt „selbstbestimmten Menschen“ heranzubilden und ihnen eine „erschöpfende sexuelle Erziehung“ zu gewährleisten, vor allem aber, sie für die Abtreibung zu gewinnen. Es geht bei dieser Kampagne jedoch nicht nur um die Durchsetzung der Abtreibung als Menschenrecht, sondern das letzte Ziel ist eine anti-christliche Indoktrinierung der Jugend. Diese soll nach den Vorgaben der Gender-Ideologen sexuell aufgeklärt und entsprechend erzogen werden. Die Forderungen, die in diesem 11 Seiten umfassenden Statement aufgelistet wurden, beinhalten das Recht auf Abtreibung und eine Erziehung, die sich freihält von jeglicher Religion. Wörtlich heißt es: „Die Regierungen müssen das fundamentale Recht einer religionsfreien Erziehung garantieren.“ Darüber hinaus soll Gender-Gleichheit vorgeschrieben werden, was bedeutet, daß die sexuellen Interessen der LGBT (Lesben-, Gay (gay engl. = schwul), Bisexuellen und Transsexuellen) durchzusetzen seien. Ebenso sollen die Regierungen mit den Medien und Behörden zusammenarbeiten und ihren Einfluß geltend machen, um jegliche Ablehnung und Phobie von Gender Mainstreaming zu beseitigen. Regierungen werden aufgefordert, LGBT als Teil des Spektrums von Gender-Gleichheit zu akzeptieren und sollen dafür sorgen, daß Jugendliche ihre sexuelle Identität (die sich ja nach Belieben wandeln kann) als Menschenrecht verstehen lernen. Es wird darauf gepocht, daß die Regierungen der Mitgliedstaaten diese Forderungen in ihren Ländern popularisieren.

Um diese Ziele besser bekannt zu machen und durchsetzen zu können, wurde von den Vereinten Nationen am 12. August 2010 ein „Internationales Jahr der Jugend ausgerufen, das bis Ende 2011 dauern soll. Länder, die sich gegen die Indoktrinierung ihrer Gesellschaft mit Gender Mainstreaming zur Wehr setzen, wie z. B. Ungarn, geraten unter den massiven Druck der Abtreibungslobby und der Institutionen der EU. Diese versuchen, die neue ungarische Verfassung, die sich für den Schutz des Lebens „von der Empfängnis an“ und für die monogame Ehe von Mann und Frau einsetzt, zu diskreditieren.

Der Vorstoß der Vereinten Nationen, Abtreibung weltweit durchzusetzen – und zwar durch die unerträgliche Beeinflussung heranwachsender Mädchen und junger Frauen – ist eine immense Gefahr für das Leben, für die Familie, für die Heiligkeit und die Würde des Lebens, eine Gefahr für die Erhaltung moralisch-ethischer Werte und für die Freiheit der Christen, ihren Glauben zu leben.

Der Höhepunkt des Zynismus ist jedoch der erwähnte Statement-Entwurf, der im August 2010 in Mexiko verabschiedet wurde. In unüberbietbarer Rücksichtslosigkeit werden gesundheitliche Risiken durch die propagierte zügellose sexuelle Lebensweise mit unterschiedlich praktizierten sexuellen Orientierungen ganz bewußt in Kauf genommen. Anstatt zu einer Lebensweise anzuregen, die lebensbedrohliche Krankheiten wie z. B. Aids vermeiden hilft, wird von den Regierungen verlangt, jenen, die aufgrund ihrer sexuellen Lebensweise erkranken, umfassende medizinische Dienstleistungen durch die Allgemeinheit zu garantieren.[iv]

In seiner Schrift „Athanasius und die Kirche unserer Zeit“ zitiert Bischof Rudolf Graber aus einer Geheiminstruktion aus dem Jahr 1819, in der diese Ziele klar schon zur Sprache gebracht wurden. „Schmeichelt allen Leidenschaften“, heißt es da, „den schlechtesten ebenso wie den hochherzigsten…popularisieren wir das Laster…Schafft Herzen voller Laster und ihr werdet keine Katholiken mehr haben…Laßt das Greisenalter und das reifere Alter beiseite; geht zur Jugend und wenn es möglich ist zu den Kindern.“ Diese Anweisung scheint heute ihre perfekte Anwendung gefunden zu haben.

Um den gesellschaftsverändernden Plänen die erfolgreichste Resonanz zu verschaffen, hat der Genderismus vor allem im universitären Bereich Fuß gefaßt. In akademischen Kreisen wird die Frage nach dem „Geschlecht“ schon mit einer Gegenfrage beantwortet, welche lautet: Geht es um das biologische oder um das angeblich sozial konstruierte Geschlecht, also geht es um „Gender“? „Gender-Studies“ ist eine neue Disziplin, die sich in den Universitäten schon längst etabliert hat. Darüber hinaus ist sie das einzige Fach, das sich über ein ungebrochenes Stellenwachstum freut. Eine von der Gender-Theorie unabhängige Geschlechterforschung existiert nicht, denn Kritiker der Gender-Ideologie haben an den Universitäten keine Chance.

In allen studierbaren Fächern muß Gender integriert werden. Selbst die Studenten der Önologie (Weinbau) sollen „geschlechterspezifische Wertesysteme erkennen“ lernen. An vielen Universitäten sind solche Forderungen schon umgesetzt. Agrarwissenschaftler an der Berliner Humboldt-Universität beispielsweise können „Gender und Globalisierung“ als Wahlfach belegen. Das ist das Ergebnis „mehrjähriger Lobbyarbeit von Frauen aus Frauenbewegung und Frauenforschung“ und ihrer „fantasievollen und kämpferischen Aktionen“, wie das Netzwerk verkündet.[v]

Um dem neuen Studien-Fach „Gender“ Attraktivität und vor allem Glaubwürdigkeit zu verleihen, wurde das Fach zum Objekt „feministischer Naturwissenschaftsforschung“, m.a.W. man will wissenschaftlich beweisen, daß Gender Mainstreaming eine Wissenschaft ist, und zwar auf dem Hintergrund der Naturwissenschaft. Offensichtlich spielt es keine Rolle, daß dieses Ansinnen an den Haaren herbeigezogen ist, denn naturwissenschaftliche Beweisführung ist objektiv, weil es auf dem systematisch-reproduzierbaren Experiment beruht. Nur was systematisch-experimentell bewiesen werden kann, hat eine objektive naturwissenschaftliche Beweiskraft. Da dies in Bezug auf Gender völlig unmöglich ist, wird der Begriff „Naturwissenschaft“ schlicht und einfach umgepolt. Für die Genderisten ist Naturwissenschaft nicht mehr objektiv, sondern subjektiv. Genauso wie sie sich entschlossen haben, das „Geschlecht“ neu zu definieren, sind sie nun von der neuen Erkenntnis beseelt, eine subjektive Naturwissenschaft zu denken. Die Wissenschaftsgläubigkeit ihrer Zeitgenossen tut das übrige, sie gläubig dabei zu unterstützen.

Als Beispiel für diese „Kopernikanische Wende“ in der Geisteswissenschaft sei die Hamburger Universität genannt. Die Erziehungswissenschaftler und „Queer-Forscher“, Robin Bauer und Helen Götschel, nennen das neue „wissenschaftliche“ Feld „Gender & Science-Studies“. Das heißt, die Naturwissenschaft wird nun aus einer Geschlechter-Perspektive erforscht.[vi] Robin Bauer, Professor für „Mathematik und Gender Studies in der Mathematik“ an der Universität Hamburg, hieß bis vor einigen Jahren noch Birgit. Er hat also die Erforschung seiner sexuellen Identität und Interessen zum Beruf gemacht. Queer-Forscher befassen sich also „wissenschaftlich“ mit sich selbst, das heißt mit ihrer eigenen sexuellen Identität und ihren eigenen Praktiken und werden dabei staatlich finanziert.

Eine seiner Veröffentlichungen heißt: „Das Zwei-Geschlechter-System als Menschenrechtsverletzung“ (d. h. das Faktum der beiden Geschlechter „Mann und Frau“ verletzt die Menschenrechte). 2004 erhielt Robin Bauer eine Auszeichnung der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaft. Gewürdigt wurde das Projekt „Degendering Science“ mit dem Modul „Gender-Studies und Naturwissenschaft“ als erfolgreiche Strategie zur Überwindung von frauenspezifischen Grenzen in Forschung und Lehre in den Naturwissenschaften.

„Im Ganzen gesehen kann man sagen, daß sich in den letzten Jahren an den Universitäten ein Fach etabliert hat, das wissenschaftliche Objektivität und Rationalität gegen offen praktizierten Subjektivismus eingetauscht hat, um politisch-ideologische Ziele zu erreichen. Was muß man von einer Universitätskultur halten, die gegen diese Machtergreifung der Geisteswissenschaften keinen Widerstand leistet?“[vii]

Ziel der Gender-Ideologen ist die 50/50 Quotenregelung für Männer und Frauen für sämtliche Arbeits- und Lebensbereiche. Die Frauen müssen mit oder ohne Kinder jederzeit einer vollzeitigen Erwerbstätigkeit nachgehen. Die Männer jedoch sollen dazu bestimmt werden, 50 % der Säuglings- und Kinderpflege zu übernehmen. Die Kinderbetreuung und -pflege übernimmt der Staat. Wie verunsichert die Männer in dieser für sie fremden Zuordnung schon sind, zeigt eine von vielen Umfragen, die aber alle mehr oder weniger dasselbe Resultat ergeben. 27 % der Männer möchten die traditionelle Rolle als Verdiener und Ernährer behalten, so die Umfrage von protestantischer wie katholischer Seite. 19 % verstehen sich als sogenannte moderne Männer mit Vätermonaten zur Kinderbetreuung und erwerbstätiger Ehefrau. 24 % der Befragten bezeichnen sich als „balancierende Männer“, die die alten Rollen nicht verlassen und die neuen Rollen nicht übernehmen wollen. Der größte Teil – nämlich 30 % der Männer – nannten sich „suchend“, sie hätten sich von den klassischen Rollen verabschiedet, die neuen aber noch nicht gefunden[viii].

Die Revolution der Neuen Linken 1968 war der Wendepunkt für eine Geisteshaltung, die ernst gemacht hat mit den vorgegebenen Programmen und sich die Abschaffung der Familie, das Schleifen jeglicher Autorität, die „Befreiung“ zur Sexualität von Kindesbeinen, die Selbstverwirklichung und Befriedigung aller Bedürfnisse auf die Fahne geschrieben hat.

Das, was jetzt mit Ehe und Familie geschieht, ist der tiefste kultur-revolutionäre Eingriff der Menschheitsgeschichte. Er verändert den Menschen in einer Weise, daß er in Gefahr gerät, seine Gottesebenbildlichkeit zu vergessen. Was wird aus der Familie, aus unserer Gesellschaft, unserer Nation, unserer Kultur? Fühlt sich noch jemand zuständig?

Im September 2010 fand in Berlin ein Kongreß der AUF-Partei (Partei für Arbeit, Umwelt und Familie) statt, der sich intensiv mit dem Lebensschutz und der Familienpolitik befaßte. Zum Schluß dieses Kongresses wurde eine friedliche Kulturrevolution gefordert. Der Appell aufzuwachen, um Himmels Willen aufzuwachen, ging an alle, denen Ehe, Familie, Kinder ein tiefes Anliegen ist, denn etwas dürfte jetzt jedem klar geworden sein: während wir schliefen, „kam der Feind, und säte Unkraut“ (Mt. 13, 25).

Der Schriftsteller Johannes Grassl hat bei diesem Kongreß einen Satz geprägt, dem ich mich anschließen möchte. Er sagte: „Es ist für eine Umkehr nicht entscheidend, ob man die Mehrheit stellt. Entscheidend ist, daß Gott immer einen kleinen Überrest benutzt, um das große Ganze zu verändern.“


[i] Präsident Georg H.W. Bush, US Präsident 1989-1993 am 11. September 1990 vor dem amerikanischen Kongreß.

[ii] KOMMA, Nr. 75/2010, S. 36

[iii] SPIEGEL, Nr. 52/1999.

[iv] Quelle: C-FAM vom 11. August/8. September 2010.

[v] Handelsblatt Nr. 181 vom 19. September 2009, S. 9.

[vi]„Queer“, (dt. seltsam, sonderbar) ist eine Eigenbezeichnung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Intersexuellen, Transsexuellen, Asexuellen, also Menschen, die sich von den Heterosexuellen unterscheiden. Sie sind an vielen Universitäten, etwa in Hamburg und Göttingen, ein integrierter Teil der Gender-Studies.

[vii] Handelsblatt dito

[viii] Idea Spektrum, Nr. 32, 2010.





GENDER MAINSTREAMING – Der Generalangriff auf die christliche Kultur

9 08 2011

Gastbeitrag von MMag. DDr. Edith Pekarek
mit freundlicher Genehmigung von ProVita 

Ein Blick auf die Fernsehwerbung zeigt uns, was der Zeitgeist will: Ein halbnackter Mann beim schaumigen Duschen. Ein lachender Vater beim Spielen mit einem Kind. Ein fröhlicher Hausmann beim Kücheputzen, bei der Waschmaschine, beim Staubsaugen, bei der WC-Ente… Und wo sind die Frauen? Ach ja, sie arbeiten. An der Supermarktkassa, an den Gasleitungen der Wiener Stadtwerke, als Lagerarbeiterin, Rauchfangkehrerin oder Mechanikerin, aber auch in Spitzenpositionen wie bei Siemens, in der Nationalbank, im ORF oder in Brüssel. Na, und? Wir haben doch die Gleichstellung von Frau und Mann, besonders im Berufsleben! Das ist richtig. Mann und Frau sind vor dem Gesetz gleich, wenigstens hier in Österreich. Aber hinter dem unverfänglich klingenden Wort Gleichstellung lauert ein dämonisches Programm zur Umkehrung

jeglicher Ordnung in Gesellschaft, Rechtsordnung und Staat. Der Zeitgeist will den Rollentausch von Mann und Frau und schafft die Zweiheit der Geschlechter ab. Gender heißt das Unwort.

1. Gender? Noch nie gehört! Was ist das?

Das Wort Gender bezeichnet im Englischen das grammatikalische Geschlecht, wobei „the“ sowohl für männlich als auch für weiblich definierte Wörter gilt: „the man“, „the woman“. 1995 wurde es auf der WeltFrauenkonferenz der UNO in Peking ohne weitere Diskussion statt „sex“ verwendet, um auch andere existierende Geschlechter anzusprechen, jene Minderheiten mit starken, finanzkräftigen Lobbys, die sich als „GLBT“ (gay, lesbian, bisexual, transgender) verstehen. Eine Wortübersetzung ins Deutsche wurde absichtlich vermieden, um den Begriff unklar und offen zu halten für allfällige Umdeutungen. Also ein Begriff zur Täuschung.

Mann und Frau gibt es nicht!

Die Gender-Ideologie verneint die Existenz des Geschlechterdualismus von Mann und Frau. Die Radikalfeministin Judith Butler (geb. 1956, USA) behauptet, das biologische Geschlecht (engl. sex) sei ein „normatives Phantasma“, ein gesellschaftspolitisches Trugbild, eine Einbildung! Sie folgt damit dem Denkmuster der Feministin Simone de Beauvoir, der Gefährtin des Existenzialisten und Atheisten Jean Paul Sartre, deren viel zitierter Ausspruch „Wir werden nicht als Frau geboren, sondern zur Frau gemacht“

(1949) nichts anderes bedeutet, als dass die Geschlechtlichkeit als Rolle erlernt würde. Interessant! Und wie ist das mit der Mutterschaft?

Man muss es wiederholen, um die Irrationalität dieser Auffassung zu verstehen: es existiert kein biologischer Geschlechtsunterschied! Die äußeren Geschlechtsmerkmale seien so bedeutungslos wie verschiedene Augenfarben oder Zehenlängen! (S. Okin, 1989, USA). Es gäbe kein Geborenwerden als männliches oder weibliches Wesen, sondern nur die Anerziehung eines Rollenverhaltens durch die Gesellschaft.

Das Geschlecht ist anerzogen und austauschbar!

Was aber anerzogen ist, kann verändert werden. Biologie muss nicht als unentrinnbares Schicksal angenommen werden. Man kann „aussteigen“, seine Sexualität selbst bestimmen und sich auf diese Weise selbst verwirklichen! Im Psychologensprech heißt das „sexuelle Kreativität“! Die Zweigeschlechtlichkeit, diese verhasste Zwangsheterosexualität – auch eine Wortschöpfung der Gender-Theoretiker – müsse dekonstruiert werden. Die normale, natürliche, gottgewollte Sexualität gilt nur als eine von vielen gleichwertigen, gleichrangigen und gleich-gültigen (!) Möglichkeiten. Hier hat der berüchtigte Relativismus, wie wir ihn vom Kampf gegen den Wahrheitsanspruch der katholischen Kirche kennen, zugeschlagen. Es gäbe nämlich mindesten sechs Varianten der geschlechtlichen Identität: neben „heterosexuell“ auch bisexuell, homosexuell, transsexuell und so weiter, alles zusammen als queer bezeichnet.

Es kommt noch absurder: Die sexuelle Orientierung sei beliebig austauschbar. Diese Behauptung widerspricht der Erfahrung und allen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie ist grundlegend falsch. Man denke an das Horrorexperiment des amerikanischen Sexforschers John Money (1921 – 2006), der einen durch eine missglückte Beschneidung verletzten Buben jahrelang mit Hormonen, Operationen und psychologischer Behandlung traktierte, um ihn gewaltsam zum Mädchen umzuwandeln.

Doch in der Pubertät brach die männliche Natur durch. Schließlich setzte das gefolterte Opfer seinem Leben ein Ende. Mister Money wurde übrigens nicht strafrechtlich verfolgt.

Trotzdem beharrt die indoktrinierte Gender-Lobby darauf, dass jeder, dem „danach ist“, sich heute als Mann fühlen und danach handeln könne, morgen wie ein Schauspieler in die Rolle einer Frau schlüpfen oder ein sonstiges geschlechtliches Verhalten mit anderen Objekten praktizieren könne. Es hängt also vom Gefühl ab, von der individuellen Befindlichkeit, von regelloser Willkür, welchem Geschlecht man sich zuordnet. Der Vertrag von Lissabon verpflichtet sogar die Gesellschaft in den Mitgliedstaaten darauf, die subjektive Wahl anzuerkennen, und droht damit, „…Diskriminierungen aus Gründen des Geschlechts…oder der sexuellen Ausrichtung zu bekämpfen“ (Art. 19 AEUV). Die Folgen für den Rechtsstaat?

Anarchismus und Zwangskollektivismus. Wie sagt doch Aldous Huxley, in „Schöne neue Welt“ (1946): „Je mehr sich politische und wirtschaftliche Freiheit verringern, desto mehr pflegt die sexuelle Freiheit sich kompensatorisch auszuweiten“.

Böse Geschlechterstereotypen!

Die Bindung eines bestimmten Verhaltens an den Mann oder an die Frau ist das Rollenbild. Es ist traditionell und sinnvoll in der Kultur gewachsen und spiegelt die natürliche Unterschiedlichkeit von Eigenschaften,  Begabungen und Arbeitsaufgaben der Geschlechter wider. Im Zeitalter der Gleichstellungspolitik muss es „aufgebrochen“ werden. Das Kommissionspapier der EU „Rahmenstrategie der Gemeinschaft zur

Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern (2001 – 2005)“ fordert ausdrücklich die Veränderung von Geschlechterrollen und Stereotypen“. Was wird da nicht alles an Aktivitäten erfunden: ein „Girl´s day“, ein deutsches Berufsorientierungsprojekt für Mädchen (2001 als „Zukunftstag für Mädchen“ eingeführt, jährlich im April abgehalten). Dabei werden technische Berufe beworben, wie explizit Programmieren von Robotern, Erforschung von Walen oder Entwicklung von Handys. Kochen lernen oder notwendige Kulturtechniken stehen nicht auf dem Programm.

Oder der Schminkkoffer für die Buben im Kindergarten, damit das männliche Geschlecht möglichst früh umgepolt und zum Softie wird. Angeblich gibt es Mütter, die ihre Söhne in Mädchenkleidern in die Schule schicken und sich dann über Mobbing beschweren. Achtung! Diese Methode hat einen Namen: Geschlechtssensible Pädagogik.

Doch trotz intensiver Bearbeitung der Bevölkerung durch Werbung und Medien, die prinzipiell Männer bei Küchenarbeit, Kinderbetreuung und Schönheitspflege zeigen und die Frauen mit Schutzhelm auf der Baustelle arbeiten lassen, dürfte der Aktionsplan in den vergangenen zehn Jahren nicht ganz erfolgreich gewesen sein. Sonst hätte man die drei Floskeln vom Aufbrechen der Klischees, vom Kampf gegen Sexismus und von der Beseitigung des „Gender Pay Gap“ am 8. März 2011, an dem der hundertste Welt-Frauentag der Geschichte zelebriert wurde, nicht stündlich wiederholen müssen.


Die feministische Sprachverwirrung

Wesentlich erfolgreicher war da schon die Erfindung einer geschlechtergerechten Sprache, mit der man die vermeintliche Dominanz der Männer und die überall lauernde Diskriminierung beseitigt! Man gönne sich die Definition des Pressebüros des Landes Salzburg (www.salzburg.gv.at):

„Sprache schafft Bewusstsein! Als kulturell geprägtes Kommunikationsmittel ist Sprache untrennbar mit politischen und sozialen Gegebenheiten verknüpft. Sprache kann diskriminieren und vorherrschende Normen und Werte reproduzieren. Eine geschlechtergerechte Sprache ist Ausdruck einer Gesellschaft, welche auf dem Prinzip der Chancengleichheit basiert!“

Um Chancengleichheit zu erreichen und die Gesellschaft nachhaltig zu verändern, muss Frauenpolitik also zunächst Sprachpolitik sein. Und ein neuer, politisch korrekter Sprachkodex, der mit hoheitlicher Zwangsgewalt durchgesetzt wird, erfordert eine funktionierende Überwachung, neudeutsch ein Monitoring, in Form von Sprachpolizei und Denkkontrolle. Dazu gibt es nun Kommissionen, Anwaltschaften, Kontaktfrauen und Beauftragte.

Unter der seit Jahrzehnten haltbaren Devise „Wir müssen sichtbar werden!“ kreierten Schweizer Feministinnen in den 80er Jahren das Binnen-I mit dem passenden Artikel, Pronomen und Possessivum. Ein Beispiel: „Der/die ChristIn muss seinen/ihren Glauben verteidigen. Dazu ist er/sie verpflichtet.

Das macht den Text gut lesbar und bringt den JournalistInnen höhere Zeilenhonorare. Die deutsche „taz“ folgte brav, und flugs waren die grammatikalischen Ungeheuer im deutschen Sprachraum verbreitet. Erlaubt ist auch das „Splitting“ mit Querstrich: Christ/Inn/en, ebenso wie die Doppelform: Christen und Christinnen. Die Wirtschaftsuniversität Wien verweigert die Annahme von Diplomarbeiten, die nicht gegendert sind.

Offenbar ist die Form wichtig, der Inhalt weniger. Vordrucke von Anmeldeformularen folgen dem Sprachdiktat, die Generalklausel „Formulierung gilt für Frauen und Männer“ entspricht nicht der Vorschrift.

Stellenausschreibungen sind schon seit 1985 grundsätzlich geschlechtsneutral zu publizieren. Wehe, wer nicht spurt, wie zum Beispiel der Salzburger Trachtenhersteller Lanz. Er wurde von der Gleichbehandlungsanwaltschaft zu einer saftigen Verwaltungsstrafe verdonnert. (krone.at vom 28.12.09). Wie man sieht, wird kontrolliert!

Ein Vorschlag, die Kärntner-Straße in Wien zur Kärntner/Innen-Straße zu erweitern, drang nicht durch. Auch unsere Bundeshymne ist offiziell noch nicht „getöchtert“. Dafür brachte eine Schweizer Aktivistin (schon wieder die Schweizerinnen!) im Ausschuss für Chancengleichheit von Frauen und Männern des Europarats eine Beschlussvorlage ein (Nr. 12267), um den Begriff „Mutter“ zu tilgen, weil er die Gender-Gleichheit behindere und ein sexistisches Stereotyp sei. Er sei durch „Elter“ zu ersetzen. Neuestes von dieser Front findet man im „Sprachleitfaden für diskriminierungsfreie Sprache, Handlungen, Bilddarstellungen“ des Österreichischen

Sozialministeriums unter Hundstorfer. Gesetzlich gedeckt durch den „Ministerratsbeschluss zum geschlechtergerechten Sprachgebrauch in der gesamten Bundesverwaltung 2001.“ ist auch, dass Lächeln ein Stereotyp weiblicher Attraktivität ist. Es ist also dringend davon abzuraten, jemanden anzulächeln. Es könnte als verführerisch, oder modern ausgedrückt, als „sexuell harassment“, als sexuelle Belästigung, gedeutet und bestraft werden.

Die sexuelle Befreiung ist da!

Die umfassende geschlechtliche Freiheit kann ungezügelt genutzt werden, denn die Pharmakonzerne stellen jede Art von Hilfsmitteln zur Verfügung,  um Ansteckung mit Krankheiten oder unerwünschten Nachwuchs zu verhindern. Die Abtreibungsindustrie blüht. Die sexuelle Befreiung nützt als Wirtschaftsmotor und „schafft Arbeitsplätze“, wie Politiker stolz betonen. Der Materialismus ergreift eben skrupellos jede Chance, alles wird kommerzialisiert. Da ist es selbstverständlich, dass die Genderideologie mit allen Kräften von verschiedenen Lobbys durchgeboxt wird, teils unterschwellig und teils konkret, trickreich und mit interpretationsoffenen Gesetzen. Wer das System hinterfragt und dagegen aufzubegehren wagt, gilt als krank. Man unterstellt eine Phobie, die Homophobie. Ja, noch schlimmer, Homophobie wird mit Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus gleichgesetzt und kriminalisiert. Eine infame Fakten- und Werteumkehr hat eingesetzt: Die natürliche Sexualität ist anormal, Frau ist Mann und vice versa, Fäkalien sind schön (H. Nitsch im ORF/Leporello, 8.11.2010), Unzucht statt Liebe, Mensch statt Gott.

Wir sollen zum „Neuen Menschen“ umerzogen werden!

Gender ist also die Bezeichnung für ein Umerziehungsprogramm zum sozialen, flexiblen Geschlecht. Wer sich nicht zuordnen kann zu Mann oder Frau, verliert seine Identität, er ist verunsichert und haltlos und für sein Gegenüber nicht einschätzbar. Er wird letztlich zum geschlechtslosen, bindungsunfähigen Menschen, einem „neuen Menschen“ gemacht.

Social engineering“ nennt sich das Projekt in der verhüllenden Gendersprache. In Deutschland gibt es einen Verein für „aktive Patriachatskritik“ namens „Dissens“. Sein pädagogisches Ziel ist die Vernichtung der männlichen Identität auf psychologischer Ebene durch Verhöhnung und Entwürdigung. Das Projekt ist hoch dotiert und erhielt Aufträge von der EU-Kommission, der Stadt Berlin und der deutschen Bundesregierung.

Um die Gehirnwäsche wirksam werden zu lassen, muss der Staat die Eltern  ausschalten, sich möglichst früh der Kindererziehung bemächtigen und schon die Kleinsten „sexualisieren“. Wir erinnern uns an die Bestrebungen der österreichischen Regierung, die Zahl der Kinderkrippen aufzustocken, an das verordnete Kindergartenjahr und die „Love-Busse“, die im Rahmen der für Schüler verpflichtenden Sexualerziehung nichts an Aufklärung vermissen lassen. Dazu verteilte das Gesundheitsministerium einschlägige Broschüren mit dem verlockenden Titel „Love, Sex und so…“ (2007), und die Ministerin höchstpersönlich besuchte Gymnasien, um Kondomübungen abzuhalten. Im „Dschungel Wien im Museumsquartier“ gab man im September 2008 ein ausdrücklich als „queer“ bezeichnetes Theaterstück für Kinder „auf der Suche nach der eigenen Identität“. Inhalt: „Nin“ ist ein Kind, das sich (!) noch nicht entschieden hat, ob es „Nina“, „Nino“ oder „Nin“ heißen will. Da klingt Freud durch. Angesprochen waren Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen.

Der Steuerzahler finanziert seine eigene Vernichtung. So entsteht das gewünschte Modell Mensch, das für jeden wirtschaftlichen Zweck (als mobile anspruchslose Arbeitskraft) oder für jedes politische Ziel – als global verfügbarer Demonstrant und Aufständischer –  manipulierbar ist. Wer denkt da nicht an die Maoistische Kulturrevolution, die mit dem Schlachtruf „Zerstört alles Alte! Schafft den Neuen Menschen!“ unermesslichen Schaden anrichtete? Von einigen Politikern in Deutschland und Österreich ist bekannt, dass sie sich selbst als Maoisten outeten…

2. Wo liegen die Wurzeln der Gender – Ideologie?

An die Wurzeln, eigentlich an das Wurzelgeflecht, gelangt man, wenn man die Kerninhalte an Schlüsselwörtern, wie Sexualität, Gleichheit, Revolution, Gesellschaftsveränderung, Freiheit, Befreiung, Vielfalt, Pluralismus oder Rollenbilder und neuer Mensch festmacht. Oder wenn man das Repertoire der verwendeten Verben auflistet: kämpfen, bekämpfen, dekonstruieren, aufbrechen, abschaffen, ausmerzen. Welch immenses Aggressionspotential wird durch diese Diktion sichtbar! Die sonst in politischen Reden ständig präsenten Wörter Dialog, Respekt oder Toleranz sind nur Maske, um ein hässliches Gesicht zu verbergen. Auch das Fehlen des Gottesbegriffs ist ein wichtiger Hinweis. Die Speerspitze der Kampftruppen waren und sind linke Frauen, wie die schon erwähnte „Klassikerin der feministischen Soziologie“, die Französin Simone de Beauvoir (1908 – 1986), die amerikanische Radikalfeministin Judith Butler,  die deutsche „Emma“ Alice Schwarzer und unsere ehemalige sozialistische Frauenministerin Johanna Dohnal (1939 – 2010), die 1975 die straffreie Abtreibung durchgesetzt hatte.

 

Die erste Wurzel: Die Macht der Sexualität: Freud, Reich und die

Frankfurter Schule

Im Fokus des Generalangriffs steht die Sexualität als alles steuernde Triebkraft. „Der Mensch ist nicht Herr seiner selbst“ meint Sigmund Freud. Nach der Theorie der Psychoanalyse bestimmt sie das Sein und das

Handeln des Individuums, die Sozialstruktur, Rechtsordnung und Kultur einer Gemeinschaft und die gesamte Menschheitsentwicklung. Ist der Code der Zweigeschlechtlichkeit geknackt, wie das Atom bei der Kernspaltung, dann explodiert die Bombe mit globaler Zerstörungskraft.

Freud war es auch, der in den „Drei Abhandlungen zur Sexualität“ den Menschen als von Anfang an bisexuell veranlagt sah. Eine Fixierung auf ein Sexualobjekt trete erst im Lauf der individuellen Entwicklung ein.

Homosexualität, Pädophilie und Sodomie bezeichnet er ausdrücklich als Abirrungen, die durch äußere Beeinflussung, wie zum Beispiel durch Sexualeinschüchterung, entstehen würden – Ansichten, die heute auf erbitterten Widerstand stoßen. Homosexuelle behaupten eine genetische Ursache ihrer Orientierung, eine unkorrigierbare Veranlagung, und wehren  sich heftig gegen angebotene therapeutische Maßnahmen.

Ein Schüler Freuds, der Kommunist Wilhelm Reich (1897 – 1957), wird als „Vater der 68er Revolution“ von linken Gruppierungen hochgejubelt. Besonderes Interesse findet er derzeit bei der Antifa, war er doch von den Nazis verfolgt worden. In seinem Buch „Die Sexualität im Kulturkampf“ (1936), das 1966 mit dem neuen Titel Die sexuelle Revolution“ veröffentlicht wurde, greift er die patriarchalische Familie die er als Zwangsfamilie bezeichnet – frontal an. Seiner Meinung nach würden dort Charaktere herangezogen, die sich der repressiven Ordnung (damals auf den Nationalsozialismus bezogen) unterwerfen würden. Außerdem sei die Familie nicht „als Baustein und Grundlage, sondern als Folge einer bestimmten ökonomischen Struktur der Gesellschaft“ anzusehen.

Passendes Detail am Rand: Auf der Welt-Frauenkonferenz in Peking 1995 schlug eine der Teilnehmerinnen vor, das Wort Familie durch „Freundschaft“ zu ersetzen.

Die Rebellen der Frankfurter Schule, Adorno, Horckheimer und Marcuse, machten sich mit Begeisterung an die praktische Umsetzung von Reichs Devastierungsanleitungen. Die antiautoritäre Erziehung negierte die Verantwortung der Eltern (bei gleichzeitiger finanzieller Verpflichtung), ruinierte das Ansehen von Lehrern und verhöhnte die Sexualmoral der Kirche. Die 68er Generation entledigte sich aller Zwänge und lebte die sexuelle Befreiung voll aus, bevor sie den berüchtigten „Marsch durch die Institutionen“ antrat und dort die Weichen für die Gender-Revolution stellte.

Jedenfalls liegt mit dieser Mischung aus Psychoanalyse und Marxismus, dem Freudomarxismus, die zweite Wurzel der Gender-Ideologie offen da, der Kommunismus.

Noch ein weiteres nicht unwesentliches Detail: Reich gründete in der Zwischenkriegszeit den kommunistischen „Deutschen Reichsverband für  Proletarische Sexualpolitik“, abgekürzt Sexpol. Zweck: die „vollständige Politisierung der Sexualfrage – heute ein erklärtes Ziel von GenderMainstreaming.

Die zweite Wurzel: Der Zwang zu Gleichheit und Gesellschaftsveränderung

Mit dem Zerfall des Sowjetimperiums schien die kommunistische Ideologie in Europa untergegangen zu sein. Die Herrschaft des Arbeiterproletariats war vorbei. Doch der Klassenkampf endet nie, immer entdeckt er neue Objekte, die sich zur Durchsetzung seiner Gleichheitsutopie eignen. Ein Neidkomplex?

In der Vorratskiste der revolutionären Theoretiker versteckt sich ein uralter, ja ewiger Gegensatz, den zu bearbeiten schon Friedrich Engels (1820 – 1897) reizvoll fand, der Unterschied zwischen Mann und Frau. So schrieb Engels 1884:

„Der erste Klassengegensatz, der in der Geschichte auftritt, fällt zusammen mit der Entwicklung des Antagonismus von Mann und Weib in der Einzelehe und die erste Klassenunterdrückung mit der des weiblichen Geschlechts durch das männliche.“

Daraus ergibt sich für alle Linken, dass die Unterdrückung der Frau durch den Mann zu beseitigen sei, am besten durch Umkehrung der Machtverhältnisse in eine Frauenherrschaft. Klingt das nicht sehr aktuell?

Am 19. März 2011 zogen 5000 Frauen in einer Großdemonstration durch Wien und forderten Frauenrechte. Als Veranstalter präsentierten sich das Bundeskanzleramt und das Frauenministerium.

Das Institut der Einzelehe zwischen Mann und Frau kann zum  Auslaufmodell degradiert und durch andere, zeitgemäße (!) Formen ersetzt werden, zum Beispiel durch gleichgeschlechtliche Partnerschaften, alleinerziehende Frauen mit wechselnden Freunden, Lebensgemeinschaften mit Ablaufdatum, Patchworks oder polygame Formen, wie sie uns Zuwanderer vorleben. Die traditionelle, als autoritär diffamierte Kernfamilie bleibt immer ein zentraler Angriffspunkt im Zerstörungsprogramm. Zwei neue Definitionen lassen aufhorchen: „Familie ist dort, wo Kinder sind“ und „Familie heißt Beziehungen“. Die Auflösungstendenzen sind nicht zu übersehen.

Als sehr lernfähig und fortschrittlich erweist sich in Deutschland auf diesem Sektor die evangelische Kirchenführung. Auf der EKD-Synode im November 2010 wurde ein neues Pfarrdienstgesetz beschlossen, das die Öffnung des Pfarrberufs für Homosexuelle mit ihren Partnern zum „familiären Zusammenleben“ vorsieht. Frei und fröhlich sollte man ans Werk gehen, denn die Liebe sei das Wichtigste, meinte einer der Initiatoren.

Das Wort Familie wurde in dem „Homosexuellenerlass“ bewusst vermieden. So weit kommt es also, wenn Kirchenvertreter die eigene Glaubensgrundlage, die Bibel, in Frage stellen und sich wie die Katholiken im „aggiornamento“ an weltliche Ideologien anpassen.

Die EU beseitigt Ungleichheiten!

Die EU reaktivierte ohne größeres Aufsehen die Engel´schen Überlegungen und goss sie in eine moderne Version. So heißt es im EG-Vertrag von Amsterdam (1999) bei den Grundsätzen (Art. 2): „Aufgabe der Gemeinschaft ist es, …die Gleichstellung von Männern und Frauen…zu fördern.“ Und weiters (Art. 3 Abs. 2): „Bei allen in diesem Artikel genannten Tätigkeiten wirkt die Gemeinschaft darauf hin, Ungleichheiten zu beseitigen und die Gleichstellung von Männern und Frauen zu fördern.“

Art. 13 EGV, der Antidiskriminierungs-Artikel, ergänzt, der Rat könne  „Diskriminierungen auf Grund des Geschlechts… oder der sexuellen Ausrichtung… bekämpfen“. Auch die Grundrechtecharta der EU (2000) verlangt: „Die Gleichheit von Männern und Frauen ist in allen Bereichen, einschließlich der Beschäftigung, der Arbeit und des Arbeitsentgelts, sicherzustellen“.

Da wäre doch zu diskutieren, ob der im Art. 2 Staatsgrundgesetz und in Art. 7 Abs. 1 B-VG verankerte Gleichheitsgrundsatz „Vor dem Gesetze sind alle Staatsbürger gleich“ nicht doch ausgereicht hätte? Aber nein, wir waren 1998 sogar einer der ersten Staaten Europas, der den Gleichstellungsgrundsatz verfassungsrechtlich in Art. 7 Abs. 2 B-VG verankerte: „Bund, Länder und Gemeinden bekennen sich zur tatsächlichen Gleichstellung von Mann und Frau…“. Blickten unsere Politiker wirklich nicht hinter die Kulissen oder handelten sie bewusst? Es hätte doch der überdeutliche Bezug auf ideologisch belastete Wörter wie Gleichstellung, Gleichbehandlung und Chancengleichheit auffallen können!

Es muss gesagt werden: Er ist wieder hier, der tot geglaubte Marxismus, diesmal samtpfötig über europäisches Primärrecht eingeschleust, ohne revolutionäres Chaos, aber mit ungeheurer Destabilisierungswirkung auf die Gesellschaft. Wir merken erst jetzt, dass wir in eine kommunistische Ideologie eingefangen wurden, die sich Gender-Perspektive nennt! Sie muss als mainstream, also als Leitprinzip oder Querschnittsmaterie, in allen Sparten der Politik durchgesetzt werden, und zwar top – down, von oben nach unten, wie im Kadersystem. Es regiert der politische Wille der Führungselite. Eine Einbindung der Bürger könnte das Projekt in Frage stellen oder gar stoppen. Also eine unverkennbar dirigistische Maßnahme.

Die deutsche Bundesregierung zum Beispiel schwindelte 1999 die Einführung des Gender-Mainstreaming-Prinzips durch einen einfachen Kabinettsbeschluss am Bundestag vorbei. Wenn man weiß, dass die EU ein erhebliches strukturelles Demokratiedefizit hat, wird man sich nicht  wundern, dass demokratische Spielregeln nicht angewendet werden.

Die Befreiung der Frauen als Klassenkampfziel

Wie wir wissen, kämpft der Marxismus heroisch gegen jede Form von Herrschaft, selbstverständlich nicht gegen seine eigene. Er befreite die Arbeiterklasse von der Unterdrückung durch das Kapital, doch die klassenlose Gesellschaft funktionierte nicht ganz nach Masterplan. Also ein anderer Versuch, diesmal mit den Frauen. Es gibt Thesen, die meinen, der Reale Sozialismus sei deshalb gescheitert, weil er die Frauenfrage nicht gelöst hätte. Also wird der Klassenkampf auf die Ebene der Sexualität verlagert und mit dem Ziel der Abschaffung der Klasse des Geschlechts neu konzipiert. Die Logik der Gedankengänge ist einfach: Mann und Frau sind unterschiedlich, Unterschiedlichkeit ist Ungerechtigkeit, Ungerechtigkeit ist zu beseitigen. Ungerecht behandelt, ja unterdrückt, werden die Frauen immer schon vom Mann und in der Familie. Aus der oben zitierten Textstelle aus Friedrich Engels´ Schriften: „Der erste Klassenkampf ereignet sich in der Familie“ ist als Kampfstrategie der Aufbau von Feindbildern abzuleiten: der Mann und seine Privilegien, die Familie und die Hausfrauenrolle, Kind und Verantwortung.

Wir sind bei der feministischen Revolution. Schon die sozialistischen Frauenrechtlerinnen an der Wende vom 19. zum 20 Jh. gingen für die Befreiung vom Patriarchat (und für das Frauenwahlrecht) auf die Straße.

Die Feministinnen der Nachkriegszeit nahmen den ganzen Katalog marxistischer Forderungen als Credo und modernisierten ihn. Aus: „Wiedereinführung des ganzen weiblichen Geschlechts in die öffentliche Industrie“ wurde „Schaffung von Arbeitsplätzen für Frauen“. Aus „Sklavin seiner Lust und bloßes Werkzeug der Kinderzeugung“ wurden promiskuitive und lesbische Lebensweisen, der Hass auf die Männer, die Verweigerung der Fortpflanzung, die Tötung ungeborener Kinder und die Vernachlässigung der zufällig Geborenen. Endlich hatten die diskriminierten, ausgebeuteten, versklavten Frauen eine Anlaufstation für ihre angeblichen Probleme gefunden und ziehen nun begeistert mit. Sie stürmen die freien oder extra für sie geschaffenen, volkswirtschaftlich oft unnützen Arbeitsplätze und tauschen Karriere gegen Familie. Sie glauben, an die Schalthebel der Macht zu kommen, notfalls als Quotenfrauen. In Wirklichkeit dienen sie der Ideologie als Werkzeug. Die Männer lehnen sich zufrieden zurück und lassen die Frauen arbeiten. Oder sie resignieren und gehen nach dem AMS zum Psychiater oder in die nächste Schwulenbar. Der Teufel reibt sich schadenfroh die Hände…

Hier liegt die Schnittstelle mehrerer Wurzeln des Systems. Hier und jetzt treffen sich Marxismus, Feminismus, Homosexuellenbewegung in einer äußerst wirksamen Symbiose auf dem Fundament des Atheismus. Und hier beginnt die politische Umsetzung der Gender-Theorie in die Praxis von UNO, EU und deren Mitgliedstaaten, allerdings im positiv besetzten Tarnanzug wie „Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern“, „Gleichbehandlungsgesetz“, „Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern im Recht der EU“ und so weiter. Gender-Gleichheit ist ein vorgegebenes marxistisches Ziel.

 

Wer sind die Theoretiker?

Interessant sind Blicke in die Werkstätten renommierter Feministinnen und Gleichgeschlechtstheoretikern. Eine kleine Auslese: Judith Butler (geb. 1956, USA), die Gender-Chefideologin, ist Führungsmitglied von IGLHR (International Gay and Lesbian Human Rights Commission), einer bei der UNO als NGO akkreditierten Homosexuellenorganisation. Ihr Lieblingswunsch ist die „Dekonstruktion von Frauen und Männern“, denn „Die Naturalisierung der Heterosexualität wie auch der männlichen sexuellen Aktivität sind diskursive Konstruktionen“. Verstanden? Die Idee stammt allerdings nicht von ihr selbst, sondern von Michel Foucauld, einem an Aids verstorbenen französischen Philosophen, der herausgefunden haben wollte, dass Sexualität nichts Natürliches sei, sondern im 19. Jh. konstruiert worden wäre (!). Bei ihm hat übrigens auch die deutsche Feministin Alice Schwarzer studiert und vieles gelernt.

Butler zeigt in ihren Schriften, die in allen globalen Organisationen hoch geschätzt sind, eine konfuse Weltsicht, weit von der Realität entfernt. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – gilt ihr Hauptwerk „Das Unbehagen der Geschlechter (1990) als „wissenschaftliche“ Basis der Gender-Ideologie, jedenfalls was die exaltierte, absichtlich unverständliche Sprache betrifft. Hier ein griffiges Textbeispiel:

Gender als Macht argumentiert, dass Frauen und Männer gemacht, nicht geboren sind. Sie werden genau durch diese Labels geschaffen – es sind Labels, die einige Türen öffnen, andere schließen. Das Labeling erzeugt ein Scheinwesen und setzt die Ungleichheit weiter fort, weil jenes menschliche Wesen, das die eine Bezeichnung hat, mehr Rechte und Privilegien hat als das andere, das eine andere Bezeichnung hat.“

Da hat die Radikalfeministin Shulamith Firestone (geb. 1945, Kanadierin, wegen einer Geisteskrankheit politisch inaktiv), die „Ikone der 68er Bewegung“, ganz andere, sehr konkrete Vorstellungen. Ihr Buch mit dem Titel „Frauenbefreiung und sexuelle Revolution“ (1970) gilt als das wichtigste Manifest der Frauenbewegung in den USA. In geistiger Verbundenheit mit Marx, Engels, Freud und Beauvoir trifft ihr ganzer Hass die Familie. Sie spricht von der „Tyrannei der biologischen Familie“ und fordert „Nieder mit der Kindheit!“ Weil Schwangerschaft in ihren Augen „die zeitweilige Deformation des menschlichen Körpers für die Arterhaltung“ ist, muss die Frau vom Rollenklischee der Mutterschaft befreit werden. Sie weiß auch, wie: durch künstliche Fortpflanzung. Auf natürlich geborene Kinder hätte die Mutter nämlich einen Besitzanspruch, den es zu zerstören gelte, „damit…Kinder um ihrer selbst geliebt werden“. Sie sollten dann in Wohngemeinschaften mit bis zu zehn Erwachsenen aufgezogen werden. Kennen wir das nicht vom Mühl- Kommunenexperiment im Burgenland?

Wie sie selbst zugibt, war sie stark beunruhigt von der Bevölkerungsexplosion, die in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts ständig als Gefahr thematisiert wurde. Daher sind ihr Lebensstile ohne Fortpflanzungszwang am liebsten. Heute schaffen Gentechniker, Humanmediziner und Molekularbiologen den „neuen Menschen“, indem sie Embryonen mit der Methode der Präimplantatsdiagnostik, PID, vor einer Invitro-Fertilisation selektieren, um nur den besten eine Lebenschance zu ermöglichen. Die anderen werden weggeworfen!

Der Mensch als Ware.

3. Der Gender-Siegeszug durch die Institutionen – düstere Aussichten für Männer

 

Dem Zangengriff der Sanktionen wollte sich die Regierung Schüssel durch besondere Vasallentreue gegenüber der EU entwinden. Nachdem Österreich das Gender-Mainstreaming-Prinzip als einer der ersten Mitgliedstaaten bereits 1998 in der Bundesverfassung verankert hatte – als Absatz 2 im Gleichheitssatz des Art. 7 B-VG) – verabschiedete der Ministerrat in rascher Reihenfolge drei Beschlüsse mit weit reichenden Konsequenzen: Am 11. Juli 2000 formierte sich eine Interministerielle Arbeitsgruppe (IMAG), 2002 war das Arbeitsprogramm fertig, und 2004 konnten die Vorschriften zur Implementierung des Genderprinzips bekannt gegeben werden.

Die Gesetzeslage ist komplex, die Bezeichnungen sind verwirrend. Neben dem Bundes-Gleichstellungsgesetz (30. 11. 2001, Novelle 2009), das die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Bundesverwaltung und den Gerichten des Bundes regelt und auf die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie abstellt (Besoldungsgleichheit gab es schon in der unmittelbaren Nachkriegszeit), gibt es Gleichbehandlungsgesetze für Bund, Länder und Gemeinden. Ihr Ansatz ist Angleichung und Schutz benachteiligter Gruppen, auch der Frauen und der Genderpersonen, im Zuge der Umsetzung der Antidiskriminierungs-Richtlinie 2004/113 EG.

Dabei wirbelte die letzte Novelle des Gleichbehandlungsgesetzes im November 2010 viel Staub auf, weil sie tief in die Privatautonomie von Unternehmern und letztlich in die Meinungsfreiheit eingreift, gar nicht zu reden von überbordender Bürokratie und anfallenden Kosten. Dieses Gesetz ermöglicht es erstmals, dass eigene Gefühl, nicht einen Tatbestand, als Argumentation geltend zu machen. Der Beschuldigte ist dann gezwungen, in Umkehr der Beweislast seine Unschuld zu belegen.

Die flächendeckende Einführung der Genderperspektive brachte überall, in allen Sektoren der Verwaltung, eine wundersame FrauenArbeitsplatzvermehrung mit sich.

So gibt es Gleichstellungsbeauftragte im Familienministerium, eine Gleichbehandlungsanwaltschaft, eine Gleichbehandlungskommission, Kontaktfrauen usw. Daran schließen sich noch besondere Förderungsmaßnahmen für Frauen, wie Frauenförderungspläne, Aufnahmebevorzugung bei gleicher Qualifikation, Frauenquoten, Vorteile beim beruflichen Aufstieg und bei der Aus- und Weiterbildung. Nach § 37 des Wiener Gleichbehandlungsgesetzes, dem Frauenförderungsgebot, gelten sie als positive Diskriminierung, gegen die es keinen Klagsweg gibt. Wie soll ein junger Mann eine Familie gründen, wenn er keinen Job bekommt? Familienzerstörung kann auch Familienverhinderung sein!

Für die umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit braucht man Protokolle, Broschüren, Leitfäden und Evaluierungsberichte, im Internet und in Papierform. Irgendwann einmal war von Verwaltungsreform und  Sparplänen die Rede gewesen. Hier stehen offenbar trotz Krise unerschöpfliche Mittel zur Verfügung.

Nicht einmal das Budget kann sich dem Geschlecht entziehen. Seit 1. Jänner 2009 ist die Genderideologie im Haushaltswesen des Staates in der Verfassung verankert (Art. 13 Abs. 3 B-VG). Das bedeutet, dass jeder Budgetposten, ausgaben- wie einnahmeseitig, danach untersucht werden muss, ob er der Gleichstellung dient, also den Frauen zugute kommt. „Es ist ein wirkungsvolles Analyse- und Steuerungsinstrument, das Geschlechtergerechtigkeit auch durch eine veränderte Haushaltsführung bzw. –politik herstellt“ liest man im Erläuterungstext des Bundeskanzleramtes 2007.

In Wien wird Gender Budgeting bereits seit 2005 konkret angewendet. Als Pilotbezirk stellte sich damals der 12. Bezirk Meidling zur Verfügung. Für die Bewohner änderte sich nichts. Nur über einige linke Frauenkommunen wurde das Förderungsfüllhorn ausgeschüttet. Der Bund verwirklichte diesen finanzpolitischen Aspekt erstmals beim Budget 2010.

Böse Zungen behaupten, es wäre deshalb nicht termingerecht vorgelegen. Die Berechnungsmodelle mussten erst entwickelt werden und sind unterschiedlich. Jedenfalls wird mit großem Verwaltungsaufwand umverteilt.

Selbstverständlich ist auch die Legistik nicht ausgenommen. Gesetze und Verordnungen müssen bereits in ihrer Entstehungsphase einer systematischen Gleichstellungsprüfung unterzogen werden, denn eine Regelung kann verschiedene Auswirkungen auf Männer und Frauen haben, wie Medikamente. Wir verabschieden uns von der geschlechtsneutralen Gesetzgebung.

Seit November 2010 ist Gender Mainstreaming als Leitprinzip im Bereich der Universität Wien präsent. Auch hier ist Frauenförderung Thema Nummer eins. Schwerpunkte sind Berufungen, Karriereschübe, Gender  Monitoring und Initiativen im öffentlichen Raum. Da gibt es für Männer nur mehr wenige Chancen. Die Vorarbeit leistete unter anderem das Frauenreferat der ÖH an der Johannes Kepler Universität, das auch die geschlechtersensible Sprache bei Vorlesungen und Seminararbeiten fordert. Als Spitzenprodukt studentischer Initiativen auf dem Sektor der Geschlechtsumwandlung mit Marx und Butler kann das Magazin „unique“ der Hochschülerschaft empfohlen werden. Es wird jedem Inskribierten unter Missachtung des Datenschutzes per Post an die Wohnadresse zugeschickt. Schließlich finanziert er es ja mit seinem Beitrag. Sehr lesenswert! Gender Studies als Wahlfächer gibt es schon seit einigen Jahren, zum Beispiel am Juridicum in Wien. Ein Interfakultäres Masterstudium „Gender, Culture and Social Change“ ist ein Novum, das die Universität Innsbruck anbietet. Ziel ist explizit eine Ausbildung zur Gesellschaftsveränderung.

 

4. Die verordnete Gesellschaftsveränderung – eine Zusammenfassung

Dass mit dem Genderprojekt eine Gesellschaftsveränderung durchgesetzt werden soll, ist evident. Die Politiker müssen es wissen. Die Bevölkerung aber kennt den Begriff „gender“ kaum. Dagegen werden Wörter wie Gleichstellung, Gleichbehandlung, Chancengleichheit oder Geschlechtergerechtigkeit von den Frauen als durchaus positiv besetzt empfunden, denn die Maßnahmen konzentrieren sich vorerst auf den Arbeitsmarkt: eigenes Einkommen und daher eine finanzielle Unabhängigkeit vom Mann, Zugang zu allen Berufen, Quoten und Karrieremöglichkeiten, insgesamt eine Aufwertung weiblicher Existenz.

Doch Gender Mainstreaming will nicht die wirtschaftliche Lage der Frauen ändern, sondern den Menschen selbst, und zwar in seinem Kern, in seiner geschlechtlichen Identität. Die Strategie ist durchaus perfide. Sie verweist die Realität der Zweigeschlechtlichkeit in den Bereich der Irrealität und behauptet mehrere Geschlechter und deren Austauschbarkeit. Ein Symptom von Wohlstandsirrsinn? Kein vernünftiger Mensch wird dieser Auffassung folgen. Sie widerspricht den eigenen Erfahrungen und den Erkenntnissen der Biologie. Die Ausschaltung der Vernunft ist jedoch Teil der Strategie zum Zweck der Wahrheitsumkehrung, der Dominanz der Lüge. Jeder Unsinn, der ununterbrochen verbreitet wird, findet schließlich Glauben. Und so legitimiert Gender Mainstreaming die Aktivitäten von Homosexuellengruppierungen und Minderheiten, die andere sexuelle Orientierungsvarianten behaupten. Die Politik erzwingt gesetzlich Akzeptanz und fährt den Kurs in Richtung Diktatur.

Hinter der Kulisse der Gleichstellung formiert sich der Generalangriff auf die Schöpfungsordnung. Der Mensch rebelliert gegen die ihm von Gott zugedachte Individualität als Mann oder Frau und will sich nach eigenen Wünschen, als sein eigener Gott, selbst „erschaffen“. Er glaubt, damit einem Zwang zu entkommen und vernichtet sich selbst und seine Kultur. Was versprach die Schlange den ersten Menschen? „Wenn ihr von diesem Baum esst, werdet ihr wie Gott!“

Dann folgte die Vertreibung…





Für eine Politik der Freiheit und Werte

8 08 2011

Gastbeitrag von Almut Rosebrock

Die Umfragewerte für rot-grün, also für einen Politikwechsel, sind hoch.

Aber: Sowohl SPD als auch Grüne haben an zentraler Stelle in ihren Programmen die „sexuelle Gleichstellung“ aller Richtungen. Die sexuelle Umerziehung an Kindergärten und Schulen steht in den Startlöchern – in Berlin, Baden-Württemberg und NRW kurz davor.

In der Bibel und im Koran finden sich sehr klare Aussagen zum Thema praktizierte Homosexualität und dergleichen. Gott hat  Mann und Frau  füreinander geschaffen.

Aus dieser Liebe lässt Er Frucht erwachsen. Er segnet den Ehebund mit Vorteilen für beide Partner und einem guten Aufwachsen der Kinder in der Familie, mit Mutter und Vater. Das ist das Evolutionsprinzip der Menschheit bis hierher.

Die aktuelle, „moderne“ Politik will das „über den Haufen werfen“. Die Homosexuellen-Lobby sitzt bereits an Schlüsselstellen – und kämpft für ihre Ziele. Interessanterweise auch mit dem Begriff „Freiheit“.

So werden also demnächst Lehrer, die als Christen die Bibel als Maßstab für ihr Leben haben, in der Schule bereits den kleinen Kindern verkünden MÜSSEN, jede „sexuelle Ausrichtung“ sei gut und „in Ordnung“.

Gläubige Eltern (und das betrifft ebenso die Moslems) werden akzeptieren MÜSSEN, dass ihre Kinder in diesem „modernen, freien Geist“ unterrichtet, ich würde sagen INDOKTRINIERT werden. Auch wenn unsere über tausende von Jahren ausgeübte Religion etwas anders sagt.

Ist das Freiheit???  Können wir das wollen?

Ich würde es eher als gottlose Politikdiktatur bezeichnen, was sich, nah am Horizont, bei uns abzeichnet.

Ich kann hierzu nicht schweigen – gemeinsam mit vielen anderen Menschen, die vor Gott niederknien und ihre Hände im Gebet falten! Deutschland und Europa dürfen nicht zu Ländern der Gott- und Morallosigkeit gemacht werden!

Würde es so durchgeführt werden, führte es übrigens auch sehr bald zu ganz starken Widerstandsaktionen von muslimischer Seite. Hier wird nämlich für Gottes Ehre auch mit Waffen gekämpft, wie wir aus schlimmen Ereignissen wissen.

Das rot-grüne Multi-Kulti-Land wird sich, werden diese Vorstellungen umgesetzt, sehr bald in ein Land im Krieg verwandeln, unter ganz anderen „Vorzeichen“!

Es darf nicht so weit kommen! Besinnen Sie sich, besinnen wir uns auf Gottes hohe Werte, auf Seine Liebe zum Leben, zu uns, zu seiner Erde.

Leisten wir klaren Widerstand zu derartigen Bestrebungen, die die Glaubens- und Gewissensfreiheit mit Füßen treten!

 

Almut Rosebrock, Apothekerin und Mutter, Wachtberg bei Bonn

Aktionsbündnis “Gerne leben mit Kindern“, www.glmk.de

 

Die Bibel, Prophet Jeremia, Altes Testament:

Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über Euch habe, spricht der Herr:

Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich Euch gebe das Ende, des Ihr wartet.

Kapitel 29, Vers 11

 

Gott segne unser Land!

 





DER EUROPÄISCHE HAFTBEFEHL öffnet die Türe zur Christenverfolgung

2 06 2011

Gastbeitrag von Dr. Alfons Adam

DER EUROPÄISCHE HAFTBEFEHL
Seit 1. Mai 2004 ist in Österreich das „Bundesgesetz über die justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU-JZG)“ großteils in Kraft. (Im folgenden zitierte und mit § versehene Texte stammen aus diesem Gesetz.) Bis 1. Jänner 2009 galt jedoch,
daß die Vollstreckung eines ausländischen Haftbefehls gegen einen österreichischen Staatsbürger abzulehnen war, „wenn die Tat, derentwegen der Europäische Haftbefehl erlassen worden ist, nach österreichischem Recht nicht mit gerichtlicher Strafe bedroht ist.“ (§ 77 Abs. 2). Oder mit anderen Worten: Seit dem genannten Datum kann ein Österreicher wegen einer Tat an irgendeinen EU-Staat ausgeliefert werden, die nach unserem Recht gar nicht strafbar ist. (Abgesichert ist diese Anordnung rechtlich dadurch, daß § 77 Abs. 2 in den Verfassungsrang gehoben wurde.)
Befassen müssen wir uns mit diesem Haftbefehl, weil die konkrete Gefahr besteht, daß österreichische Staatsbürger – etwa wegen ihrer christlichen Glaubensüberzeugung oder weil sie den Mächtigen unliebsam aufgefallen sind – ins Ausland deportiert werden und dort für lange Zeit hinter Schloss und Riegel verschwinden könnten.

DIE UNBEDENKLICHE SEITE DIESES GESETZES
Der österreichische Gesetzgeber hat sich sichtlich bemüht, die Auslieferung bzw. Übergabe eigener Staatsbürger nach
Möglichkeit zu vermeiden. Bei einem österreichischen Tatort ist die Übergabe auf Grund eines Europäischen Haftbefehls immer
unzulässig, unabhängig von der Staatsbürgerschaft des Betroffenen. Dies gilt auch, wenn die Taten nach österreichischem Recht nicht gerichtlich strafbar sind (§ 6). Für strafbare Handlungen im Inland gelten die österreichischen Strafgesetze uneingeschränkt. Dies gilt auch für Straftaten, die
auf einem österreichischen Schiff oder in einem österreichischen Flugzeug begangen worden sind. In § 64 des (österreichischen) Strafgesetzbuches sind eine Reihe von strafbaren Handlungen angeführt, die auch dann nach österreichischem Recht strafbar sind, wenn sie im Ausland begangen werden, und dies unabhängig von den Gesetzen des Tatortes. Die Auslieferung eines österreichischen Staatsbürgers
ist weiters dann unzulässig, wenn im Inland bereits ein Strafverfahren eingeleitet wurde, auch wenn dieses Strafverfahren so endet, daß die Staatsanwaltschaft die Anzeige zurückgelegt hat oder das Verfahren eingestellt worden ist (§ 7). Diese Bestimmung wird sogar so weit interpretiert, daß ein ausländischer Haftbefehl als Strafanzeige gesehen wird, die von der Staatsanwaltschaft zurückgelegt werden kann, gleichgültig um welche Art von Straftat es sich handelt. Weiters gibt es noch die Bestimmung, daß die Übergabe österreichischer
Staatsbürger wegen Taten, die dem Geltungsbereich der österreichischen Strafgesetze unterliegen, unzulässig ist (§ 5).
Ziel dieser Bestimmung ist offensichtlich, die Übergabe eigener Staatsbürger wegen in Österreich nicht strafbarer Handlungen
zu vermeiden. Die Ablehnung der Vollstreckung eines Europäischen Haftbefehls gegen eigene Staatsbürger
wegen nach österreichischem Recht nicht strafbarer Handlungen wird also in den meisten Fällen möglich sein, wenn die inländischen Behörden das wollen.
Schließlich gibt es noch die Bestimmung, daß die Vollstreckung eines Europäischen Haftbefehls stets nur unter der Bedingung zulässig ist, daß der Betroffene zum Vollzug der vom Gericht des ausländischen Staates verhängten Freiheitsstrafe oder der mit Freiheitsentziehung verbundenen vorbeugenden Maßnahme nach Österreich rücküberstellt wird (§ 5 Abs. 5).

DIE BEÄNGSTIGENDEN SEITEN DIESES GESETZES
Bedeutet das also, daß die Einleitung dieses Artikels grundlose Polemik ist? Oder anders gesagt, kann jeder österreichische Staatsbürger (etwa ein Dissident, was Gender-Mainstreaming betrifft, oder ein den Mächtigen durch Fundamentalopposition gefährlich Werdender) in Wirklichkeit doch ruhig schlafen?
Leider nein. Die Bestimmungen des Gesetzes zum Europäischen Haftbefehl sind so widersprüchlich, daß die zukünftige Praxis
große Sorgen bereiten muß. Und das aus folgenden Gründen:

a. Es gehörte immer zu den Grundsätzen der Strafrechtspflege, daß eine Auslieferung nur erfolgt, wenn die Tat in beiden betroffenen Staaten strafbar ist, und das gilt grundsätzlich noch immer. Man spricht von beiderseitiger Strafbarkeit. Alle Alarmglocken läuten müssen aber deshalb, weil es zu dem hier behandelten Gesetz als sogenannten Anhang I eine Liste von 32 Straftaten gibt, bei denen die beiderseitige Strafbarkeit nicht geprüft wird.
Diese Straftaten werden nicht näher definiert, also sozusagen nur mit ihrer Überschrift angeführt. Und hier gilt die Bestimmung, daß bei Einordnung einer Handlung in eine Kategorie von Straftaten nach Anhang I durch die ausländische Justizbehörde (also durch den ausländischen
Staat) die wörtliche Übereinstimmung mit Begriffen des Vollstreckungsstaats (also wenn eine österreichische Behörde auf Grund eines Europäischen Haftbefehls tätig werden soll) nicht erforderlich ist. Was das bedeutet, muß noch näher behandelt werden.

b. Einen klaren Widerspruch bringt § 39, wonach eine über einen österreichischen Staatsbürger im Ausland verhängte Freiheitsstrafe auch dann im Inland zu vollstrecken ist, wenn die dem Europäischen Haftbefehl zu Grunde liegende Tat nach österreichischem Recht nicht mit
gerichtlicher Strafe bedroht ist.

c. Im besagten Gesetz ist auch von ausländischen „Sicherstellungsentscheidungen“ die Rede, die zur Beschlagnahme von Beweismitteln und
Vermögensgegenständen führen können. (Letzteres kann man auch als Vermögensverfall bezeichnen.) Auch hier ist vorgesehen, daß die beiderseitige Strafbarkeit nicht zu prüfen ist, wenn die auswärtige Behörde die zu Grunde liegende Straftat einer der im Anhang I angeführten
Kategorie von Straftaten zuordnet (§ 45 Abs. 3).

d. Und schließlich gibt es – und darauf sei noch einmal hingewiesen – die in der Einleitung erwähnte Verfassungsbestimmung, nach deren Inhalt ab 1.1.2009 ein Österreicher wegen einer Tat an irgendeinen EU-Staat ausgeliefert werden kann, die nach unserem Recht gar nicht strafbar ist.

Das hier behandelte Gesetz enthält also unauflösbare Widersprüche, und gerade dieser Umstand macht es so gefährlich, weil damit der Willkür Tür und Tor geöffnet wird.

DER TATORT
Ein Schlüssel zum Verständnis dieses Gesetzes (im negativen Sinn) könnte die Definition des Tatortes sein. Was unter Tatort zu verstehen ist, ist in § 67 Strafgesetzbuch geregelt. Dazu gibt es zwei maßgebliche Theorien. Die sogenannte Handlungstheorie sieht den Tatort dort, wo der Täter gehandelt hat, die Einheits- oder Kombinationstheorie betrachtet als Tatort auch, wo der Erfolg eingetreten ist. Wenn – wie zu befürchten ist – das Gesetz über den Europäischen Haftbefehl für die Machthaber ein Instrument sein soll, Gesinnungen zu verfolgen, dann greifen unter Anwendung der Einheitstheorie die Bestimmungen über den österreichischen Tatort und die österreichische Gerichtsbarkeit nicht. Unser Interesse muß sich dann auf jene Verfassungsbestimmung richten, die von der Auslieferung eines Österreichers wegen einer bei uns gar nicht strafbaren Tat handelt, und auf den Inhalt des Anhanges I. Denn wenn es auch die Bestimmung gibt, daß die Vollstreckung des Haftbefehls durch Übergabe zur Strafverfolgung (an das Ausland) stets nur unter der Bedingung zulässig ist, daß der Betroffene zum Vollzug der vom ausländischen Gericht verhängten Freiheitsstrafe oder der Untersuchungshaft nach Österreich rückgestellt wird, ist nirgends bestimmt, wie lange die Haft im
Ausland dauern kann; oder mit anderen Worten, wie lange ein Österreicher im Gefängnis eines Landes, dessen Sprache er vielleicht nicht spricht, wo der Kontakt zu seinen Familienangehörigen praktisch nicht möglich ist, verschwinden kann. Unter den hier aufgezeigten Aspekten
(Einheitstheorie für den Tatort, Straftat nach Anhang I) ist es nämlich sogar denkbar, daß ein Österreicher an einen ausländischen Staat ausgeliefert wird für eine Tat, die er in Österreich begangen hat und die hier bei uns gar nicht strafbar ist. Im Folgenden soll dargestellt werden, welche Umstände eine solche Befürchtung rechtfertigen.

DAS ENDE DER RECHTSSICHERHEIT

Folgende erprobte, grundlegende und verfassungsrechtlich abgesicherte Prinzipien der Strafrechtspflege werden außer Kraft gesetzt:

1. Nullum crimen sine lege.
Wörtlich übersetzt „Kein Verbrechen ohne Gesetz“ (auch „Nulla poena sine lege – Keine Strafe ohne Gesetz“) bedeutet dies nach bisher unstrittiger Auffassung, daß nur eine Tat strafbar sein kann, die einem im Gesetz ausdrücklich vorgesehenen Delikttypus in allen seinen Merkmalen entspricht. Zur Erläuterung für Nichtjuristen: Bei der Anwendung von Gesetzen im konkreten Einzelfall spielen die Begriffe Tatbestand und Sachverhalt eine wesentliche Rolle. So lautet der Grundtatbestand der Körperverletzung (§ 83 Strafgesetzbuch):
„Wer einen anderen am Körper verletzt oder an der Gesundheit schädigt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen“.
Dieser Tatbestand der Körperverletzung ist etwa dann erfüllt, wenn jemand einem anderen einen Faustschlag ins Gesicht versetzt und ihm dadurch ein „blaues Auge“ zufügt. Letzteres, also die Beschreibung dessen, was tatsächlich in der Wirklichkeit geschehen ist, nennen die Juristen Sachverhalt. Als weiteres Beispiel sei der Betrug genannt. Der Tatbestand wird im Gesetz (§ 146 Strafgesetzbuch) so beschrieben:
„Wer mit dem Vorsatz, durch das Verhalten des Getäuschten sich oder einen Dritten unrechtmäßig zu bereichern, jemanden durch Täuschung über Tatsachen zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung verleitet, die diesen oder einen anderen am Vermögen schädigt, ist mit
Freiheitsstrafe bis zu 6 Monaten und mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen“.
Wenn man hier zum Beispiel an die immer wieder vorkommenden Geschichten über „Neffen“ oder „Nichten“ denkt, die sich alten Leuten gegenüber als solche ausgeben, ohne es tatsächlich zu sein, und dann mit einer erfundenen Geschichte Geld herauslocken, dann ist das ein Sachverhalt, der in allen Punkten dem zitierten Tatbestand entspricht. Es muß also die Absicht bestehen, Geld herauszulocken. Es muß eine Täuschung über Tatsachen vorliegen (Verwandteneigenschaft und finanzielle Notlage) und eine Handlungsweise des Getäuschten, also die Herausgabe von Geld. Wenn eines dieser „Tatbildmerkmale“ fehlt, dann ist es kein Betrug, sondern ev. eine andere strafbare Handlung. Das festzuhalten, ist im gegebenen Zusammenhang sehr wichtig. Zu dem Gesetz, mit dem der Europäische Haftbefehl eingeführt wurde, gibt es
nämlich den erwähnten Anhang I, in dem 32 strafbare Handlungen angeführt werden, bei denen nicht zu prüfen ist, ob sie sowohl in dem betreffenden ausländischen Staat als auch in Österreich strafbar sind, was grundsätzlich die Vorraussetzung für Erlassung und Vollstreckung eines Europäischen Haftbefehls wäre. Und diese 32 Straftaten werden nur mit ihrer gängigen Bezeichnung angeführt, ohne genaue Definition (also ohne Tatbestand). Es heißt hingegen ausdrücklich im Gesetz, daß bei diesen im Anhang I angeführten Straftaten der Tatbestand in dem Land, von dem der Haftbefehl stammt, mit dem des österreichischen Strafgesetzes nicht übereinstimmen muß. (§ 4 Abs. 4). Eines der im Anhang I angeführten Delikte ist der Betrug. Wenn dieser nun im ausländischen Recht anders definiert sein sollte als in Österreich, dann kann es passieren,
daß ein Österreicher an diesen ausländischen Staat ausgeliefert wird wegen einer Straftat, die er nach österreichischem Recht gar nicht begangen hat, etwa weil nur einige aber nicht alle Tatbestandsmerkmale des Betruges (nach österreichischem Recht) vorliegen.

Was hier geschieht, ist ungeheuerlich.

Art. 18 Bundes-Verfassungsgesetz bestimmt, daß die gesamte staatliche Verwaltung nur auf Grund der Gesetze ausgeübt werden darf.

Es ist der Grundsatz der Gesetzmäßigkeit der Vollziehung (Legalitätsprinzip), der hier grundgelegt ist. Alle Akte staatlicher Organe, also auch der Gerichtsbarkeit, müssen im Gesetz begründet sein. Aus diesem Grundsatz der Gesetzmäßigkeit, ohne den es keinen Rechtsstaat gibt, folgt der Grundsatz der inhaltlichen Bestimmtheit der Gesetze. (Es müssen also alle Merkmale der strafbaren Handlung genau beschrieben sein, also eben der gesetzliche Tatbestand.) Das Verhalten der Staatsorgane muß im Gesetz so genau bestimmt sein, sowohl was Organisation und Zuständigkeit als auch den Inhalt betrifft, daß die zur Kontrolle berufenen übergeordneten Instanzen ihre Kontrollaufgaben überhaupt erfüllen können. Das alles wird in Frage gestellt, wenn es zur Anwendung des Europäischen Haftbefehls im zitierten Gesetz (§ 4 Abs. 4 EU-JZG) heißt, daß für die Einordnung einer Handlung in eine der Kategorien von Straftaten nach Anhang I durch die ausstellende Justizbehörde die wörtliche Übereinstimmung mit Begriffen des Vollstreckungsstaats nicht erforderlich ist.

Noch einmal im Klartext: Wenn die ausländische Justizbehörde auf Grund der dort geltenden Gesetze einen Haftbefehl erlässt, dann wird
dieser gegen einen Österreicher im Inland auch dann vollzogen, wenn die Straftat dort anders definiert ist als bei uns, wenn möglicherweise in Österreich gar keine strafbare Handlung vorliegt. Missachtet wird hier auch Artikel 6 der Europäischen Menschenrechtskonvention, welcher von einem fairen Verfahren handelt, und Artikel 7 dieser Konvention, wonach niemand wegen einer Handlung oder Unterlassung verurteilt werden kann, die zur Zeit ihrer Begehung nach inländischem oder internationalem Recht nicht strafbar war. Unter „internationalem“ Recht ist keinesfalls ausländisches zu verstehen. § 39 Abs. 1 EU-JZG sieht sogar ausdrücklich vor, daß eine von einem ausländischen Staat gegen einen österreichischen Staatsbürger verhängte Freiheitsstrafe auch dann im Inland zu vollstrecken ist, „wenn die dem europäischen Haftbefehl zu Grunde liegende Tat nach österreichischem Recht nicht mit gerichtlicher Strafe bedroht ist.“ Ähnliches gilt für einen vom auswärtigen Staat verfügten Vermögensverfall (§45), wenn die zu Grunde liegende Straftat von der ausländischen Justizbehörde einer der im Anhang I angeführten
Kategorie von Straftaten zugeordnet wurde.

2. Anwendung von Gummi – Paragraphen

In der Liste von Straftaten, bei denen die beiderseitige Strafbarkeit nicht geprüft wird (Anhang I), sind beispielsweise angeführt:
– Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung;
– Terrorismus;
– Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.
Was unter diesen Delikten zu verstehen ist, wird wie bei allen übrigen in dieser Liste angeführten Straftaten nicht gesagt. Ein gesetzlicher Tatbestand wird nicht definiert. Was hier auf uns zukommt oder besser gesagt in einigen europäischen Ländern wie England oder Schweden bereits Gesetz sein dürfte, ist zwei Entschließungen des Europäischen Parlaments zu Homophobie zu entnehmen, und zwar vom 18. Jänner 2006 und vom 26.April 2007. „Homophobie“ wird darin als eine auf Vorurteilen basierende irrationale Furcht vor und Abneigung gegen Homosexualität und Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle definiert und an diese Definition schließt sich wörtlich folgendes: „… ähnlich wie Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus oder Sexismus.“ Beide sehr wortreichen Entschließungen muß man genau lesen, um das Wesentliche zu erkennen bzw. die Verschleierungsabsicht zu durchschauen.
Die erste Entschließung enthält 5 „Hinweise“, etwa auf Menschenrechtskonventionen, auf den Vertrag über die Gründung der Europäischen Gemeinschaft, auf Richtlinien zur Anwendung des Gleichbehandlungsgrundsatzes. Es folgen 9 „Erwägungen“, die immer wieder die selben Worthülsen enthalten und denen man lediglich entnehmen kann, daß es in Europa eine auffallende und entsetzliche Diskriminierung aus Gründen der sexuellen Ausrichtung geben muß. Daran schließen sich 15 Forderungen an die Mitgliedsstaaten und an die Kommission, wie zum Beispiel die Aufforderung, den Kampf gegen Homophobie durch Bildungsmaßnahmen – wie Kampagnen gegen Homophobie in Schulen, Universitäten und
den Medien – sowie durch administrative, juristische und legislative Maßnahmen zu verstärken. Die Kommission wird aufgefordert, über eine Strafverfolgung nachzudenken. Alle Mitgliedsstaaten werden aufgefordert, alle denkbaren anderen Maßnahmen zu ergreifen, um Homophobie und Diskriminierung aus Gründen der sexuellen Ausrichtung zu bekämpfen.
Die Entschließung vom 26. April 2007 enthält wiederum 5 „Hinweise“, 18 „Erwägungen“ und 14 Forderungen. Nach dem Inhalt der ersten „Erwägung“ hat das Europäische Parlament beobachtet, daß in einigen europäischen Ländern Hasstiraden gegen die „LGBT-Gemeinschaft (Lesben, Homosexuelle, Bisexuelle und Transgender)“ um sich greifen. Von solchen Hasstiraden ist dann in beinahe allen folgenden Erwägungen
ebenfalls die Rede, wobei führenden Politikern und religiösen Oberhäuptern aufstachelnde oder drohende Ausdruckweisen vorgeworfen werden. Worin denn die Hasstiraden und der Aufruf zur Gewalt gegen Homosexuelle bestehen sollen, wird nirgends gesagt, woraus man wohl den Schluß ziehen muß, daß es derartiges gar nicht gibt. Die zweite Entschließung richtet sich vor allem gegen Polen und hier werden einige Dinge angeführt, die für das Europaparlament offenbar unter „Hasstiraden“ einzuordnen sind. Dem stellvertretenden polnischen Ministerpräsidenten und Minister für Bildung wird zum Vorwurf gemacht, er habe einen Gesetzesentwurf angekündigt, der „homosexuelle Propaganda in Schulen unter Strafe stellen soll, daß Lehrer entlassen werden sollen, die sich offen zu ihrer Homosexualität bekennen, daß er vergleichbare Gesetze auf europäischer Ebene fördern wolle“. Dem polnischen Ministerpräsidenten wird eine Erklärung zum Vorwurf gemacht, daß die Propagierung eines  homosexuellen Lebensstils gegenüber Jugendlichen in den Schulen als Alternative zu einem „normalen“ Leben zu weit gehe und derartigen Initiativen an Schulen Einhalt geboten werden müsse. Die polnische Kinderbeauftragte bereite eine Liste der Arbeitsplätze vor, für die Homosexuelle ungeeignet seien. Und als ganz schlimm hat nach Ansicht des Europaparlaments offenbar zu gelten, wenn Schülern beigebracht wird, daß homosexuelle Praktiken zu Tragödien, Leere und Degenerierung führen. Ganz entsetzlich muß auch sein, daß die polnische Regierung die Finanzierung von Projekten abgelehnt hat, die von „LGBT-Organisationen“ im Rahmen des EGJugendprogramms gefördert werden. Eine „Erwägung“ enthält die Information, daß das Europaparlament die „Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ ersucht hat, eine Untersuchung über die zunehmende Tendenz zu rassistischer, fremdenfeindlicher und homophober Intoleranz in Polen durchzuführen. Wie hier setzt das Europaparlament auch in anderen Zusammenhängen die Begriffe Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Homophobie einander gleich. Und da muß man nun bedenken, daß „Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ eine der
Straftaten ist, die in Anhang I ohne nähere Definition angeführt wird. Das heißt also, hier findet sich ein Anwendungsfall des Europäischen Haftbefehles, wenn es im Austellungsstaat ein so bezeichnetes Delikt gibt, das gar nicht näher beschrieben sein muß. Wenn nun ein ausländischer Staat einen Begriff vom Tatort hat, der den „Erfolg“ einer österreichischen Publikation auch in diesem Land wirksam werden läßt, dann kann der
Tatort für eine österreichische Publikation auch im Ausland gelegen sein, dieser ausländische Staat seine strafgerichtliche Zuständigkeit in Anspruch nehmen und demgemäß einen Europäischen Haftbefehl erlassen, der mit einer Straftat laut Anhang I begründet wird. Auf diesem Umweg könnte also tatsächlich ein österreichischer Staatsbürger wegen seiner hier in Österreich offen geäußerten Gesinnung
verhaftet und ins Ausland deportiert werden.
Sicher ist, daß der Inhalt der beiden hier besprochenen „Entschließungen“ des Europäischen Parlaments die Strafgesetzgebung und Strafrechtspflege in einigen oder allen EU-Staaten maßgebend beeinflusst. Bekanntlich wurde bereits in Schweden ein Pastor strafgerichtlich verurteilt, weil er zur Sündhaftigkeit homosexueller Praktiken die Bibel zitiert hat.
Und ein anglikanischer Bischof in England wurde zu einer hohen Geldstrafe und zur Umerziehung verurteilt, weil er einen Homosexuellen nicht in der Jugendarbeit beschäftigen wollte.
Uns steht also die Gleichsetzung von „Homophobie“ und den im Anhang I als Delikt genannten „Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ ins Haus. Und vielleicht findet sich ein EU-Staat, der das von Joseph Kardinal Ratzinger unterfertigte Lehrschreiben der römischen Kongregation für die
Glaubenslehre vom 3. Juni 2003 über „Erwägungen zu den Entwürfen einer rechtlichen Anerkennung der Lebensgemeinschaften zwischen homosexuellen Personen“ zum Anlass nimmt, die katholische Kirche als „kriminelle Vereinigung“ laut Anhang I zu qualifizieren. Dann stünde einer Deportation österreichischer Staatsbürger, wenn sie als gläubige Katholiken aus dem römischen Lehrschreiben zitieren, in eine Art Gulag eines solchen EU-Staates rechtlich nichts mehr im Wege. Dasselbe könnte einer christlichen Freikirche passieren, die einschlägige Stellen aus der Bibel zitiert.

VORBEREITUNG EINER CHRISTENVERFOLGUNG
Der Öffentlichkeit schmackhaft gemacht wurde der Europäische Haftbefehl seinerzeit mit der Begründung, Verbrechen könnten so europaweit besser bekämpft werden, doch ist diese Begründung im höchsten Maße unglaubwürdig. Das Gesetz beseitigt nämlich uralte Errungenschaften der Rechtskultur und läßt jene kritischen Aussagen gerechtfertigt erscheinen, die statt von einer „Europäischen Union“ von einer „Europäischen
Sowjet-Union“ sprechen. Wenn dieses Gesetz im vollen Umfang zur Anwendung kommt, dann erleben wir eine Diktatur, einen totalitären Staat, der mit diesem Instrument das Eintreten für das christliche Menschenbild (im besonderen was Ehe und Familie und Lebensschutz betrifft) unter Strafe stellen kann.
Diese Gefahr hat zwei Seiten. Erstens die Auslieferung auf Grund eines Europäischen Haftbefehls und zweitens eine Änderung der österreichischen Strafrechtspflege nach den Vorstellungen des Europaparlaments. Der GULAG läßt grüßen.
ZUSAMMENFASSUNG

Die Ablehnung der Vollstreckung eines Europäischen Haftbefehls gegen eigene Staatsbürger wegen nach österreichischem Recht nicht strafbarer Handlungen wird in den meisten Fällen möglich sein, wenn die inländischen Behörden das wollen. Genau da liegt das Problem. Es lässt
sich beweisen, daß österreichische Gerichte parteiisch sind, wenn es um die Freiheit der Meinungsäußerung von Lebensschützern geht. Wenn aber Richter, die einen Amtseid darauf geleistet haben, daß sie der Stimme der Zu- oder Abneigung, der Furcht oder Schadenfreude kein Gehör
schenken werden, ohne Skrupel gerade in Missachtung dieses Eides „Recht“ sprechen, dann ist das Korruption. Und das macht besorgt. Ein anderer Aspekt, der aufzeigt, wie wenig Vertrauen man in österreichische Strafbehörden und Gerichte haben kann, ist der Schuldspruch über die FPÖ-Nationalratsabgeordnete Winter durch ein Grazer Strafgericht wegen Herabwürdigung religiöser Lehren durch Beleidigung des Propheten Mohammed. Dieses Urteil soll hier nicht kommentiert werden. Es macht aber deutlich, daß den Behörden geläufig ist, was das Strafdelikt „Herabwürdigung religiöser Lehren“ zum Inhalt hat, daß aber gläubige Christen in unserem Land mit einer sachlichen und unparteiischen
Beurteilung ihrer Interessen nicht rechnen können, weil es seit Jahrzehnten keine Strafverfolgung von Personen gibt, die das verspotten, verhöhnen oder herabwürdigen, was Christen heilig ist. Ganz im Gegenteil: Wer in unserem Land Jesus Christus verhöhnt, genießt höchste gesellschaftliche Anerkennung und wird mit Kulturpreisen ausgezeichnet. Es ist daher davon auszugehen, daß unsere Strafbehörden die
eigenen Staatsbürger vor einem ausländischen Haftbefehl nicht schützen würden, wenn es dabei um Christenverfolgung geht, wenn Christen mundtot gemacht werden sollen, weil sie ihre Meinung zum Lebensschutz, zur Homosexualität oder zu Gender-Mainstreaming sagen.
Der Strafrechtsexperte Prof. Dr. Fritz Zeder, Wien, spricht im Zusammenhang mit dem Europäischen Haftbefehl von der Dominanz der repressivsten Rechtsordnung und begründet dies mit neuen und umfassenderen Tatbeständen, höheren Strafen und ausgeweiteter Gerichtsbarkeit. Im Klartext: Die Gefahr der Verfolgung von Meinungsäußerung und Gesinnungsgemeinschaften wird von jenem Staat ausgehen,
der die oben angeführten Straftaten „Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung, Terrorismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ am weitesten interpretiert und als „Tatort“ das eigene Staatsgebiet betrachtet, wenn es sich zum Beispiel um eine österreichische Publikation handelt, die auch außerhalb Österreichs verbreitet wird, deren „Erfolg“ also als in dem Staat eingetreten angesehen wird, dessen Behörden den
Haftbefehl ausgestellt haben.





Feminismus und New Age als Vorreiter des Genderismus

16 01 2010
cc Foto:  Stephan Mosel

Inge M. Thürkauf

Die Bewegung, die der Gender-Diskussion den Weg geebnet hat, ist der Feminismus. Vor allem der radikale oder Gender-Feminismus in Verbindung mit der Bewegung von New Age hat in den letzten Jahrzehnten die Umformung oder besser gesagt die Umerziehung der öffentlichen Meinung intensiviert, als eine die Gesellschaft verändernde Bewegung auf der Grundlage eines New-Age-Menschenbildes, das die Vorbereitung war zum Menschenbild des Genderismus. Es ging und geht den Gender-Feministinnen keineswegs um die Beseitigung von Ungerechtigkeit gegenüber der Frau z.B. im Berufsleben. Im Gegenteil, die Forderung nach Gleichberechtigung ist ihnen ein Dorn im Auge, denn wo für die Gleichberechtigung gekämpft wird, verlieren sie ihr eigentliches Ziel: die weibliche Macht in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft – unter Ausschaltung der Männer – zur Geltung zu bringen. Gender Mainstreaming ist exakt das Kontrollinstrument zur Aufhebung der Männerdominanz. Familie, Mutterschaft und Schwangerschaft werden von den radikalen Feministinnen als Diskriminierung der Frau angesehen. Die Schwangerschaft sei barbarisch, als gesund könne man sie auch nicht bezeichnen. Es war dann auch die feministische Bewegung, die sich von Anfang an einig war im Kampf um die Freigabe der Abtreibung. Millionen Ungeborener wurden in den letzten Jahrzehnten abgetrieben. Wir sterben aus, die westlichen Länder leiden unter der sogenannten demographischen Katastrophe und noch immer hat kein Umdenken stattgefunden. Auf der einen Seite wird für die Abtreibung gekämpft, auf der anderen Seite will man die künstliche Fortpflanzung in Anspruch nehmen. Wie dekadent muß eine Gesellschaft sein, um die Schizophrenie darin nicht zu erkennen. Es geht auch hier den Gender-Feministinnen unverblümt um die Zerstörung der Familie, um die Zerstörung des Männlichen und Weiblichen, denn, das Ende der biologischen Familie, so heißt es in einem Studienprogramm, wird auch dem Bedürfnis für sexuelle Unterdrückung ein Ende bereiten. Es wird angestrebt, daß außereheliche, homosexuelle, lesbische Lebensweisen gesetzlich verankert und nicht lediglich toleriert werden. Die feministische Gleichheit bedeutet nicht nur Gleichheit vor dem Gesetz oder Gleichheit in der Befriedigung von Grundbedürfnissen, sondern daß Frauen keine Kinder austragen müssen. Die Zerstörung der biologischen Familie erlaubt das Emporkommen neuer Frauen und Männer, die sich von allen bisher existenten Menschen unterscheiden. „Solange menschliche Wesen nicht in der Retorte entstehen, sondern von Frauen zur Welt gebracht werden müssen, so lange bleibt die Frau dem Manne gegenüber von vornherein im Nachteil.“ Daher wird statt der natürlichen Kinderzeugung die künstliche Befruchtung proklamiert, also in Vitro-Fertilisation. Außerdem verlangt die Strategie der Gender-Feministinnen, daß diese von ihnen geforderten Rechte als Weiterentwicklung der von der UNO geschützten Menschenrechte akzeptiert werden und benutzt die UNO, um dieses Recht weltweit zu forcieren.





Die Realität von Gender Mainstreaming

11 01 2010

Inge M. Thürkauf

Das Diktum von Gender Mainstreaming sieht vor, daß der Mensch nicht durch natürliche Anlagen festgelegt sei, sondern durch das, was die Gesellschaft aus ihm macht, in Anlehnung an den oft zitierten Satz von Simone de Beauvoir: „Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.“ Dieser Satz ist in seiner Absurdität kaum zu übertreffen und dem gesunden Menschenverstand völlig zuwiderlaufend. Dessen ungeachtet hat er Weltkarriere gemacht und im radikalen Feminismus konkrete Formen angenommen. Nicht mehr das biologische Geschlecht, die Tatsache, daß der Mensch von Gott als Mann oder als Frau geschaffen wurde, ist von Belang. Die Gender-Ideologen reißen jegliche bisher geltende Normen ein und verwerfen die Differenzierung in Mann und Frau als eine Erfindung des „hetero-sexuellen Patriarchats“, als ein soziales Konstrukt, da jedes Geschlechterverhalten nicht angeboren, sondern erlernt sei. Was seit Anbeginn der Menschheit als „natürlich“ und „normal“ gegolten hat, die Zuordnung als Mann und Frau, soll nun von gesellschaftlichen Vorstellungen und Bestimmungen abhängen und durch Umerziehung geändert werden. Diese aber soll schon bei Kleinstkindern, spätestens aber im Kindergarten beginnen.

• Die „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“ in Deutschland, die dem Familienministerium untersteht, hat vor einigen Jahren (damals noch unter Frau Ursula von der Leyen) einen „Ratgeber für Eltern zur kindlichen Sexualerziehung“ herausgebracht (er galt für die Altersgruppe vom 1. bis zum 3., und vom 4. bis zum 6. Lebensjahr), der hunderttausendfach kostenlos (finanziert mit Steuergeldern) verteilt wurde, in dem Eltern, Großeltern oder jene, denen die Pflege der Kinder anvertraut wurden, zur sexuellen Stimulation ihrer Kleinkinder aufgefordert wurden.

• In Wien wurde 1999 der erste geschlechtssensible Kindergarten „Fun & Care“ eröffnet, in dem die Mädchen lernen, sich auffallend laut zu benehmen, mit technischen Geräten umzugehen, sich zu wehren und verteidigen, andere Kinder zwicken und verdrängen oder ihnen die Spielzeuge wegnehmen. Die Buben hingegen sollen Hausmann spielen, in Prinzessinnenkleidern erscheinen und sich die Fingernägel lackieren.

• In einer Schule in New York hat sich im Jahre 2006 ein Lehrer so sehr mit dem Wesen des Weiblichen identifiziert, daß er sich entschloß, eine Frau zu werden. Er ließ sich umoperieren und erschien in der Schule als Frau gekleidet mit der Aufforderung, ihn in Zukunft mit Missis und keinesfalls mehr mit Mister anzusprechen, er würde sich sonst sehr diskriminiert fühlen. Eltern, die ihren Kindern diese transsexuelle Erfahrung ersparen und sie in einer Parallelklasse unterbringen wollten, mußten sich sagen lassen, daß sie damit den ehemaligen Mister diskriminieren würden.

• In Kalifornien hat der dortige Gouverneur Arnold Schwarzenegger im Oktober 2007 ebenfalls ein Gesetz unterzeichnet, das den Jungen erlaubt, in den öffentlichen Schulen die Toilettenräume der Mädchen zu benützen und die Mädchen jene der Jungen, wenn ihnen danach zumute ist. Sie dürfen keineswegs gehindert werden, dies zu tun. Der Präsident der „Kampagne für Kinder und Familie“ bemerkt dazu: „Damit hat Arnold Schwarzenegger uns jenen ausgeliefert, die unsere Kinder den alternativen sexuellen Lebensstil aufdrängen wollen. Es ist eine dreiste Attacke gegen die traditionellen Werte der Familie.“

• Unter dem gleichen, von Schwarzenegger verabschiedeten Gesetz wird außerdem alles ausgeschlossen, was sich gegen Gender richten könnte, darunter gehören Homosexualität, Bisexualität und andere sexuelle Praktiken sowie das oben geschilderte Wechseln des Geschlechts und damit der Kleider von Mister zu Missis und umgekehrt, der „Fachausdruck“ dafür heißt cross-dressing. Auch wird die Literatur in den Schulen durchforstet, ob sie nicht in irgendeiner Weise diskriminierende Vorgänge beschreibt, wie z.B. die Hochzeit zwischen einem Mann und einer Frau oder die Schilderung der Tatsache, daß der Mensch als Mann und als Frau geboren wird, und nicht als irgend etwas dazwischen. Wer sich gegen dieses Selektieren der Lehrbücher wehrt, wird als „rassistisch“ oder „sektiererisch“ diffamiert.

• Das Oberste Gericht in Kalifornien hat einer lesbischen Frau Recht gegeben, die zwei Ärzte verklagte, weil diese sich geweigert haben, an ihr eine Fruchtbarkeitsbehandlung vorzunehmen. Sie begründeten ihre Weigerung mit ihrer religiösen Überzeugung, die ihnen verwehre, einer Homosexuellen zu einem Kind zu verhelfen. Das Gericht befand, daß Religionsfreiheit wohl durch die Verfassung geschützt sei, dies jedoch die Diskriminierung einer Lesbierin nicht rechtfertigen dürfe. Ärzten ist es daher nicht länger erlaubt, homosexuellen Patienten aus religiösen Gründen eine Behandlung zu verwehren.





Gender Mainstreaming – sind wir geisteskrank?

9 01 2010

Inge M. Thürkauf bemerkt auf Schreibfreiheit,
… heimliche Übernahme der Gesellschaft durch Gender Mainstreaming (Auszug):

….
Was bedeutet Gender Mainstreaming?
….
neue Weltanschauung ….. jeder Mensch soll sein Geschlecht selbst wählen können, …..
…..
Hinter allem steht der Gedanke, sie von jeglichen angeblich naturgegebenen Verhaltensweisen zu befreien.

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Ich habe bisher GM als gigantisches Umerziehungsprojekt wahrgenommen.

Und bei Umerziehung denke ich z.B. an
:arrow: die Französische Revolution mit der Göttin der Vernunft, der 10-Tage-Woche,
:arrow: den GULAG der sowjetischen Kommunisten,
:arrow: die Nationalsozialisten mit ihrer völkischen Revolution
:arrow: die Kulturrevolution in China unter Mao Tse Tung,
:arrow: das Terrorregime der Roten Khmer in Kambodscha

All dies mit Millionen an Todesopfern!

In den meisten Fällen ging damit eine heftige Christenverfolgung einher,
immer ging es um den Kampf gegen die menschliche Natur.

Simone de Beauvoir, eine der Urmütter (das Wort verbietet sich allerdings von selbst) des Feminismus,
forderte daher konsequenterweise (in einem Interview mit Alice Schwarzer, Profil Nr. 1, 24. Dezember 2007):

„Ich glaube, eine Frau sollte sich vor der Falle der Mutterschaft und der Heirat hüten!
Selbst wenn sie gern ein Kind hätte, muss sie sich gut überlegen, unter welchen Umständen sie es aufziehen müsste.
Mutterschaft ist heute eine wahre Sklaverei….
Und wenn Frauen trotz alledem ein Kind wollen,
sollten sie es bekommen, ohne zu heiraten.
Denn die Ehe, das ist die größte Falle.“

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Müssen wir uns diese Umerziehung gefallen lassen?
Ich sage: „NEIN!“

Wir können etwas dagegen tun – in einem ersten Schritt einmal
_________INFORMIEREN___AUFKLÄREN___WACHRÜTTELN!

Eine Hilfe dazu kann das ausgezeichnete und gründlich recherchierte Buch von Frau Barbara Rosenkranz
sein:

MenschInnen
Gender Mainstreaming
Auf dem Weg zum geschlechtslosen Menschen

Ares Verlag, ISBN 978-3-902475-53-4

Wir sollten als Christen die Hilfe von Frau Barbara Rosenkranz dankbar annehmen.
Sie kämpft in diesem Fall gegen einen gemeinsamen Feind und setzt sich für die menschliche Natur und für unsere gute alte Familie ein.





Kondome auf Banane: Sexualerziehung in der Schule

15 11 2009

KondomDas Angebot ergießt sich über die Direktionen und Konferenzzimmer: Der Love-Bus in Ober- und Niederösterreich, Love-Talks (in Wien mit Besuch des Homo-Hauptquartiers Rosa-Lila-Villa) und viele andere bieten ihre Dienste für die schulische Sexualerziehung an. Meistens werden die Eltern gar nicht gefragt und erfahren erst davon, wenn die Kinder verstört davon zu Hause berichten. Aber die Eltern sind dem in Österreich nicht schutzlos ausgeliefert!

Die Österreichischen Behörden müssen auf die Bundesverfassung Rücksicht nehmen: Der Art. 2 des 1. Zusatzprotokolls der Europäischen Menschenrechtskonvention, in Österreich Verfassungsrecht, normiert: Der Staat hat bei der Ausübung der von ihm auf dem Gebiet der Erziehung und des Unterrichts übernommenen Aufgaben das Recht der Eltern zu achten, die Erziehung und den Unterricht der Kinder entsprechend ihrer eigenen religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen sicherzustellen.

Das Unterrichtsministerium hat 1990 einen Erlaß herausgegeben, der die Richtlinien der Sexualerziehung im Unterricht regelt. Die darin gesetzten Ziele sind schwer erfüllbar. Soll es doch die Aufgabe der Schule sein „mit einer offenen, zeitgemäßen und werterfüllten Orientierung an der Bewusstseinsbildung der Schüler und Schülerinnen in Fragen der Sexualität und Partnerschaft mitzuwirken.“ Zeitgemäße und werterfüllte Orientierung ? Und vor allem, welche Werte sollen zur Anwendung kommen? Im Kapitel 2 kann man schon erahnen, um welche Geisteshaltung es geht: „Ein rascher Wandel gesellschaftlicher Normen macht die Jugend unsicher“. Sicherheitshalber wurde auch gleich normiert, dass die Exualerziehung nicht wertfrei sein soll und die Leitvorstellungen der verschiedenen Gesellschaftsgruppen zur Sexualerziehung sachlich darzulegen sind.Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass die katholische Sexualmoral in der Praxis tatsächlich sachlich dargelegt werden.

Für die Eltern wichtig ist aber der Hinweis: „Die Sexualerziehung ist als Teil der Gesamterziehung anzusehen; die Zusammenarbeit mit dem Elternhaus ist daher von besonderer Bedeutung“. Aber gleich anschließend: „Vorhandenes Wissen über Sexualität ist in der Schule zu ergänzen, zu vertiefen und gegebenenfalls zu berichtigen“. Aha, gegebenenfalls berichtigt die Schule das Wissen der Kinder, das von zu Hause mitgegeben wurde.

Im Kapitel 4.3 „Zusammenarbeit mit den Eltern/Erziehungsberechtigten“ wird der Erlaß dann konkret: „Sexualerziehung ist die primäre Aufgabe der Eltern / Erziehungsberechtigten“. Danke. Und gleich danach wieder der Hinweis auf die mögliche Umerziehung: „Im Unterricht an den Schulen wird daher in steter Zusammenarbeit mit dem Elternhaus diese Bildungs- und Erziehungsarbeit durch Vermittlung entsprechender Wissensinhalte und Verhaltensweisen umfassend zu ergänzen, zu vertiefen und gegebenenfalls zu korrigieren sein“. Aber immerhin: „stete Zusammenarbeit mit dem Elternhaus“ ist vorgesehen.

Der Erlaß sieht auch eine Elternversammlung vor: „In einer Elternversammlung in den ersten Monaten des Schuljahres ist vor allem in der Grundschule die Sexualerziehung in Elternhaus und Schule aufeinander abzustimmen. Die Aussprache mit den Eltern hat im Rahmen einer Klassenelternberatung stattzufinden, wobei altersspezifische Fragen und Unterrichtsinhalte der Sexualerziehung eingehend zu besprechen sind. Die Orientierung im Unterricht soll erst nach einer angemessenen Zeit beginnen, damit die Eltern ausreichend Gelegenheit zum Gespräch mit ihren Kindern haben.“ Und ganz wichtig (im Hinblick auf die beliebte Methode Kondom auf Banane aufrollen): Die zur Anwendung gelangenden Unterrichtsmittel und Lehrbehelfe sind auch den Eltern vorzustellen, und es ist ausreichend Gelegenheit zur Diskussion zu geben.

Nochmals wird abschließend auf die Zusammenarbeit hingewiesen: „Für den Erfolg des Sexualunterrichtes ist ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Lehrern/Lehrerinnen und Eltern erforderlich. Besonders die Eltern der Schüler und Schülerinnen der Grundschule sind rechtzeitig darüber zu informieren, welche Richtlinien in der Schule gelten und welche Themen im Unterricht vorgesehen sind.“ Auch Elternvereine, das Schul- oder Klassenforum und der Schulgemeinschaftsausschuss werden eingebunden werden müssen, schließt der Erlaß dieses Kapitel ab.

Es liegt also auch an den Eltern ihre Rechte bei der schulischen Sexualerziehung wahr zu nehmen. Eine werte-lose, rein hedonistische und biologistische Sexualerziehung soll an unseren Schulen nichts verloren haben! Um so schlimmer ist es, wenn das Unterrichtsministerium oder einzelne Schulbehörden gute Gruppen wie Human Life International oder Jugend für das Leben aus den Schulen aussperren. Solange Teenstar noch an die Schulen darf, kann diese Gruppe jedenfalls empfohlen werden!








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