Die Realität von Gender Mainstreaming

11 01 2010

Inge M. Thürkauf

Das Diktum von Gender Mainstreaming sieht vor, daß der Mensch nicht durch natürliche Anlagen festgelegt sei, sondern durch das, was die Gesellschaft aus ihm macht, in Anlehnung an den oft zitierten Satz von Simone de Beauvoir: „Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.“ Dieser Satz ist in seiner Absurdität kaum zu übertreffen und dem gesunden Menschenverstand völlig zuwiderlaufend. Dessen ungeachtet hat er Weltkarriere gemacht und im radikalen Feminismus konkrete Formen angenommen. Nicht mehr das biologische Geschlecht, die Tatsache, daß der Mensch von Gott als Mann oder als Frau geschaffen wurde, ist von Belang. Die Gender-Ideologen reißen jegliche bisher geltende Normen ein und verwerfen die Differenzierung in Mann und Frau als eine Erfindung des „hetero-sexuellen Patriarchats“, als ein soziales Konstrukt, da jedes Geschlechterverhalten nicht angeboren, sondern erlernt sei. Was seit Anbeginn der Menschheit als „natürlich“ und „normal“ gegolten hat, die Zuordnung als Mann und Frau, soll nun von gesellschaftlichen Vorstellungen und Bestimmungen abhängen und durch Umerziehung geändert werden. Diese aber soll schon bei Kleinstkindern, spätestens aber im Kindergarten beginnen.

• Die „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“ in Deutschland, die dem Familienministerium untersteht, hat vor einigen Jahren (damals noch unter Frau Ursula von der Leyen) einen „Ratgeber für Eltern zur kindlichen Sexualerziehung“ herausgebracht (er galt für die Altersgruppe vom 1. bis zum 3., und vom 4. bis zum 6. Lebensjahr), der hunderttausendfach kostenlos (finanziert mit Steuergeldern) verteilt wurde, in dem Eltern, Großeltern oder jene, denen die Pflege der Kinder anvertraut wurden, zur sexuellen Stimulation ihrer Kleinkinder aufgefordert wurden.

• In Wien wurde 1999 der erste geschlechtssensible Kindergarten „Fun & Care“ eröffnet, in dem die Mädchen lernen, sich auffallend laut zu benehmen, mit technischen Geräten umzugehen, sich zu wehren und verteidigen, andere Kinder zwicken und verdrängen oder ihnen die Spielzeuge wegnehmen. Die Buben hingegen sollen Hausmann spielen, in Prinzessinnenkleidern erscheinen und sich die Fingernägel lackieren.

• In einer Schule in New York hat sich im Jahre 2006 ein Lehrer so sehr mit dem Wesen des Weiblichen identifiziert, daß er sich entschloß, eine Frau zu werden. Er ließ sich umoperieren und erschien in der Schule als Frau gekleidet mit der Aufforderung, ihn in Zukunft mit Missis und keinesfalls mehr mit Mister anzusprechen, er würde sich sonst sehr diskriminiert fühlen. Eltern, die ihren Kindern diese transsexuelle Erfahrung ersparen und sie in einer Parallelklasse unterbringen wollten, mußten sich sagen lassen, daß sie damit den ehemaligen Mister diskriminieren würden.

• In Kalifornien hat der dortige Gouverneur Arnold Schwarzenegger im Oktober 2007 ebenfalls ein Gesetz unterzeichnet, das den Jungen erlaubt, in den öffentlichen Schulen die Toilettenräume der Mädchen zu benützen und die Mädchen jene der Jungen, wenn ihnen danach zumute ist. Sie dürfen keineswegs gehindert werden, dies zu tun. Der Präsident der „Kampagne für Kinder und Familie“ bemerkt dazu: „Damit hat Arnold Schwarzenegger uns jenen ausgeliefert, die unsere Kinder den alternativen sexuellen Lebensstil aufdrängen wollen. Es ist eine dreiste Attacke gegen die traditionellen Werte der Familie.“

• Unter dem gleichen, von Schwarzenegger verabschiedeten Gesetz wird außerdem alles ausgeschlossen, was sich gegen Gender richten könnte, darunter gehören Homosexualität, Bisexualität und andere sexuelle Praktiken sowie das oben geschilderte Wechseln des Geschlechts und damit der Kleider von Mister zu Missis und umgekehrt, der „Fachausdruck“ dafür heißt cross-dressing. Auch wird die Literatur in den Schulen durchforstet, ob sie nicht in irgendeiner Weise diskriminierende Vorgänge beschreibt, wie z.B. die Hochzeit zwischen einem Mann und einer Frau oder die Schilderung der Tatsache, daß der Mensch als Mann und als Frau geboren wird, und nicht als irgend etwas dazwischen. Wer sich gegen dieses Selektieren der Lehrbücher wehrt, wird als „rassistisch“ oder „sektiererisch“ diffamiert.

• Das Oberste Gericht in Kalifornien hat einer lesbischen Frau Recht gegeben, die zwei Ärzte verklagte, weil diese sich geweigert haben, an ihr eine Fruchtbarkeitsbehandlung vorzunehmen. Sie begründeten ihre Weigerung mit ihrer religiösen Überzeugung, die ihnen verwehre, einer Homosexuellen zu einem Kind zu verhelfen. Das Gericht befand, daß Religionsfreiheit wohl durch die Verfassung geschützt sei, dies jedoch die Diskriminierung einer Lesbierin nicht rechtfertigen dürfe. Ärzten ist es daher nicht länger erlaubt, homosexuellen Patienten aus religiösen Gründen eine Behandlung zu verwehren.








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