Offener Brief an unsere christlich-sozialen Vertreter

16 11 2009

Sehr geehrte Damen und Herren des Nationalrates!

Ich wende mich an Sie, da in diesen Tagen eine Entscheidung zur Einführung des „Eingetragene Partner-Gesetzes“ stattfinden soll. Ich konnte dieses Gesetz leider nicht auf der Parlamentshomepage finden und habe daher meine Informationen nur über Dritte beziehen können. Anscheinend gibt es für das EPG kein Begutachtungsverfahren wie zuletzt beim Lebenspartnerschaftsgesetz (LpartG).

Hier nun mein Ansuchen und meine Bedenken dazu an Sie:

• Meines Wissens nach wird seitens der homosexuellen Gemeinschaft als großes Ziel die rechtliche Gleichstellung von homosexuellen Lebensgemeinschaften mit der Ehe zwischen Mann und Frau angestrebt. Das ist abzulehen, damit die Wichtigkeit und Exklusivität der Ehe betont und die Wertschätzung gegenüber dieser kleinsten und wichtigsten Keimzelle des Staates hervorgehoben wird – dass muss so sein und auch so bleiben!

• Nachdem aber außer dieser „Gleichstellung“, die abzulehnen ist, homosexuellen empfindenden Menschen alle anderen Rechte in unserer Zivilgemeinschaft wie jedem in Österreich zugänglich sind, frage ich mich ob eine Regelung durch den Staat notwendig, bzw. sinnvoll ist?

• Meiner Meinung nach zählt es nicht zu den Aufgaben des Rechtsstaates, für jedwede Form des menschlichen Zusammenlebens einen rechtlichen Rahmen zu schaffen – ausgenommen für die Ehe, da diese wesentliche Aufgaben einer Gesellschaft (Generationentransfer, Nachkommenschaft, Träger der Zivilgesellschaft, u.v.m.) übernimmt. Das verursacht auch Kosten und einen Verwaltungsaufwand, der nicht gerechtfertigt ist.

• Es ist schlichtweg falsch, seitens einiger Teile der homosexuellen Gemeinschaft, zu glauben, dass durch ein Gesetz Probleme gelöst werden könnten, die auf dem Unterschied von homosexuell und heterosexuell empfindenden Menschen beruhen. Diese können alleine durch ein gesundes Selbstverständnis und einer klaren Abgrenzung gelöst werden – unter der Voraussetzung der Achtung und des respektvollen, aus christlicher Sicht, auch liebevollen Umgangs miteinander. Ungleiches ist nicht Gleich und das muss es auch nicht sein.

• Als Vertreter der ÖVP appelliere ich an Sie, Ihrer Linie des Schutzes von Werten und Standards, die zum Wohl und Aufbau der Gesellschaft beigetragen haben und weiterhin beitragen treu zu bleiben, diese zu schützen und keine scheinbaren Lösungen zu unterstützen, mit denen letztlich keiner zufrieden ist.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen Weisheit und Klarheit bei den kommenden Herausforderungen,

mit freundlichen Grüßen,





Überdenken, Umdenken, ein Zeichen setzen

31 10 2009

Während bei uns seit der Ehrung einer Abtreibungsklinik durch den Wiener Bürgermeister von immer mehr Seiten frischer Wind in die Segel der Abtreibungsdebatte geblasen wird und die Zeichen gut stehen, dass der Diskurs um die Forderung der flankierenden Maßnahmen zum Paragraph 97 StGB, auch tituliert als „Fristenlösung“ wieder in Gang kommt, stehen in anderen Ländern ebenfalls die Menschen auf der Straße, um zu verhindern dahin zu kommen, wo wir leider seit 1975, dem Jahr der Einführung des oben genannten Paragraphen, bereits sind.

 In Spanien, dem Land auf der iberischen Halbinsel erkennen immer mehr Bürger, in welche triste Richtung die Gesetze zur Liberalisierung der Abtreibung die Gesellschaft lenken und machen mobil gegen einen weiteren Vorstoß der sozialistischen Regierung, den Schritt zur Beendigung von Leben der kommenden Generationen möglichst unkompliziert und rechtlich gedeckt, durchführen zu können.

 Unter der Überschrift „Rechte und mehr Respekt für Frauen“ soll Abtreibung bei Bedarf ohne Angabe von Gründen in den ersten 14 Wochen / 3 Monaten der Schwangerschaft erlaubt sein – auch für Mädchen ab dem 16. Lebensjahr ohne notwendiges Einverständnis der Eltern.

Seit einer Gesetzesänderung 1985 war ein Abbruch der Schwangerschaft nur nach Vergewaltigung, bei möglichem genetischen Defekts des Kindes und bei einem Risiko der körperlichen oder seelischen Gesundheit der Frau durch die Schwangerschaft erlaubt. Vor allem wegen letzterer Begründung sind zahllose Kinder in Spanien nicht auf die Welt gekommen und so wurde das scheinbar strenge Gesetz aufgeweicht – die Priorität der Bewahrung des Lebens also nicht gewahrt. Seitdem hat sich die Zahl der Abtreibungen in Spanien auf über 112.000 jährlich gesteigert.

 Mit einem „Manifest für den Schutz des Lebens, der Frau und Mutterschaft“, das international von Lebensschutzorganisationen und Familienverbänden aus 45 Ländern unterstützt wurde und die Zustimmung tausender Bürger im Inland hatte wurde am 17.10.2009 eine Kundgebung in Madrid abgehalten – 1,2 Millionen Menschen sind erschienen.

Dabei ging es nicht nur darum, der Regierung die Ablehnung der Bevölkerung gegenüber dem neuen Gesetzesentwurf zu demonstrieren, sondern vor allem um eine Bekundung des Wunsches nach mehr Unterstützung für Familien, für Frauen, die nicht abtreiben wollen, für Information und Beratung im Falle einer ungewollten Schwangerschaft, für das Recht auf Leben.

Mit dem Motto „Cada vida importa!“ – „Jedes Leben zählt“ wird die Regierung in Spanien, aber auch wir darauf aufmerksam gemacht, dass zu uns allen einmal jemand „Ja“ gesagt hat – und wir darum eine Verantwortung haben und eine Stimme für das Leben sein können und sollen.

Denn nur so bekommen wir eine Chance auf die Freude an einer Gesellschaft, die lebt und pulsiert und fruchtbar ist – in jeder Beziehung – bevölkerungsseitig, wirtschaftlich und kulturell.

Seien wir uns der Chance bewußt, die wir mit unserem Leben, dass uns geschenkt wurde bekommen haben und helfen wir mit, diese Welt so zu gestalten, dass es auch jetzt und noch nach uns so bleibt, dass viele, viele einzigartige Menschen sich dieser Chance erfreuen können.

 Gerade jetzt gibt es einen internationalen Aufruf für die Rechte und die Würde des Menschen und der Famile. Setzen wir ein Zeichen, indem wir mit unserer Stimme dieser Petition Gewicht verleihen und damit auch den Politikern ein deutliches Signal geben, was wir uns von Ihnen für die Zukunft wünschen.








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