Haß

25 02 2010

Haß

Seit einigen Jahren wird darüber diskutiert, die sogenannte „Haß-Rede“ („hate-speech“) zum strafbaren Delikt zu machen.

Mir ist dieser Ausdruck, und zwar als ein wegen abzusehender ideologischer Einschränkung der Meinungsfreiheit zu kritisierender, mehrfach in verschiedenen Internet-Nachrichtendiensten untergekommen. Anläßlich einer Islam-Konferenz der Diplomatischen Akademie in Wien gebrauchte jemand aus dem Publikum diesen Ausdruck aber so, daß er ihn als Mittel der Anklage gegen Islam-Kritiker ins Treffen führte. Er meinte, die Islam-Kritiker würden den Inhalt des Koran und der anderen islamischen Quellen kritisieren, was aber eindeutig „Haßrede“ sei, denn auch die Nazis hätten den Inhalt des Talmud kritisiert. Ein anschließendes Gespräch mit diesem Herrn, der sich als Friedensforscher ausgab, bewies, daß er sich für Inhalte der verschiedenen Lehren offenbar gar nicht interessierte, sondern eine bestimmte Agenda vertrat.

Die Moral von der Geschicht’ war jedenfalls, daß eine Analyse der islamischen Lehre nur aus „Haß“ entstehen können und zum „Haß“ gegen Muslime führen würde, weswegen sie auch zu verbieten sei.

Folgt man der Logik der Proponenten der „hate-speech-Gesetzgebung“ gibt es aber offenbar nur einige Gruppen, die unter den Schutz einer völligen Immunität vor inhaltlicher Kritik ihrer Positionen gestellt werden sollen, unter ihnen natürlich an erster Stelle die – freiwilligen oder unfreiwilligen – Anhänger des Islam.

Nicht von „Haßrede“-Gesetzen geschützte Personengruppen sind aber – in gewisser Hinsicht – vogelfrei.

Ihre Überzeugungen dürfen kritisiert, ja ironisiert, verhöhnt und in den Schmutz gezogen werden. Ihre Überzeugungen werden nicht einmal zutreffend wiedergegeben und man hört ihnen oft gar nicht richtig zu, wenn man sie überhaupt ausreden läßt.

Einige dieser Personengruppen im deutschen Sprachraum sind:

– Burschenschaftler

Die freiheitliche Elite des Revolutionsjahres 1848 und ihre Nachfolger sind in Mißkredit geraten. (Der Autor dieser Zeilen gehört nicht zu ihnen und steht ihrer Entstehungsgeschichte und ihren historischen und aktuellen Überzeugungen skeptisch gegenüber – dennoch ist er der Meinung, daß die Mitgliedschaft in einer Burschenschaft kein strafwürdiges Delikt darstellt.) Man darf sie hassen und pauschal als „Nazis“ beschimpfen, ohne daß die politisch korrekten Heckenschützen und Großinquisitoren eingreifen würden. Man darf auf Demonstrationen Transparente des Inhalts „Burschis zerlegen“ o. ä. schwenken, ohne daß sich eine kritische Stimme unter Journalisten regt. Man darf auf deren Heime die Parolen „Tötet Nazis“ und „Kill all racists“ schmieren, ohne daß es Betroffenheitsrhetorik aus der Politik und Intelligentsija gäbe.

Etwa dasselbe gilt für die Personengruppe Nr. 2, die Patrioten, Menschen, die ihr Heimatland lieben.

Sodann gibt es:

– Evangelikale

Evangelikale Christen – das hat man anläßlich des beinahe gesprengten Kongresses in Marburg gesehen – sind in der Medienberichterstattung fanatische Christen, die, wenn sie in islamischen Ländern ermordet werden, wegen ihrer „Aggressivität“ (nämlich beim Bibelverteilen) an ihrer Ermordung ohnehin selbst schuld sind. Sie sind außerdem „homophob“ (begehen also „Haßverbrechen“) und „frauenfeindlich“ (weil sie die ungeborenen Kinder schützen wollen). Sie sind „intolerant“, „dialogunfähig“ und „engstirnig“, also mit einem Wort – hassenswert. Die Attacken gegen sie sind auch in keiner Weise rechtfertigungsbedürftig.

– Piusbrüder

Ein besonderer Leckerbissen für die Haß-Journaille sind die Anhänger der Priesterbruderschaft St. Pius X. Sie sind „erzkonservativ“. Das alleine ist schon ein Haßverbrechen. (Wobei den Schreiberlingen nicht einfällt, die Bedeutung von „konservativ“ zu untersuchen. Es käme darauf an, welche Inhalte jemand der Nachwelt erhalten will. Honecker, Cohn-Bendit, Adorno und die ganze linke Schickeria sind bezüglich ihrer eigenen Unwerte auch „konservativ“ und völlig unkritisch.) Sie sind aber noch dazu „Holocaustleugner“. Ein schlimmeres Verdikt gibt es eigentlich nicht mehr. Daß sie Judenfeinde sind, sieht man ja daran, daß sie am Karfreitag für die Juden beten. Das ist gewissermaßen Blasphemie.

Nachdem man in der Theologie den Teufel abgeschafft hat, somit auch für das Bewußtsein der breiten Öffentlichkeit, braucht die Menschenseele doch einen Ort, an dem sie das absolut Böse lokalisiert. Das ist nun in den genannten Menschengruppen gefunden. Gibt es den Teufel nicht mehr, muß man einzelne Menschen oder Menschengruppen verteufeln. Denn diese Gruppen halten „den Fortschritt“ auf oder sind sonst irgendwie sozial dysfunktional.

Wir sollten uns keiner Illusion hingeben:

Der perversen Hexenprozeß-Logik der „hate-speech“-Protagonisten, häufig berufsmäßige „Antifaschisten“, werden nicht nur genannte Personengruppen zum Opfer fallen. Die Meinungsmafia und ihre linken Schlägertrupps in Deutschland und Österreich werden auch sonstige unliebsame Personengruppen abseits des tatsächlichen Rechtsextremismus, der eine verschwindend kleine und praktisch handlungsunfähige Splittergruppe ist, ins Visier nehmen:

gläubige Christen, Lebensschützer, Familienrechtler, Vaterschaftsaktivisten, Unternehmer, Patrioten u. dgl. Auf diese richtet sich schon der Haß der Egalisierer. Denn letztlich geht es doch immer nur um die Einebnung aller kulturellen und sonstigen Unterschiede und die Schaffung des Einheitsmenschen.

Hier gilt es, Widerstand zu leisten.








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