Deutsche bekommen Asyl in USA

29 01 2010

Eine etwas merkwürdig anmutende Schlagzeile liest man derzeit in den deutschen Zeitungen. Eine deutsche Familie hat in den USA um Asyl angesucht und der Asylantrag wurde genehmigt.

Wie gibt´s denn so was ?

In Deutschland müssen Kinder in die öffentliche Schule gehen. Es gibt keine Möglichkeit für die Eltern die Kinder selbst zu unterrichten. Eine Familie die ihre Kinder in Heimunterricht selbst ausbildet rutscht in die Kriminalität ab. Einige deutsche Familien die sich standhaft weigern ihre Kinder in die Schule zu schicken bekommen laufend Geldstrafen, die dann bei Nichteinbringlichkeit in einer Haftstrafe münden. Jetzt hat eine Familie, die sich weiterhin weigert ihre Kinder in die öffentliche Schule zu schicken um Asyl in USA angesucht und auch zugesprochen bekommen. Homeschooling ist in USA ganz normal und viele Eltern unterrichten ihre Kinder selbst, oder in Gruppen gemeinsam mit den Nachbarfamilien. Auch in Österreich ist Heimunterricht rechtlich möglich. Die Kinder müssen nur die Prüfungen in der öffentlichen Schule machen und erhalten dann ein Zeugnis.

Warum wollen manche Eltern ihre Kinder selbst unterrichten, obwohl das ein sehr hoher Aufwand ist?

Die Gründe sind vielfältig. Es gibt Personen die oft ihren Wohnsitz wechseln, oder reisende Berufe, wie Zirkusartisten, und daher wäre ein häufiger Wechsel der Schule notwendig, was für ein Kind nicht sehr förderlich ist. Für Hochbegabte oder Kinder die in einem Bereich sehr begabt in anderen sehr wenig begabt sind ist die Heimschule ein Ort wo die Begabungen mehr gefördert werden können. In USA gibt es unter den Homeschoolern auch einen hohen Anteil an Christen, die ihre Kinder aus ideologischen Gründen nicht in die Schule geben. Die öffentliche Schule ist in USA, wie in Österreich atheistisch geprägt. In der Heimschule können die Kinder auf christlichen Werten basierend erzogen und unterrichtet werden. Der Sexualkundeunterricht wird in der Heimschule sicher anders ablaufen, als in der öffentlichen Schule.In den USA gab es 2007 etwa 1,5 Mio Kinder die in Heimunterricht gingen, das sind ca. 2,7% aller Schulpflichtigen. Die Tendenz ist seit Jahren steigend.

Was sind die Vor- und Nachteile?

Die Heimschule stellt sicherlich hohe Anforderungen an die Eltern. Es bedeutet einen hohen Zeit und Arbeitsaufwand die Kinder selbst zu unterrichten, andererseits müssen die intellektuellen Fähigkeiten der Eltern vorhanden sein. Heimunterricht setzt auch eine funktionierende Familie voraus. Besser noch funktioniert es in der Großfamilie mit verfügbaren Großeltern und wenn mehrere Kinder gemeinsam unterrichtet werden. In USA schließen sich oft mehrere Familien aus der Nachbarschaft oder aus der gleichen Kirchengemeinde zusammen und unterrichten ihre Kinder gemeinsam in einer Heimschulgruppe. Der große Vorteil der Heimschule besteht darin, dass man Kinder nach den Moralvorstellungen und den Glaubensgrundsätzen der Eltern unterrichten kann, dass man Mobbing, frühkindliche Sexualisierung und die Gewalt die an manchen Schulen herrscht verhindern kann. Es gibt Heimschulsysteme, wie z.B. die School of tomorrow, die ein Lehrkonzept aufgestellt haben, das größtenteils auf Selbsterarbeiten des Lehrstoffes und höchstmögliche Freiheit in der Zielsetzung des Lernens für die Schüler bietet. Dabei wird behauptet, dass die Lernentwicklung deutlich besser verläuft als an den öffentlichen Schulen und nachweislich der IQ gesteigert wird. Manche dieser christlichen Heimschulen entwickelten sich auch zu größeren Gruppen und wurden zu Privatschulen, die von den Kirchengemeinden betrieben werden. In Wien gibt es zum Beispiel die Schule der Kephas Gemeinde.

Ich kenne eine Familie die alle ihre 6 Kinder in der Heimschule unterrichtet hat. Der Vater ist Pastor einer Freikirche in Ungarn. Dort hat er auch eine Privatschule gegründet die auf dem Heimschulprinzip basiert. Diese Schule hat mittlerweile sogar das Öffentlichkeitsrecht erhalten. Sein ältester Sohn Johnny ist Manchen vielleicht noch von Starmania in Erinnerung.

Je mehr der Staat versuchen wird die Kinder ideologisch umzuerziehen (siehe z.b. Gendermainstreaming) umso eher werden sich das Eltern nicht gefallen lassen und ihre Kinder aus dem staatlichen Schulsystem herausnehmen und selbst unterrichten. Die Eltern sind für ihre Kinder verantwortlich, nicht der Staat oder die Schule. Sie delegieren diese Verantwortung nur an die Schule um in ihrem Sinne die Kinder unterrichten zu lassen. Wenn das nicht mehr gegeben ist, dann ist es nicht nur ihr Recht, sondern auch ihre Pflicht, sich selbst um das Unterrichten der Kinder zu kümmern.

Dass Deutschland den Heimunterricht verbietet ist eine Schande. Das dazugehörige Gesetz entstammt noch der Nazizeit. Daran läßt sich der ideologische Hintergrund der staatsgeführten Erziehung erkennen. Je früher der Staat Zugriff auf die Kinder hat, desto besser kann er sie zu seinen Zwecken manipulieren. Das verpflichtende Kindergartenjahr in Österreich ist ebenfalls ein Schritt in diese Richtung.








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