Nachtrag zum Artikel über die Demo gegen die Homoehe

11 12 2009

Ich wurde aus den Reihen der Demonstranten, die gegen die Homoehe eingestanden sind, für meinen kritischen Artikel über die Demo scharf kritisiert. Daher möchte ich zu meinen Kommentar etwas ausführlicher Stellung nehmen.

1, Inhalt

Ich hatte zu keinem Zeitpunkt eine inhaltliche Kritik an den Anliegen und den Argumenten der Demonstranten. Im Gegenteil haben wir hier am Blog die Themen bereits im Vorfeld eingehend behandelt.

2, Teilnehmeranzahl

Es war traurig zu sehen, dass in Wien so wenige Demonstranten mit dabei waren. Wenn man bedenkt, dass hier in Spanien eine enorme Anzahl von über einer Million Menschen auf die Strasse gingen.
Warum war das bei uns nicht so? Sind die Österreicher zu faul, interessiert sie das Thema nicht? Sind die Österreicher liberaler oder nur toleranter als die Spanier?
In einigen persönlichen Gesprächen mit Christen verschiedenen Coleurs bemerkte ich, dass sie der Homoehe eher positiv gegenüberstanden. Nach Diskussion der Argumente die gegen die Homoehe sprechen, waren die meisten dann doch bereit zumindest den Standpunkt einzunehmen, dass wir die Homoehe nicht brauchen. Doch die Indoktrination der Massenmedien und die jahrelange Lobbyingarbeit der Homosexuellenverbände und der EU tat ihre Wirkung. Ich bin sicher, dass der Großteil der Christen uninformiert waren, sich auch nicht aktiv um das Thema gekümmert haben, sonder nur achselzuckend und desinteressiert zustimmten, oder zumindest nicht dagegen waren. Die schweigende Mehrheit, denen alles egal ist, ist fast schlimmer als eine fehlgeleitete Menge. Leider haben sich der Großteil der österreichischen Christen hier kein gutes Zeugnis ausgestellt und sich mit dem Thema zuwenig auseinandergesetzt.

Den Personen, die aus den Bundesländern unter viel Mühen und Aufwand zur Demonstration nach Wien kamen, ist ihr Einsatz hoch anzurechnen.

3, Die Stellung der Kirchen

Die katholische Kirche hat als einzige klar Stellung gegen die Homoehe bezogen. Auch wenn die Formulierung freundlich und eine unaufdringliche Empfehlung an die Politiker war, die sie leicht ignorieren konnten, war zumindest die Position eindeutig. Die evangelische Kirche war doch eher für die Homoehe, die Altkatholiken sowieso, und der Rest war Schweigen.
Wo waren die Freikirchen, die Evangelische Allianz, die überzeugten Christen? In Spanien war die entschlossene Haltung der katholischen Kirche der Hauptauslöser für die Proteste.

Mt 5,13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen?

4, Die Positionen der Gegendemonstranten

Der Hauptslogan war „Wir sind hier und wo seid ihr?“. Ein Plakat mit dem sinnvollen Spruch „Kissing on heavens door“ waren alle inhaltlichen Gegenargumente.  Extrem schwach. Lächerlich. Aber laut und funky, und es wurde das Ziel damit erreicht. Nämlich die Demonstration massiv zu stören.

5, Erfolg oder Misserfolg

War die Demonstration der Plattform für Schöpfungsordnung jetzt ein Erfolg oder ein Misserfolg?
Manche meinen, alleine, dass sich eine Gruppe von Menschen mit der richtigen Motivation in diese Schlacht gestürzt hat, dass eifrig gebetet wurde und dass man seine Meinung kundtat, war bereits ein Erfolg.
Ich respektiere den Mut und das Opfer von jedem Teilnehmer der bei der Demonstration gegen die Homoehe teilgenommen hat, sich einbrachte, Zeit und Geld opferte und eine gute Absicht hatte.
Ob die Demonstration ein Erfolg war oder nicht lässt sich nur an der Zielsetzung und dem gegenübergestellten Ergebnis erkennen. Hier habe ich in meiner Kritik in erster Linie das Ziel des Aufmerksam machen für die Argumente und die Anliegen der Gegner der Homoehe herangezogen. Da die Demonstration sowohl optisch, als auch akustisch von den Gegendemonstranten abgeschirmt wurde, muss man sagen, dass dieses Ziel nicht erreicht wurde. Die sehr klare Darstellung dieses Umstandes meinerseits lies einige Emotionen bei den Aktivisten aufkommen.

Falls ich jemanden durch meinen Artikel persönlich beleidigt habe, dann möge man mir verzeihen. Betrachtet es als konstruktive Kritik. Mein Anliegen ist es, dass die Christen in Einheit sind, dass sie professionell agieren und sich nicht die wertvollen und richtigen Inhalte durch schlaue, aber inhaltsleere Gegenmaßnahmen zunichte machen lassen.

Lk 16,8 Und der Herr lobte den ungetreuen Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts.








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