Die Folgen der Freizügigkeit – das Tabu unserer Zeit

9 02 2010

von Inge M. Thürkauf

Jede Zeit hat ihre Tabus. Noch vor wenigen Jahrzehnten wurde das Thema Sexualität in der öffentlichen Diskussion kaum angesprochen. Heute ist es zum alles bestimmenden Leitgedanken in sämtlichen Medien geworden. Tun, worauf man Lust hat, wird zum ersten Gebot erklärt. Selbstverwirklichung, Emanzipation, sexuelle Befreiung werden als einzufordernde Freiheitsrechte propagiert. Moralisch-ethische Normen sind nebensächlich. Nur über die Folgen dieser Freizügigkeit wird geschwiegen, sie sind zum neuen Tabu geworden.

Es wird verschwiegen, daß sich die Zahl der Sexualstrafen bei Minderjährigen in den letzten Jahren in erschreckendem Maß vermehrt hat. Es wird verschwiegen, daß die in unserem Land um sich greifende sexuelle Verwahrlosung uns in nicht allzu ferner Zukunft eine Zunahme von psychischen Erkrankungen bescheren wird. Denn die Konfrontation von Jugendlichen und sogar von Kindern – oft schon im Alter von 8 – 10 Jahren oder noch früher –mit Gewalt- und Sexspielen, mit jeder Abart und Verirrung des menschlichen Geistes im Fernsehen und hauptsächlich im Internet führt früher oder später zur Zerstörung sämtlicher Wertvorstellungen und in der Folge zu Orientierungslosigkeit, Depressionen, sowie zu sexueller Enthemmung. Pädagogen, Seelsorger und Psychologen sprechen heute schon offen von den kaputten Kindern und der sexuellen Tragödie in unserm Land.

Das Buch ONLY YOU von Gabriele Kuby rüttelt an schlafende Gewissen, die aufhören zu denken, wenn sie ahnen, daß sie in Widerspruch zum Mainstream kommen könnten. Wenige haben den Mut, gegen diesen Strom zu schwimmen. Wer es trotzdem wagt, wer anfängt darüber nachzudenken, was der verheißene Spaß der sexuellen Befreiung an Wellness letztendlich gebracht hat, ist „ein Philosoph, ein Liebhaber der Weisheit.“ Weisheit aber „gewinnt man nur durch die Bereitschaft, nach der Wahrheit zu fragen und sie zu tun“.

Es ist eine traurige Tatsache, daß durch den seit Jahren praktizierten verpflichtenden Sexualunterricht in den Schulen, viele Kinder und Jugendliche sich unter dem Druck sehen, sexuell aktiv sein zu müssen. So wird Sex für die meisten zu einem völlig normalen rein technischen Akt – und niemand sagt ihnen „daß das ‚Normale‘ in Wirklichkeit krank ist“. Die jungen Menschen müssen erst einmal begreifen lernen, was Liebe sein könnte, vor allem, wenn sie zu Hause nie eine innige Bindung erfahren haben. Liebe, so die Autorin, kann man nicht machen und nicht kaufen. Man kann sie nur in Freiheit geschenkt bekommen und dann wieder schenken.

In ONLY YOU – GIB DER LIEBE EINE CHANCE behandelt Gabriele Kuby gegenüber ihren jugendlichen Ansprechpartnern die ganze Skala des Verhaltens zwischen den Geschlechtern: das Schlechte und Schädliche, das Beglückende und Heilige. Mit dem ihr eigenen sprachlichen Talent versteht sie die heiklen Themen im Umfeld von Sexualität lesbar zu machen.

Finanzexperten empfehlen in der gegenwärtigen Krise dem verunsicherten Zeit-genossen, seine Ersparnisse in sichere Sachwerte anzulegen, „bevor das System hyperinflationär verpufft“. Gibt es ein sichereres und über dies sinnvolleres Wertaufbewahrungsmittel, als das kleine Buch ONLY YOU – GIB DER LIEBE EINE CHANCE in die Hände jener zu legen, die noch so viel Zukunft und Möglichkeiten haben, die aber nicht wissen, was sie mit dieser Freiheit anfangen sollen; die das Kostbarste in ihnen verschleudern, weil niemand zu ihnen von ihrer Würde spricht. Eine Jugend, die weiß, mit Freundschaft, Liebe und Geschlechtlichkeit umzugehen, wird zwischen Glück und Spaß unterscheiden können, weil sie lieben gelernt hat im Vertrauen darauf, daß der Gott der Liebe der Dritte im Bunde ist.





Über’s Ziel hinaus?

10 11 2009

Mann als ZielWenn wir uns heute Themen im Zusammenhang mit der Schaffung einer „besseren Gesellschaft“ anhören, die international diskutiert werden, dann taucht immer wieder der Begriff „Gleichstellung“ auf.

Quer durch die Bank und alle Lebensbereiche scheinen die politischen Vordenker die Meinung zu vertreten, dass ungleich das gleiche sei wie ungerecht – das ungerecht das gleiche sei wie Unrecht – und die Beseitigung des Unrechts daher sinnvoll über die Beseitigung alles Ungleichen zu erfolgen habe – ganz gleich wie.

Daher wird vor allem im Bezug auf Mann und Frau behauptet, die Wurzel alles Negativen, was die Frauen in den vergangenen Jahrhunderten in den verschiedenen Kulturen un Gesellschaften erdulden mussten liegt in der Ungleichheit zum Mann bzw. in der Ungleichbehandlung durch den Mann und eine männliche dominierte Welt(!). Unbestritten ist, das sich die Männer im Zuge der Geschichte nicht mit Ruhm bekleckert haben und es lange gedauert hat, bis den Frauen der Zugang zu grundlegenden Rechten (Recht auf Bildung, Recht auf Arbeit, Wahlrecht, uvm.) ermöglicht wurde bzw. die Frauen sich diesen Zugang erkämpft haben.

Obwohl dieser Prozeß zu einer Gesundung der Gesellschaft führte und noch führt und eine Annäherung von Mann und Frau als gleichberechtigte Partner in der Gestaltung dieser schönen, uns geschenkten Welt sehr wünschenswert ist, scheint es heute so, dass wir uns wieder voneinander entfernen. Denn in dem Maße, wie die Männer begreifen, was sie an den Frauen haben, vergessen einige Frauen, was sie an den Männern haben (könnten). So gibt es heute Frauenministerien, Gleichstellungsbeauftragte, Quotenregelungen einfordernde Initiativen, Frauenschutzorganisationen, u.v.m., die vorwiegend (wie könnte es anders sein) ausschließlich die Rechte der Frauen im Blick haben und dies zumeist ohne ehrliche Reflexion auf die Auswirkung auf den Gegenüber, nämlich den Mann, bzw. auf die Beziehung von Mann und Frau im Kontext von Ehe, Familie, Kindererziehung und Gesellschaftsgestaltung.42-16610950

Weil tatsächlich die „Gleichstellung“, die von einer kleinen. in Wahrheit nicht representativen Gruppe innerhalb der Frauen betrieben wird kein Mandat ihrer Geschlechtsgenossinnen hat und daher Gefahr läuft, am Patienten „vorbei zu operieren“. Unglücklicherweise sind wir aber so auf einem Weg, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen, nur eben diesmal im Bezug auf die Männer.

Wer meint, diese These sei zu übertrieben, der soll einmal ins benachbarte Europa schauen, wo zur Zeit große Anstrengungen unternommen werden die Gewalt gegen Frauen einzudämmen. Mit einem Fokus auf den Tatbestand häusliche Gewalt und dabei vor allem die Gewalt in Beziehungen zwischen Mann und Frau. Ich verurteile es auf das schärfste, wenn ein Mann eine Frau schlägt, bin dabei aber der Meinung, dass eine Bestrafung alleine ohne Miteinbeziehung einer Ursachenforschung zuwenig ist, um die Situation nachhaltig zu verbessern. Auch wäre es meiner Ansicht nach interessant, die unterschiedlichen Facetten der Gewalt in Beziehungen, die sich ja nicht auf Schläge allein begrenzt, sondern auch psychologische Ausdrucksformen kennt, mit einzubeziehen. Hier wage ich anzumerken, dass durchaus auch Frauen zu Tätern werden können.

 Doch was mich am meisten stört ist, das nicht zuallererst Prostitution, Pornographie und Menschenhandel gesetzlich schärfer verfolgt werden, die allesamt Ausdrucksformen der Gewalt gegen Frauen sind. Hier geht derzeit einzig Norwegen mit gutem Beispiel voran, dass noch über Stafen hinaus umfassende Täterprogramme vorsieht und hier eine ganzheitliche Sicht demonstriert. Ganzheitlich im Sinne davon, dass es keinen Zweck hat, EINEN Sündenbock zu verurteilen, sondern dass es immer eine Ursache und Wirkung gibt.

Sei es jetzt beim sehr emotionalen Thema Gewalt, oder aber auch bei der eher alltäglichen Frage der Rollenverteilung innerhalb der Familie – es hilft nichts, Gräben zwischen Mann und Frau aufzureißen durch eine Gesetzgebung, die einseitig ist oder eine Familienpolitik, die versucht Mann und Frau gleich zu machen bzw. den Aspekt der Elternschaft ausklammert, indem sie staatliche Erziehung fördert (Stichwort Gratiskindergärten). Wir werden diese Dinge nur dann lösen können, wenn wir uns in unserer Identität als Mann und Frau gegenseitig bestärken und die Verschiedenheit als Bereicherung erkennen. Respekt und Achtung kann nicht gesetzlich verordnet werden, aber es kann eine Politik gestaltet werden, die durch eigenes Beispiel und gute Rahmenbedingungen Bewußtsein schafft, für den Wert der Ungleichheit.

Miteinander








%d Bloggern gefällt das: