Elsa – soll sie leben, oder soll sie sterben?

16 09 2016

Aus News – Leben:
http://www.news.at/a/existenzfrage-praenataldiagnostik-eltern-entscheidung-7554461

Wenn die Pränataldiagnostik beim Ungeborenen Fehlbildungen feststellt, stehen Eltern vor der Wahl: Soll unser Kind leben oder sterben? Die Geschichte der besten Entscheidung meines Lebens.

„Vielleicht müssen Sie sich an den Gedanken gewöhnen, dass Ihr Kind vor Ihnen geht.“ – Vieles ist verschwommen an jenem 19. August 2013. Dem Tag, an dem wir erfahren haben, dass unser Baby schwer krank sein wird. Aber dieser eine Satz hat sich für immer in mein Gedächtnis eingebrannt. Eine Psychologin hat mir später einmal erklärt, dass das Gehirn nur noch einen Bruchteil seiner Aufnahmekapazität leistet, sobald die Worte Tod oder Krebs fallen. Bei uns war es das Thema Tod, das plötzlich und völlig unerwartet Einzug hielt – in unser Leben und in das unseres ungeborenen Kindes.

Dabei hatte der Tag so wunderbar begonnen. Es war strahlendes Sommerwetter, als ich mich mit meinem stattlichen Sechsmonatsbauch hinter meinen Mann aufs Moped quetschte, um zum Organscreening zu fahren. Zu diesem heiß ersehnten Termin, an dem endlich Klarheit herrschen sollte: Wird es eine Elsa oder ein Wilhelm?

Gehirn, Niere, Blase, alles war so, wie es sein sollte. Natürlich war es das, so war unser Leben. Alles im Lot, alles gut. Die Sprechstundenhilfe nickte mir freundlich zu. Während ich noch über unser Vorzeigebaby sinnierte, wurde der Arzt ruhiger. „Bitte legen Sie sich noch mal auf die Seite.“ Ich sehe gespannt auf die undefinierbaren Schatten auf dem Monitor. „Bitte legen Sie sich noch einmal auf den Rücken.“ Der Arzt kneift seine Augen zusammen und starrt angespannt auf den Bildschirm. Intuitiv beginnt mein Herz zu pochen. „Bitte entspannen Sie sich“, sagt er. – „Nein, bitte, bitte, nein!“, schießt es mir durch den Kopf. Ich spüre mein Herz bis zum Hals schlagen. Es vergehen Sekunden, Minuten. Der Arzt sieht mich mitleidig an. Jetzt steht die Welt still. „Bitte, setzen Sie sich. Ihr Baby ist ein Mädchen.“ Elsa also. „Aber ich sehe, dass mit ihrem Herz etwas gar nicht stimmt. Ihnen steht damit die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs offen.“ Die Welt verschwimmt.

Abbruch?! Das kann nicht sein! Das kann nichts mit uns zu tun haben! Nichts mit meinem Baby, meinem zweiten Kind. Ich spüre, wie Elsa gegen meine Bauchdecke tritt, und höre: abtreiben. „Warum? Wie meinen Sie das? Was hat sie? Kann man sie nicht retten?“ Ich klinge schrill. Dem Arzt ist die Situation spürbar unangenehm. Er könne sehen, dass es sich um einen sehr schweren Herzfehler handle. Um mehr Klarheit zu bekommen, müssten wir uns an die Kinderkardiologie im AKH wenden. Er sei verpflichtet, uns über unsere Möglichkeiten aufzuklären. Und dazu gehöre eben auch der Schwangerschaftsabbruch.

NEIN!

Meine Schwester begann zu weinen. Dafür bin ich ihr bis heute dankbar. So weinten wir gemeinsam.

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Zunehmende Befürwortung aktiver Sterbehilfe in Österreich

26 02 2010

Am 17. Februar veröffentlichte die Medizinische Universität Graz eine Studie laut der 62% der Österreicher aktive Sterbehilfe befürworten. 54% der Personen mit konservativer Selbsteinschätzung, 83% der liberal Eingestellten seien dafür.
Weiter heißt es in der Studie: „Besonders die mit einer liberalen Weltsicht verbundene Betonung der Freiheit und Selbstverantwortung des Einzelnen dürfte für die zunehmende Akzeptanz eine entscheidende Rolle spielen … In Zeiten knapper Ressourcen könnte eine Legalisierung letztlich dazu führen, dass nur Wohlhabenden die freie Wahl zwischen kostenintensiver Palliativmedizin und Sterbehilfe offensteht.“ Die Studienautoren interpretieren die Ergebnisse kritisch.
Weitere Gedanken zum Thema Wert des menschlichen Lebens:
Wenn heute bei der Pränataldiagnostik auch nur geringe „Abweichungen von der Norm“ festgestellt werden, führt dies sehr häufig zur Abtreibung und damit zum Tod des Kindes. Machen wir uns wieder mehr bewusst, dass allen Menschen das Leben von Gott geschenkt wurde und dass keiner das Recht hat – wie dies vor 70 Jahren schon einmal geschah – es in wertes und unwertes Leben zu unterteilen oder es zu vernichten.








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