Katholische Familieneinrichtungen begrüßen ÖVP-„Familienoffensive

27 08 2011
Leiter des Instituts für Ehe und Familie, Danhel:
Hoffnung, dass Ankündigungen nicht „bloßes Lippenbekenntnis“ bleiben –
Katholischer Familienverband:
„Zukunftsorientierte Politik muss materielle Sicherung der Familien gewährleisten“

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Wien, 25.08.2011 (KAP)

Abwartende Zustimmung zur angekündigten ÖVP-„Familienoffensive“ kommt von den katholischen Familieneinrichtungen. So begrüßen das kirchliche Institut für Ehe und Familie (IEF) und der Katholische Familienverband Österreichs (KFÖ) gleichermaßen, dass Familie zu einem politischen Schwerpunktthema der VP-Politik werden soll. Einzelne Punkte wie der angekündigte Teuerungsausgleich für Familienleistungen seien langjährige Forderungen und dringend umzusetzen. Zugleich mahnen die Organisationen zu Taten: Es bleibe zu hoffen, dass es sich nicht um ein „bloßes Lippenbekenntnis“ handle, sondern dass der ÖVP Familien „ein Herzensanliegen“ sind, so IEF-Direktor Günter Danhel in einer Stellungnahme gegenüber „Kathpress“.

Wie KFÖ-Vizepräsident Werner Höffinger in einer Aussendung unterstreicht, sei es „eine Frage von Fairness und Gerechtigkeit“, dass der Teuerungsausgleich auch bei Familienleistungen umgesetzt werde. Schließlich seien Familien mit Kindern besonders von der Teuerung betroffen. „Eine zukunftsorientierte Politik muss aber die materielle Sicherung der Familien langfristig gewährleisten“, so Höffinger. Ein Teuerungsausgleich wäre da ein „wichtiger Schritt, zumal ja steuerlich nach wie vor zu wenig berücksichtigt wird, wie viele Personen von einem Einkommen leben“.

Zugleich mahnt der KFÖ aber auch, andere familienpolitische Notwendigkeiten nicht auf die lange Bank zu schieben und etwa die „längst fällige“ Sanierung des Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) über eine familiengerechte Steuerreform anzugehen. In eine ähnliche Richtung geht auch der Appell von IEF-Direktor Günter Danhel: Ein wichtiger Schritt zur FLAF-Sanierung wäre etwa die Bereinigung des FLAF von „fremden Lasten“.

Weiters unterstreicht Danhel in seiner Stellungnahme zur gestern präsentierten ÖVP-„Familienoffensive“, dass diese einige beachtenswerte Punkte enthalte: etwa die Erkenntnis, dass Familienpolitik „Querschnittscharakter“ habe, dass es eine „Familienverträglichkeitsprüfung“ sowie „maßgeschneiderte“ familienpolitische Lösungen brauche. Danhel begrüßte, dass der Ansatz „one size fits for all“ in der Familienpolitik nicht mehr länger maßgeblich sein soll.

„Beachtung“ verdiene laut Danhel auch das angekündigte Nachdenken über einen neuen, erweiterten Familienbegriff. Im „Idealfall“ bleibe dies zwar die „’natürliche‘ Familie auf der Grundlage der Ehe, wie sie nach wie vor mehrheitlich als Lebensmodell nicht nur hochgeschätzt, sondern auch praktiziert wird“, andere Familienformen dürften jedoch nicht diskriminiert werden. Verabsäumt wurde indes laut Danhel die Chance, einen neuen Arbeitsbegriff zu propagieren, „der auch den Wert der Familienleistungen etwa in Erziehung, Betreuung und Pflege darstellt“.

Im Blick auf den „Dreiklang von Zeit, Geld und Infrastruktur“ als Ansatz einer zukunftsorientierten Familienpolitik betonte Danhel: „Im Sinne des zentralen familienpolitischen Prinzips der Wahlfreiheit sollte Schluss gemacht werden mit der einseitigen Förderung von Institutionen zu Lasten der Kinder selbst betreuenden Eltern“.

Original auf  Kathweb.at








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