Nichts Neues unter dem Himmel II.

13 05 2010

Zur aktuellen Situation ein wahrlich aktueller Artikel M. Luthers im 16. Jahrhundert…. Glauben wir wirklich, es gäbe tatsächlich neue Bösartigkeiten und Ungerechtigkeiten in unserer Welt?

Zitat:

Also auch fort auf dem Markt und Gemeinden Händeln geht es mit voller Macht und Gewalt, da einer den anderen öffentlich mit falscher Ware, Maß, Gewicht, Münze betrügt und mit Behendigkeit und seltsamen Finanzen oder geschwinden Fündlein übervorteilt, weiter mit dem Kauf übersetzt und nach seinem Mutwillen beschwert, schindet und plagt. Und wer kann solches alles erzählen oder erdenken? Summa, das ist das gemeinste Handwerk und die größte Zunft auf Erden. Und wenn man die Welt jetzt durch alle Stände ansieht, so ist sie nichts anders denn ein großer, weiter Stall voll großer Diebe. Darum heißen sie auch Stuhlräuber, Land- und Straßendiebe, nicht Kastenräuber noch Meucheldiebe, die aus der Barschaft zwacken, sondern die auf dem Stuhl sitzen und heißen große Junker und ehrsame, fromme Bürger, und mit gutem Schein rauben und stehlen. ja hier wäre noch zu schweigen von geringen einzelnen Dieben, wenn man die großen, gewaltigen Erzdiebe sollte angreifen, die nicht eine Stadt oder zwei, sondern ganz Deutschland täglich ausstehlen………… Kürzlich, so gehts in der Welt, dass, wer öffentlich stehlen und rauben kann, geht sicher und frei dahin, von jedermann ungestraft, und will dazu geehrt sein; dieweil müssen die kleinen heimlichen Diebe, so sich einmal vergriffen haben, die Schande und Strafe tragen, jene fromm und zu Ehren machen. Doch sollen sie wissen, dass sie vor Gott die größten Diebe sind, der sie auch, wie sie wert sind und verdienen, strafen wird.
Zitat Ende.




Ist die Wirtschaftskrise schon vorbei?

12 11 2009

Aufschwung

Diese Frage beschäftigt im Moment Ökonomen, Parteien, Ideologen, Amateure, Journalisten und Theologen.

Die meisten Personen mit denen ich in letzter Zeit gesprochen habe, die sich näher mit Wirtschaft beschäftigen sind der Meinung, dass die Krise erst ihren Anfang genommen hat. Der Zusammenbruch des Systems wurde nur knapp verhindert. Die Rettungsaktion hat kurzfristig den Schmerz gelindert. Die Rettung basierte aber auf den gleichen Mitteln mit denen die Krise verursacht wurde – mit der ungedecktem Ausweitung der Geldmenge, neuen Schulden, oder besser gesagt, eine noch höhere Überschuldung als bereits hier war. Vorbei ist die Krise beiweitem noch nicht. Wir sind mittendrin und warten auf den nächsten Ausbruch. Alle Personen die derzeit über Geld verfügen kaufen Gold, Rohstoffe, Immobilien oder andere Sachwerte die eine Geldimplosion überdauern würden. Der Goldpreis ist auf einem all-time-high.

In der nächsten Phase der Krise, in der wir uns bereits befinden, werden die Wirtwschaftsdaten etwas besser. Es scheint ein neuer Aufschwung zu kommen und alle freuen sich und sind glücklich, dass das Ende der Krise da ist. Allerdings handelt es sich nur um einen Scheinaufschwung, da jetzt vermehrt Sachwerte gekauft werden um aus dem Geldvermögen auszusteigen. Die realen Wirtschaftsdaten und die Verschuldung verschlechtert sich parallel trotzdem. Diese Crack-up Phase ist die Ruhe vor dem großen Sturm. Bank- und Firmenzusammenbrüche, Hyperinflation, finanzieller Zusammenbruch von Staaten und somit der komplette finanzielle Crash ist ein durchaus realistisches Szenario das folgen kann.

Wie sind wir in dieses Schlamassel gekommen und wie kommen wir wieder raus?

Also gleich vorweg, rauskommen werden wir nur durch den Zusammenbruch und den sehr unangenehmen Konsequenzen daraus. Die Lage ist soweit fortgeschritten, dass es kein Reparaturszenario gibt das die Menschen freiwillig bereit sind durchzuführen. Daher ist der Crash unausweichlich.

Die Gründe die uns in die Misere geführt haben sind vielfältig. Falsche Geldpolitik, hoher Verschuldungsgrad, zu hohe Konsumation, daher das hohe notwendige Wirtschaftswachstum und die Inflation um die Schulden der Staaten zu entwerten. Die Finanz hat in Wahrheit ein Pyramidenspiel gespielt das nur aufrechterhalten werden kann wenn die Wirtschaft floriert und ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum über eine gewissen Prozentsatz erzielbar ist.

Die Basis für dieses unverantwortliche Verhalten liegt im Herzen der Menschen. Die Gier, immer mehr haben zu wollen, auch auf Kosten der zukünftigen Generationen (hinter mir die Sintflut Mentalität), das fehlen von moralischen Grundsätzen und christlichen Werten in der Gesellschaft, haben letztendlich dazu geführt dass das Geldwesen und die Wirtschaft in die jetzige Situation gekommen sind. Weiters hat der Einsatz von EDV und Telekommunikation und die Liberalisierung der Märkte noch eine erhebliche Verstärkungswirkung der eingesetzten Mittel erwirkt.

Sie meinen, das ist keine gute Nachricht?
Stimmt. Doch wir müssen jetzt überlegen was wir nach dem Crash tun werden und wie die Wirtschaft danach besser funktionieren kann. Dieses neue System muss nicht nur eine Wirtschaftstechnische Komponente sondern auch eine moralische Komponente enthalten. Doch welche Moral soll es denn sein? Nachdem sich die EU die größte Mühe gibt das Christentum aus unserer Politik, den Schulen und der Gesellschaft zu entfernen, ist zu befürchten, dass die Politik ein anderes Wertesystem als Basis verwenden wird. Ein humanistisches oder politisch motiviertes System wird uns vielleicht mehr Stabilität bringen, vielleicht aber auch nicht. Ich bin davon überzeugt, dass nur ein System das auf der Basis von christlich, biblischen Werten aufgebaut ist auch Bestand haben und Einkommensgerechtigkeit ermöglichen kann.

Es ist jetzt die Zeit um dieses Thema zu behandeln und die Konzepte in der Lade zu haben. Denn nach dem Crash ist es zu spät.








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